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News des 22./23. Juni 2023

YouTuber Moore's Law Is Dead bringt neues zu den Radeon RX 7700 & 7800 Serien auf Basis des Navi-32-Grafikchips. Jene sollen nun tatsächlich im dritten Quartal anstehen, allerdings wohl erst zum Ende desselben im September 2023. Eine sehr große Unklarheit existiert daneben immer noch über die konkrete Produktgestaltung bzw. die Hardware-Daten der einzelnen Grafikkarten-Modelle. Nach wie vor im Spiel ist hier auch eine weitere Navi-31-Abspeckung innerhalb dieser Produktklasse: Eine "Radeon RX 7800 XT" auf Navi-31-Basis mit 70 Shader-Clustern (wie seitens Igor's Lab kürzlich getestet) soll schon vor einem Jahr als mögliches Modell seitens AMD (intern) genannt worden sein. Möglicherweise in Vorbereitung dessen wurde sogar schon der Navi-31-Chip auf dem Navi-32-Package untergebracht, was MLID mittels Bildmaterial dokumentieren – und somit dieses Gerücht ganz gut untermauen können.

Navi 33 Navi 32 Navi 31
Gfx-ID gfx1102 gfx1101 gfx1100
Codename "Hotpink Bonefish" "Wheat Nas" "Plum Bonito"
Aufbau monolithisch Chiplet: 1x N32-GCD + 4x MCD Chiplet: 1x N31-GCD + 6x MCD
Transistoren 13,3 Mrd. ? 57,7 Mrd.
Chipfläche 204mm² (TSMC N6) ~200-210mm² GCD (TSMC N5) + 4x 37,5mm² MCD (TSMC N6) = ~350-360mm² 304mm² GCD (TSMC N5) + 6x 37,5mm² MCD (TSMC N6) = 529mm²
Package augenschl. 25x25mm 40x40mm 55x47,5mm
Hardware 2 Shader-Engines, 4 Shader-Arrays, 16 WGPs, 32 CUs, 4096 FP32-Einheiten 3 Shader-Engines, 6 Shader-Arrays, 30 WGPs, 60 CUs, 7680 FP32-Einheiten 6 Shader-Engines, 12 Shader-Arrays, 48 WGPs, 96 CUs, 12'288 FP32-Einheiten
Infinity Cache 32 MB 64 MB 96 MB
Speicherinterface 128 Bit GDDR6 256 Bit GDDR6 384 Bit GDDR6
Desktop-Gfx Radeon RX 7600 vermtl. Radeon RX 7700 & 7800 Serien Radeon RX 7900 Serie
Release 5. Januar 2023 angebl. September 2023 13. Dezember 2022

Navi 31 auf dem Package von Navi 32 ist zwar arg eng gepackt, würde aber funktionieren – und hätte damit den Vorteil, dass man für Navi 32 gedachte Grafikboards auch mit Navi 31 bestücken könnte. Denkbar wäre auch eine weitere Anwendung im Mobile-Segment, wo man dann Navi 31 als "Radeon RX 7900M XT" bringen könnte, ohne mit dem sehr großen Package von Navi 31 anrücken zu müssen. In beiden Fällen sind zwei der sechs zu sehenden MCDs dann nur Dummys – und das Speicherinterface bleibt sowieso bei 256 Bit, damit man die von der Grafikplatine gebotenen 16 GB Grafikkartenspeicher nutzen kann. Eine wirklich sichere Aussage dazu, ob AMD den Navi-31-Chip für die Radeon RX 7800 XT nutzt, ist dies natürlich nicht – es dokumentiert nur, dass sich AMD intern auf eine solche Möglichkeit vorbereitet hat. Sinn würde dies vor allem dann machen, wenn Navi 32 keine wesentlichen Effizienz-Fortschritte gegenüber Navi 31/33 bringt und somit selbst im Vollausbau Mühe hat, die Performance von Radeon RX 6800 XT und GeForce RTX 4070 zu erreichen.

In diesem Fall hätte AMD Schwierigkeiten, den Navi-32-Vollausbau als "Radeon RX 7800 XT" laufen zu lassen, angesichts der groben Performance-Gleichheit zu Radeon RX 6800 XT und GeForce RTX 4070 wäre maximal die Namenswahl "Radeon RX 7800" (non-XT) drin: Und dies würde automatisch Platz für eine "Radeon RX 7800 XT" auf einer größeren Hardware als dem Navi-32-Vollausbau lassen – sprich einer weiteren Salvage-Version des Navi-31-Chips. Jene dann Navi-31-basierte "Radeon RX 7800 XT" wird AMD kaum mit mehr Grafikkartenspeicher als 16 GB konzipieren wollen, womit sich die Nutzung von Grafikboards der Navi-32-basierten Radeon RX 7800 non-XT anbietet – und damit jenes Navi-32-Package ins Spiel kommt. Auf den ersten Blick scheinen sich hier alle diese Gerüchte-Bruchstückchen gut zusammenfügen, aber das letzte Wort haben natürlich die Produktmanager bei AMD – welche selbst bei einem September-Termin demnächst zu Potte kommen sollten.

