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News des 3. April 2009

Daß in den Preisen zur Radeon HD 4890 & GeForce GTX 275 noch etwas Spielraum sein würde, was klar – aber daß sich ATI und nVidia so schnell auf eine Preisschlacht einlassen würden, war auch nicht zu erwarten. Die in unserem den Launch begleitenden Artikel genannten Preise sind nunmehr auch schon wieder überholt, inzwischen gibt es die Radeon HD 4890 ab 205 Euro und die GeForce GTX 275 ab 215 Euro (lieferbare Angebote wohlgemerkt) – ein Preisabschlag von jeweils 15 Euro innerhalb nur eines Tages. An den recht ungünstigen Preis/Leistungsverhältnissen der neuen Karten im Vergleich zu ihren Vorgängern ändert dies aber weiterhin nichts.

ATI Preislage nVidia
Radeon HD 4890 OC 1024MB
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
225-240 Euro  
  215-240 Euro GeForce GTX 275 896MB
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
Radeon HD 4890 1024MB
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
205-220 Euro  
 
Radeon HD 4870 1024MB
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
165-190 Euro  
  160-180 Euro GeForce GTX 260 (216SP) 896MB
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
Radeon HD 4870 512MB
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
140-170 Euro GeForce GTX 260 (192SP) 896MB
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals

So liegen zwischen Radeon HD 4870 und 4890 bei 10 Prozent Performance-Unterschied immer noch runde 20 Prozent beim Preis, zwischen GeForce GTX 260 (216SP) und 275 bei 10 bis 15 Prozent Performance-Unterschied immer noch runde 35 Prozent. Selbst im Vergleich der beiden neuen Grafikkarten hat sich letztlich nichts bewegt: Die allgemein als geringfügig schneller angesehene GeForce GTX 275 kostet nach wie vor geringfügig mehr, zumindest in diesem Vergleich stimmt die Preislage also. Vom generelleren Preis/Leistungsverhältnis sind die neuen Karten aber nach wie vor unattraktiv, die älteren Modelle Radeon HD 4870 und GeForce GTX 260 (216SP) diesbezüglich klar besser gelagert.

Preislich ebenfalls gefallen sind die Radeon HD 4890 OC Modelle, allerdings ist der preisliche Abstand zur GeForce GTX 275 durch deren Preisreduktion eher größer geworden. Zudem sind die ersten Radeon HD 4890 OC Karten auch noch nicht das, was diese Karten sein könnten: Ausgehend von den Taktraten der regulären Radeon HD 4890 mit 850/1850 MHz taktet das MSI-Modell mit 880/2000 MHz und das Sapphire-Modell mit 900/2000 MHz. Neben diesen schon im Markt befindlichen Karten ist noch ein Palit-Modell mit 900/2000 MHz angekündigt. Bezüglich der Taktraten ist dies aber eher enttäuschend, denn die guten Performancewerte, welche die PCGH für die Radeon HD 4890 OC ausgemessen hatte, wurden auf – bisher in der Realität noch nicht anzutreffenden – Taktraten von 950/2200 MHz erzielt.

Abseits dieser brandneuen Grafikkarten wird in unserem Forum bereits die durchaus berechtigte Frage gestellt, wie die zum Jahresende antretende nächste Grafikkarten-Generation ihren Bedarf rechtfertigen soll – schließlich gibt es derzeit im HighEnd-Bereich ja kaum größere Performance-Engpässe, solche speziellen Fälle wie Crysis einmal ausgenommen. Der Hauptpunkt der Argumentation liegt hierbei darauf, daß viele (zu viele) der heutigen PC-Spiele ja nur Konsolen-Ports darstellen und somit auf die technologisch mittlerweile zurückliegenden Konsolen aufsetzen und damit die Weiterentwicklung der PC-Spielegrafik etwas ausbremsen.

In der Folge dessen wird das ungebremste Wachstum an Rohleistung bei Grafikkarten dann nicht in mehr Bildqualität, sondern nur noch in höhere Frameraten umgewandelt – was allerdings einen schlechten Tausch darstellt, sofern man schon im spielbaren Bereich liegt (denn flüssiger als flüssig ist nicht notwendig). Zwar sind diverse neue Optikeffekte im PC-Bereich im kommen, allerdings sind diese fast ausnahmslos sehr ineffektiv, verbraten also sehr viel Leistung für einen nur maßvollen Zugewinn an Bildqualität. Wahrscheinlich dürfte die Tendenz des Jahres 2009 und vor allem 2010 eher in Richtung noch größerer Monitore gehen, welche dann mit ihrer größeren nativen Auflösung automatisch höhere Leistungsanforderungen setzen.

Erleichtern kommt hierbei hinzu, daß die Panelhersteller dieses Jahr die 24-Zoll-Displays auf denselben Preis drücken wollen wie letztes Jahr die 22-Zoll-Modelle, während die 22-Zoll-Modelle die neue Einsteigerklasse mit Niedrigspreisen werden sollen. Eine Spieleauflösung von 1920x1200 – eventuell sogar mit 8x Anti-Aliasing – könnte so im Laufe der Zeit normal werden, was dann doch wieder genügend Anreiz zum Kauf einer neuen Grafikkarte geben könnte. Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, daß die großen Optiksprünge in den Spielen selber derzeit eher ausgeblieben sind, als performancefressendstes Spiel wird mit Crysis gar immer noch ein Titel aus dem Jahr 2007 geführt.