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News des 14. Mai 2026

Da es leider in der extra News zu den CPU-Marktanteilen immer wieder untergeht, sei hiermit noch einmal explizit auf die Aufrechnung zu den Verhältnissen der einzelnen CPU-Segmente untereinander hingewiesen. Speziell diese Zahlen & Daten stammen nicht direkt von 'Mercury Research', sondern werden auf Basis der veröffentlichten Mercury-Research-Zahlen durch 3DCenter hochgerechnet – gemäß dem Leitsatz, dass es bei vollständigen Marktanteilszahlen zu Absatz & Umsatz nur eine einzige mathematische Lösung geben kann, wie jene im Verhältnis stehen. Die absolute Höhe von beispielsweise durchschnittlichen Absatzpreisen (ASP) kann damit nicht ermittelt werden, aber es kann die Relation der ASPs untereinander errechnet werden – beispielsweise dass Server-CPUs derzeit auf dem 6,6fachen Abgabepreis gegenüber Client-CPUs unterwegs sind. Hiermit ergeben sich viele weitere interessante Infos, welche das Marktbild besser verstehen lassen und unseres Wissens nach derzeit von niemanden anderen im WWW angeboten werden.

Q1/2026 AMD Intel gesamt
Absatz-Verhältnis Desktop/Mobile 1:2,4 1:3,0 1:2,8
Umsatz-Verhältnis Desktop/Mobile 1:1,9 1:2,8 1:2,5
Absatz-Verhältnis Client/Server 7,1:1 8,4:1 8,0:1
Umsatz-Verhältnis Client/Server 0,8:1 1,5:1 1,2:1
ASP Desktop: AMD vs Intel +21% pro AMD
ASP Mobile: AMD vs Intel +3% pro AMD
ASP Server: AMD vs Intel +73% pro AMD
ASP-Verhältnis Desktop/Mobile (pro Desktop) +24% +5% +12%
ASP-Verhältnis Client/Server (pro Server) +768% +447% +562%
Hinweis: eigene Interpolationen auf Basis der Marktanteile nach Absatz & Umsatz

So verkaufen beide x86-Hersteller derzeit für einen Desktop-Prozessor immerhin 2,8 Mobile-Prozessoren, sprich die Stückzahlen-Anteile zwischen Desktop und Mobile liegen derzeit bei 27:73%. AMD hat sich diesbezüglich Intel im übrigen zuletzt stark angenähert, im letzten Jahresquartal 2025 waren es bei AMD nur 1,6 Mobile-Prozessoren pro Desktop-Prozessoren, im abgelaufenen Quartal liegt dieser Wert nun schon bei 2,4 Mobile- pro Desktop-CPUs (bei AMD). Bei Server-Prozessoren gehen dann natürlich Stückzahlen- und Umsatz-Verhältnisse weit auseinander: Es werden immerhin 8x so viel Client-Prozessoren wie Server-Prozessoren verkauft, beim Umsatz liegen hingegen beide Sparten (wegen der im Schnitt grob 6fachen Preise für Server-Prozessoren) fast gleich auf, derzeit sind es noch 20% Umsatz-Vorteil für die Client-Prozessoren. Bemerkenswert sind daneben die AMD-Vorteile bei den durchschnittlichen Abgabepreisen (ASP): +21% bei Desktop-CPUs, +3% bei Mobile-CPUs und satte +73% bei Server-CPUs ergeben ein klares Bild pro AMD.

Wie u.a. die PC Games Hardware berichtet, hat AMD nunmehr FSR 4.1 für RDNA 2/3 ganz offiziell bestätigt. Für RDNA3 bzw. die Radeon RX 7000 Serie kommt der neueste AMD-Upscaler in diesem Juli, während RDNA2 bzw. die Radeon RX 6000 Serie im Januar 2027 folgen soll. In beiden Fällen sind einige technische Anpassungen notwendig, da FSR 4.1 bei RDNA4 bzw. der Radeon RX 9000 Serie primär auf das FP8-Rechenformat setzt, was jedoch bei früherer AMD-Hardware nicht zur Verfügung steht. Somit wird FSR 4.1 auf RDNA3 das INT8-Rechenformat nutzen, was nicht ganz so effektiv (für diese Aufgabe) ist, während die technische Lösung bei RDNA2 derzeit noch aussteht bzw. nicht explizit bekanntgegeben wurde. Dass FSR 4.1 prinzipiell auf älterer AMD-Hardware möglich ist, hatten diverse Mods bereits nachgewiesen – das ganze war immer nur eine Sache des Wollens und nicht des Könnens bzw. technischer Limitationen. Glücklicherweise ist AMD nun endlich auf die Schiene des "Wollens" umgeschwenkt, nachdem die Treiberpolitik der letzten Zeit eher weniger für AMD gesprochen hat.