Chip Hardware Speicher 4K Perf. TDP Liste Status Release
Radeon RX 7900 XTX Navi 31 96 CU @ 384 Bit, 96 MB IF$ 24 GB GDDR6 512% 355W $999 veröffentlicht 13. Dez. 2022
Radeon RX 7900 XT Navi 31 84 CU @ 320 Bit, 80 MB IF$ 20 GB GDDR6 434% 315W $899 veröffentlicht 13. Dez. 2022
Radeon RX 7800 XT Navi 31 ~70 CU @ 256 Bit, 64 MB IF$ 16 GB GDDR6 ~360-380% ? ? wildes Gerücht möglw. Q3/2023
Radeon RX 7800 Navi 32 60 CU @ 256 Bit, 64 MB IF$ 16 GB GDDR6 ~310-330% ? $579 Gerücht möglw. Q3/2023
Radeon RX 7700 XT Navi 32 54 CU @ 192 Bit, 48 MB IF$ 12 GB GDDR6 ~260-290% ? $529 Gerücht möglw. Q3/2023
Radeon RX 7700 Navi 32 48 CU @ 192 Bit, ? MB IF$ 12 GB GDDR6 ~230-260% ? $479 Gerücht möglw. Q3/2023
Radeon RX 7600 XT Navi 32 40 CU @ 192 Bit, ? MB IF$ 12 GB GDDR6 ~200-230% ? $399 Gerücht möglw. Q3/2023
Radeon RX 7600 Navi 33 32 CU @ 128 Bit, 32 MB IF$ 8 GB GDDR6 ~174% 165W $269 veröffentlicht 25. Mai 2023
Radeon RX 7500 8GB Navi 33 28 CU @ 128 Bit, ? MB IF$ 8 GB GDDR6 ~140-150% ? $229 Gerücht möglw. Q3/2023
Radeon RX 7500 6GB Navi 33 24-28 CU @ 96 Bit, ? MB IF$ 6 GB GDDR6 ~100-120% ? $199 Gerücht möglw. Q3/2023
Hinweise: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen; Performance-Prognosen sind eigene Annahmen

Von VideoCardz wiedergegebene Aussagen seitens Intel China erhellen Intels neues Namensschema weiter, was insbesondere für die kommende Übergangsphase um die gemischte Produkt-Generation aus Raptor Lake Refresh und Meteor Lake relevant ist. Der erste wichtige Punkt ist jener der Generations-Benennung: Ab Meteor Lake führt Intel hier tatsächlich einen "Reboot" durch und nennt jene Prozessoren-Generation somit wieder "1th Core Generation" (nach neuer Zählung, mit augenscheinlich dann nur noch vierstelligen Produktnummern). So ganz offiziell hat es selbige bei Intel zwar nicht gegeben, denn vor der 2. Core-Generation gab es verschiedene Prozessoren mit dem "Core"-Branding (Core M, Core 2, Core i3/i5/i7 auf Nehalem- & Westmere-Basis). Rein praktisch wird Intel jedoch spätestens mit der nachfolgenden 2. Core-Generation nach neuer Zählung (aka "Arrow Lake") dann einwandfrei auf frühere Namensvettern stoßen ("Sandy Bridge").

Wieso man angesichts des nach wie vor gleichen Marketing-Hauptnamens ("Core") nicht einfach weiter nach oben gezählt hat, dürfte das Geheimnis der Benennungs-"Profis" bei Intel bleiben. Innerhalb der Übergangs-Generation ergibt sich damit ein ziemliches Namens-Durcheinander: Gleichzeitig werden somit die 14. Core-Generation nach alter Zählweise sowie die 1. Core-Generation nach neuer Zählweise im Markt stehen. Als zweiten wichtigen Punkt werden die Refreshs von Raptor Lake-S/HX als 14. Core-Generation nach alter Zählweise betrachtet, der Refresh von Raptor Lake-U hingegen der 1. Core-Generation nach neuer Zählweise zugeschlagen – obwohl hier keinerlei Meteor-Lake-Technik vorliegt. Die Differenz scheint somit allein beim Namenszusatz "Ultra" zu liegen: Raptor Lake-U Refresh bekommt trotz der Verwendung des neuen Namensschemas kein "Ultra", Meteor Lake hingegen augenscheinlich durchgehend.

