28

Intel bringt "Thunderbolt III" für die Skylake-Architektur

Einer bei der chinesischen VR-Zone (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) zu sehenden Intel-Präsentationsfolie nach wird Intel für die Ende 2015 bis Anfang 2016 zu erwartende "Skylake" Prozessoren-Architektur Thunderbolt weiter aufbohren: Die dann dritte Thunderbolt-Variante mit Codenamen "Alpine Ridge" wird eine Daten-Übertragungsrate von immerhin 40 GBit/sec unterstützen (TB1: 10 GBit/sec, TB2: 20 GBit/sec, jeweils in beide Richtungen) und bietet Support für USB 3.0, DisplayPort 1.2 und HDMI 2.0, welches alles über Thunberbolt übertragen werden kann.

Interessanterweise soll der Thunderbolt-Chip laut der Präsentationsfolie direkt an den Skylake-Prozessor (und nicht an dessen Mainboard-Chipsatz) angebunden werden – sofern dies nicht eine kleine gestalterische Freiheit jener Präsentationsfolie ist, bedeutet dies auch, daß zumindest Thunderbolt III nicht auf anderen Prozessoren lauffähig wäre – weder auf früheren Intel-Prozessoren, noch auf AMD-Prozessoren. Der Idee, Thunderbolt irgendwann einmal zum allgemein nutzbaren Standard zu machen, würde dies natürlich eine klare Absage erteilen – "würde", weil dieser Punkt derzeit einfach noch zu unsicher für ein endgültiges Urteil ist.

Die (angeblich) direkte Anbindung an den Skylake-Prozessor bringt natürlich diverse Vorteile mit sich: Die höhere Bandbreite der neuen Version erscheint sowieso nur darüber realisierbar, zudem müssten die Mainboard-Hersteller dann nicht mehr wertvolle PCI Express Lanes für diese derzeit doch nur selten benutzte Funktion opfern – was wiederum der Thunderbolt-Verbreitung gut tun könnte. Allerdings müsste Intel dann im Skylake-Prozessor selber dediziert PCI Express Lanes für Thunderbolt zur Verfügung stellen – und zwar für alle Skylake-Käufer, egal ob Thunderbolt nun genutzt wird oder nicht. Als erste Nutzung von dedizierten PCI Express Lanes würden einem allerdings eher SSDs einfallen, deren Hauptbremse derzeit bei der (limitierten) Anbindung über den Mainboard-Chipsatz (in Form einer zu geringen Anzahl von PCI Express Lanes) liegt.

Nachtrag vom 2. Mai 2014

Bei dieser Meldung über "Thunderbolt III wurde ein wichtiger Punkt nicht notiert, welcher eigentlich immer erwähnt gehört, sofern es um Thunderbolt geht: Das Thunderbolt-System bringt leider erhebliche IT-Sicherheitsrisiken mit sich, da keinerlei Authentifizierung vorgesehen ist und man mittels Thunderbolt prinzipiell immer vollen Zugriff auf den kompletten Hauptspeicher eines PCs hat – sogar selbst dann, wenn der PC für sich selber gesperrt ist. Im Prinzip reicht allein ein manipuliertes Thunderbolt-Kabel (oder aber der Anschluß per Thunderbolt an einen manipulierten Rechner) aus, um einen vollen Angriff zu fahren oder/und alle Daten zu kopieren. Als Schnittstelle für alle Anwendungszwecke – also auch herumgereichte Speichersticks und externe Festplatten – eignet sich Thunderbolt mit dieser Schwachstelle sicherlich nicht.

Und selbst die Verbindung zum Smart-TV im eigenen Heim steht damit auf der Kippe: Ist der Smart-TV ans Internet angeschlossen und somit prinzipiell angreifbar, könnte man über den Hack des Fernsehers und dann der Thunderbolt-Verbindung letztlich auch problemlos in den PC eindringen. Dies limitiert die Einsatzmöglichkeiten von Thunderbolt dann doch erheblich – und es ist verwunderlich, daß Intel in der nunmehr dritten Thunderbolt-Version immer noch nichts an diesem grundsätzlich Schwachpunkt geändert hat. Derzeit ist diese Schwachstelle von Thunderbolt eher nur Theorie – aber gerade dann, wenn Thunderbolt in Zukunft mehr Praxiseinsatz erfahren sollte, werden sich sofort auch Internet-Kriminelle wie Geheimdienste für diese Möglichkeiten interessieren.