Performance-Überblick zu GeForce RTX 30 Mobile (Seite 2)

Sonntag, 14. Februar 2021
 / von Leonidas
 

Der Test von Golem bringt wiederum belastbare Vergleichswerte zur GeForce RTX 3070 Desktop mit bzw. konzentriert sich gänzlich auf die Performance-Einordnung einer auf 115-130W TGP laufenden GeForce RTX 3080 Laptop gegenüber Desktop-Beschleunigern. Die Performance der GeForce RTX 3060 Ti aus dem Desktop-Segment wird dabei zwar nicht ganz erreicht, aber der unter am wenigsten auf die (logischerweise unterschiedliche) CPU-Performance reagierenden 4K-Auflösung liegt die Differenz bei gerade einmal ±6%. Die hierbei auf wie gesagt 115-130W TGP in einem "Asus Zephyrus Duo 15 GX551" Notebook laufenden GeForce RTX 3080 Laptop scheint eine der schnellsten derzeit erhältlichen 3080er Mobile-Lösungen zu sein, an deren Performance-Werte dürfte dann auch eine GeForce RTX 3070 Laptop auf höchstmöglicher TGP nicht mehr herankommen. Umgerechnet auf den 3DCenter Performance-Index würde diese GeForce RTX 3080 Laptop im übrigen auf ~1230% unter FullHD bzw. ca. ~200% unter UltraHD/4K kommen – was grob der Performance der GeForce RTX 2080 FE Desktop entspricht.

Golem Hardware FullHD WQHD 4K
GeForce RTX 3070 Desktop (220W) 100% 100% 100%
GeForce RTX 3060 Ti Desktop (200W) 90% 89% 88%
GeForce RTX 3080 Laptop (115-130W) Asus Zephyrus Duo 15 GX551, Ryzen 9 5900HX 78% 81% 83%
gemäß der Ausführungen von Golem unter 5 Spiele-Benchmarks

Die letzten zu betrachtenden Benchmarks kommen vom TechSpot, welche zwar nur die GeForce RTX 3060 Laptop in zwei TGP-Varianten im Test hat, dafür hingegen vergleichsweise breite Benchmarks zu nVidias Vorgänger-Generation samt auch solider TGP-Angaben zu diesen bereithält. Die zwei Werte zur GeForce RTX 3060 Laptop beim TechSpot liegen erst einmal untypisch nahe beeinander, womöglich eine Folge der Verwendung des gleichen Notebooks und aber unterschiedlicher Prozessoren (unter reinen FullHD-Benchmarks). Am interessantesten ist hierbei der Benchmark-Wert der GeForce RTX 2060 Super Mobile mit satten 200 Watt TGP, sprich dem Maximum, was die GeForce RTX 20 Mobile-Serie bieten konnte. Jenes kann auf dieser extrem hohen und sicherlich außergewöhnlichen TGP durchaus mit den schnellsten GeForce RTX 30 Mobile-Lösungen mithalten – erst wenn diese ebenfalls auf 200 Watt TGP gehen, würde sich wohl eine echte Performance-Differenz ergeben.

TechSpot Hardware FullHD
GeForce RTX 3060 Laptop (115-130W) Schenker XMG Apex 17, Ryzen 7 5800H 60%
GeForce RTX 3060 Laptop (80-95W) Schenker XMG Apex 17, Core i7-10870H 54%
GeForce RTX 2080 Super Mobile (200W) ?, Core i9-10980HK 76%
GeForce RTX 2070 Super MaxQ (90W) Gigabyte Aorus 15G, Core i7-10875H 53%
GeForce RTX 2060 Mobile (90W) ?, Ryzen 7 4800H 44%
gemäß der Ausführungen von TechSpot unter 9 Spiele-Benchmarks; 100% = interpolierte GeForce RTX 3070 Desktop

