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News des 30. April 2026

Die ComputerBase hat einen kleinen Generations-Vergleich in der 60er Klasse aufgelegt: GeForce RTX 4060 gegen 5060, Radeon RX 7600 XT gegen 9060 XT und Arc A580 gegen B580. AMDs Angebote hatten hierbei den Vor- wie Nachteil der größeren Speicherbestückung – als Vorteil hält man damit in den RayTracing-Benchmarks länger durch bzw. schafft es sogar, in nVidias Paradedisziplin noch vor der GeForce RTX 5060 zu bleiben. Als Nachteil ist das AMD-Angebot damit preislich nicht mehr wirklich gleich zum Mainstream-Portfolio von Intel & nVidia, welches eher um die 300 Euro herum rangiert – und nicht bei um die 400 Euro wie AMDs Radeon RX 9060 XT 16GB. Andererseits kann man argumentieren, dass eben nur AMD in dieser Leistungsklasse gleich 16 GB VRAM aufbietet, nVidia verwehrt sich dies selbsttätig. Wenn man nicht bei 8 GB VRAM feststecken will, steht die einzige zweckmäßige Entscheidung in dieser Leistungsklasse also zwischen Arc B580 12GB oder Radeon RX 9060 XT 16GB an. nVidia nimmt sich wie gesagt selbst aus dem Spiel und die mitgetesteten früheren Mainstream-Modelle sind inzwischen allesamt nicht mehr am Markt verfügbar.

FHD Raster FHD RayTr. Liste Retail
Radeon RX 9060 XT 16GB 136 fps  (109%) 75 fps  (114%) $349 390-450€
Radeon RX 7600 XT 16GB 95 fps  (76%) 40 fps  (61%) $329 ausgelaufen
GeForce RTX 5060 8GB 125 fps  (100%) 66 fps  (100%) $299 300-340€
GeForce RTX 4060 8GB 95 fps  (76%) 55 fps  (83%) $299 ausgelaufen
Arc B580 12GB 100 fps  (80%) 47 fps  (71%) $249 260-320€
Arc A580 8GB 68 fps  (54%) 34 fps  (51%) $179 ausgelaufen
gemäß den Benchmarks der ComputerBase unter 10 Raster- und 4 RayTracing-Titeln

Heise berichtet zu den ersten klaren Auswirkungen der Speicherkrise auf große Hersteller – MediaTek & Qualcomm haben im Smartphone-Bereich im ersten Quartal deutlich weniger abgesetzt und erwarten kurzfristig noch weiter zurückgehende Absatzzahlen. Der aktuelle Rückgang ist dabei mit –15% bzw. –13% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schon ziemlich beachtbar (und somit auch bereits bereinigt von saisonalen Effekten). Für das laufende zweite Quartal erwartet man schlimmeres mit einem kleinem Stück Hoffnung auf das dritte Quartal. Da beide Unternehmen nicht nur Smartphone-SoCs herstellen, kommt das insgesamte Konzernergebnis jeweils grob gleich zum Vorjahreszeitraum heraus, retten also die Nebenbranchen das Smartphone-Geschäft jeweils heraus. Eine wirklich gute Position ist dies natürlich trotzdem nicht, da hier wegen der galoppierenden Speicherkrise eine eigentlich gut laufende Branche beachtbar zurückstecken muß. Andere Hersteller des IT-Bereichs dürften in den nachfolgenden Wochen mit ähnlich mageren Geschäftszahlen daherkommen – welche nur bei einigen wenigen über Umsatzerfolge im KI-Geschäfts übertüncht werden können.

Auf Seiten der Speicherchip-Hersteller sieht es dagegen glänzend aus, wie Reuters über die jüngsten Geschäftszahlen seitens Samsung berichten. Da zog die Speichersparte mit +292% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum massiv an bzw. somit das ganze Unternehmen in ein sattes Plus von +69%. Dass, was die Speichersparte dabei in absoluten Zahlen zulegte (+56,6 Trillion KRW) entspricht ziemlich exakt dem, was das Gesamtunternehmen nehr einnahm (+54,8 Trillion KRW) – klar darauf hinzeigend, dass es hier nur einen einzigen Umsatztreiber gegeben hat. Zugleich sind die mittelfristigen Aussichten des Speichergeschäfts glänzend, denn Samsung geht für das Jahr 2027 nunmehr sogar von einer Ausweitung des Mißverhältnisses aus Angebot & Nachfrage aus – sprich, wird den vorhandenen Bedarf in 2027 nochmals (etwas) schlechter bedienen können. Der Unterschied liegt zwar üblicherweise nur bei wenigen Prozentpunkten, aber jene lassen dann die Preise überproportional steigen – letztlich bis zu diesem Zeitpunkt, wo irgendein Abnehmer aussteigt, ansonsten dreht sich das Rad der Preissteigerungen immer weiter.

In der Summe bedeutet dies, dass sich im Jahr 2027 kaum etwas (positives) am Speicherpreis-Niveau tun wird, die früheste Chance liegt auf dem Jahr 2028 mit dann einigen online gehenden neuen Speicherfabriken – wobei auch deren Effekt natürlich nicht so fix durchschlagen kann. Wenn man mal spekulieren will: Auch die für das Jahr 2028 angekündigten Kapazitäten dürften die Speicherchip-Fertigung bestenfalls auf ein ausgeglichenes Niveau zwischen Angebot & Nachfrage bringen. Dies reicht dann aber noch nicht aus, um die Preislagen wieder gen Süden zu schicken, vielmehr stabilisiert sich in einer solchen ausgeglichenen Situation der Preis, gibt es vielleicht hier & da eine gewisse Korrektur, aber eben keinen Anlaß zu substantiell niedrigeren Preisen. Dafür müsste das Angebot den Bedarf klar überflügeln, am besten sogar im zweistelligen Bereich. Davon ist selbst im Jahr 2028 noch nichts zu sehen, die Ausbaupläne der Speicherhersteller sind dafür zu zaghaft bzw. richten sich eben am aktuellen Bedarf aus – und nicht an der Frage des Kampfs um Marktanteile. Nur letzterer kann die Speicherpreise wirklich bedeutsam nach unten schicken, wird aber bei dieser Einkommensituation der Speicherhersteller vermutlich für lange Zeit bewußt vermieden werden.