Launch-Analyse AMD Ryzen 7 9850X3D (Seite 2)

Samstag, 14. Februar 2026
 / von Leonidas
 

Bei der Ermittlung der Spiele-Performance gab es dann wenigstens ausreichend Wertequellen zur Index-Ermittlung auch für die kleineren X3D-Modelle, deren Performance-Abstand zum Ryzen 7 9850X3D somit (halbwegs sicher) dokumentiert werden konnte. Der Abstand der beiden X3D-Achtkerner vergrößert sich im Feld der Spiele-Performance auf wenigstens +3,2%, was aber natürlich auch nicht weltbewegend ist. Für diesen geringen Abstand fiel die Wertevarianz gemäß der einzelnen Testberichte dann doch erstaunlich hoch aus: Von +1,4% bis +6,0% war alles dabei. So oder so zemtiert der Ryzen 7 9850X3D damit AMDs Vormachtstellung bei der Spiele-Performance, denn schon der vorhergehende Ryzen 7 9800X3D stand diesbezüglich an der Spitze – was sich auch durch diese Benchmarks wieder bestätigt (nunmehr natürlich mit dem Ryzen 7 9850X3D an der Spitze).

Die gemittelt +3,2%, welche der Ryzen 7 9850X3D noch oben drauf legt, erhöhen somit die Performance-Differenz primär gegenüber den Intel-Modellen sowie dem Ryzen 9 9950X3D: Während AMDs X3D-16-Kerner bislang immer nur sehr knapp hinter dem Ryzen 7 9800X3D lag, gibt es nunmehr gegenüber dem Ryzen 7 9850X3D mit +5,0% wenigstens einen gewissen Performance-Abstand im Spiele-Feld. Die Performance-Vorteile des Ryzen 7 9850X3D gegenüber den Intel-Modellen belaufen sich hingegen auf +25,8% zum Core i9-14900K sowie +32,5% zum Core Ultra 9 285K – womit auch diese Benchmark-Auswertung weiterhin das Raptor-Lake-Spitzenmodell bei der Spiele-Performance leicht vor dem Arrow-Lake-Spitzenmodell zeigt. Dabei zeigte sich die Arrow-Lake-Performance wiederum gegenüber der letzten Launch-Analyse als nicht verbessert, sondern vielmehr mit sogar minimal höherem Abstand zu Raptor Lake (kann bei diesen geringen Differenzen natürlich immer auch an den differierenden Quellen für die Benchmark-Auswertung liegen).

Spiele @ CPU-Limit 14900K 285K 5800X3D 7500X3D 7600X3D 7800X3D 9800X3D 9850X3D 9950X3D
8P+16E RPL 8P+16E ARL 8C Zen3 6C Zen4 6C Zen4 8C Zen4 8C Zen5 8C Zen5 16C Zen5
ComputerBase  (9 Tests) - 75,9% - 74,0% 77,8% 83,8% 94,3% 100% -
Gamers Nexus  (8 Tests) 80,3% 73,5% 75,6% - - 83,0% 98,1% 100% 99,7%
Hardware Canucks  (15 Tests) 74,9% 69,2% 64,0% - - 88,3% 96,7% 100% 96,4%
Hardware & Co  (12 Tests) 86,2% 83,8% - 77,8% - 85,1% 98,3% 100% 93,0%
Hardwareluxx  (8 Tests) 73,7% 70,6% 67,6% 77,5% 83,0% 86,5% 98,2% 100% 96,6%
Linus Tech Tips  (6 Tests) 77,2% 77,2% 64,2% - - - 96,4% 100% -
PC Games Hardware  (16 Tests) - 77,1% - 73,0% 75,2% 79,2% 97,7% 100% 97,6%
Quasarzone  (15 Tests) 88,0% 80,7% - 85,6% - 90,6% 97,7% 100% 97,3%
TechPowerUp  (15 Tests) 81,8% 81,7% - - - 88,7% 98,6% 100% 92,9%
TechSpot  (14 Tests) 79,4% 70,4% 68,3% - - 84,9% 95,5% 100% -
Tom's Hardware  (16 Tests) 81,4% 73,8% - - - - 96,6% 100% 92,4%
gemittelte Spiele-Performance 79,5% 75,5% ~68% ~77% ~80% 84,7% 96,9% 100% 95,2%
Powerlimit 253W 250W 142W 88W 88W 162W 162W 162W 200W
Listenpreis $589 $589 $449 $269 $299 $449 $479 $499 $699
Straßenpreis (ab) 452€ 477€ EOL 219€ 269€ 302€ 422€ 475€ 645€
Performance-Durchschnitt gemäß geometrischem Mittel, etwas gewichtet zugunsten jener Hardwaretests mit höherer Benchmark-Anzahl; Listenpreise: AMD = boxed, Intel = tray; Straßenpreise: günstigstes lieferbares Angebot (egal ob boxed oder tray); gesamte ausgewertete Benchmark-Anzahl: ~870

