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News des 25. Januar 2024

Twitterer Everest bringt eine Kern-Konfiguration für AMDs 2025er APU "Kraken Point" daher: Danach soll diese unterhalb von "Strix Point" angesiedelte APU mit 4 Performance- und 4 Dense-Kernen erscheinen, jeweils auf Zen5-Basis natürlich. Die insgesamte Kern-Anzahl von 8 ergab sich schon mittels eines früheren Leaks zu AMDs komplettem zukünftigen APU-Portfolio, die neue Angabe bringt somit "nur" eine Bestätigung der Kern-Anzahl sowie die genannte Aufteilung in Performance- und Dense-Kerne daher ("Dense-Kerne" = eventuell bessere Bezeichnung für AMDs kleine Zen4c- und Zen5c-Kerne). Auch "Strix Point" selber geht bekanntlich diesen Weg, dort lautet die Aufteilung auf 4 Performance- und 8 Dense-Kerne. Einzig "Strix Halo" wird bislang mit vollen 16 Performance-Kernen vermeldet, aber dies ist natürlich auch ein klares Sonderprojekt.

Kraken Point has 4x Zen 5 + 4x Zen 5c core config
Quelle:  Everest @ Twitter am 25. Januar 2024

Schließlich bedingt dessen 256bittige Speicherinterface auf jeden Fall andere Mainboards, eventuell auch einen anderen Sockel (je nachdem, ob bei der Konzeption von AM5 dieses doppelt so breite Speicherinterface schon mit bedacht wurde). Selbst bei angenommen gleichem Sockel dürfte sich "Strix Halo" auf gewöhnlichen AM5-Platinen nicht nutzen lassen – oder nur sehr eingeschränkt mit der Hälfte des möglichen Speicherinterfaces und somit vergleichsweise zwecklos angesichts der dicken integrierten Grafiklösung mit gleich 40 Shader-Clustern. Im Normalfall erledigt AMD das ganze jedoch über einen extra Sockel, womit solche Sonderwege gar nicht erst möglich werden. Die in jedem Fall notwendigen extra Mainboards für "Strix Halo" bedeuten aber natürlich auch, dass hier weniger Wettbewerb und somit weniger Preisdruck herrschen wird, die Mainboards für diese "fetten" APUs vergleichsweise teuer werden dürften. Technologisch sollte AMD hiermit sicherlich ein Ausrufezeichen setzen – aber ob es preislich passt, steht noch in den Sternen und darf angesichts der Erfahrungen mit vergleichbaren Sonderprojekten doch etwas bezweifelt werden.

AMD Mobile-Portfolio 2024 AMD Mobile-Portfolio 2025
"Ultimate Compute" Dragon Range
16C + X3D, Zen 4, RDNA2 (2CU), 5nm
Fire Range
16C + X3D, Zen 5, 4nm
"Elite Experience" - Strix Halo
16C, Zen 5, RDNA 3.5 (40CU), 4nm
Premium I         Strix Point
    12C, Zen 5, RDNA 3.5, 4nm
Premium II Hawk Point
8C, Zen 4, RDNA 3 (12CU), 4nm
Kraken Point
8C, Zen 5, RDNA 3.5, 4nm
Mainstream I Rembrandt-R
8C, Zen 3, RDNA 2 (12CU), 6nm
Escher
8C, Zen 4, RDNA 3, 4nm
Mainstream II Barcelo-R
8C, Zen 3, Vega (8CU), 6nm
Rembrandt-R
8C, Zen 3, RDNA 2 (12CU), 6nm
"Everyday" Mendocino
4C, Zen 2, RDNA2 (2CU), 6nm
Mendocino
4C, Zen 2, RDNA2 (2CU), 6nm
Wiedergabe der von Moore's Law Is Dead gezeigten AMD Mobile-Roadmap 2024-2025

Die ComputerBase hat den neuen Intel "Wunder-Treiber" durch den üblichen Benchmark-Parcour gejagt – was natürlich leicht unfair ist, da sich selbiger Intel-Treiber auf teils erhebliche Zuwächse unter DirectX-11-Titeln konzentriert und der aktuelle Benchmark-Parcous der ComputerBase inzwischen ausschließlich Spiele-Titel auf Basis von DirectX 12 (oder Vulkan) enthält. Aber auch dies ist wertvoll, um zu sehen, wie gut ein faktisch spezialisierter Treiber dann abschneidet, wenn man jenen außerhalb seines Spezial-Gebiets einsetzt: So kam die Arc A770 unter FullHD auf eine Mehrperformance von +0,8%, die Arc A750 immerhin noch auf +4,0%. Denkbarerweise enthält der Treiber somit auch noch Verbesserungen zugunsten der Speicherverwaltung, was bei der mit nur 8 GB VRAM ausgestatteten A750 stärker einschlägt als bei der (gewöhnlich) mit 16 GB VRAM anrückenden A770.