Bei einer automatischen Benennung gleich jedes Meteor-Lake-Prozessors als "Ultra" könnte dieser Begriff automatisch etwas entwertet werden – andererseits könnte dies von Intel explizit derart gedacht sein, um eben auf die andere Hardware-Basis dieser "Ultra-Modelle" aufmerksam zu machen. Die nachfolgende "Arrow Lake" Generation dürfte dieses Durcheinander dann wieder halbwegs in Ordnung bringen, bei dieser 2. Core-Generation nach neuer Zählung gibt es nur eine Hardware-Basis und nur ein eingesetztes Namensschema. Denkbarerweise findet Intel dort dann auch noch eine sinnvolle Unterscheidung zwischen Ultra- und non-Ultra-Prozessor – oder aber läßt diesen Namenszusatz eventuell gleich ganz wieder weg, denn der vorherige Zweck, eine andere darunterliegende Hardware anzuzeigen, existiert hier schließlich nicht mehr.

UltraMobile (-U) Mobile (-H/P) HighEnd-Mobile (-HX) Desktop (-S)
12. Core-Gen. Alder Lake-U, ADL-Dies, 12th Core Generation, Core i-12000 Alder Lake-H/P, ADL-Dies, 12th Core Generation, Core i-12000 Alder Lake-HX, ADL-Dies, 12th Core Generation, Core i-12000 Alder Lake-S, ADL-Dies, 12th Core Generation, Core i-12000
13. Core-Gen. Raptor Lake-U, ADL-Dies, 13th Core Generation, Core i-13000 Raptor Lake-H/P, ADL-Dies, 13th Core Generation, Core i-13000 Raptor Lake-HX, ADL- & RTL-Dies, 13th Core Generation, Core i-13000 Raptor Lake-S, ADL- & RTL-Dies, 13th Core Generation, Core i-13000
14./1. Core-Gen. Raptor Lake-U Refresh, RTL-Dies, 1st Core Generation, Core 1000 Meteor Lake, MTL-Dies, 1st Core Generation, Core Ultra 1000 Raptor Lake-HX Refresh, RTL-Dies, 14th Core Generation, Core i-14000 Raptor Lake-S Refresh, RTL-Dies, 14th Core Generation, Core i-14000
2. Core-Gen. Arrow Lake-U, ARL-Dies, 2nd Core Generation, Core (Ultra) 2000 Arrow Lake-H/P, ARL-Dies, 2nd Core Generation, Core (Ultra) 2000 Arrow Lake-HX, ARL-Dies, 2nd Core Generation, Core (Ultra) 2000 Arrow Lake-S, ARL-Dies, 2nd Core Generation, Core (Ultra) 2000
fehlbare Interpretation zum zukünftigen Intel-Namensschema

Laut der PC Games Hardware hat Microsoft sich zum erwartenden Termin der nächsten Konsolen-Generation geäußert: Danach erwartet man im Jahr 2028 eine neue PlayStation von Sony. Die Aussage fiel in offiziellen Dokumenten zur Übernahme von Activision-Blizzard, dürfte also halbwegs solide sein. Wann Microsoft eine neue Xbox liefert, ist damit zwar nicht gesagt, aber intern dürfte man sich natürlich an dieser festgesetzten Terminlage ausrichten und somit kaum später als 2028 fertig werden wollen. Denkbar ist somit auch durchaus noch das Jahr 2027, insofern man Sony termlich unterbieten wollte – aber eher weniger spätere Termine. Mittels des Termins "2027" würde man ganz im üblichen 7-Jahres-Zyklus liegen, nachdem XBSX & PS5 im Jahr 2020 erschienen sind. Mittels des Termins "2028" würde dieser Zyklus hingegen leicht verlängert werden, was angesichts der schwieriger zu erreichenden Fertigungsfortschritte auch nicht unrealistisch wäre.

Nochmals die PC Games Hardware berichtet über die These seitens der Digital Foundry, wonach die Xbox Series X eigentlich schon das MidGen-Update seitens Microsoft sein soll. Damit hätte Microsoft ursprünglich also nur mit der Xbox Series S antreten sollen – eine vergleichsweise absurde Vorstellung, denn jene ist von der Hardware her oftmals sogar (etwas) schwächer als die vorhergehende Xbox One X. Selbst wenn es eine solche Konzeption gegeben hätte, grenzt es an Unmöglichkeit, das derart geplante MidGen-Update einfach mal so um ein paar Jahre vorzuziehen und gleichzeitig mit der Xbox Series S in den Markt zu bringen. Dabei wollte der befragte Microsoft-Mitarbeiter mittels der Aussage, wonach die aktuelle Xbox Series X "schnell genug" sei, womöglich nur sagen, dass es bei Microsoft derzeit keine Pläne für ein (echtes) MidGen-Update gibt (oder dass man selbige derzeit noch nicht offenlegen will).