Interessant daneben sind natürlich die Ergebnisse der kleineren X3D-Modelle, welche oftmals sehr viel geringere Preislagen mit sich bringen, allerdings auch selten direkt gegen die größeren X3D-Modelle getestet werden. Mittels dieser Benchmark-Auswertung kann nun aber bestätigt werden, dass speziell Ryzen 5 7500X3D & 7600X3D sehr wohl gangbare Alternativen sein können, welche eine ordentliche Spiele-Performance mit entsprechend niedrigerem Preispunkt verbinden. Immerhin kann sich der Ryzen 5 7500X3D diesbezüglich mit einem Core Ultra 9 285K anlegen, welcher allerdings mehr als das Doppelte kostet. Leider nur eine theoretische Betrachtungsweise ergibt sich zum Ryzen 7 5800X3D, welcher weiterhin gut mithalten kann und daher eine Marktrückkehr in Zeiten der Speicherkrise durchaus verdient hätte – was aber bislang seitens AMD augenscheinlich nicht vorgesehen ist.

Als einzigen handfesten Nachteil gegenüber dem bekannten Ryzen 7 9800X3D (neben dem Preispunkt) bringt der Ryzen 7 9850X3D einen beachtbar höheren Stromverbrauch mit sich – was insbesondere deswegen negativ auffällt, weil ja auch der Ryzen 7 9800X3D schon die Effizienzschiene des vorhergehenden Ryzen 7 7800X3D etwas verlassen hatte. Beim Ryzen 7 9850X3D wird es dann aber wirklich deutlich, der gemittelte Spiele-Verbrauch steigt zwischen Ryzen 7 9800X3D und 9850X3D von 79W auf dann immerhin gleich 104W sehr beachtbar an. Für nur 400 MHz mehr Spitzentakt (ohne Erhöhung des Powerlimits) ist dies schon richtig viel, augenscheinlich hat AMD hier auch noch interne Stellschrauben angezogen – welche vielleicht zum Erreichen des höheren Spitzentakts notwendig waren, nun aber als Folge den Verbrauchswert deutlich negativ belasten.

Denn damit liegt AMD beim Spiele-Stromverbrauch nicht mehr klar besser als der Core Ultra 9 285K, sondern jenes Intel-Modell im Mittel der hier ausgewerteten Benchmarks (und leider mussten einige Werte wiederum interpoliert werden) nur noch auf Augenhöhe bzw. nominell sogar leicht zurück (99W vs 104W). Insofern ist die Enttäuschung mancher Hardwaretester verständlich, welche zum Ryzen 7 9850X3D sinngemäß von einer Energieverschleuderung gesprochen haben. +3% Mehrperformance zu +32% höherem Energieverbrauch sind in jedem Fall schon grenzwertig – das ganze läßt sich nur dadurch retten, dass AMD von einem recht niedrigen Verbrauchsniveau ausgehen konnte und somit beim erzielten Insgesamtverbrauch (noch) nicht wirklich schlechter als die Konkurrenz herauskommt. Auch dafür wird es Abnehmer geben, welche die Stromrechnung bzw. irgendwelche Effizienz-Gedanken egal sind – aber dies werden sicherlich weniger Anwender sein als mit dem umgekehrten Ansatz an die Sache herangehen.

