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nVidia stellt "GeForce RTX 30 Mobile" Serie vor, erste 3DMark-Werte ermöglichen Performance-Abschätzung

Mit seinem CES-Event hat nVidia neben der "GeForce RTX 3060" für Desktop-Bedürfnisse auch eine neue Mobile-Serie vorgestellt: Mittels GeForce RTX 3060, 3070 & 3080 wird es die Ampere-Architektur ab Ende Januar 2021 dann auch im Notebook-Bereich geben. Bei dieser "GeForce RTX 30 Mobile" Serie bzw. "Mobile-Ampere" zeigt nVidia seit längerem wieder die Segment-Zugehörigkeit auch im Produktnamen an – offiziell erhalten alle Mobile-Lösung nunmehr den Suffix "Laptop" (im deutschsprachigen Bereich "Notebook"). Dies hängt natürlich auch daran, dass nVidia mit dieser neuen Mobile-Serie nicht mehr die gleichen Chips und Hardware-Gestaltungen aufbieten kann, sich erhebliche Hardware- und somit auch Performance-Differenzen gegenüber den gleichnamigen Desktop-Lösungen ergeben. Darauf deuten auch schon die allerersten 3DMark-Werte hin, welche Notebookcheck präsentieren kann:

3DMark11 Perf. 3DMark13 FS GPU 3DMark13 TS GPU TimeSpy-Index
GeForce RTX 3080 Laptop 43744 27000 12100 110,6%
GeForce RTX 2080 Super Mobile 36838 25597 10938 100%
GeForce RTX 3070 Laptop 37290 27980 10600 96,9%
GeForce RTX 2070 Super Mobile 31050 23042 8657 79,1%
GeForce RTX 3060 Laptop 30200 22460 8840 80,8%
GeForce RTX 2060 Mobile 24662 18358 6910 63,2%
gemäß der Ausführungen von Notebookcheck; Anmerkung: jeweils höchste Werte

Zu beachten wäre, das obige Tabelle jeweils den höchsten Wert aus der von Notebookcheck angegebenen Wertespanne (für die RTX 20 Mobile-Beschleuniger) notiert. Somit wird anzunehmenderweise der Wert einer Mobile-Lösung mit höchstmöglicher TDP benutzt – während hingegen der Durchschnittswert natürlich die vielen Mobile-Modelle mit (deutlich) abgesenkter TDP mitnimmt. Vermutlich stammt auch der (jeweils einzelne) Benchmark-Wert der GeForce RTX 3060/3070/3080 Laptop-Lösungen von einer Variante mit hoher TDP – und erst auf den jeweiligen TDP-Höchstständen ergibt sich überhaupt ein halbwegs solider Vergleich. Weil hierbei allerdings viele (relevante) Details zu diesen Benchmark-Werten nicht bekannt sind, sind selbige derzeit (leider) auch kaum mehr als Stochern im Nebel. Der Vergleich zu Desktop-Lösungen auf Basis dieser 3DMark-Zahlen verbietet sich hingegen in totaler Form, da Mobile-Lösungen dafür bekannt sind, unter realen Spielen beachtbar langsamer zu laufen als unter den 3DMarks.

"GeForce RTX 3080 MaxQ" und "GeForce RTX 3080 Laptop" benutzen im Gegensatz zum Desktop-Namensvetter nicht den GA102-Chip, sondern den kleineren GA104-Chip – und sind damit auch auf dessen Hardware-Fähigkeiten limitiert. Dies reicht gerade so aus, um die gleiche Anzahl an Shader-Clustern wie bei der vorherigen GeForce RTX 2080 Super MaxQ/Mobile aufzubieten. Faktisch gibt es an dieser Stelle somit nur der Architektur-Fortschritt zwischen Turing und Ampere – limitiert allerdings durch die TDP bzw. den Energieeffizienz-Fortschritt zwischen beiden Grafikchip-Architekturen. Denn ohne höhere TDP dürften GeForce RTX 3080 MaxQ/Laptop exakt durch diesen Faktor ausgebremst werden – und da die Energieeffizenz zwischen Turing und Ampere nicht gerade deutlich zugenommen hat, dürfte die Mehrperformance nicht besonders hoch ausfallen. Darauf deuten auch die vorstehenden 3DMark-Werte hin, welche zwischen alter und neuer Mobile-Lösung nur ca. 10-20% Performance-Fortschritt anzeigen. Selbst in bestmöglicher Ausführung dürfte die GeForce RTX 3080 Laptop nur etwas mehr als die Hälfte der Spiele-Performance der GeForce RTX 3080 aus dem Desktop aufweisen.