Einmal mehr ist dies zudem ein Hinweis darauf, dass vergleichende Benchmarks bzw. Launch-Reviews ausschließlich mit aktuellen Treiber sinnvoll sind – weil eben auch spät nachgereichte Treiber immer noch beachtbare Verbesserungen erreichen können und zur korrekten Beurteilung des Performance-Lagebilds auch kleinere Treiber-Verbesserungen mit einfliessen müssen. Dass die Hardwaretester dabei ihr aktuelles Testobjekt mit dem jeweils neuesten Treiber ausmessen, ist nicht das Problem – jene besteht darin, für die Test-Kontrahenten ältere Benchmarks auf älteren Treibern zu übernehmen und somit beispielsweise eine GeForce RTX 4070 Ti Super mit neuestem Treiber gegen eine GeForce RTX 4070 Ti und GeForce RTX 4080 auf älterem Treiber laufen zu lassen. Gibt es hier eine kleine Performance-Differenz (zum neueren Treiber), werden somit die Performance-Abstände dieser Grafikkarten inkorrekt wiedergegeben, die neuere Karte kommt leicht zu stark heraus. Lösen läßt sich dies über durchgehend aktuelle Treiber, zuzüglich einer entsprechenden Dokumentation im Artikel (oder als Anhang).

Mittels der zahlreichen Testberichte seitens TechPowerUp läßt sich wiederum ein Vergleich der Hersteller-Varianten zur GeForce RTX 4070 Super aufstellen. Wie zuletzt üblich unterscheiden sich jene bei der Performance zumeist nur marginal, einzig allein die mit klar höherer TDP antretenden "Gigabyte Aorus Master" und "Palit Jetstream OC" zeigen eine etwas abweichende Performance – erkauft natürlich über einen real höheren Stromverbrauch. Mit bestenfalls +5% Mehrperformance ist allerdings auch nicht wirklich etwas zu gewinnen, da sollten eher andere Werte bzw. Disziplinen in den Vordergrund rücken. Dies ändert sich auch nicht im Übertaktungsbetrieb, wo wiederum die Gigabyte-Karte das beste Ergebnis hinlegt. Jenes sieht mit +11,8% Mehrperformance zur unübertakteten Founders Edition auf den ersten Blick sogar ziemlich ansprechend aus, relativiert sich allerdings darüber, dass sich auch jene Founders Edition ganz vernünftig übertakten läßt. Bezogen auf die Performance rein unter Übertaktung, bleibt der bisherige Performance-Unterschied von +5% bestehen – dies ist das, was das Gigabyte-Modell real mehr kann. Selbst satte 110 Watt mehr maximale TDP können hier kein besseres Ergebnis bzw. größeren Unterschied erzwingen.

GeForce RTX 4070 Super Takt-Offset TDP (max) Real-Takt WQHD-Perf. Verbr. Temp. Lautst. OC-Perf. *
Founders Edition 2475 MHz 220W (240W) 2715 MHz 100% 218W 69°C 35 dBA +6,1%
Asus Dual - 220W (242W) 2715 MHz +1PP 217W 65°C 33 dBA +9,6%
Asus TUF OC +90 MHz 220W (253W) 2748 MHz +2PP 224W 61°C 29 dBA +8,8%
Gainward Ghost - 220W (220W) 2671 MHz –1PP 213W 76°C 39 dBA +4,2%
Gigabyte Aorus Master +80 MHz 245W (350W) 2861 MHz +5PP 246W 58°C 37 dBA +11,8%
Palit Jetstream OC +65 MHz 245W (255W) 2823 MHz +3PP 239W 64°C 32 dBA +10,8%
PNY Verto - 220W (220W) 2658 MHz –1PP 226W 74°C 38 dBA +6,4%
Zotac Trinity - 220W (242W) 2722 MHz +1PP 225W 67°C 29 dBA +7,4%
* OC-Performance (3DMark13 TimeSpy Extreme) = Performance-Differenz zum unübertakteten Wert der Founders Edition; PP = Prozentpunkt