
WCCF Tech berichten über klar fallende Preise für AMD-Grafikkarten in China, speziell bezogen auf die China-exklusive Radeon RX 7650 GRE und aber auch die Radeon RX 9070 XT. Inzwischen sollen einige dieser Karten bereits unterhalb ihres (chinesischen) Listenpreises gehandelt werden, sprich die ansonsten den Grafikkarten-Markt innerhalb der Speicherkrise bisher kennzeichnende Preisübertreibung von ca. +20% wurde komplett abgetragen. Die Gründe für diesen Preisverfall werden leider nur gestreift, aber vermutlich ist es letztlich auch wie in der westlichen Welt: Die allgemeine Käuferzurückhaltung läßt den Absatz der Einzelhändler, Handelskette und Grafikkarten-Hersteller schrumpfen, jene geraten somit unter erheblichen Absatzdruck. Dazu passt, dass die Händlerpreise für AMD-Grafikkarten in China inzwischen sehr nahe dem Einkaufspreis liegen – ein Zeichen dafür, dass zu wenig abgesetzt wird und die Händler somit mit Macht ihre Ware in den Markt zu pressen versuchen. Die preisliche Situation im deutschen Einzelhandel bestätigt dieses Bild aus Fernost im übrigen sogar ziemlich gut, hinweisend auf einen allgemeinen, eher denn weltweit gültigen Effekt:
| Retail | Liste | Diff. | UVP | Diff. | |
|---|---|---|---|---|---|
| Radeon RX 9070 XT | ab 630€ | $599 (= aktuell 607€ mit MwSt) | +4% | 689€ | –9% |
| Radeon RX 9070 | ab 539€ | $549 (= aktuell 556€ mit MwSt) | –3% | 629€ | –14% |
| Radeon RX 9060 XT 16GB | ab 389€ | $349 (= aktuell 354€ mit MwSt) | +10% | 369€ | +5% |
| Radeon RX 9060 XT 8GB | ab 298€ | $299 (= aktuell 303€ mit MwSt) | –2% | 315€ | –5% |
| US-Preise immer ohne MwSt, Euro-Preise immer mit MwSt | |||||
Bis auf die Radeon RX 9060 XT 16GB, wo der Wertanteil des 16 GB großen Grafikkartenspeicher (im Verhältnis zum niedrigen Kartenpreis) zu hoch ausfällt, sind alle anderen Mitglieder der Radeon RX 9000 Familie inzwischen klar unterhalb der deutschen UVP zu haben. Selbst der tagesaktuell umgerechnete US-Listenpreis wird in 2 von 4 Fällen knapp unterboten, eigentlich sind die Karten damit inzwischen raus aus der vorherigen Preissteigerung mittels der Speicherkrise. Natürlich hat Euroland hier einen erheblichen Vorteil durch den inzwischen beachtbar besseren Dollar/Euro-Wechselkurs gegenüber dem Launchzeitpunkt dieser Karten. Dies kann man gut am Vergleich der Preisdifferenz zu US-Listenpreis und deutscher UVP sehen: Gegenüber der deutschen UVP sind die AMD-Karten derzeit gemittelt –6% günstiger, gegenüber dem US-Listenpreis hingegen gemittelt noch +2% teurer – ein Unterschied von 8 Prozentpunkten. In diesen steckt noch eine tatsächliche Preissteigerung dieser AMD-Grafikkarten, welche in Euroland schlicht vom günstigen Wechselkurs überdeckt wird. In anderen Weltregionen ohne günstigeren Wechselkurs zum Dollar sollte diese Preissteigerung aber dennoch weiterhin in den Einzelhändlerpreisen klarer sichtbar sein.
