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Die Intel-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal sowie Gesamtjahr 2020

Prozessoren-Entwickler Intel hat seine Geschäftsergebnisse für das vierte Jahresquartal 2020 sowie das Gesamtjahr 2022 vorgelegt, welche besser als erwartet ausgefallen sind und Intel somit einen Jahresabschluß auf Rekordniveau ermöglicht haben. Insbesondere das abgelaufene vierte Quartal 2020 lief dabei klar oberhalb von Intels Erwartungen, mit nahezu 20 Mrd. Dollar Quartalsumsatz wurde das zweitstärkste Quartal aller Zeiten bei Intel erzielt. Dabei war ausgerechnet der Vergleichszeitraum des Vorjahres jenes Rekordquartal, womit es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beim Umsatz um –1,1% nach unten ging, gegenüber dem Vorquartal gab es allerdings eine Steigerung von um +9,0%. Das Bild des groben Quartalsvergleichs drückt es noch am besten aus: Intel ist nunmehr wieder nahe zu seinen Rekordständen – und auch das Jahr 2020 war (trotz gegenteiliger Prognose) insgesamt ein gutes Jahr für Intel, mit drei Spitzen-Quartalen und nur einem halbwegs mittelmäßigem.

Selbiges Bild zeigt sich dann auch bei den Gewinnzahlen: Nicht so gut wie im Rekordquartal Q4/2019, dafür aber wieder deutlich besser als im "schwachen" Quartal Q3/2020. Im generellen Maßstab hat Intel allerdings doch etwas mehr mit den Gewinnzahlen zu kämpfen als den Umsatzzahlen: Während man zwischen 2018 und 2020 den Umsatz hat kontinuierlich steigern können (von 70,8 auf 77,9 Mrd. Dollar), liegen die 2020er Gewinnzahlen ziemlich exakt auf dem Niveau der 2018er Gewinnzahlen (21,1 vs. 20,9 Mrd. Dollar nomineller Gewinn; 23,3 vs. 23,7 Mrd. Dollar operativer Gewinn). Intel hat somit (relativ gesehen) Gewinn abgeben müssen, um weiterhin erstklassig im Geschäft zu bleiben – was sicherlich ein Anzeichen dafür ist, dass man trotz der üblicherweise exzellenten Intel-Stellung im Markt in einem harten Konkurrenzkampf (mit AMD) steht. Dass Intel hierbei nicht stärker hat nachgeben müssen – beispielsweise auch bei den Umsatzzahlen, wie von Intel vorab selber derart prognostiziert – ist wahrscheinlich allein dem generell im großen Maßstab anziehenden IT-Markt gerade im letzten Jahresquartal 2020 zu verdanken.

Q4/2019 Q1/2020 Q2/2020 Q3/2020 Q4/2020
Umsatz 20209 Mio. $ 19828 Mio. $ 19728 Mio. $ 18333 Mio. $ 19978 Mio. $
Gewinn 6905 Mio. $ 5661 Mio. $ 5105 Mio. $ 4276 Mio. $ 5857 Mio. $
operativer Gewinn 6797 Mio. $ 7038 Mio. $ 5697 Mio. $ 5059 Mio. $ 5884 Mio. $

Denn interessanterweise hat Intel ausgerechnet das einzige Plus gegenüber dem Rekordquartal Q4/2019 genau dort erzielt, wo diese erhebliche Bedarfsausweiterung vor allem stattfand – bei den PC-Prozessoren von Intels Consumer-Sparte. Jene legte gegenüber dem Vorquartal um +11,1% sowie gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch um +9,3% zu, zeigte dabei erst zum zweiten Mal bei Intel einen Quartalsumsatz von über 10 Milliarden Dollar. Während Intels Nebensparten (wie eigentlich üblich) ohne beachtbares Gewicht für das Gesamtergebnis hin- und herschwankten, legte Intels Server-Sparte zwar gegenüber dem Vorquartal wenigstens noch um +3,1% zu, verlor allerdings gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gleich –15,6%. Vor allem wurden die guten Ergebnisse der Server-Sparte in den ersten beiden Jahresquartalen nicht bestätigt, womit jene Sparte wiederum an Gewicht verlor: Derzeit liegt Intels Server-Sparte auf 56% des Umsatz-Niveaus der Consumer-Sparte bzw. trägt 30% zum Gesamtunternehmen bei – deutlich weniger als bei den Spitzenwerten des Q2/2020 von 75% bzw. 36%.