GeForce RTX 2080 Super MaxQ & Mobile GeForce RTX 3080 MaxQ & Laptop GeForce RTX 3080 Desktop
Hardware TU104, 48 SM @ 256 Bit GDDR6 GA104, 48 SM @ 256 Bit GDDR6 GA102, 68 SM @ 320 Bit GDDR6X
Taktraten konfigurierbar 735-1365/1080-1560/≤3500 MHz konfigurierbar ?/1245-1710/? MHz 1450/1710/4750 MHz
Speicherausbau 8 GB GDDR6 8/16 GB GDDR6 10 GB GDDR6X
TDP konfigurierbar 80 bis 150+ Watt  (GSP) konfigurierbar 80 bis 150+ Watt  (GSP) 320 Watt  (GCP)
4K Perf.Index je nach Taktrate/TDP ~100-150% je nach Taktrate/TDP ~130-190% 328%

"GeForce RTX 3070 MaxQ" und "GeForce RTX 3070 Laptop" benutzen zwar den gleichen GA104-Grafikchip wie der Desktop-Namensvetter, jenen allerdings in einer deutlich kleineren Konfiguration. Gegenüber dem Turing-Vorgänger gibt es wiederum keinen Vorteil bei der Anzahl der (freigeschalteten) Shader-Cluster, dafür aber natürlich den Vorteil der Ampere-Architektur. Vor allem aber setzt nVidia den TDP-Rahmen der 70er Mobile-Lösung von bis 115 Watt (Turing) auf nunmehr bis 125 Watt (Ampere) beachtbar nach oben – womit schnelle Ausführungen der GeForce RTX 3070 Laptop sich durchaus mit langsamen Ausführungen der GeForce RTX 3080 Laptop anlegen können sollten. Die vorstehenden 3DMark-Werte ergeben einen Performancegewinn von recht konstanten 20-22% gegenüber dem Vorgänger-Angebot, die höhere mögliche TDP könnte allerdings die Werte von Spitzenmodellen noch weiter positiv beeinflussen. Somit könnte die GeForce RTX 3070 Laptop in bestmöglicher Ausführung auf gut zwei Drittel der Spiele-Performance einer GeForce RTX 3070 aus dem Desktop herauskommen.

GeForce RTX 2070 Super MaxQ & Mobile GeForce RTX 3070 MaxQ & Laptop GeForce RTX 3070 Desktop
Hardware TU104, 40 SM @ 256 Bit GDDR6 GA104, 40 SM @ 256 Bit GDDR6 GA104, 46 SM @ 256 Bit GDDR6
Taktraten konfigurierbar 930-1140/1155-1380/≤3500 MHz konfigurierbar ?/1290-1620/? MHz 1500/1725/3500 MHz
Speicherausbau 8 GB GDDR6 8 GB GDDR6 8 GB GDDR6
TDP konfigurierbar 80 bis 115 Watt  (GSP) konfigurierbar 80 bis 125 Watt  (GSP) 220 Watt  (GCP)
4K Perf.Index je nach Taktrate/TDP ~90-120% je nach Taktrate/TDP ~120-160% 245%

"GeForce RTX 3060 MaxQ" und "GeForce RTX 3060 Laptop" benutzen wiederum den gleichen GA106-Grafikchip wie ihr Desktop-Namensvetter – und dies sogar in einer leicht besseren Variante, denn die Mobile-Ausführung enthält zwei (freigeschaltete) Shader-Cluster mehr zur Verfügung. Gegenüber der Turing-Generation sind dies im Mobile-Vergleich allerdings erneut nur die gleiche Anzahl an Shader-Clustern, wiederum ist also der Ampere-Fortschritt bzw. die zwischen Turing und Ampere stehende Energieeffizienz gefragt. Einen bedeutsamen Beitrag wird die an dieser Stelle deutlich von 90 Watt (Turing) auf 115 Watt (Ampere) hochgesetzte Höchst-TDP liefern – damit sollte auch diese 3060er Mobile-Lösung (bestenfalls) in den Performance-Gefilden der 3070er & 3080er Mobile-Lösungen wildern können. Der gemäß den vorstehenden 3DMark-Werte sich ergebende Performancegewinn von Turing zu Ampere ist mit +22-27% ist der höchste im gesamten Feld. Ein klarer Performance-Vergleich zur GeForce RTX 3060 des Desktop-Bereich ist wegen deren erst noch anstehenden Releases zwar noch nicht möglich, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wie die GeForce RTX 3060 Laptop in bestmöglicher Ausführung den geringsten Abstand zu ihrem Desktop-Pendant aufweisen.

GeForce RTX 2060 MaxQ & Mobile GeForce RTX 3060 MaxQ & Laptop GeForce RTX 3060 Desktop
Hardware TU106, 30 SM @ 192 Bit GDDR6 GA106, 30 SM @ 192 Bit GDDR6 GA106, 28 SM @ 192 Bit GDDR6
Taktraten konfigurierbar 960/1185-1200/≤3500 MHz konfigurierbar ?/1283-1703/? MHz 1320/1780/3750 MHz
Speicherausbau 6 GB GDDR6 6 GB GDDR6 12 GB GDDR6
TDP konfigurierbar 65-90 Watt (GSP) konfigurierbar 60-115 Watt (GSP) 170 Watt  (GCP)
4K Perf.Index je nach Taktrate/TDP ~70-90% je nach Taktrate/TDP ~90-140% geschätzt ~150-180%

Zwei bedeutsame Erkenntnisse ergeben sich aus dieser (sehr) groben Performance-Abschätzung: Es ist zum einen (schon bei den Turing-basierten Mobile-Lösung) für die herauskommende Performance extrem wichtig, auf welcher konkreten TDP die jeweilige Mobile-Lösung läuft. Dies ist teilweise entscheidender, als welchen Namen die Mobile-Grafiklösung trägt und welcher Grafikchip zugrundeliegt. Leider weisen nicht einmal die Notebook-Hersteller diese Information aus und auch in Notebook-Tests ist es eher unüblich, dies zu eruieren – ein grober Hinweis hierauf ergibt sich immer erst aus den entsprechenden Grafik-Benchmarks. Und zweitens geht mit Mobile-Ampere die Performance-Differenz zwischen Mobile- und Desktop-Beschleuniger wieder auf klar ersichtliche Unterschiede hinauf. Die beste Lösung der GeForce RTX 30 Mobile-Serie sollte die Spiele-Performance der GeForce RTX 3060 Ti nicht erreichen können, womöglich ist das Performance-Level der GeForce RTX 3060 des Desktop-Segments das höchste, was von einer GeForce RTX 3080 Laptop erwartet werden kann.