Leider war es dann auch schon mit belastbaren Benchmarks zur GeForce RTX 30 Mobile-Serie. Zwei gute und zwei kurze Benchmark-Serien sind dabei keine besonders berühmte Ausbeute, da dürfen sich die anderen Hardwaretester gern noch ins Zeug legen. Auf was es ankommt, um dabei gute Benchmarks mit belastbaren Aussagen herauszubekommen, war schon dem vorstehenden Text (und zwischen den Zeilen) zu entnehmen: Als Grundbedingung gilt natürlich die Angabe der benutzten TGP (möglichst im Schema "Basis-TGP – maximale TGP"), eine weitere Bedingung liegt sicherlich in einer gewissen Anzahl von Benchmark-Titeln (nicht unterhalb von 5, ein gutes Niveau sind 8-12). Relevant sind natürlich gute Vergleichsobjekte, ob von GeForce RTX 30 oder früher (bei früheren Mobile-Lösungen die TGP-Angabe nicht vergessen!) und jederzeit gern gesehen ist der Vergleich zu einer Desktop-Lösung, weil sich erst dann die erreichte Performance-Höhe wirklich solide einordnen läßt.

Selbst vorstehende Benchmarks erfüllen diese Bedingungen jeweils nur partiell, allein im Mix der Ergebnisse läßt sich eine halbwegs sinnvolle Gesamtwertung aufbauen. Jene ist derzeit noch durch die eigentlich unzureichende Benchmark-Anzahl ziemlich ungenau wie fehleranfällig – aber wenigstens ein grober Performance-Überblick zu den Mobile-Lösungen der GeForce RTX 30 Serie soll nachfolgend doch geboten werden. Selbiger wurde nach einigen markanten TGP-Klassen gestaffelt, denn natürlich bleibt es bei der enormen Wandelbarkeit der Performance dieser Mobile-Lösungen. Jene TGP-Klassen bezeichnen die real anliegende TGP, orientieren sich also primär an der Basis-TGP zuzüglich eines kleinen Zuschlags an dynamischem Boost. Unter der 65W-Klasse könnte man somit beispielsweise eine Mobile-Grafiklösung mit 60W Basis-TGP samt 10-15W dynamischen Boost einordnen, wovon in der Realität vielleicht nur ca. 5 Watt wirksam werden. Alle nachfolgenden Performance-Abschätzungen wurden allein für die 4K-Auflösung angestellt, da die abweichende CPU-Power im Mobile-Segment alle Benchmarks unter kleinen Auflösungen zu stark beeinflußt. Als Werte-Maßstab wurde der 3DCenter UltraHD/4K Performance-Index mit der GeForce RTX 3070 Desktop auf 245% Index-Punkten angesetzt:

4K-Performance TGP ~65W TGP ~90W TGP ~120W TGP ~150W Performance-Spannweite
GeForce RTX 3070 Desktop - - - - 245% bei 220W GCP
GeForce RTX 3080 Laptop - ~170% ~190% ~210% ~160-220% bei 80-165W TGP
GeForce RTX 3070 Laptop - ~155% ~175% - ~145-190% bei 80-140W TGP
GeForce RTX 3060 Laptop ~110% ~135% ~150% - ~105-150% bei 60-130W TGP
aktualisiert am 8. März 2021 auf Basis neuer Werte (siehe Nachträge)
Anmerkung: Genauigkeit ±5 Prozentpunkte ... Performance-Angaben gemäß dem 3DCenter UltraHD/4K Performance-Index