Stromverbrauch 14900K 285K 5800X3D 7500X3D 7600X3D 7800X3D 9800X3D 9850X3D 9950X3D
8P+16E RPL 8P+16E ARL 8C Zen3 6C Zen4 6C Zen4 8C Zen4 8C Zen5 8C Zen5 16C Zen5
Rendu3D @ Hardware & Co 322W 264W - 77W - 92W 148W 172W 214W
CB24 @ TechSpot 309W 258W 90W - - 83W 128W 163W 229W
y-Cruncher @ Tom's Hardware 309W 244W - - - 86W 172W 173W 212W
Blender @ TechPowerUp 279W 251W - - - 80W 150W 149W 201W
Handbrake @ ComputerBase 247W 220W - 66W 67W 80W 142W 141W 194W
Ø 6 Anwend. @ PCGH - 208W - 55W 63W 77W 120W 139W 188W
Ø 50 Anwend. @ TechPowerUp 173W 133W - - - 54W 88W 97W 135W
gemittelter Anwend.-Verbrauch 216W 177W - - - 67W 111W 122W 166W
Ø 19 Spiele @ ComputerBase 175W 89W - - - 63W 88W - 129W
Ø 8 Spiele @ Igor's Lab 137W 100W - - - 61W 77W - 106W
Ø 16 Spiele @ PCGH - 98W - 48W 52W 59W 74W 108W 131W
Ø 14 Spiele @ TechPowerUp 166W 111W - - - 58W 80W 102W 126W
Ø 16 Spiele @ Tom's Hardware 133W 92W - - - - 81W 106W 125W
gemittelter Spiele-Verbrauch 143W 99W - - - 62W 79W 104W 125W
Powerlimit 253W 250W 142W 88W 88W 162W 162W 162W 200W
Listenpreis $589 $589 $449 $269 $299 $449 $479 $499 $699
Straßenpreis (ab) 452€ 477€ EOL 219€ 269€ 302€ 422€ 475€ 645€
reiner CPU-Verbrauch; Verbrauchs-Durchschnitt gemäß geometrischem Mittel, stark gewichtet zugunsten Verbrauchswerten basierend auf kompletten Testfeldern; Listenpreise: AMD = boxed, Intel = tray; Straßenpreise: günstigstes lieferbares Angebot (egal ob boxed oder tray)

Interessanterweise zeigt sich der Stromverbrauch unter Anwendungen weit weniger beeindruckt vom Ryzen 7 9850X3D, hier geht es gegenüber dem bisherigen Ryzen 7 9800X3D von 111W auf 122W nur eher maßvoll nach oben. Der Ryzen 7 9850X3D verbraucht somit unter Spielen ähnlich viel wie unter Anwendungen, während dies beim bisherigen Ryzen 7 9800X3D noch eine beträchtliche Differenz ergab. So oder so bleibt dies ein gutklassiger Wert und muß AMD in diesem Feld die Intel-Konkurrenz nicht so schnell fürchten – denn jene langt beim Stromverbrauch unter der Anwendungs-Performance nach wie vor weitaus kräftiger zu. Bei Intel muß man wohl schon bis zum Core Ultra 5 245K heruntergehen (Powerlimit 159W), um einen ähnlich niedrigen Anwendungs-Verbrauch zu erhalten. Davon abgesehen wäre noch zu erwähnen, dass sich speziell die durchschnittlichen Anwendungs-Verbrauchswerte dieser Ausarbeitung mitnichten mit denen früherer Launch-Analysen vergleichen lassen, da einige Benchmarks ausgewechselt werden mussten. Die durchschnittlichen Spiele-Verbrauchswerte sind zwar ebenfalls nicht ganz gleich gegenüber denjenigen früherer Launch-Analysen, gehen aber wenigstens in dieselbe Richtung.

In der Summe hat AMD also doch ziemlich wenig Performance oben drauf gelegt für einen recht hohen Mehrverbrauch, selbst wenn jener noch nicht in kritische Regionen geht. Praktisch rettet den Ryzen 7 9850X3D eigentlich nur der hohe mit dem bisherigen Ryzen 7 9800X3D bereits erreichte Stand – denn nur ausgehend von diesem war ein derart laues Update überhaupt möglich. Gleichfalls ist zumindest die Preislage bzw. die Preisdifferenz nicht besonders kritisch. Zu aktuellen Straßenpreisen sind es derzeit 53 Euro, was man in Deutschland mehr gegenüber dem bisherigen Ryzen 7 9800X3D bezahlen muß – in den USA sogar nur 30 Dollar mehr, denn da werden die Listenpreise üblicherweise nicht so stark unterboten wie in Deutschland. Dies ist für Spieler, welche kompromißlos das Beste suchen, durchaus ein gangbares Angebot. Natürlich ist damit keineswegs das beste Performance/Preis-Verhältnis zu erreichen, man bezahlt für diese letzten 3% Performancegewinn deutlich mehr als nur 3% Preisaufschlag (derzeit +13%). Aber wenigstens geht dies nicht in preislich sinn- und zweckfreie Regionen, was es bei rein taktmäßig besseren Prozessoren in der Vergangenheit durchaus schon gegeben hat (Intels Extreme Editions mit teilweise verdoppeltem Preis).