Tippgeber Harukaze5719 @ X zeigt eine neue Listung der EEC, welche nunmehr sogar Modelle einer "GeForce RTX 60 SUPER" Serie an Grafikkarten enthält – neben vielen weiteren Modellen von GeForce RTX 20-60. Hierbei wird von einem Distributor für den EEC-Wirtschaftsraum faktisch alles gelistet, was innerhalb dieser Serien an Grafikkarten denkbar wäre – einmal mehr und diesesmal geradezu perfekt darauf hinweisend, dass diese EEC-Listungen oftmals für reine Platzhalter benutzt werden und somit keinen guten Hinweis auf tatsächlich kommende Grafikkarten darstellen. In diesem Fall werden schließlich neben der sicherlich kommenden, aber derzeit noch lange nicht anstehenden GeForce RTX 60 Serie auch Grafikkarten gelistet, welche definitiv nicht mehr kommen werden – so eine GeForce RTX 30 "SUPER" Serie. Leider zeigt jener Fall aber auch darauf, dass es derzeit zur nächsten Grafikkarten-Generation gar nichts zu sagen gibt: Die GeForce RTX 50 "SUPER" Serie ist zumindest auf 2027 verschoben, wird eventuell auch ganz aufgegeben – und die GeForce RTX 60 Serie ist nunmehr eher ein Thema frühestmöglich zum Jahreende 2027. Je länger die Speicherkrise und die Konzentration der Hersteller auf das KI-Geschäft läuft, um so kleiner werden allerdings die Chancen, selbst diesen Termin halten zu können – sprich, auch das Jahr 2028 für die GeForce RTX 60 Serie gerät nunmehr in den Bereich des Möglichen. Bei AMD sieht es wie bekannt nicht wirklich besser aus, auch dort sollte endlich 2027 was neues kommen – sofern AMD seine Zeitpläne einhalten kann, was wie bekannt immer das große Problem von AMDs Grafikchip-Abteilung war.
Laut dem Wall Street Journal (Paywall) soll die Intel-Foundry einen ersten gewichtigen Kunden gewonnen haben – und mit Apple wäre diese Klassifizierung tatsächlich sogar übererfüllt. Der Hintergrund hierzu soll sogar in der Politik liegen, die US-Regierung auf eine Fertigung von Apple-SoCs auf heimischen US-Boden gedrängt haben. Analyst Jukan @ X liefert dann schon einige Details zu diesem Deal: Es soll sich um einfachere SoCs handeln, welche unter Intel 14A ab 2028 in die Massenfertigung gehen. Wie üblich wird da nichts übers Knie gebrochen bzw. sind die Zeiträume bis zur wirklichen Realisierung lang – aber es wäre ein Einstieg für die Intel-Foundry in ein tatsächlich volumenträchtiges Geschäft. Noch besser könnte es werden, wenn man auch noch die genannten Server-Chips von AMD & nVidia an Land ziehen kann, vielleicht sogar schon mit der laufenden 18A-Fertigung. Jene mag nicht perfekt sein, aber angesichts des hochgehenden Bedarfs an Server- und KI-Chips nehmen deren Chipdesigner derzeit jede Möglichkeit mit, irgendwie an mehr Wafer zu gelangen. Möglicherweise geht es also endlich mal entscheidende Schritte voran mit der Intel-Foundry – was nachfolgend den Markt der Auftragsfertiger beleben wird und zugleich auch Intel in geschäftlich wieder bessere Zeiten führen kann.
Intel: Likely to win Apple non-Pro SoC orders (14A process, 2028 mass production) and potentially server chips from NVDA/AMD. 18A yield is currently ~65%, targeting 70% in 1Q 2026.
Quelle: Jukan @ X am 9. Mai 2026
Reuters berichten von sehr ungewöhnlichen Angeboten an Speicherhersteller SK Hynix, nachdem KI-Firmen den Ausbau der Speicherfertigung selbst bzw. direkt finanzieren wollen. Die Werke würden dann weiterhin SK Hynix gehören, aber deren Vorfinanzierung käme von den Abnehmern der Speicherprodukte, welche sich damit dann natürlich exklusiven Zugriff und Mitsprache bei der Produktgestaltung sichern würden. Das ganze zeigt auf mehrere Dinge hin: Erstens ist der Bedarf der KI-Wirtschaft augenscheinlich weiterhin immens und noch nicht gedeckt. Zweitens scheint das Geld in der KI-Wirtschaft immer noch sehr locker zu sein, eine Vorfinanzierung von zukünftigen Speicherfabriken ist eine Multimilliarden-Dollar-Ausgabe vorab, nur um erst in 3-4 Jahren dann endlich mal Lieferungen hieraus zu bekommen. Und drittens sind die Ausbaupläne der Speicherhersteller augenscheinlich nach wie vor zaghaft, wenn deren Abnehmer jene selbst forcieren wollen. Dies hätten sich die bekannten Wirtschaftsgelehrten wohl auch nicht träumen lassen, dass ein Markt mit hohem Bedarf nicht zur schnellen Ausweitung der Fertigungsmenge führt, sondern vielmehr eher zu einem Bremsen seitens der Anbieter – ganz einfach weil die erreichte Überpreislage viel zu lukrativ ist, um jene durch eine Bedarfsdeckung selbsttätig wieder abzuschaffen. Insofern ist letztlich auch in Frage zu stellen, ob SK Hynix auf dieserart Angebote zum fremdfinanzierten Fabrikneubau eingeht.