Das herauskommende Ergebnis ist nochmals leicht stärker als bei der letzten Performance-Abschätzung im Rahmen der CES-Vorstellung dieser Mobile-Beschleuniger, ist nun aber wie zu sehen ganz passabel über reale Benchmarks abgedeckt. Mit obenstehender Tabelle sollte (unter korrekter Anwendung der Prozentrechnung) eine grobe Performance-Orientierung für jedes Notebook mit GeForce RTX 30 Mobile-Grafik möglich sein, sofern nur dessen TGP-Werte bekannt sind. Nicht eingerechnet werden konnten hierbei natürlich Fälle von unzureichenden Kühllösungen, wo die Notebook-Grafikchips dann zu oft zur Taktraten-Drosselung aus thermischen Gründen greifen müssen. Genauso wurde hierbei zugunsten der durchgehenden Verwendung der 4K-Auflösung der Effekt der nur 6 GB Grafikkartenspeicher der GeForce RTX 3060 Laptop nicht beachtet, welche bei einigen Benchmarks unter der 4K-Auflösung schon Nachteile zeigte. Wer lieber in Relationen zur Desktop-Performance der GeForce RTX 3070 rechnet, findet nachfolgend die gleiche Auflistung noch einmal normiert auf diese Desktop-Grafikkarte:

4K-Performance TGP ~65W TGP ~90W TGP ~120W TGP ~150W Performance-Spannweite
GeForce RTX 3070 Desktop - - - - 100% bei 220W GCP
GeForce RTX 3080 Laptop - ~69% ~78% ~85% ~65-89% bei 80-165W TGP
GeForce RTX 3070 Laptop - ~64% ~71% - ~59-77% bei 80-140W TGP
GeForce RTX 3060 Laptop ~46% ~55% ~61% - ~43-62% bei 60-130W TGP
aktualisiert am 8. März 2021 auf Basis neuer Werte (siehe Nachträge)
Anmerkung: Genauigkeit ±2 Prozentpunkte ... Performance-Angaben normiert auf die 4K-Performance der GeForce RTX 3070 Desktop @ 100%

Zurückkommend zur eigentlichen Technik wäre noch der Punkt zu erwähnen, dass nVidia sowohl bei GeForce RTX 3060 Laptop als auch GeForce RTX 3080 Laptop den jeweils passenden, Chip-gleichen Desktop-Lösungen (im ersteren Fall die GeForce RTX 3060, im zweiteren Fall die GeForce RTX 3070 – nicht 3080) mit seinen Mobile-Ausführungen erstaunlich nahekommt. Grob sind es jeweils 90% des Desktop-Niveaus, welches die Mobile-Beschleuniger erreichen – sicherlich leicht bevorteilt durch jeweils zwei mehr freigeschaltete Shader-Cluster bei den Mobile-Modelle, aber dennoch ein Zeichen hoher Effizienz. Umgedreht bedeutet dies allerdings auch, dass für die gut nur 10% Mehrperformance der Desktop-Beschleuniger dann drastisch mehr Energie investiert werden muß, in beiden Fällen liegt die Desktop-TDP jeweils über +30% höher als die höchste Mobile-TGP. Dies zeigt darauf hin, dass die Möglichkeiten des zugrundeliegenden Siliziums sich hier schon stark dem Ende zuneigen – was der Desktop-Nutzer dann auch über eine klar unterdurchschnittliche Übertaktungseignung zu spüren bekommt. Möglicherweise sieht man hierbei auch eine Eigenheit der Samsung-Fertigung der aktuellen Ampere-Beschleuniger, welche nur bis zu einem gewissen Maß Taktbarkeit und Energieeffizienz ermöglicht, dann jedoch schnell limitiert.