Q4/2019 Q1/2020 Q2/2020 Q3/2020 Q4/2020
Client Computing Group  ("Consumer-Sparte") 10010 Mio. $ 9775 Mio. $ 9496 Mio. $ 9847 Mio. $ 10939 Mio. $
Data Center Group  ("Server-Sparte") 7213 Mio. $ 6993 Mio. $ 7117 Mio. $ 5905 Mio. $ 6088 Mio. $
Internet of Things 1160 Mio. $ 1137 Mio. $ 816 Mio. $ 911 Mio. $ 1110 Mio. $
Non-Volatile Memory Solutions Group 1217 Mio. $ 1338 Mio. $ 1659 Mio. $ 1153 Mio. $ 1208 Mio. $
Programmable Solutions Group 505 Mio. $ 519 Mio. $ 501 Mio. $ 411 Mio. $ 422 Mio. $

Dabei deuten die Zahlen aus dem Server-Geschäft schon an, dass es Intel derzeit generell schwieriger hat, im Markt zu punkten. Dies wurde bei den Consumer-Prozessoren nur durch die allgemeine Lieferschwäche an IT-Gerätschaften aufgehoben, wo sich ab einem gewissen Zeitpunkt einfach alles verkauft hat, was irgendwie noch am Lager war. Dies konnte Intel bei seinen eigenen Prognosen natürlich kaum vorhersehen, womit jene nunmehr deutlich geschlagen werden: Intel hatte für das vierte Jahresquartal nur einen Umsatz von 17,4 Mrd. Dollar erwartet (real 20,0 Mrd Dollar), für das Gesamtjahr 2020 nur 73,5 Mrd. Dollar. Beide Zahlen wurden deutlich übertroffen, für das Gesamtjahr wurde sogar mit 77,9 Mrd. Dollar ein deutlicher Jahresrekord aufgestellt – immerhin +8,2% mehr als im Jahr 2019. Der Bedarf war somit erneut stärker als Intels eigentlich nicht besonders überzeugendes Produkt-Programm – was Intel jedoch enorm weiterhilft, diese technologische Schwächephase durchzustehen.

Für das laufende erste Quartal 2021 gab Intel mit 18,6 Mrd. Dollar eine wiederum eher defensive Umsatz-Prognose ab, dies wäre beachtbar weniger als die 19,8 Mrd. Dollar des ersten Jahresquartals 2020. Für das Gesamtjahr 2021 fehlt derzeit noch eine Prognose, aber bei halbwegs normalen Geschäftsverlauf sollte irgendetwas zwischen 75-80 Mrd. Gesamtjahres-Umsatz drin sein – sprich ein Wert auf grober Höhe des 2020er Ergebnisses. Dabei kann es auch gut und gerne in die positive Richtung umschlagen und Intel erneut zu Rekordergebnissen führen, schließlich stehen bei Intel nun endlich neue Architekturen auf CPU- und GPU-Seite an und sieht der IT-Markt nicht gerade danach aus, als wäre der aktuelle Nachfrage-Boom alsbald gestillt. Allerdings könnte Intels Weg zurück an die technologische Spitze durchaus auf die Gewinnzahlen schlagen: Denn die Zeiten des widerstandlosen Abkassierens mit jährlich neuen, immer nur leicht besseren CPU-Generationen, welche bis zum Aufkommen von AMDs Zen-Prozessoren normal für Intel waren, sind einfach vorbei. Intels bessere Stellung im Markt bzw. bei vielen Marktteilnehmern ist sicherlich hilfreich, verdient werden muß sich der Umsatz durch gutklassige, AMD auch wirklich ebenbürtige Produkte aber dennoch.

Umsatz Gewinn operativer Gewinn
2007 38,4 Mrd. $ 7,0 Mrd. $ 8,3 Mrd. $
2008 37,5 Mrd. $ 5,2 Mrd. $ 8,9 Mrd. $
2009 35,1 Mrd. $ 4,3 Mrd. $ 5,7 Mrd. $
2010 43,6 Mrd. $ 11,6 Mrd. $ 15,9 Mrd. $
2011 53,9 Mrd. $ 12,9 Mrd. $ 17,4 Mrd. $
2012 53,3 Mrd. $ 11,0 Mrd. $ 14,6 Mrd. $
2013 52,7 Mrd. $ 9,6 Mrd. $ 12,3 Mrd. $
2014 55,9 Mrd. $ 11,7 Mrd. $ 15,3 Mrd. $
2015 55,4 Mrd. $ 11,4 Mrd. $ 14,0 Mrd. $
2016 59,4 Mrd. $ 10,3 Mrd. $ 12,9 Mrd. $
2017 62,8 Mrd. $ 9,6 Mrd. $ 17,9 Mrd. $
2018 70,8 Mrd. $ 21,1 Mrd. $ 23,3 Mrd. $
2019 72,0 Mrd. $ 21,0 Mrd. $ 22,0 Mrd. $
2020 77,9 Mrd. $ 20,9 Mrd. $ 23,7 Mrd. $
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