
VideoCardz liefern wieder aus dem chinesischsprachigem 'Board Channels' Forum nunmehr genauere Informationen zu den angedachten Preiserhöhungen für AMD-Grafikkarten sowie gleichzeitig zum Priorisierungsplan bei AMD: Jener geht nun auch zugunsten von 8-GB-Grafikkarten – welche natürlich bei GDDR-Knappheit den Vorteil haben, mit so wenig wie möglich von diesem knappen Gut auskommen zu können. Dennoch will AMD auch weiterhin 16-GB-Modelle anbieten, nur eben mit Fokus auf Radeon RX 9060 XT 16GB und 9070 XT, bei zugleich geringerer Fertigung von Radeon RX 9070 und 9070 GRE. Letzteres bedeutet wohl auch, dass diese Radeon RX 9070 GRE wohl kaum noch eine Chance auf einen weltweiten Launch hat, selbiges Modell dürfte derzeit China-exklusiv bleiben. Zugleich wurde wie gesagt die Höhe der nächsten Preiserhöhung mit +5-10% präzisiert – wie vorhergesagt versucht es AMD hierbei eher mit einer Mehrzahl an kleineren Preiserhöhung anstatt einer einzelnen größeren Preiserhöhung.
Considering the high price of video memory, AMD will adjust its product line structure starting in 2026. This mainly involves slight adjustments to the production capacity of various GPU models, with a primary strategy favoring the sale of 8GB models.
AMD and its AIB partners will focus on selling 8GB models, particularly the RX 9060 XT 8GB series and RX 7650 GRE, maximizing production capacity. For 16GB models, the focus will remain on the RX 9060 XT 16GB and RX 9070 XT series, while production of the RX 9070 and RX 9070 GRE series will be significantly reduced, with a weakening of sales efforts. These adjustments to product structure and supply will be a long-term sales strategy for AMD and its AIB partners in the mainland China market.
Quelle: Board Channels am 3. Februar 2026, in Übersetzung von VideoCardz
Zugleich wird im Original auch klar ausgedrückt, dass gerade diese Priorisierungsstategie eben speziell China betrifft – wie bei Meldungen aus dem "Board Channels" üblich, wo sich die taiwanesische und chinesische Szene der Grafikkarten-Hersteller samt deren Umfeld austauscht. Dies bedeutet, dass nicht alle von diesen Hersteller-nahen Wasserstandsmeldungen eine Bewandtnis für die westliche Welt haben müssen, manches nur sinngemäß zu übernehmen ist. Die genannte Preissteigerung dürfte beispielsweise allgemeingültig sein, AMD macht keine regional unterschiedlichen Preissteigerungen. Der genannte Priorisierungsplan ist hingegen teilweise China-bezogen, schon allein wegen der genannten China-exklusiven Grafikkarten. Ein solcher Priorisierungsplan dürfte natürlich genauso auch für die westliche Welt existieren, auch gelten dort die gleichen Prinzipien – mit so wenig wie möglich GDDR-Speicher auszukommen, um weiterhin so viel wie möglich Grafikkarten herstellen zu können. Nur dürfte es in westlichen Gestade eben nicht so einfach sein, die Absatzmenge von 8-GB-Grafikkarten zu steigern, das würde in Deutschland und den USA kaum noch funktionieren. AMDs weltweiter Priorisierungsplan dürfte ergo einige regionale Abstufungen enthalten – mit natürlich trotzdem der generellen Zielsetzung, mehr 8-GB-Modelle abzusetzen.
Von TechEpiphany @ X kommen die aktuellen Grafikkarten-Verkaufszahlen der Mindfactory, welche in der 5. Woche ein ähnlich schwaches Verkaufsniveau wie bei den Prozessoren-Verkaufszahlen zeigen. Wenigstens hilft dies nunmehr Intel weiter, denn jene konnten ihre (wenngleich mageren) Absatzzahlen halbwegs halten und erzielen auf insgesamt schwächeren Verkaufsniveau somit ein höheres relatives Ergebnis, sprich einen höheren Marktanteil. Mit – unter diesen für Intel günstigen Bedingungen – von 4% ist Intel aber dennoch weit davon entfernt, irgendwie eine Bedeutsamkeit zu entwickeln. Zwischen AMD und nVidia bewegte sich hingegen für diese Woche so gut wie gar nichts, selbst der letzte Woche in die Höhe geschossene durchschnittliche Abgabepreis (ASP) bei nVidia-Grafikkarten konnte sich grundsätzlich halten. Hier kommt natürlich auch die neue Preislage der nVidia-Grafikkarten hinzu, zugleich gab es tatsächlich auch ein paar Absätze der zuletzt besonders teurer gewordenen GeForce RTX 5070 Ti und 5090. Sollte die Verfügbarkeit dieser Karten jedoch weiter abnehmen, könnten sich jene perspektivisch aus dem Verkaufsgeschehen verabschieden – und damit auch den nVidia-ASP faktisch zwangsweise drücken.