In jedem Fall ist nVidia mit dieser Mobile-Generation rein auf Chip-Seite durchaus wieder sehr nah an der Desktop-Performance dran. Namenstechnisch passt es natürlich nicht, denn hierbei hat sich nVidia einige "Namens-Verschiebungen" erlaubt, womit bei der GeForce RTX 3080 zwischen Desktop und Mobile gar unterschiedliche Grafkchips (GA102 & GA104) stehen, bei der GeForce RTX 3070 immerhin noch beachtbar unterschiedliche Hardware-Daten. Aber um den GA102-Chip der GeForce RTX 3080 Desktop ins Mobile-Segment zu bringen, hätte man wohl TGP-Klassen von 150-220 Watt ansetzen müssen, was zwar baubar ist, aber in der Praxis einfach zu selten vorkommt. Auf gewöhnlichen TGP-Werten von bis zu 150 Watt könnte es nVidia hingegen passieren, dass der GA102-Chip gar nicht mehr Performance als eine (GA104-basierte) GeForce RTX 3080 Laptop erzielt. Selbst bei einem geringen Performanceplus wäre der hierfür zu leistende Aufwand mit dem deutlich größeren GA102-Chip samt GDDR6X-Speicher im Notebook nicht wirklich sinnvoll, weswegen man sich (wie schon bei der vorhergehenden Turing-Generation) auf den zweitbesten Gaming-Grafikchip als größtmöglicher Mobile-Lösung beschränkt hat. Bei AMD dürfte es kaum viel anders sein, auch dort wird derzeit bestenfalls "Navi 22" im Mobile-Segment erwartet.

In der Summe der Dinge hat nVidia mit der GeForce RTX 30 Mobile-Serie ziemlich potente Mobile-Beschleuniger hingestellt, welche gerade mit den drei jetzt zuerst vorgestellten Varianten ein hohes Performance-Level samt Flexibilität in Richtung maximaler Performance oder aber eher weniger Performance und dafür leichteren Geräten bieten. Mit dem Aufkommenen einer Bewertung dieser Mobile-Grafiklösungen nach ihrer TGP-Klasse sowie im Vergleich zu Desktop-Lösungen wird endlich auch deren grundsätzliche Performance besser erfassbar, selbst wenn jedes einzelne Notebook davon immer noch erheblich abweichen könnte. Möglicherweise erreichen zukünftige Mobile-Benchmarks eine Qualität wie Anzahl, dass auf deren Basis noch genauere Vergleichs-Tabellen aufzustellen sind und mehr Erfahrungswerte über verschiedene Performance-Charakteristiken im Mobile-Segment entstehen können. Perspektivisch könnte somit der bisherige Wildwuchs bei Notebook-Tests zurückgedrängt und dem Notebook-Käufer solide Informationen zur zu erwartenden Grafik-Performance geboten werden.

Nachtrag vom 19. Februar 2021

Von der PC Games Hardware kommt eine weitere Ausarbeitung zur Performance von Mobile-Ampere. Im Test befindlich sind hierbei zwei GeForce RTX 3080 Laptop sowie zwei GeForce RTX 3070 Laptop. Leider wurde zur jeweils verwendeten TGP nur ein nicht spezifizierter Wert notiert – ob jener die Basis-TGP oder die maximale TGP darstellen soll, bleibt offen. Regulär sollte man eigentlich beide Angaben bringen. Dann würde sich auch klären lassen, wieso die PCGH für die beiden GeForce RTX 3070 Laptop-Lösungen andere TGP-Werte angibt, als Notebookcheck in ihrer entsprechenden Übersichtsliste notieren. Damit sind derzeit die beiden Performance-Werte zur GeForce RTX 3070 Laptop unter gewissen Vorbehalt zu stellen (wenngleich nicht wirklich abweichend), während man mittels der beiden Performance-Werte zur GeForce RTX 3080 Laptop auf das gewichtige Phänomen hingewiesen wird, dass sich selbst unter gleicher TGP auf sogar gleichem Prozessor, gleichem Notebook-Hersteller und ähnlicher Gewichtsklasse gewisse Performance-Differenzen (in diesem Fall um ±4%) ergeben können.

