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News des 25. Oktober 2023

Weiteres Futter für die Gerüchteküche zur GeForce RTX 40 Refresh-Serie liefert Twitterer Kopite7kimi mittels der Überlegung, wonach nVidia bei den "SUPER"-Varianten von GeForce RTX 4070 & 4080 eventuell Chip-Mixing betreiben könnte. Konkret könnte die GeForce RTX 4070 Super somit auf AD104- oder AD103-Chips basieren, die GeForce RTX 4080 Super hingegen auf AD103- oder AD102-Chips. Üblicherweise meint "Chip-Mixing" in diesem Zusammenhang, dass die freigeschaltete Hardware (und damit die Performance) der jeweiligen Grafikkarten identisch ist, egal welcher Grafikchip als Unterbau verwendet wird. Das ganze wird oftmals dazu benutzt, um vorhandene Grafikchips besser zu verteilen – was allerdings eher am Ende des Verkaufszeitraums einer Grafikchip-Generation zutrifft, nicht gerade in der Mitte derselben.

In my opinion there may be chip mixing on 4080S and 4070S.
That means 4080S can use AD102 or AD103, 4070S can use AD103 or AD104.
Think about EVGA 2060KO.

Quelle:  Kopite7kimi @ Twitter am 25. Oktober 2023

Ein anderer Punkt, welcher noch viel stärker gegen dieses Gerücht spricht, ist die Hardware-Limitiation, welche damit einhergeht: Eine GeForce RTX 4080 Super auf Basis von AD103 & AD102 kann nicht mehr als 16 GB Speicher bieten – bzw. wäre 32 GB dann die nächste Möglichkeit (Clamshell-Verfahren), nicht aber die kürzlich gemeldeten 20 GB. Und eine GeForce RTX 4070 Super auf Basis von AD104 & AD103 kann nicht mehr als 12 GB Speicher bieten, was genauso im Widerspruch zu den kürzlich gemeldeten 16 GB steht. Faktisch würden GeForce RTX 4070 Super & 4080 Super mit dieser Chip-seitigen Limitierung nicht viel schneller herauskommen können, als GeForce RTX 4070 Ti & 4080 derzeit schon sind. Im Fall der GeForce RTX 4070 Ti wäre sogar keinerlei Hardware-Gewinn zu erreichen (maximal ein Taktraten-Gewinn), da jene Ti schon den Vollausbau des AD104-Chips verwendet.

AD107 AD106 AD104 AD103 AD102
max. Hardware 24 SM @ 128 Bit, 32 MB L2 36 SM @ 128 Bit, 32 MB L2 60 SM @ 192 Bit, 48 MB L2 80 SM @ 256 Bit, 64 MB L2 144 SM @ 384 Bit, 96 MB L2
max. Speicher 8 GB (16 GB mit Clamshell) 12 GB 16 GB 24 GB
aktuelle SKUs GeForce RTX 4060 GeForce RTX 4060 Ti GeForce RTX 4070 & 4070 Ti GeForce RTX 4080 GeForce RTX 4090

Insofern trifft man hier auf den seltenen Fall, dass ein Gerücht seitens 'Kopite7kimi' mal wirklich unglaubwürdig ist. Wirklich falsch sein muß es deswegen nicht, eventuell ergibt dies noch unter einem anderen Blickwinkel einen Sinn oder reicht nur eine minimale Änderung, um dies wieder geradezurücken. Selbst im originalen Wortlaut ist dies nicht ganz unmöglich: nVidia könnte seinen GeForce RTX 40 Refresh-Serie mangels ernsthafter Gegenwehr seitens AMD auch extrem handzahm ansetzen. Dies ist nicht zu hoffen, denn eigentlich hat nVidia einiges beim bisherigen GeForce RTX 40 Portfolio gutzumachen – aber wie gesagt, ohne Druck durch andere Marktteilnehmer ist nVidia nicht wirklich gezwungen, auf die Stimmen der Endverbraucher zu hören.