Nachtrag vom 14. Januar 2021

Die Performance-Abschätzungen zu Mobile-Ampere im Rahmen der Vorstellungs-News waren wohl etwas zu defensiv angesetzt, hierzu wird nachfolgend eine aktualisierte Rechnung aufgemacht. Aufgrund der durchgehend gleichen Hardware-Daten gegenüber der vorherigen Mobile-Generation von nVidia gibt es bei Mobile-Ampere primär den Effizienzgewinn zu beachten, welchen nVidia auf gleichem Stromverbrauch zwischen Turing und Ampere erzielt hat. Selbiger fällt niedriger aus als der absolute Performancegewinn von Ampere (ca. +49% zwischen GeForce RTX 2080 Ti und GeForce RTX 3090), da hierfür bekannterweise auch ein hochgehender Stromverbrauch benutzt wurde. Der reine Effizienzgewinn zwischen Turing und Ampere ist auf ca. +25-30% zu schätzen – zu sehen beispielsweise in einem ComputerBase-Test oder auch beim Vergleich von GeForce RTX 3070 (247%, 220W) gegen GeForce RTX 2080 FE (192%, 225W). Wie gut sich dies auf Mobile-Gefilde übertragen läßt, ist unklar – aber eine viel bessere Orientierungs-Maßgabe existiert derzeit nicht.

GeForce RTX 20 Mobile GeForce RTX 20 "SUPER" Mobile GeForce RTX 30 Mobile
GeForce RTX 2080 MaxQ/Mobile
TU104/46SM     80-150W     ~100-150%
GeForce RTX 2080 Super MaxQ/Mobile
TU104/48SM     80-150W     ~100-150%
GeForce RTX 3080 MaxQ/Laptop
GA104/48SM     80-150W     ~130-190%
GeForce RTX 2070 MaxQ/Mobile
TU106/36SM     80-115W     ~90-115%
GeForce RTX 2070 Super MaxQ/Mobile
TU104/40SM     80-115W     ~90-120%
GeForce RTX 3070 MaxQ/Laptop
GA104/40SM     80-125W     ~120-160%
GeForce RTX 2060 MaxQ/Mobile
TU106/30SM     60-90W     ~70-90%
- GeForce RTX 3060 MaxQ/Laptop
GA106/30SM     60-115W     ~90-140%
Anmerkung: Performance-Angaben sind grobe Schätzungen gemäß des 3DCenter UltraHD/4K Performance-Index

Auf dieser Basis wurden die Performance-Abschätzungen der GeForce RTX 3060/3070/3080 Mobile-Lösungen neu kalkuliert (und auch in die vorstehende News-Meldung eingearbeitet), was in etwas höheren Performance-Wertungen und damit einem etwas größerem Abstand zu Turing sowie einem etwas kleinerem Abstand gegenüber den Desktop-Pendants resultiert. Eingerechnet wurde dabei natürlich auch der höhere TDP-Spielraum, welchen GeForce RTX 3060 Laptop & GeForce RTX 3070 Laptop erhalten haben. Nichtsdestotrotz bleibt das ganze eine grobe Abschätzung, welche sich maßgeblich an den Rohdaten orientiert und hierfür auch einige Pi-mal-Daumen-Schätzungen enthält. Leider gibt es so gut wie keine Tests von Mobile-Lösungen, wo das ganze mal wirklich sauber herausgearbeitet wird – die meisten Mobile-Tests scheitern schon daran, die genaue TDP-Klasse der getesteten Mobile-Grafiklösung zu ermitteln. Erst ein Test unter bestätigten TDP-Klassen gegenüber den bekannten Desktop-Beschleunigern unter echten Spielen (nicht 3DMarks) würde Gewißheit bringen, ob die grundsätzliche Höhe dieser Performance-Abschätzungen gut oder schlecht getroffen wurde.

Nachtrag vom 21. Januar 2021

Gestern schon verlinkt, gerät ein Bericht seitens Notebookcheck nunmehr in den medialen Blickwinkel, wonach sich nVidia bei seinen GeForce RTX 30 Mobile-Beschleunigern von den Suffixen "MaxQ" und "MaxP" zu besseren Unterscheidung der Watt-Klasse trennt. Jene Suffixe sind allerdings sowieso nur eine arg grobe Maßgabe, denn der eigentliche TDP-Spielraum liegt bei einer GeForce RTX 3080 Laptop bei immerhin 80-150 Watt, üblicherweise sollten sich da MaxQ-Varianten mit 80 oder 90 Watt Stromverbrauch sowie MaxP-Varianten mit 115, 130 oder 150 Watt Stromverbrauch – und somit klar abweichender Performance trotz gleichem Suffix – finden lassen. Mittels des Wegfalls jener Suffixe soll den Notebook-Hersteller eine noch größere Flexibilität an die Hand gegeben werden – was jetzt nix verkehrtes darstellt, sofern die Notebook-Käufer gleichzeitig eine solide Maßgabe zur Performance-Abschätzung an die Hand bekommen würden. Schließlich ergeben sich auf derselben Mobile-Grafiklösung in der Spannbreite von 80-150 Watt schon sehr erhebliche Performance-Unterschiede, in welche auf dem Desktop teilweise sogar drei Grafikkarten-Modelle hineinpassen würden – wie erst kürzlich seitens GizmoSlipTech @ YouTube dargelegt:

GeForce RTX 2080 MaxQ GeForce RTX 2080 MaxP Differenz
verwendetes Notebook Evoc P960EN, Core i7-8750H, $2399 MSI GE75 Raider, Core i7-8750H, $2999
Grafik-TDP angeblich 80-90W angeblich 150W +67-88%
3DMark13 TimeSpy (GPU) 7476 10138 +35,6%
The Witcher 3 (1080p) 82 fps 119 fps +45,1%
gemäß der Ausführungen von GizmoSlipTech @ YouTube

Für nVidia wäre eine solche klare Maßgabe sogar spielend einfach zu erreichen, indem man einfach die Notebook-Hersteller zur offiziellen Bekanntgabe der jeweils genutzten Grafik-TDP zwingt. So aber läuft nun anscheinend alles von der energieeffizientesten Lösung bis zur HighPerformance-Lösung ohne TDP-Kompromisse unter demselben Namen – was gerade angesichts des bei GeForce RTX 3060 Laptop & 3070 Laptop ausgeweiteten TDP-Spielraums nicht gut kommt. Die Notebook-Käufer kaufen somit komplett die Katze im Sack – erstaunlich, dass nVidia eine solche Situation zuläßt. Denn kurzfristig mag dies gutgehen, langfristig setzt sich da eine Abneigung gegenüber der Marke fest, wenn einem derart standhaft Informationen über eine bedeutsame Produkteigenschaft vorenthalten werden sollen. Leider scheint die Sache auch wirklich in die Tat umgesetzt zu werden, denn wie VideoCardz hierzu berichten, haben diverse Notebook-Hersteller die (zur CES 2021 noch benutzten) Begriffe "MaxQ" und "MaxP" von ihren Angeboten für GeForce RTX 30 Mobile-Grafiklösungen entfernt.

Jener Artikel zeigt daneben auch eine hochinteressante nVidia-Folie, welcher die MaxQ- und MaxP-Spielräume der GeForce RTX 30 Mobile-Serie genauer beschreibt. Jene Suffixe mögen abgeschafft sein, aber intern dürften sich die Notebook-Hersteller nach wie vor an diese technischen Vorgaben seitens nVidia halten. Danach fängt der MaxP-Bereich bei GeForce RTX 3070 Laptop & 3080 Laptop wie erwartet bei 115 Watt an, überraschend ist allerdings die maximale Spannbreite, welchen MaxQ-Lösungen gegeben wird: Eine GeForce RTX 3060 MaxQ dürfte bis immerhin 110 Watt gehen, bei der GeForce RTX 3070 MaxQ sind bis zu 120 Watt und bei der GeForce RTX 3080 MaxQ sogar bis zu 145 Watt (!) erlaubt. Dies würde man dann kaum unter "beste Energieeffizienz" einordnen und womöglich wird dieser Spielraum auch eher selten (bis gar nicht) genutzt – schließlich bedingt dies ein entsprechend besseres Kühlsystem, was wenig zum Stichwort "Energieeffizienz" passt. Dies trifft vermutlich auch auf den zusätzlichen Spielraum mittels des PPAB-Features hinzu, welches mutmaßlich dynamisch sowie Temperatur-gesteuert noch mehr Leistungsaufnahme zuläßt.

Theoretisch könnte somit eine GeForce RTX 3080 Laltop sowohl in MaxQ- als auch MaxP-Ausführung bis zu 165 Watt verbraten – was für den zugrundeliegenden GA104-Chip schon nahe an Desktop-Regionen herangeht. In gewissem Sinne wird somit klarer, wieso nVidia diese Suffixe "MaxQ" & "MaxP" fallenläßt – die Variablität ist jetzt schon zu hoch, eine belastbare Aussage zur benutzten TDP ist aus diesen nicht zu ziehen. Natürlich dürften 90% der am Markt erhältlichen MaxQ-Notebooks die Grafik-TDP auf den untersten Rahmen ansetzen und kaum eine dynamische Überschreitung zulassen, schon aus Gründen des verbauten Kühlsystems. Bei den MaxP-Varianten dürfte die Spielbreite innerhalb der real verkauften Notebooks allerdings größer sein, da dort eine höhere TDP regulär zu einem entsprechend größeren Kühlsystem zwingt – womit es durchaus MaxP-Varianten mit 115, 130 und 150 Watt im realen Notebook-Angebot geben könnte. Damit wäre eine Bekanntgabe der jeweils angesetzten Grafik-TDP durch die Notebook-Hersteller nochmals sinnvoller – und so lange dies nicht passiert, sollten die Hardware-Tester die Test-Leser und Notebook-Käufer nicht im Ungewissen lassen, sondern schlicht ins Grafik-BIOS schauen, denn die TDP-Werte sind dort schließlich feinsäuberlich notiert.