PC Games Hardware Hardware FullHD
GeForce RTX 3080 Laptop (115-130W) Asus ROG Zephyrus Duo 15 SE, Ryzen 9 5900HX 80%
GeForce RTX 3080 Laptop (115-130W) Asus ROG Strix Scar 15, Ryzen 9 5900HX 77%
GeForce RTX 3070 Laptop (120W ?) Schenker XMG Neo 17, Ryzen 7 5800H 70%
GeForce RTX 3070 Laptop (100W ?) Gigabyte Aorus 17G XC, Core i7-10870H 66%
gemäß der Ausführungen der PC Games Hardware unter 4 Spiele-Benchmarks; 100% = interpolierte GeForce RTX 3070 Desktop

Nachtrag vom 7. März 2021

Vom TechSpot kommt eine weitere Ausarbeitung zur Performance der GeForce RTX 30 Mobile-Lösungen, diesesmal unter Hinzunahme zweier Varianten der GeForce RTX 3070 Laptop sowie positiverweise auch der Desktop-Ausführung der GeForce RTX 3070. Damit wird vor allem die insgesamte Performance-Einordnung leichter, denn ansonsten hängen Mobile-Benchmarks mangels eines allgemeingültigen Ankerpunkts immer irgendwie in der Luft. Die bislang zu den (früheren) Mobile-Benchmarks vom TechSpot getroffene Simulation der GeForce RTX 3070 zeigte sich damit auch gleich um ein paar Prozentpunkte falsch angesetzt, was die Wichtigkeit jener Ankerpunkte unterstreicht. Innerhalb der eigentlichen Mobile-Benchmarks gibt es dagegen keine Überraschungen mehr: Logischerweise kommt die GeForce RTX 3060 Laptop auf 115-130 Watt TGP knapp oberhalb der GeForce RTX 3070 Laptop auf 80-95 Watt TGP heraus, der (klar) höhere Stromverbrauch ersterer egalisiert hierbei die bessere Hardware zweiterer.

TechSpot #2 Hardware FullHD
GeForce RTX 3070 Desktop (220W) 100%
GeForce RTX 3070 Laptop (115-130W) Schenker XMG Apex 17, Ryzen 9 5900HX 74%
GeForce RTX 3070 Laptop (80-95W) Gigabyte Aorus 15G, Core i7-10870H 64%
GeForce RTX 3060 Laptop (115-130W) Schenker XMG Apex 17, Ryzen 7 5800H 65%
GeForce RTX 3060 Laptop (80-95W) Schenker XMG Apex 17, Core i7-10870H 59%
GeForce RTX 2080 Super Mobile (200W) ?, Core i9-10980HK 81%
GeForce RTX 2070 Super MaxQ (90W) Gigabyte Aorus 15G, Core i7-10875H 58%
GeForce RTX 2060 Mobile (90W) ?, Ryzen 7 4800H 48%
gemäß der Ausführungen von TechSpot unter 11 Spiele-Benchmarks

Um das ganze nochmal ein wenig griffiger zu machen, wurden die generelle Performance-Aussage des entsprechenden Artikels zur GeForce RTX 30 Mobile-Performance nachfolgend noch in ein Übersichts-Diagramm gegossen. Selbiges ist sortiert nach der jeweiligen TDP-Klasse: Die Abstände der Datenpunkte entsprechen somit den Abständen auf der TDP-Skala (TGP im Mobile-Bereich, GCP im Desktop-Bereich), nicht jedoch den Performance-Abständen. Zur Orientierung wurde auch die Performance der jeweiligen Desktop-Lösungen eingezeichnet, von GeForce RTX 3060 bis 3070. Ausgangspunkt war generell die 4K-Performance gemäß des 3DCenter UltraHD/4K Performance-Index, da bei FullHD-Werten der Einfluß der CPU-Performance zu stark werden kann: Zum einen limitierend durch die geringere Performance-Skalierung der kleineren Auflösung, dann aber teilweise wieder größerwerdend durch den beachtbaren Abstand der CPU-Performance zwischen Desktop und Notebook. Alle Performance-Angaben sind dennoch nur bis zu einem gewissen Grad genau (hoffentlich nicht stärker als ±5 Prozentpunkte), da viel zu wenige belastbare Mobile-Benchmarks vorliegen.

