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News des 30./31. März 2026

Seitens Dan Nystedt @ X und Harukaze5719 @ X kommt die Kunde erster signifikanter Preisreduzierungen bei DDR5-Speicher in den USA und China, TrendForce fassen alle die aktuellen Meldungen zu diesem Thema zusammen und von Jukan @ X kommen einige Hintergründe zu diesem neuen Preistrend. Dabei handelt es sich wie beim neuen Preistrend zu DDR5-Speicher in Deutschland um reine Reduzierungen der Einzelhandelspreise, während wie bekannt die Kontraktpreise für Speicherchips auch zuletzt noch weiter gestiegen sind. Insofern gehen mehr oder weniger alle Beobachter davon aus, dass es sich hier um eine reine Korrektur der Preisübertreibung handelt, aber noch keinen langfristigen Trend zurück zu "normalen" Preislagen. Teilweise findet auch eine gewisse Überbewertung dieser neuen Preise statt, denn da werden oftmals spezifische Herstellerprodukte verglichen, ohne aber Substitutionsprodukte (Artikel gleicher Bauart und Spezifikationen von anderen Herstellern) mit in die Kalkulation einzubeziehen.

According to reports citing a Chinese seller on Buynow, memory prices plummeted by 100 CNY (about 14 USD) over the past weekend. The market is in turmoil as prices have fallen sharply in just one or two days.
Quelle:  Harukaze5719 @ X am 31. März 2026
 
Prices of DDR5 DRAM memory modules have fallen nearly 30% over concerns Google’s new TurboQuant algorithm will cut memory needs, media report, adding retail shops in China are calling it a “price collapse” as the market shifts from fears of shortages to a ‘wait-and-see’ attitude. It is the first major price drop since the rally began. US prices of 32GB 6400MHz DDR5 modules and China prices of mainstream 16GB DDR5 modules have both fallen around 30% from peaks.
Quelle:  Dan Nystedt @ X am 31. März 2026

Nichtsdestotrotz ist diese Preiskorrektur real wie beachtenswert, basierend augenscheinlich auf dem neuen Narrativ, dass zu Einzelhandelspreisen derzeit keine weiteren Preissteigerungen bei DDR5-Speicher zu erwarten sind. Dazu beigetragen haben sicherlich zwei Nachrichten der letzten Tage: Erstens wurde bekannt, dass die OpenAI-Deals weitaus weniger fest sind als gedacht bzw. dass OpenAI bislang nur Bruchteile hiervon aktiviert hat (wobei das Jahr natürlich noch lang ist, das könnte noch kommen). Und zweitens wird der "TurboQuant"-Komprimierungsalgorithmus von Google als potentieller Miesmacher für die Speicherbranche angesehen, denn damit soll sich im KI-Alltag eine Menge an Speicher einsparen lassen. Die tatsächliche Wirkung beider Nachrichten steht noch aus, aber in einer derart News- und Börsen-getriebenen Branche haben allein die Nachrichten selber schon ihren Effekt – sowohl die Speicherhersteller verloren beachtbar an Börsenwert, als eben auch setzen einige Marktteilnehmer nunmehr auf nicht weiter steigende Preise. Logisch, dass in dieser Situation der eine oder andere Lagerüberschuss aufgelöst bzw. versilbert wird.

Einen langanhaltenden neuen Trend bei den Speicherpreisen wird es aber erst dann geben, wenn beide Nachrichten auch wirklich das auslösen, was jene (maximal) versprechen: Reduzierung des abgerufenen Speicherbedarfs durch tatsächlich weniger OpenAI-Aufträge sowie ein wenigstens angehaltener Speicherbedarf für KIs durch den "TurboQuant"-Algorithmus. Es gibt dafür nunmehr einen Ansatz, aber noch ist die Sache insgesamt in der Schwebe. Erst wenn sich die Spotpreise maßgeblich reduzieren und gleichzeitig die Kontraktpreise nicht weiter steigen, kann man wirklich von einer Trendwende sprechen. Leider würde selbst bei einem schnellen Fall der Spotpreise das insgesamte Preisniveau nicht so schnell wieder auf den Ausgangszustand zurückkehren, denn genauso wie im vorherigen Preishype wirken nunmehr die Kontraktpreise bremsend wie verzögernd. Letztere liegen inzwischen über dem Zweifachen der Ausgangspreislage von letztem Sommer, selbst im allerbesten Fall wird ein Teil der Preisübertreibungen also bis ins Jahr 2027 hinein mitgeschleppt werden. So weit sind wir aber noch lange nicht, zuerst muß sich erweisen, ob die aktuellen Preisreduzierungen nicht einfach nur eine zwischengeschobene Korrektur sind, es danach vielleicht schlicht weitergeht mit dem generell hohen Preisniveau.