Laut VideoCardz hat AMD den offiziellen Treiber-Support für Polaris- und Vega-basierte Grafiklösungen unter Linux beendet. Dies fordert natürlich die Überlegung heraus, wann dieser Schritt bei Windows ansteht, wozu sich AMD allerdings noch nicht erklärt hat. Hoffentlich erinnert sich AMD vor unüberlegten Schnellschüssen des Punkts, dass Vega-basierte (integrierte) Grafiklösungen Teil von AMDs offiziellen 2023er APU-Portfolio sind – in Form des Barcelo-Refreshs, welcher erst Anfang 2023 auf der CES vorgestellt wurde. Sicherlich ist der Support aktueller Spiele-Titel bei integrierter Grafik nicht unbedingt der wichtigste Punkt der Welt, aber für ein "neues" Produkt des Jahres 2023 wäre es schon arg seltsam, wenn der Treiber-Support noch im selben Jahr (oder auch im nächsten Jahr) aufgekündigt würde.

Gleichfalls handelt es sich hierbei um ein selbstverschuldetes Problem, denn AMD hätte bei solcherart Treiber-Plänen doch besser davon Abstand genommen, das 2023er APU-Portfolio mit haufenweise Alt-Lösungen vollzupflastern. Bringt man hingehen neue Hardware auf Basis alter Architekturen, ist ein gewisses Mindes-Fenster an Treiber-Support eigentlich automatisch Pflicht. Dass auf reiner Grafikkarten-Seite die Vega-Generation einige immer noch recht leistungsstarke Modelle bietet und die Polaris-Generation viele der am häufigsten benutzten Modelle des Mainstream-Segments hervorgebracht hat, kommt hier natürlich genauso noch hinzu. Der Zeitpunkt der Support-Streichung ist angesichts der Masse der derzeit noch eingesetzten Radeon RX 470, 480, 570, 580 & 590 Grafikkarten einfach viel zu früh. Schon der Schritt mit dem Linux-Treiber ist somit (sehr freundlich betrachtet) "unclever", ein gleichartiger Schritt bei Windows wäre dann alle Kritik wert, die man finden kann.

Gleichfalls gilt, dass die Zeit doch sowieso eine Lösung für diese Problematik bringen wird: Das Auslaufen des Supports für Sicherheits-Updates für Windows 10 im Oktober 2025 dürfte eine erhebliche Umrüstwelle auslösen, um Hardware-technische Kompatibilität zu Windows 11 zu erreichen. Im Zuge dessen werden anzunehmenderweise viele dieser Alt-Systeme, welche AMD jetzt noch mit seinen Grafikkarten-Treiber supportet, außer Dienst gestellt. Und "danach" ist die Nutzeranzahl von Polaris- und Vega-Grafiklösungen vermutlich wirklich klein genug, dass man ohne großes Aufsehen diesen Treiber-Support streichen kann. Gleiches gilt sinngemäß für nVidia und andere Hersteller: Jetzt ist nicht der Zeitpunkt zur Support-Einstellung früherer Hardware – da kann man durchaus noch auf die durch das Ende von Windws 10 auszulösende Umrüst-Welle warten.

Die offiziellen PC-Systemanforderungen zu "Call of Duty: Modern Warfare III (2023)" zeigen sich Titel-typisch vergleichsweise handzahm – wie üblich geht es dem Publisher hier eher darum, möglichst viele potentielle Spiele-Käufer für den am 10. November startenden Shooter mitzunehmen. Allerdings wechselt auch dieser Titel inzwischen weg von 8 GB PC-Hauptspeicher als Minimum, vielmehr werden nunmehr 12 GB als neue Mindest-Anforderung genannt. Die restlichen Anforderungen liegen beachtbar unterhalb der allgemeinen PC-Systemanforderungen selbst für die abgeschlossene Spiele-Saison 2022/23: GeForce GTX 1650 oder Radeon RX 480 als Minimum sowie GeForce GTX 1070 oder Radeon RX Vega (ohne genauer Nennung welcher Ausführung) erschrecken heuer niemanden mehr. Interessant, dass die CPU-Anforderung keinen Unterschied zwischen Minimum und Empfehlung machen: Damit ist das Minimum immerhin mittelmäßig gehaltvoll, die Empfehlung natürlich wiederum handzahm.

offizielle PC-Systemanforderungen für "Call of Duty: Modern Warfare III (2023)"
Minimum Empfehlung
System Windows 10/11 64-Bit, 90 GB freier Festplatten-Platz, SSD durchgehend empfohlen
CPU Core i5-6600 oder Ryzen 5 1600 Core i5-6600 oder Ryzen 5 1600
Speicher 12 GB RAM 16 GB RAM
Grafik GeForce GTX 970, GeForce GTX 1650 oder Radeon RX 480 GeForce GTX 1070, GeForce RTX 3050 oder Radeon RX Vega