Demzufolge kann man auch keine wirklich genauen Aussagen zur konkreten Differenz von Mobile- zu Desktop-Beschleunigern treffen. Aber es läßt sich im Vergleich der Hardware-ähnlichen Lösungen erkennen, dass nVidia mit seinen Mobile-Beschleunigern tatsächlich und im Gegensatz zu manch anderer zu lesender Aussage sehr nahe an die Performance der jeweiligen Desktop-Lösungen herankommt. Natürlich gibt sich nVidia hierbei den Vorteil von generell zwei Shader-Clustern mehr auf Mobile-Seite, gänzlich perfekt ist dieser Vergleich nicht. Doch eine vollausgefahrene Mobile-Lösung ist unter der Ampere-Generation durchaus in der Lage, 90% des Performance-Niveaus des Desktop-Pendants zu erreichen. Allerdings sind jene vollausgefahrenen Mobile-Lösungen in der Praxis zumindest bei GeForce RTX 3070 Laptop & 3080 Laptop eher selten, der hierbei notwendige Kühlaufwand ist nur für wenige Notebook-Projekte sinnvoll. Eine Ausnahme stellt die GeForce RTX 3060 Laptop dar, welche sogar recht häufig mit TGPs von 115-130 Watt anzutreffen ist – und damit auch in der Praxis der GeForce RTX 3060 Desktop sehr nahekommen kann.

Mobile Desktop Perf-Diff.
GA104 #1 GeForce RTX 3080 Laptop
48 SM @ 256-bit, TGP 80-165W, Perf. 160-220%
GeForce RTX 3070 Desktop
46 SM @ 256-bit, GCP 220W, Perf. 245%
–35% bis –10%
GA104 #2 GeForce RTX 3070 Laptop
40 SM @ 256-bit, TGP 80-140W, Perf. 145-190%
GeForce RTX 3060 Ti Desktop
38 SM @ 256-bit, GCP 200W, Perf. 212%
–32% bis –10%
GA106 #1 GeForce RTX 3060 Laptop
30 SM @ 192-bit, TGP 60-130W, Perf. 105-150%
GeForce RTX 3060 Desktop
28 SM @ 192-bit, GCP 170W, Perf. 161%
–35% bis –7%
Genauigkeit der Performance-Angaben zu den Mobile-Lösungen: ±5 Prozentpunkte ... Performance-Werte gemäß dem 3DCenter UltraHD/4K Performance-Index

Nachtrag vom 8. März 2021

Angesichts der gestrigen Berichterstattung zur Performance der GeForce RTX 30 Mobile-Lösungen bot sich dann doch noch einmal eine "Neukalkulation" der hierzu aufgestellten Performance-Werte an – welche bislang nur Abschätzungen darstellten, da ursprünglich nur zwei halbwegs vollständige Testartikel (ComputerBase & Notebookcheck) hierzu existierten. Nun sind jedoch seitens PC Games Hardware und TechSpot zwei weitere umfangreiche Artikel erschienen, womit sich die Erstellung eines auf Zahlenbasis erstellten Index anbietet. Jener bestätigt nahezu die vorherigen Schätzungen, denn bei GeForce RTX 3060 Laptop & 3070 Laptop ergeben sich nur minimale Werte-Verschiebungen. Nur die Spitzenwerte zur GeForce RTX 3080 Laptop mussten angepasst bzw. jeweils um –10 Prozentpunkte nach unten korrigiert werden. Hierzu liegen derzeit aber auch noch die allerwenigstens Benchmarks vor – augenscheinlich baut kaum noch jemand Notebook-Designs mit 150 Watt Power allein für die Grafiklösung. Das hierzu erstellte Info-Diagramm wurde genauso angepasst – sinngemäß ändert sich kaum etwas, nur sind die präsentierten Gesamtwerte nunmehr besser mittels Zahlenmaterial abgesichert.

