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Die AMD-Geschäftsergebnisse im ersten Quartal 2026

AMD hat nach Intel seine Geschäftszahlen für das abgelaufene erste Quartal 2026 vorgelegt. Für diesen Zeitraum hatte AMD vorab einen Quartalsumsatz von 9,8 Mrd. Dollar (±300 Mio. $) prognostiziert, was man nunmehr mit real 10,253 Mrd. Dollar leicht überboten hat. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergibt sich auf Umsatz-Seite somit ein satter Zugewinn um +38%. Vor allem aber bemerkenswert ist, dass AMD damit nur marginal hinter dem Rekordergebnis des vorhergehenden vierten Jahresquartals 2026 durchs Ziel läuft, obwohl normalerweise erste Quartale bei AMD (und anderswo) klar schwächer als vierte Quartale ausfallen. Damit ist dann natürlich der Auftakt zu einem wohl ziemlich erfolgreichen Geschäftsjahr 2026 bereits gesetzt. Die Gewinnzahlen fallen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ähnlich hervorragend aus: +95% beim nominellen Gewinn sowie +43% beim operativen non-GAAP-Gewinn.

Q1/2025 Q2/2025 Q3/2025 Q4/2025 Q1/2026
Umsatz 7438 Mio. $ 7685 Mio. $ 9246 Mio. $ 10'270 Mio. $ 10'253 Mio. $
(nomineller) Gewinn 709 Mio. $ 872 Mio. $ 1243 Mio. $ 1511 Mio. $ 1383 Mio. $
Bruttomarge 50% 40% 52% 54% 53%
operativer non-GAAP-Gewinn 1779 Mio. $ 897 Mio. $ 2238 Mio. $ 2854 Mio. $ 2540 Mio. $

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben alle Unternehmenssparten von AMD zum positiven Gesamtergebnis beigetragen, klar herausragend ist dabei allerdings die DataCenter-Sparte mit den Epyc-Prozessoren und Instinct-Beschleunigern: Jene legt im Vorjahresvergleich mit +57% überaus satt zu, auch gegenüber dem direkten Vorquartal sind es +7% mehr. Selbige DataCenter-Sparte fängt nun durchaus sogar an, das Gesamtunternehmen zu bestimmen – derzeit steht jene allein für 56% von AMDs Gesamtumsatz. Wenn man sich diesbezüglich an den Weg nVidias zurückerinnern will, so gab es da (vor längerer Zeit) eine durchaus ähnliche Verteilung zwischen Consumer- und Profi-Segment – und heuer nun steht nVidias DataCenter-Sparte bei über 90% vom Konzernumsatz. AMD scheint langsam aber sicher denselben Weg zu gehen, denn die Marktimpulse liegen dafür derzeit wirklich günstig: Das Consumer-Geschäft wird in der Speicherkrise tendentiell schwächer, während der Absatz gegenüber Rechenzentren-Betreiber regelrecht explodiert.

Für dieses Quartal lief das Consumer-Geschäft bei AMD aber immer noch ganz praktikabel, mit +26% mehr Umsatz im Vorjahresvergleich in der Client-Sparte mit den Ryzen-Prozessoren sowie +11% in der Gaming-Sparte mit den Radeon-Grafikkarten sowie Spielekonsolen-SoCs. Beides entspricht etwas weniger dem sichtbaren Marktgeschehen, war aber bei Intel genauso und wird allgemein als kurzfristiger Effekt angesehen. Augenscheinlich haben sich die Geräte-Hersteller eben noch schnell mit viel Ware eingedeckt, ehe im Zuge der Speicherkrise und (eventuell) aufziehenden CPU-Krise die Preise nach oben gehen. Sprich, es wurde einfach nur viel Ware zu Herstellern und in Handelkette gepumpt. Dies muß nun aber in den nachfolgenden Quartalen alles gegenüber dem Endkunden abgesetzt werden, was angesichts breiter Kaufzurückhaltung im Endkunden-Geschäft nicht so einfach wird – und somit bedeutet, dass für AMD (und Intel) die Nachbestellungen im Client-Segments ab dem zweiten Quartal vermutlich ausbleiben werden.

Umsätze Q1/2025 Q2/2025 Q3/2025 Q4/2025 Q1/2026
Data Center  (Epyc & Instinct) 3674 Mio. $ 3240 Mio. $ 4341 Mio. $ 5380 Mio. $ 5775 Mio. $
Client  (Ryzen) 2294 Mio. $ 2499 Mio. $ 2750 Mio. $ 3097 Mio. $ 2885 Mio. $
Gaming  (Radeon & Konsolen-SoCs) 647 Mio. $ 1122 Mio. $ 1298 Mio. $ 843 Mio. $ 720 Mio. $
Embedded 823 Mio. $ 824 Mio. $ 857 Mio. $ 950 Mio. $ 873 Mio. $

Dennoch erwartet AMD für das laufende zweite Quartal mit 11,2 Mrd. Dollar (±300 Mio. $) ein weiter anziehendes Geschäft samt einem neuen Quartalsumsatz-Rekord. Machbar ist dies trotz vielleicht zurückgehender Umsätze im Consumer-Geschäft durch die Stärke der DataCenter-Sparte – und wenn jene bei über 50% des Konzernumsatzes liegt, dann ist es natürlich einfacher, mit Steigerungen der DataCenter-Sparte etwaige Rückgänge bei anderen Sparten auszugleichen. Zugleich bedeuten weniger Aufträge für Client-Hardware natürlich auch auch, dass dann mehr Waferfläche für DataCenter-Hardware übrig bleibt, was diese Sparte sicherlich gern entgegennimmt. So lange das weltweite Geschäft mit Rechenzentren boomt, dürfte es bei AMD ebenfalls weiterhin prächtig laufen. Zugleich scheint AMD nun endlich bei seinen Instinct-Beschleunigern in die Spur zu kommen, jene ergeben dann sogar ein regelrecht massives Wachstumspotential für AMD (man denke daran, was nVidia aus dieser Sparte machen konnte). Und somit scheint derzeit alles zugunsten von AMD zu laufen und ein neuer Jahresumsatz-Rekord bereits jetzt prognostizierbar.

In der Frage nach AMDs Grafikkarten-Geschäft bzw. dem von AMD erzielten Grafikkarten-Marktanteil läßt sich vorab bereits feststellen, dass AMD für dieses Quartal (im Vorjahresvergleich) einen wie gesagt leicht nach oben gehenden Umsatz der Gaming-Sparte vermeldet hat. Da in selbiger Radeon-Grafikkarten und Spielekonsolen-SoCs zusammengefasst sind, sagt dies normalerweise nicht viel aus, aber AMD traf für dieses Quartal die gewichtige Anmerkung, dass die Spielekonsolen-SoCs (im Gegensatz zu den Grafikkarten) schwächelten. Dies bedeutet letztlich: AMD muß in diesem Quartal (im Vorjahresvergleich) einen klar höheren Umsatz mit Grafikkarten erzielt haben, üblicherweise einhergehend mit einer größeren Verkaufsmenge. Die spannende Frage ist nun, was nVidia hierzu zu berichten hat und ob sich dies vielleicht mal bei den Grafikkarten-Marktanteilszahlen von 'Jon Peddie Research' zeigen kann. Da kam AMD im ersten Quartal 2025 auf nur noch 8% Marktanteil, nachfolgend sogar bis auf 5% abfallend. Insofern nVidia nicht gerade überragende Grafikkarten-Verkaufszahlen vermeldet (Quartalsergebnisse zum 20. Mai), ist hier durchaus die Suppe angerührt für einen (normalerweise) steigenden AMD-Marktanteil.