Das Benchmark-Tool GeekBench spricht sich gegen Intels Software-Optimierer "BOT" für den Arrow-Lake-Refresh aus, da jenes wohl mehr tut, als von Intel offiziell verlautbart wird. So beschränken sich die Intel-Angaben zu BOT auf die Umordnung von Programmcode, laut Geekbench werden dabei allerdings auch Instruktionen in sehr erheblichem Maßstab neu gesetzt. Im genauen sinkt die Anzahl der Skalar-Instruktionen sehr deutlich, die Anzahl der Vektor-Instruktionen explodiert hingegen. Im Sinne reiner Anwendungs-Software und wenn damit ein Performance-Gewinn erzielt wird, ist dies ein problemloses Vorgehen. Im Sinne von synthetischer Benchmark-Software, bei welcher deren Programmierer die Performance unter einem bestimmten Set & Anzahl von Instruktionen ermitteln will, geht dies hingegen überhaupt nicht. Erstaunlich, dass Intel sich darauf eingelassen hat, immerhin ist BOT voll Anwendungs-spezifisch, sprich hätte man so etwas wie den Geekbench generell aus dieser Optimierung ausschließen sollen.

YouTuber RedGamingTech bringt angebliche Spezifikationen zur RTX60-Serie (Kurz-Übersicht bei VideoCardz), welche allerdings eher unglaubwürdig erscheinen und hier nur aus Gründen der Dokumemtation und des Widerspruchs notiert werden sollen. Im generellen spricht der YouTuber der RTX60-Serie eine Raster-Performance um +30-35% sowie eine PathTracing-Performance von mindestens dem Doppelten gegenüber der RTX50-Serie zu. Dies könnte man fast so akzeptieren, passt aber wenig zu den Spezifikationen des angeblichen GR202-Chips mit 192 Shader-Clustern an einem 512-Bit-Speicherinterface – weil dies exakt die Spezifikationen des GB202-Chips der GeForce RTX 5090 sind, auch wenn jene davon nur 170 Shader-Cluster aktiv hat. Aber mit rein internen Verbesserungen und eigentlich den gleichen Taktraten (um die 3 GHz herum) diese Performance-Zugewinne zu erreichen, erscheint als etwas hochgesteckt. Das eigentliche Gegenargument gegenüber diese Spezifikationen kommt dann noch aus einer ganz anderen Richtung: Derzeit ist es noch zu früh für dieserart Spezifikationen, wenn die RTX60-Serie frühestens im Herbst 2027 ansteht (oder auch erst Anfang 2028 oder noch später).

Mit dieser Zeitplanung liegt der Termin für den Tape-Out vielleicht auf Anfang 2027, das Designende somit auf Ende 2026 – und vorher gibt es keine soliden Hardware-Daten zu den Grafikchips der GeForce RTX 60 Serie, allerhöchstens (änderbare) Projektionen. Speziell jene dringen aber kaum jemals nach außen, auch Superleaker 'Kopite7kimi' berichtet nur über Hardware-Projekte mit tatsächlichem Designende. Dann gibt es zudem üblicherweise die Daten der kompletten Palette der Grafikchips einer nVidia-Serie in einem Rutsch, denn natürlich legt nVidia dies alles zusammen fest, um die Chip-Abstände zielgenau hinzubekommen. Ergo besteht eine viel höhere Chance, dass die seitens RedGamingTech genannten Daten aus irgendeinem Forum oder noch unsoliderer Quellen stammen – anstatt jene sich tatsächlich materialisieren sollten. In jedem Fall ist es ratsam, diesbezüglich auf die Verlautbarungen von 'Kopite7kimi' zu warten, solide Infos sind hier wichtiger als denn ein (vermeintlicher) Zeitvorsprung. Letzterer bringt angesichts der langen Wartezeit bis zum Release der GeForce RTX 60 Serie sowieso keinen Gewinn.