| Grafikkarten-Verkäufe der Mindfactory in den Jahren 2025/26 (AMD in rot, nVidia in grün, Intel in blau, durchgehend in dieser Reihenfolge) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Absatz | Absatz-Anteile | Umsatz | Umsatz-Anteile | ASPs | |
| 5. Woche 2026 | 1210 Stück | 62,0% 33,9% 4,1% | 0,88M € | 51,0% 47,7% 1,3% | 600€ 1025€ 232€ |
| 4. Woche 2026 | 1300 Stück | 62,7% 34,2% 3,1% | 0,99M € | 51,0% 48,0% 1,0% | 618€ 1063€ 244€ |
| 3. Woche 2026 | 1215 Stück | 69,1% 28,4% 2,5% | 0,79M € | 66,7% 32,7% 0,6% | 631€ 754€ 164€ |
| 51. Woche 2025 | 1680 Stück | 57,4% 38,7% 3,9% | 1,05M € | 46,0% 52,8% 1,2% | 499€ 851€ 187€ |
| 50. Woche 2025 | 2795 Stück | 55,3% 40,8% 3,9% | 1,89M € | 42,5% 56,1% 1,4% | 519€ 928€ 231€ |
| 49. Woche 2025 | 3845 Stück | 69,4% 29,0% 1,6% | 2,26M € | 62,8% 36,7% 0,5% | 532€ 745€ 200€ |
| 48. Woche 2025 | 2850 Stück | 66,0% 33,0% 1,0% | 1,69M € | 58,7% 40,9% 0,4% | 527€ 733€ 245€ |
| 47. Woche 2025 | 2605 Stück | 59,9% 38,0% 2,1% | 1,69M € | 50,6% 48,8% 0,6% | 550€ 836€ 177€ |
| 34. Woche 2025 | 2635 Stück | 56,9% 42,3% 0,8% | 1,92M € | 43,6% 56,1% 0,3% | 559€ 967€ 290€ |
| 33. Woche 2025 | 2535 Stück | 54,6% 44,2% 1,2% | 1,74M € | 44,4% 55,2% 0,4% | 559€ 858€ 251€ |
| 32. Woche 2025 | 2740 Stück | 53,5% 45,4% 1,1% | 1,88M € | 42,3% 57,4% 0,3% | 543€ 865€ 168€ |
| 31. Woche 2025 | 2045 Stück | 61,6% 37,4% 1,0% | 1,33M € | 52,9% 46,8% 0,3% | 560€ 816€ 197€ |
| 30. Woche 2025 | 1655 Stück | 52,3% 47,1% 0,6% | 1,13M € | 43,3% 56,6% 0,1% | 564€ 818€ 124€ |
| alle Daten basierend auf den Erhebungen von TechEpiphany auf Twitter; Wochenkonvention: Sonntag zu Samstag; "p.W." = per Woche | |||||
Shortcuts: WCCF Tech titulieren den "Wiedereinstieg Intels ins Speichergeschäft", was jedoch im eigentlichen übertrieben dargestellt ist, denn Intel wird derzeit keine gewöhnlichen DRAMs in seinen Chipfabriken auflegen (obwohl Intel in den 70er Jahren mal als DRAM-Hersteller startete). Intel will vielmehr ZAM-Speicher zur Serienreife bringen, was eine verbesserte Form des Speicherstackings darstellt und vorerst nur für HPC-Zwecke interessant erscheint. Golem berichten hingegen von massiven Kapazitätssteigerungen der tatsächlichen Speicherchip-Hersteller CXMT & YMTC, welche aber bislang nur den chinesischen Markt bedienen. Dies dürfte zwar weiterhin so bleiben, aber deren starke Kapazitätssteigerung nimmt am Ende auch ein wenig Druck aus den weltweiten Speicher-Markt. Wie aber auch bei den Speicherchip-Hersteller aus der westlichen Welt (die koreanischen Unternehmen Samsung & SK Hynix hier sinngemäß zugeschlagen) wird mit dieser Kapazitätssteigerung erst im Jahr 2027 gerechnet, zugleich wird vieles davon wieder auf HBM-Speicher entfallen – welcher nach China nicht mehr (einzeln) exportiert werden darf, womit eine Eigenfertigung für China besonders interessant ist.
VideoCardz notieren erste Einzelhändler-Listungen zum Arrow-Lake-Refresh aus Rumänien. Die Preislage der neuen K-Modelle entspricht dabei den aktuellen Angebotspreisen dieses Einzelhändlers zu den bekannten Arrow-Lake-Prozessoren – darauf hindeutend, dass Intel jenen Refresh wohl tatsächlich ohne Preiserhöhung in den Markt zu bringen gedenkt. WCCF Tech @ X berichten über eine AMD-offizielle Aussage zum Start der nächsten Xbox: Jene soll laut AMD-CEO Lisa Su im Jahr 2027 in den Markt gehen. Da für dieserart Konsolen-Projekte üblicherweise ein Jahresende-Start angepeilt wird, ist jene somit vermutlich noch mehr als anderthalb Jahr entfernt. Die hierfür voraussichtlich eingesetzte RDNA5-Hardware muß natürlich vorher fertig sein, was aber auch gut zu den letzten Gerüchten zum RDNA5-Launch erst im Jahr 2027 passt. Sony wird vermutlich im selben Zeitraum folgen, da ein zu großer Zeitverzug (gegenüber Microsoft) ungünstig erscheint und auch Sony bei der PlayStation 6 auf dieselbe Technologie-Generation wie Microsoft bei der nächsten Xbox setzen dürfte.