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Gerüchteküche: Intels "Battlemage" Grafikchip mit einer Verdopplung auf 64 Xe-Cores im ersten Halbjahr 2024

Von RedGamingTech @ YouTube kommt ein erstes konkretes Gerücht zur Hardware des ersten Battlemage-Chips "BMG-G10", welchen Intel gemäß einer zum Jahresanfang an gleicher Stelle aufgetauchten Roadmap im ersten Halbjahr 2024 herausbringen will. Selbiger Grafikchip soll mit 64 Xe-Cores, einem 256 Bit Speicherinterface und 48 MB Level2-Cache antreten, der Chip wird unter der 4nm-Fertigung von TSMC hergestellt und hat ein Taktratenziel von 3 GHz oder mehr. Technisch stellt "BMG-G10" somit eine grobe Verdopplung des größten Alchemist-Chips dar, dem ACM-G10 von Arc A770 & A770. Jener verfügt über 32 Xe-Cores an auch schon einem 256 Bit Speicherinterface, allerdings zu nur 16 MB Level2-Cache. Bei der nominellen Rechenleistung ist somit eine glatte Verdopplung bzw. je nach Taktratenspung auch etwas mehr zu erwarten.

Battlemage – general specs & overview
• 64 Xe Cores (doubling that of A770)
• Clock targets 3Ghz+
• 256Bit Bus, GDDR6(X?)
• 48MB L2 cache
• Similar die sizes to AD103
• TSMC 4nm
• Launch for gaming variant Q1/Q2
• Melville Sound (BM DC) is 2nd Half, 2024
Less certain of:
• ‘Big’ Improvements in Ray Tracing / ML performance
• Overhaul to the Xe cores, particularly SIMD instructions

Quelle:  RedGamingTech @ YouTube am 26. März 2023

Die Speicherbandbreite steigt augenscheinlich nicht im ähnlichen Maßstab an, selbst wenn Intel höhere Taktraten oder gar GDDR6X-Speicher wählt. Dies muß aber auch nicht sein, denn schon seit vielen Grafik-Generationen wird an dieser Stelle kein gleichförmiger Anstieg zwischen Rechenleistung und Speicherbandbreite benötigt. Zudem geht Intel mit der Battlemage-Generation nunmehr viel klarer den Weg von AMD & nVidia der größen Caches zur Entlastung des Speicherinterfaces: Von ACM-G10 zu BMG-G10 geht es beim Level2-Cache von 16 auf 48 MB hinauf, ergo eine Verdreifachung. Damit dürfte BMG-G10 eigentlich über genug praktische Speicherbandbreite verfügen, um die (nominell) doppelte Rohleistung auch wirklich ausfahren zu können.

Mehr als die doppelte Rohleistung gibt es wie gesagt dann, wenn sich der angedachte Taktratensprung materialisiert. Gemäß den bei der Vorgänger-Generation erreichten Taktraten ist hier durchaus +25% oder mehr drin, dies käme dann auf die Hardware-Verdopplung oben drauf. Natürlich bleibt abzuwarten, wie gut Intel diese Zielsetzung erreicht, ob jene 3 GHz dann nur ein Spitzen-Takt oder eine durchschnittliche Praxis-Taktrate sind und wie Intel seine konkreten Battlemage-Grafikkarten gestaltet. Je größer die Hardware ist, um so eher ergibt sich der Anreiz, zugunsten einer besseren Fertigungsausbeute selbst in den Spitzen-Modellen mal den einen oder anderen Shader-Cluster aka Xe-Core zu deaktivieren.