TDP-Spielraum PPAB GDDR6-Takt
GeForce RTX 3080 Laptop "MaxP" 115-150 Watt +15 Watt 14 Gbps
GeForce RTX 3070 Laptop "MaxP" 115-125 Watt +15 Watt 14 Gbps
GeForce RTX 3060 Laptop "MaxP" 80-115 Watt +15 Watt 14 Gbps
GeForce RTX 3080 Laptop "MaxQ" 80-145 Watt +20 Watt 12 Gbps
GeForce RTX 3070 Laptop "MaxQ" 80-120 Watt +20 Watt 12 Gbps
GeForce RTX 3060 Laptop "MaxQ" 60-110 Watt +20 Watt 12 Gbps

Nachtrag vom 25. Januar 2021

Hot Hardware haben sich bei nVidia ein Statement zur Streichung der Begriffe "MaxP" & "MaxQ" bei nVidias Mobile-Beschleunigern eingeholt – welche die Angelegenheit zu relativieren wie zu erklären versucht, allerdings von der Praxis-Entwicklung (wo diese Begriffe von den Notebook-Herstellern breitflächig nicht mehr benutzt werden) eigentlich schon überholt ist. Interessant ist hieran zum einen die Erklärung, das MaxQ ("MaxP" wird nicht offiziell erwähnt) eigentlich keine TDP-Klasse darstellt, sondern viel eher einen Strauß an diversen Energieeffizient-Features. Somit macht nVidias neuer Ansatz durchaus Sinn: Man räumt den Notebook-Herstellern mehr Möglichkeiten ein, diese Energieeffizient-Features zielgerichtet einzeln zu nutzen, anstatt jene über das MaxQ-Logo in kompletter Form verpflichtend zu machen. Zum anderen ermuntert nVidia die Notebook-Hersteller aber auch, bei ihren Produkt-Angaben die benutzten Taktraten und aktivierten Mobile-Features auch wirklich aufzulisten – mit allerdings der Einschränkung, dass die Abgabe von solcherart Angaben letztlich weiterhin den Notebook-Hersteller überlassen bleibt.

We strongly encourage OEMs to list clocks and other technologies a laptop supports, including Advanced Optimus, Dynamic Boost 2, and more. Ultimately, like all laptop features and specs, it is up to the OEM to market what their particular laptop configuration supports.
Quelle:  nVidia gegenüber Hot Hardware am 21. Januar 2021

Dies ist etwas schade, gerade wenn man bedenkt, wie umfangreich und detailliert der nVidia-Anforderungskatalog gegenüber den nVidia-Partnern an anderer Stelle ist – sprich, wenn nVidia wollte, könnte man die Notebook-Hersteller durchaus zu den passenden Angaben verpflichten. Dabei hat nVidia die entscheidende Angabe in Form der Grafik-TDP (bzw. TGP bei nVidia-befeuerten Notebooks) noch nicht einmal aufgeführt – weist aber (im weiteren Text) darauf hin, dass selbige TGP-Angabe inzwischen nicht nur im BIOS der jeweiligen Mobile-Grafiklösung zu finden ist, sondern sogar im Control-Panel der nVidia-Treiber aufgeführt wird. Dies sollten sich dann insbesondere die Hardwaretester zu Herzen nehmen und bei jedem Notebook-Test mit Beteiligung einer nVidia-Grafiklösung die jeweils anliegende TGP notieren. Ansonsten sind jegliche aufgestellten Grafik-Benchmarks schwer zu vergleichen bzw. stehen unter dem Vorbehalt, dass eventuell gänzlich andere TDP-Klassen miteinander verglichen wurden. Besser wäre es natürlich, wenn die Notebook-Hersteller sich durchringen könnten und die konkret für das jeweilige Gerät benutzte TDP-Klasse für CPU & GPU bereits in den offiziellen Produktangaben notieren – denn auch bei den Mobile-Prozessoren sind zwischen TDP-Spielräume üblich und gewinnt diese Angabe somit an Wichtigkeit.

Passend hierzu weisen VideoCardz auf einen YouTube-Test des Händlers 'GenTechPC' (inzwischen auf "privat" gestellt) hin, welcher eine deutliche Performance-Differenz zwischen GeForce RTX 3070 Laptop MaxQ & MaxP anzeigt. Jene liegt mit +31% unter dem 3DMark13 FireStrike (GPU-Wertung) selbst für einen theoretischen Tester ziemlich hoch, immerhin soll die TDP-Differenz bei nur +44% liegen (80W zu 115W). Letztere ist allerdings nicht wirklich sicher, denn die entsprechenden TGP-Angaben werden zumindest nicht dokumentiert – und theoretisch könnte eine GeForce RTX 3070 Laptop MaxP sogar 125 Watt verbraten, den zusätzlichen dynamischen Spielraum noch nicht mitgerechnet. Im groben Maßstab wird hiermit aber auch nichts anderes bestätigt als bei den kürzlichen Benchmarks zur GeForce RTX 2080 Mobile, wo ebenfalls zwischen MaxQ und MaxP ein erheblicher Performance-Unterschied nachgewiesen wurde. Um so wichtiger ist somit zukünftig die Angabe der benutzten TDP bei allen Grafik-Benchmarks im Mobile-Bereich – was über die vorgenannte Treiber-Angabe nunmehr problemlos zu bewerkstelligen sein sollte.