4K-Performance TGP ~65W TGP ~90W TGP ~120W TGP ~150W Performance-Spannweite
GeForce RTX 3070 Desktop - - - - 245% bei 220W GCP
GeForce RTX 3080 Laptop - ~170% ~190% ~210% ~160-220% bei 80-165W TGP
GeForce RTX 3070 Laptop - ~155% ~175% - ~145-190% bei 80-140W TGP
GeForce RTX 3060 Laptop ~110% ~135% ~150% - ~105-150% bei 60-130W TGP
Anmerkung: Genauigkeit ±5 Prozentpunkte ... Performance-Angaben gemäß dem 3DCenter UltraHD/4K Performance-Index

Nachtrag vom 26. April 2021

Von Gen X Reviews @ YouTube kommt ein weiterer Test von Mobile-Ampere – in diesem Fall interessanterweise von GeForce RTX 3060 Laptop, 3070 Laptop & 3080 Laptop allesamt auf demselben Power-Limit von 115 Watt. Leider wurde nicht explizit ausgeführt, wie selbiges garantiert wird, denn normalerweise müsste die Angabe aus zwei Werten bestehen – Basis-TGP und maximale TGP. Da allerdings die grundsätzlich selben Notebook-Designs verwendet werden (Asus ROG Strix G17 für 3060 & 3070, Asus ROG Strix Scar 17 für die 3080), kann man zumindest von der grundsätzlichen Eignung des Kühlsystems für diese Stromverbrauchswerte ausgehen. Die angetretenen immerhin 8 Spiele-Benchmarks zeigen im Schnitt eine gegenüber den bisherigen Mobile-Ergebnissen etwas unterdurchschnittliche Skalierung – möglicherweise resultierend aus der alleinigen Benutzung der FullHD-Auflösung, wo die Prozessoren-Performance dann stärker bremsend wirkt. Dies zeigt sich sogar augenscheinlich in zwei der Spieletests (F1 2018 & Far Cry 5) – und nimmt man diese aus der Rechnung heraus, sieht die Skalierung dann schon etwas freundlicher aus.

Gen X Reviews Hardware FullHD/1080p 6 von 8 Tests
GeForce RTX 3080 Laptop (115W) Asus ROG Strix Scar 17, Ryzen 9 5900HX 100% 100%
GeForce RTX 3070 Laptop (115W) Asus ROG Strix G17, Ryzen 9 5900HX 94,1% 92,7%
GeForce RTX 3060 Laptop (115W) Asus ROG Strix G17, Ryzen 7 5800H 85,0% 82,4%
gemäß der Ausführungen von Gen X Reviews @ YouTube unter 8 Spiele-Benchmarks

Generell wird diese Problematik aber alle Mobile-Benchmarks unter FullHD betreffen: Die Prozessoren-Abhängigkeit ist hierbei einfach stärker, womit somit die Ergebnis-Differenzen kleiner werden als auch beachtbare Unterschiede zwischen Notebooks mit selber Grafiklösung aber abweichenden CPUs herauskommen können. Aus diesem Grund arbeitet der aufgestellte Performance-Überblick zu Mobile-Ampere auch mit der 4K-Auflösung, weil jene eine bessere Skalierung der Grafiklösungen als auch einen geringeren Einfluß der CPU-Performance bietet. Dabei ist es durchaus machbar, deren Werte-Skalierung auch unter FullHD zu erleben – dafür muß man sich einfach nur auf jene Benchmarks ohne größeren CPU-Einfluß konzentrieren. Mit der Zeit bzw. mit NextGen-Spielen dürfte sich sowieso eine stärker ansteigende Grafiklast ergeben und somit irgendwann die (zukünftigen) FullHD-Benchmarks auf das (jetzige) Performance-Bild der 4K-Benchmarks drücken.