Aber womöglich brauchte AMD jene Welle an Kritik, welche es wegen der Zweiteilung der Treiber-Entwicklung und des Exklusiv-Supports von FSR 4.1 nur für RDNA4-Hardware gegeben hatte bzw. hat die breite Kritik hieran augenscheinlich tatsächlich gewirkt – die Konsumenten konnten AMD also letztlich von diesem Irrweg heilen. Dies ist bei der Treiber-Zweiteilung faktisch schon umgesetzt, ergo könnte dieser Sinneswandel bei AMD selber bereits vor einiger Zeit passiert sein. Im Fall des erweiterten FSR-4.1-Supports wird dies nur halt jetzt erst bekanntgegeben, womöglich nachdem man der praktischen Lösung recht nahe gekommen ist. Die Treiber-Zweiteilung existiert zwar technisch immer noch, aber zuletzt haben alle neuen Treiber (auch jene für Radeon RX 5000 & 6000) immer die gleichen Spiele-bezogenen Patches erhalten, fand keine Benachteiligung der Radeon RX 5000/6000 Modelle statt. AMD kittet hiermit somit den Flurschaden, denn man mittels (ursprünglicher) Treiber-Zweiteilung und des mageren Supports von FSR 4.1 zuerst angerichtet hatte und findet vielleicht den Weg zurück zu einem Unternehmen mit bekannt langfristigem Support. Dies sollte die Zielsetzung sein, das Vertrauen darin bleibt allerdings (vorerst) beschädigt und muß sich AMD über engagierte, langfristige Leistung erst wieder zurück verdienen.

Wie VideoCardz mit Quelle des üblicherweise sehr kundigen 'Board Channels' Forum berichten, hat nVidia schon diese Woche die Abgabepreise zu GeForce RTX 5090D & 5090 weiter erhöht. Jene Preiserhöhung fällt dabei mit grob 300 Dollar doch sehr stattlich aus, leider ist jedoch nicht bekannt, ob mit diesem Wert die eigentliche Preiserhöhung gemeint ist oder ob dies bereits die Umrechnung zu Endkundenpreisen darstellt (grob das Doppelte der internen Preiserhöhung). So oder so geht es damit klar in die Richtung, dass die GeForce RTX 5090 im deutschen Einzelhandel die 4000-Euro-Marke knackt, im US-Handel könnte vielleicht sogar die 5000-Dollar-Marke in Sicht kommen. Aus dem jetzt schon knapp dreifachen Preis gegenüber der GeForce RTX 5080 könnte somit sogar der vierfache Preis werden. Zwar ist ein guter preislicher Abstand zur GeForce RTX 5080 angesichts von +51% Mehrperformance und doppeltem VRAM sehr wohl angemessen für die GeForce RTX 5090, allerdings wird es beim drei- bis vierfachen Preispunkt einfach nur irrational.

Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Jan. Feb. März Apr. Mai
GeForce RTX 5090 2289€ 2345€ 2319€ 2449€ 2628€ 2689€ 3079€ 3280€ 3365€ 3539€ 3499€
monatliche Preissteigerung - +2,4% –1,1% +5,6% +7,3% +2,3% +14,5% +6,5% +2,6% +5,2% –1,1%
jeweils günstigstes lieferbares Angebot im deutschen Einzelhandel gemäß Geizhals, Preisdatum jeweils Wochenende zur Monatsmitte (Mai-Preistand bereits 14. Mai)

Dabei bleibt es weiterhin ein Mysterium, wieso die GeForce RTX 5090 derart schlecht verfügbar ist. Gerade angesichts dieser hohen Preislagen sollte nVidia doch daran interessiert sein, die GeForce RTX 5090 gegenüber anderen RTX50-Modellen vorzuziehen, sowohl bei der Wafer- als auch VRAM-Zuteilung. Denkbarerweise kommt die Auflösung dieser Frage eher aus dem Profi-Bereich – allerdings nicht bezogen auf die HPC/KI-Beschleuniger von nVidia, denn die benutzen sowieso ganz andere Chips. Aber womöglich schichtet nVidia innerhalb des GB202-Chips der GeForce RTX 5090 derzeit lieber zu RTX Pro 5000 & 6000 um, wobei insbesondere letztere die nochmals viel höheren Preislagen (und somit Gewinne zugunsten von nVidia) hat. Eine andere mögliche Auflösung läge darin, dass die hergestellten GeForce RTX 5090 Karten primär nicht in den Einzelhandel gehen, sondern von KI-Farmen abgeschöpft werden, welche entweder (wie im Cryptohype) direkt bei den Grafikkarten-Herstellern kaufen oder aber sich ihre Ware bei den Distributoren beschaffen. So oder so wird nVidia derzeit gut am GB202-Chip verdienen, sicherlich auch viele hiervon herstellen – nur kommt davon im Endkunden-Bereich weiterhin auffallend wenig an, womit die GeForce RTX 5090 preislich immer weiter zulegt.