GeForce RTX 3070 Laptop Max-Q GeForce RTX 3070 Laptop Max-P Differenz
verwendetes Notebook MSI GS66 Stealth, Core i7-10870H MSI GE66 Raider, Core i7-10870H
Grafik-TDP angeblich 80W angeblich 115W +44%
3DMark13 FireStrike (GPU) 21337 27940 +30,9%
gemäß der Ausführungen von GenTechPC @ YouTube (in Kopie bei VideoCardz)

Nachtrag vom 27. Januar 2021

Die Diskussion der letzten Tage zu den TDP-Klassen von Mobile-Grafiklösungen – insbesondere bei nVidias GeForce RTX 30 Mobile-Serie> mit ihren sehr variablen TDPs – hat wohl erste Früchte getragen, denn bei MSI Insider wurden nunmehr die genauen TDP-Werte aller 21 verschiedenen Kombinations-Möglichkeiten von nVidia RTX 30 Mobile-Grafiklösungen mit MSI-Notebooks vorgestellt. Jene Offenlegung zeigt womöglich deutlich wie nie zuvor auf die Wichtigkeit dieser Angabe hin – wenn MSI bei der GeForce RTX 3060 Laptop immerhin 3 TDP-Klassen verwendet, bei der GeForce RTX 3070 Laptop noch 2 TDP-Klassen sowie bei der GeForce RTX 3080 Laptop wiederum 3 TDP-Klassen. In letzterem Fall gibt es die höchste Variabilität, zwischen kleinster und größter TDP liegen immerhin +88% (nachträgliche Fehlerberichtigung: zwischen kleinster & größter 3060 sind es sogar +92%) – was einen satten Performance-Unterschied ergeben dürfte. Gleichfalls ergibt sich auch der Verdacht, das beispielsweise bei einem "MSI Creator 15", wo alle drei nVidia-Mobilelösungen mit nur 80 Watt betrieben werden, die Kühllösung gar nicht für besseres geeignet ist und sich aufgrund desselben TDP-Limits kaum ein beachtbarer Performance-Unterschied zwischen 3060er und 3080er Lösung ergeben könnte.

Ob MSI dieserart von Ehrlichkeit beabsichtigt hatte, bleibt ungeklärt – aber natürlich haben die allermeisten der präsentierten Kombinationen dennoch ihren Zweck und ist MSI als großer Anbieter auch generell zu einem breiten Angebot mit vielen Kombinations-Möglichkeiten gezwungen. Die anderen Notebook-Hersteller dürfen sich hingegen ermuntert fühlen, an dieser Stelle nachzulegen: Denn bei MSI kann man nun jeweils vorab erkennen, woran man ist – womit andere Notebooks ohne diese Angaben sich deutlich im Hintertreffen befinden. Bislang ist wohl XMG/Schenker der einzige Hersteller, welcher solcherart Angaben direkt in seinen Produkt-Beschreibungen auf deren Webseite notiert, sprich da ist für die anderen Notebook-Hersteller noch einiges aufzuholen. Da die TDP mehr oder weniger die herauskommende Grafik-Performance elementar bestimmt (für ca. 50% TDP-Differenz kann man grob mit ca. 33% Performance-Differenz rechnen), wäre der Kauf eines Gaming-Notebooks ohne diese Angabe ziemlich narrisch, wenn man bei MSI und XMG/Schenker diese Angaben nunmehr derart vor der Nase hat.

Nachtrag vom 3. Februar 2021

Nach der Offenlegung von MSI zeigt nun auch Asus beim holländischen Tweakers (via VideoCardz) die TDP-Klassen von Mobile-Grafiklösungen seiner Gaming-Notebooks mit GeForce RTX 30 Grafik. Hierbei geht man sogar genauer als MSI an die Sache heran und gibt die wirkliche Basis-TGP sowie den dynamischen Spielraum an, welcher ab der 30er Mobile-Serie existiert. Bei diesem dynamischen Spielraum handelt es sich um eine Möglichkeit, Szenen-spezifisch etwas TDP von der Prozessoren-TDP abzuzwacken – sprich, die Gesamt-TDP von CPU & GPU bleibt gleich, aber es geht (dynamisch & selbstregulierend) mehr in Richtung der Grafiklösung. Es handelt sich hierbei um 0-20 Watt, je nachdem was der Notebook-Hersteller beim konkreten Gerät einstellt. Asus nutzt hiervon allerdings zumeist nur 15 Watt aus, bei einzelnen Notebooks durchaus auch nur 0-5 Watt.

TGP-Spielraum Dynamic Boost GDDR6-Takt
GeForce RTX 3080 Laptop "MaxP" 115-150 Watt +0-15 Watt 14 Gbps
GeForce RTX 3070 Laptop "MaxP" 115-125 Watt +0-15 Watt 14 Gbps
GeForce RTX 3060 Laptop "MaxP" 80-115 Watt +0-15 Watt 14 Gbps
GeForce RTX 3080 Laptop "MaxQ" 80-145 Watt +0-20 Watt 12 Gbps
GeForce RTX 3070 Laptop "MaxQ" 80-120 Watt +0-20 Watt 12 Gbps
GeForce RTX 3060 Laptop "MaxQ" 60-110 Watt +0-20 Watt 12 Gbps