Überblick 14900K 285K 5800X3D 7500X3D 7600X3D 7800X3D 9800X3D 9850X3D 9950X3D
8P+16E RPL 8P+16E ARL 8C Zen3 6C Zen4 6C Zen4 8C Zen4 8C Zen5 8C Zen5 16C Zen5
gemittelte Anwendungs-Perform. 120,3% 131,1% - - - 80,1% 97,8% 100% 137,1%
gemittelte Spiele-Performance 79,5% 75,5% ~68% ~77% ~80% 84,7% 96,9% 100% 95,2%
Power-Limit 253W 250W 142W 88W 88W 162W 162W 162W 200W
gemittelter Anwendungs-Verbrauch 216W 177W - - - 67W 111W 122W 166W
gemittelter Spiele-Verbrauch 143W 99W - - - 62W 79W 104W 125W
Energie-Effizienz Anwendungen 68% 90% - - - 147% 108% 100% 101%
Energie-Effizienz Spiele 57% 79% - - - 141% 127% 100% 79%
Listenpreis $589 $589 $449 $269 $299 $449 $479 $499 $699
  Straßenpreis (ab) 452€ 477€ EOL 219€ 269€ 302€ 422€ 475€ 645€
  Perf./Preis Anwendungen 126% 131% - - - 126% 110% 100% 101%
  Perf./Preis Spiele 84% 75% - 166% 141% 133% 109% 100% 70%
  Straßenpreis (ab) $469 $560 EOL $300 ? $358 $469 $499 $675
  Perf./Preis Anwendungen 128% 117% - - - 112% 104% 100% 101%
  Perf./Preis Spiele 85% 67% - 128% - 118% 103% 100% 70%
Listenpreise: AMD = boxed, Intel = tray; Straßenpreise: günstigstes lieferbares Angebot (egal ob boxed oder tray), Preisbasis: Geizhals für Deutschland; Amazon, Best Buy & Newegg für die USA; Preisstand: 14. Februar 2026

Eigentlicher Gewinner dieses Vergleichs sind jedoch die kleineren X3D-Modelle der AM5-Plattform, da jene durchgehend die klar besseren Performance/Preis-Verhältnisse im Spiele-Bereich aufbieten und zudem auch zumeist deutlich weniger kosten als Ryzen 7 9800X3D & 9800X3D. Beispielsweise mit dem Ryzen 5 7500X3D kann man gut 77% der Spiele-Performance des aktuellen Spitzen-Modells von AMD haben, liegt damit sogar noch auf Augenhöhe mit der Spiele-Performance des Core Ultra 9 285K – und löhnt zumindest in Deutschland weniger als die Hälfte dieser beiden Spitzen-Modelle. Interessanterweise trifft dies auf die USA nur beschränkt zu, dort sind Ryzen 5 7500X3D & 7600X3D schwerer und überteuert erhältlich, was diesen kleineren X3D-Modellen einiges von ihrem Performance/Preis-Effekt kostet. Selbst der Preispunkt des Ryzen 7 7800X3D liegt in den USA derart, dass da kein großer Unterschied im Performance/Preis-Verhältnis zu Ryzen 7 9800X3D & 9800X3D aufkommt.

Zurückkommend zum Ryzen 7 9850X3D präsentiert sich jener als überkandidelte Ausführung des gewöhnlichen Ryzen 7 9800X3D, kaum ein eigenes Prozessoren-Modell wert – fast also wie eine KS-Version von AMD, wie es Hardwareluxx treffend titulieren. Wirklich notwendig ist der Ryzen 7 9850X3D nicht, wirklich sinnlos aber auch nicht – immerhin wird der Prozessor verkauft, bei der Mindfactory in den letzten beiden Wochen einmal 80x und einmal 60x. Dass der Ryzen 7 9850X3D in diesem Zeitraum bei der Mindfactory damit allein mehr Absatz generierte als alle Arrow-Lake-Modell zusammen (nur 90 Stück in zwei Wochen), sollte Intel zu denken geben – und bestätigt nebenbei ausdrücklich, dass dieses Prozessoren-Modell doch nicht ganz zweckfrei ist. Jenes gibt dem Gamer im Spitzen-Bereich schlicht die Wahlfreiheit: Klar bessere Stromverbrauchs-Effizienz und ein etwas besserer Preispunkt gehen zugunsten des bekannten Ryzen 7 9800X3D – und das letzte Stück Performance egal des Verbrauchs zu einem verkraftbarem Mehrpreis dann zugunsten des neuen Ryzen 7 9850X3D.