Alchemist ACM-G10 Battlemage BMG-G10 nVidia GA104 nVidia AD104 nVidia AD103
Hardware 32 Xe @ 256 Bit 64 Xe @ 256 Bit 48 SM @ 256 Bit 60 SM @ 192 Bit 80 SM @ 256 Bit
L2-Cache 16 MB 48 MB 4 MB 48 MB 64 MB
Real-Takt ~2.35 GHz Zielsetzung "3Ghz+" ~1.85 GHz ~2.8 GHz ~2.75 GHz
typische SKU Arc A770 LE (195%) ? GeForce RTX 3070 (250%) GeForce RTX 4070 Ti (392%) GeForce RTX 4080 (496%)

Auch aus diesem Grund ist eher noch im Fluß, wie weit Intel mit dieser Hardware-Verdopplung samt höheren Taktraten bei BMG-G10 kommt. nVidia hat in ähnlicher Situation zwischen GA104 und AD103 tatsächlich die nahezu doppelte Performance herausgeholt. Allerdings ist jede einzelne Stellschraube im nVidia-Fall immer wieder etwas anders gelegen als bei Intel: Zwischen GA104 und AD103 gab es einen deutlich geringeren Hardware-Vorteil, einen beachtbar höheren Taktraten-Vorteil und einen viel größeren Sprung beim Level2-Cache. Intels Ansatz erscheint da etwas konventioneller, zudem können bei größeren Grafikchips immer zusätzliche Probleme bezüglich der Auslastung der vielen Hardware-Einheiten bzw. einem steigenden CPU-Limit dazukommen. Wirklich mehr als die doppelte Performance sollte man daher von BMG-G10 vorerst nicht erwarten.

Damit kann Intel nicht mit dem hier als Beispiel herangezogenen AD103-Chip von nVidia mithalten, denn dies ergäbe grob Werte um die ca. 400% im 3DC 4K Performance-Index. Dies ist dann viel eher das Niveau der GeForce RTX 4070 Ti (392%) auf Basis des AD104-Chips. Damit würde Intel sich dennoch gegenüber der eigenen Vorgänger-Generation klar verbessern, denn jene kann bislang nicht mit dem GA104-Chip konkurrieren, sondern hängt zwischen GA106 & GA104 fest. Ein echter AD104-Kontrahent würde Intel schon viel besser zu Gesicht stehen, damit käme man dann wohl auch aus der "Billig"-Ecke heraus, welche man derzeit mangels großartiger Performance-Werte besetzen muß. Als Bonus könnte man nVidias GeForce RTX 4070 Ti mit der besseren Speicherbestückung unter Druck setzen, denn an den BMG-G10 Grafikchip dürfte Intel voraussichtlich 16 GB VRAM anschließen.

Zu weiteren Grafikchips der Battlemage-Generation wurde erst einmal nichts gesagt, allerdings gibt die bekannte Intel-Roadmap hierzu bereits eine gewisse Richtung vor: Denn mit dem angesetzten geringen TDP-Unterschied dürfte der dort eingezeichnete "BMG-G21" Grafikchip kaum mehr als eine Halbierung von "BMG-G10" abgespeckt sein, eventuell sogar näher als eine Halbierung am großen Battlemage-Chip dranliegen. Dies dürfte sich sogar vergleichsweise zeitnah ergeben, denn bezüglich der eigentlichen Veröffentlichungstermine liegen beide Chips augenscheinlich nahe beieinander. Da jener Veröffentlichungs-Zeitraum nunmehr grob ein Jahr entfernt ist, dürften in beiden Fällen die finalen Hardware-Daten bereits feststehen, selbst wenn der Tape-Out womöglich noch nicht durchgeführt wurde.

Als gewisser Nachteil dieses späten Starts der neuen Intel-Grafikgeneration (für dieses Jahr steht nur ein Alchemist-Refresh an) darf allerdings gelten, dass für Ende 2024 dann eigentlich schon 3nm-Grafikchips von AMD & nVidia zu erwarten sind (RDNA4 und womöglich Blackwell). Sollte sich Intels Battlemage-Generation eine gute Marktstellung erkämpfen können, ist dies dann womöglich schon ein halbes Jahr später wieder Makulatur. Klar kann man immer mit Preisnachlässen reagieren, aber gegenüber einer echten neuen Grafikchip-Generation ist dies deutlich schwieriger und man muß dann viel deutlicher nach unten gehen. Aber natürlich ist dies noch ein ungelegtes Ei bzw. für Intel unter Umständen sogar ein Luxusproblem – viel eher wäre es wichtig, dass Intel mit der Battlemage-Generation erst einmal einen möglichst guten Markteindruck hinbekommt.