Inwiefern das Feature allerdings überhaupt einen beachtbaren Performance-Effekt ergibt, ist jedoch fraglich, da die Mobile-Prozessoren im Gaming-Einsatz ihre TDP zumeist selber benötigen dürften, ergo das Feature immer nur für Sekundenbruchteile wirken kann. Gut möglich, dass selbst der maximale Zuschlag von +20 Watt nur eine höhere Spiele-Performance von 1-3% ergibt. Unter theoretischen Testern kann dies anders aussehen, da dort üblicherweise weniger CPU-Leistung benötigt wird und somit mehr Möglichkeiten zur Verlagerung der TDP auf die Grafiklösung bestehen – was jedoch erneut darauf hinweist, dass man theoretische Tester nicht zur Performance-Beurteilung von Mobile-Grafiklösungen benutzen sollte. Wichtig ist diese Differenz zwischen eigentlicher TGP und dynamischen Spielraum vor allem, weil nVidia im Control-Panel leider nur die maximale TGP inklusive dynamischen Spielraum angibt. Eine korrekte Angabe, anhand sich das ganze halbwegs beurteilen läßt, würde allerdings aus beiden Werten bestehen – wobei die eigentliche TGP für das Performance-Profil sehr viel entscheidender als der dynamische Spielraum ist.

Nachtrag vom 5. Februar 2021

In einer positiven Wendung der Dinge schreibt nVidia den Notebook-Herstellern nunmehr die Offenlegung von Taktraten, TGPs und MaxQ-Features bei GeForce RTX 30 Mobile-Grafiklösungen vor, wie The Verge (via VideoCardz) von nVidia bestätigt bekommen haben. Bisher war eine solche Offenlegung eine reine Empfehlung, aber nVidia hat natürlich mehr Macht und kann – entsprechenden Willen vorausgesetzt – solcherart Angaben auch vorschreiben, wie nunmehr passiert. Den Notebook-Herstellern dürfte hiermit auch kein Zacken aus der Krone fallen, denn die Angaben liegen intern natürlich vor – es geht allein darum, jene auch auf den Produkt-Webseiten zu verewigen. Perfekt ist damit trotzdem noch nichts, denn die nVidia-Regel schreibt augenscheinlich allein die Nennung des maximalmöglichen Power-Limits vor, inklusive also des dynamischen Spielraums – so wie auch der nVidia-Treiber diese Angabe wiedergibt.

We’re requiring OEMs to update their product pages to the Max-Q technology features for each GeForce laptop, as well as clocks and power — which communicates the expected GPU performance in that system.
Quelle:  nVidia gegenüber The Verge am 5. Februar 2021

Allerdings dürfte jener dynamische Spielraum (je nach Modell 0-20 Watt) weit wenig wirkmächtig sein als die Basis-TGP, welche der Grafikkarte dauerhaft zusteht. Derzeit gibt es noch keinerlei belastbare Messungen in diese Richtung hin, aber vor dem Vorliegen selbiger darf zumindest in Frage gestellt werden, ob der dynamische Spielraum überhaupt einen beachtbaren Performance-Gewinn (oberhalb von +5%) ergibt. Da dies aber vermutlich nicht der Fall ist und somit die Effizienz dieser Zusatz-TGP deutlich unterhalb der Basis-TGP liegt, werden zu einer sinnvollen Performance-Beurteilung eigentlich beide Angaben benötigt – Basis-TGP und dynamischer Spielraum. Rein die Angabe der maximal möglichen TGP läßt zu viele Möglichkeiten offen (wurde 0W oder 20W dynamischer Spielraum angesetzt?), damit ist keine solide Performance-Beurteilung aufzustellen. Für selbige werden die offiziellen Taktraten im übrigen kaum benötigt, jene haben in einem sich selbst ständig anhand der gesetzten TGP- und Temperatur-Limits regelndem System keine wirkliche Bedeutung mehr.

Allerdings könnte es durchaus passieren, dass Notebooks mit GeForce RTX 30 Mobile demnächst genauso Mangelware werden wie Desktop-Grafikkarten – denn jene werden derzeit von chinesischen Cryto-Minern entdeckt. Mangels entsprechender Desktop-Grafikkarten und auf Basis der hohen Kurse für Cryptowährungen lohnt augenscheinlich selbst der Kauf eines entsprechenden Notebooks – Twitterer I_Leak_VN zeigt Bilder augenscheinlich mehrerer kleiner Mining-Farm auf Basis jeweils Dutzenden entsprechender Notebooks. VideoCardz verweisen hierzu auf den Videobericht einer Bilibili-Nutzerin, welche die Einfachheit des ganzen selbst für den Normalbürger aufzeigt: Sie hat sich einfach in einen Starbucks gesetzt und innerhalb von 2 Stunden den Gegenwert ihres Kaffees geminert (46 MH/sec ETH auf einer GeForce RTX 3060 Laptop). Diese Rechnung geht wegen Nichtberücksichtigung der Stromkosten natürlich nicht wirklich auf, könnte aber durchaus haufenweise Normalbürger zum Cryptomining verführen. Dem daraus resultierenden Ansturm auf entsprechende Notebooks dürfte kein Lagerbestand wie Nachlieferungsmenge gewachsen sein.

