22

Hardware- und Nachrichten-Links des 22. Juni 2021

Ein beachtenswerter Punkt zum Ende des Treibersupports bei nVidias Kepler sowie bei AMDs GCN 1-3 Lösungen liegt darin, dass damit so gut wie alle Grafikkarten gemäß des DirectX 12 Feature-Level 12_0 aus der Unterstützung mit aktualisierten Treibern herausfallen. Die letzte Hardware, welche nun noch neue Treiber bekommt und jedoch noch kein Feature-Level 12_1 hat, ist AMDs Polaris-Serie – welche natürlich auch wieder so weit verbreitet ist, dass derzeit das Feature-Level 12_0 noch nicht abgesagt werden kann. Aber wenn einiges Tages auch Polaris-basierte Grafikkarten nicht mehr mit neuen Treibern versorgt werden, können die Spieleentwickler nachfolgend gänzlich auf das Feature-Level 12_1 als neuen Mindestmaßstab umschwenken.

Feature-Level 12_0 Feature-Level 12_1 Feature-Level 12_2
AMD GCN2, GCN3, GCN4 GCN5, RDNA1 RDNA2
Intel - Gen 9-11 Xe (Gen 12)
nVidia - Maxwell 2, Pascal, Turing (GF16) Turing (GF20), Ampere

Durchaus vorstellbar, dass derzeit angefangene Spiele-Neuentwicklung (welche dann einen Release-Horizont von 2023-2024 haben) bereits jetzt schon in diese Richtung hin denken. Dies macht auch deswegen Sinn, weil genauso im Bereich integrierter Grafik allein AMD iGPUs mit Feature-Level 12_0 aufgelegt hatte (deren Treibersupport nunmehr auch endet), während Intels entsprechende iGPUs (wie bei nVidia) gleich mit dem Feature-Level 12_1 angefangen haben. Der übernächsten Schritt hin zum Zwang zum Feature-Level 12_2 dürfte hingegen noch um einiges entfernt sein, da hiermit zu viele relativ frische Hardware abgesägt werden würde – beispielsweise nVidias GeForce-16-Serie auf Turing-Basis, welche mangels entsprechender Ampere-Beschleuniger für diesen Preisbereich immer noch Teil von nVidias aktuellem Grafikkarten-Angebot darstellt.

Zu AMDs Rembrandt-APU gibt es derzeit noch etwas Unklarheit, inwiefern es sich um eine echte Zen-3-Auskopplung handelt bzw. ob das oftmals hierzu genannte "Zen 3+" in irgendeiner Form Auswirkungen auf die reine CPU-Architektur hat. Zumindest laut ExecutableFix @ Twitter bezieht sich das "+" aber wohl eher nur auf die Änderungen am I/O-Teil – sprich der Hinzunahme des Supports von DDR5-Speicher, was die Zen-3-Architektur bisher nicht konnte. Auf konkrete Nachfrage erklärte der Twitterer, dass wenn dann höchstens minimale Änderungen an der CPU-Architektur bei Rembramdt zu erwarten sind – was die These erhärtet, dass das "+" für andere Dinge vergeben wurde. AMD ist diesbezüglich eher freigiebig, auch zwischen Zen und Zen+ lagen kaum irgendwelche beachtbaren Architektur-Unterschiede, trotzdem wurde dort das "+" sogar ganz offiziell seitens AMD verwendet. Letztlich reicht dafür augenscheinlich sogar der (geringfügige) Wechsel des Fertigungsverfahrens aus.

Rembrandt is also Zen 3(+) and supports DDR5.
Quelle:  Patrick Schur @ Twitter am 22. Juni 2021
 
Zen3+ basically. Naming is weird. Plus it's just an IO change
Quelle:  ExecutableFix @ Twitter am 22. Juni 2021

Stichwort 6nm-Fertigung: Hierzu wurde gestern auch über 6nm Grafikkarten-Refreshes gesprochen, welche eventuell anstehen könnten. Damit sollte allerdings nicht angedeutet werden, dass jene Refreshes zu neuen Grafikchips mit somit mehr Hardware-Einheiten führen werden. Dies ist eine Möglichkeit, bedingt allerdings einen generell höheren Kostenaufwand und ist auch in Bezug auf die Stromaufnahme kritisch – schließlich soll die 6nm-Fertigung von TSMC diesbezüglich keine nennenswerten Vorteile bieten. Eher im Spiel ist an dieser Stelle eine Wiederauflage der vorhandenen Grafikchips in der 6nm-Fertigung, ähnlich wie es AMD seinerzeit innerhalb der Polaris-Generation getan hatte: Seinerzeit legte man "Polaris 30" zugunsten der Radeon RX 590 in der 12mn-Fertigung auf, nachdem die Hardware-gleichen Vorgänger Polaris 10/20 (Radeon RX 470/480 sowie 570/580) noch aus der 14nm-Fertigung kamen.

Gerade jene Polaris-Generation mag ein gutes Beispiel dafür sein, wie AMD mit denselben Hardware-Einheiten und jedoch drei Chips – Polaris 10, 20, 30 – immer mehr Performance aus identischen Hardware-Ansatz herausgeholt hat. Zwar sind es auch "nur" +16%, welche Radeon RX 480 und 590 trennen, aber dies wäre in der heutigen Zeit bei den knappen Ständen zwischen AMD und nVidia sogar mehr als ausreichend, um mit gleicher Anzahl an Hardware-Einheiten sich sogar vor nVidia zu positionieren. Was AMD bei seinem eventuellen 6nm Grafikkarten-Refresh wirklich macht, ist damit nicht gesagt – aber es läuft da keineswegs automatisch auf dickere Chips hinaus, eine reine Optimierung der vorhandenen Chips hat sogar die größeren Chancen. Trotzdem will auch dies sorgsam kalkuliert werden, denn zwar kann man die 7nm-Designs für die 6nm-Fertigung weiterverwenden, eine neue Maske und damit ein neues Tape-Out samt Validierungsphase werden aber dennoch erforderlich.