Nachtrag vom 11. Februar 2021

Laut Notebookcheck läßt nVidia den Notebook-Herstellern augenscheinlich freie Hand, welche Taktraten jene bei ihren GeForce RTX 30 Mobile Notebooks auf ihren Webseiten notieren – ob unter der nominellen TGP oder unter Hinzuziehung des dynamischen Spielraumes. Letzterer erhöht natürlich die maximal möglichen Taktraten, ist allerdings dauerhaft weit weniger effektiv als eine reguläre höhere TGP. In der Summe geben die Notebookhersteller somit einen gewissen Wildwuchs an Taktraten an – was es um so sinnvoller macht, jene gänzlich zu mißachten und sich allein auf die angegebenen TGP-Werte zu beziehen, wenn es um eine Performance-Abschätzung des konkreten Notebooks geht. Zwar kann jedes Einzelgerät wegen thermischer Limierungen immer noch unterhalb einer TGP-basierten Abschätzung herauskommen, aber normalerweise niemals höher. Die von den Herstellern angegebenen Taktraten sind dagegen Schall und Rauch – und werden augenscheinlich nunmehr sogar aus Marketing-Erwägungen heraus verfälscht.

Die Sache mit den sehr unterschiedlichen TGPs bei nVidias Mobile-Grafikkartenlösungen kommt nun aber langsam auch im Bewußsein der Normalnutzer an – womit sich dann auch Tuning-Anstregungen hin zu höheren TGP- und damit Performance-Leveln ergeben. VideoCardz berichten über einen Fall aus Fernost, wo ein Asus-Notebook zugunsten einer höheren Grafik-TGP umgeflasht wurde. Die dort benutzte GeForce RTX 3080 Laptop lief dann mit einer TGP von 150 Watt anstatt (regulärerweise) 115 Watt, womit sich unter dem 3DMark13 TimeSpy ein GPU-Wert von immerhin 13561 Punkten erzielen ließ. Ein default-Wert wurde leider nicht mitgeliefert, das gleiche Asus-Notebook erreichte im Test von Notebookcheck jedoch 11407 Punkte, womit der Performancegewinn mit +19% durchaus kraftvoll ausgefallen ist.

Notebook 3DM13 TimeSpy GPU
GeForce RTX 3080 Laptop @ 150W (BIOS-Flash) Asus ROG Zephyrus Duo 15 SE GX551QS @ Baidu 13561  (+18,9%)
GeForce RTX 3080 Laptop @ 115W (default) Asus ROG Zephyrus Duo 15 SE GX551QS @ Notebookcheck 11407

Augenscheinlich läuft dieses spezielle Asus-Notebook noch nicht grundsätzlich in thermische Probleme durch eine unzureichende Kühlung – was allerdings auch ein Effekt des 3DMark sein könnte, welcher die Prozessoren-Seite vergleichsweise wenig belastet. Sprich: Unter realen Spielen könnten eher thermische Probleme auftauchen, der Performancegewinn unter dem 3DMark13 kann durchaus über den realen Effekt dieser Maßnahme hinwegtäuschen. In ähnlichen Fällen von Notebook-Übertaktung wurde auch oft davon berichtet, dass dann das Netzteil nicht mehr genügend Leistung liefern konnte und somit zusätzlich die Batterie bemüht werden musste – womit das Gaming-Vernügen ein zeitliches Limit hatte. Generell ist das ganze eine wenig empfehlenswerte Maßnahme, da über den BIOS-Flash natürlich die Garantie für das komplette Gerät futsch ist – was sich bei neuer Hardware, welche zudem derzeit eher schwer zu ersetzen ist, nicht wirklich gut macht.

Nachtrag vom 14. Februar 2021

Mit der GeForce RTX 30 Mobile-Serie hat nVidia zur CES 2021 eine neue, Ampere-basierte Serie an Mobile-Grafiklösungen vorgestellt, welche derzeit in Form erster Notebooks in den Markt kommt. Wie bei allen jüngeren Mobile-Serien verfügen auch die GeForce RTX 30 Mobile-Beschleuniger über einen TGP-Rahmen und damit eine vergleichsweise wandelbare Performance. Bei der GeForce RTX 30 Mobile-Serie ist dies nun erstmals einer breiteren Öffentlichkeit aufgefallen, sicherlich forciert durch nVidias Entscheidung, auf die Begriffe "MaxQ" und "MaxP" zur groben Performance-Angabe zu verzichten – obwohl auch jene ziemlich wandelbar waren (und noch sind). In Folge dessen gab es erstmals Mobile-Benchmarks unter Berücksichtigung und Angabe der jeweils vorliegenden TGP zu beobachten, womit es mittels nachfolgendem Überblicks-Artikel möglich sein sollte, die Performance von nVidias GeForce RTX 30 Mobile-Serie zumindest grob (gegeneinander wie auch im Vergleich zum Desktop) einzuordnen ... zum Artikel.

4K-Performance TGP ~65W TGP ~90W TGP ~120W TGP ~150W Performance-Spannweite
GeForce RTX 3070 Desktop - - - - 245% bei 220W GCP
GeForce RTX 3080 Laptop - ~170% ~200% ~220% ~160-220% bei 80-150W TGP
GeForce RTX 3070 Laptop - ~150% ~180% - ~140-190% bei 80-130W TGP
GeForce RTX 3060 Laptop ~110% ~130% ~150% - ~105-150% bei 60-120W TGP
Anmerkung: Schätzwerte mit ±5 Prozentpunkten ... Performance-Angaben gemäß dem 3DCenter UltraHD/4K Performance-Index