Launch-Analyse GeForce GTX 1650 Super vs. Radeon RX 5500 XT

Donnerstag, 19. Dezember 2019
 / von Leonidas
 

Dabei schlägt sich AMD augenscheinlich selber über den ungewöhnlich hohen Performance-Unterschied der beiden Speicherbestückungen der Radeon RX 5500 XT, welcher klar über die üblichen Performance-Unterschiede in solcherart Fällen hinausgeht. So waren in den Benchmarks der Launchreviews genügend Fälle zu sehen, wo die Radeon RX 5500 XT 4GB gegenüber der Radeon RX 5500 XT 8GB krasse Aussetzer zeigte – unter Spieletiteln, wo dagegen die Radeon RX 570 4GB sich gegenüber der Radeon RX 580 8GB standesgemäß halten konnte. Auch zeigte die GeForce GTX 1650 Super keineswegs solcherart Aussetzer, die nVidia-Karte kommt mit ihrer (gleich großen) Speicherbestückung drastisch besser über die Runden als die Radeon RX 5500 XT. Die Performance-Differenz zwischen beiden Speicherbestückungen der Radeon RX 5500 XT war dabei (in verschiedener Höhe) unter fast allen Launchreviews nachzuweisen, wobei größere Differenzen (ab 10%) bei ca. einem Viertel aller angetretenen Benchmarks auftraten:

5500XT: 4 GB vs. 8 GB Ø Perf. höchste Diff. Diff 0-3% Diff 3-10% Diff 10-20% Diff ≥20%
AnandTech  (9 Tests) -5,5% -18,3% 6 von 9 - 3 von 9 -
Babel Tech Reviews  (45 Tests) -6,7% -52,0% 32 von 9 3 von 9 4 von 9 6 von 9
ComputerBase  (6 Tests) -10,0% -31,8% 4 von 6 - 1 von 6 1 von 6
EuroGamer  (9 Tests) -7,9% -31,5% 6 von 9 1 von 9 - 2 von 9
Golem  (5 Tests) ±0% -1,1% 5 von 5 - - -
Guru3D  (10 Tests) -7,9% -27,5% 5 von 10 2 von 10 2 von 10 1 von 10
Igor's Lab  (7 Tests) -2,8% -6,7% 4 von 7 3 von 7 - -
KitGuru  (10 Tests) -2,3% -7,0% 7 von 10 3 von 10 - -
PC Games Hardware  (13 Tests) -6,0% -30,2% 10 von 13 - 1 von 13 2 von 13
PCLab  (11 Tests) -15,6% -50,6% 4 von 11 2 von 11 3 von 11 2 von 11
TechPowerUp  (22 Tests) -7,0% -50,4% 18 von 22 1 von 22 1 von 22 2 von 22
Tweakers  (10 Tests) -14,7% -49,5% 5 von 10 - 3 von 10 2 von 10
Radeon RX 5500 XT: 4 GB vs. 8 GB ca. 7½% -52,0% 106 von 157 15 von 157 18 von 157 18 von 157
direkte Auswertung der vorliegenden Benchmark-Resultate ohne Normalisierung wegen etwaiger Werksübertaktungen, welche aber im Fall der Radeon RX 5500 XT sowieso nur bei bestenfalls 0,5% Performance-Differenz liegen

Die zwei Drittel aller Benchmarks mit Differenzen unterhalb von 3% zeigen aber auch wieder darauf hin, das es hier nicht um eine generelle Performance-Differenz geht – sondern nur um Fälle, wo der Radeon RX 5500 XT unter einzelnen Benchmarks schlicht (teilweise massiv) der Speicher ausgeht. Da aber wie gesagt GeForce GTX 1650 Super und auch AMDs eigene Radeon RX 570 4GB dieselben Benchmarks viel besser ableisten können, liegt hier in jedem Fall eine Besonderheit von Navi 14 und potentiell vielleicht auch ein Treiber-Fehler vor. Es wäre angesichts dieser ungewöhnlichen Ergebnisse nicht verwunderlich, wenn AMD mit einem späteren Treiber diese Speicherproblematik bei der Radeon RX 5500 XT 4GB fixen kann und die Karte dann auf ein ganz anderes Performance-Level kommt. Allerdings kann dies weder versprochen werden, noch kann im Rahmen dieser Launch-Analyse etwas anderes ausgewertet werden, als an Benchmarks derzeit real vorliegt. Der (vergleichsweise) große Performance-Unterschied zwischen Radeon RX 5500 XT 4GB & 8GB bleibt damit also erst einmal bestehen, AMD hat nachfolgend jederzeit die Gelegenheit zu dessen Korrektur.

In der Frage des Stromverbrauchs gibt es für AMD erfreuliches, wenngleich nichts überragendes zu berichten: Gegenüber den früheren Polaris-Beschleunigern ist Navi 14 sicherlich ein großer Wurf, wird sogar AMDs TBP-Angabe im Schnitt der Messungen gehalten. Gegenüber nVidia reicht es allerdings weiterhin nur zu mal mehr und mal weniger deutlichen zweiten Plätzen: Die schnellere GeForce GTX 1660 verbraucht mit 117 Watt immer noch etwas weniger als die Radeon RX 5500 XT 8GB mit 128 Watt, während die grob gleich schnelle GeForce GTX 1650 Super mit 100 Watt deutlich weniger Saft zieht als die Radeon RX 5500 XT 4GB mit 126 Watt. Rein aus Anwender-Sicht ist dies alles vollkommen in Ordnung, die gewissen AMD-Nachteile spielen in der Praxis letztlich keine Rolle. Aus technischer Sicht ist es natürlich dennoch ein beachtbarer Makel, wenn nVidias (inzwischen auch schon ein Jahr alte) 12nm-Beschleuniger sogar noch etwas Energie-effizienter unterwegs sind als AMDs brandneue 7nm-Beschleuniger.

Stromverbrauch 570-4 580-8 590 55XT-4 55XT-8 1060-6 1650 1650S 1660 1660S
ComputerBase  (3 Tests) 184W 198W 222W 128W 130W 112W 72W 101W 116W 122W
Golem  (1 Test) 158W 202W 232W 133W 128W 116W 67W 101W 118W 124W
Guru3D 168W 191W 215W 121W 125W 134W 73W 95W 107W 110W
Hardwareluxx 126W 177W 200W 132W 135W 105W 84W - 131W 129W
Igor's Lab - 224W 238W - 145W 119W 77W 105W 127W 130W
Le Comptoir du Hardware  (2 T.) 156W 196W 208W - - 114W - - 126W 130W
Les Numeriques  (3 Tests) - 177W 197W - 116W 115W 65W - 113W 126W
PC Games Hardware  (1 Test) - 189W 216W 140W 132W 145W - - - -
TechPowerUp 167W 198W 232W 117W 126W 116W 65W 100W 110W 128W
Tweakers  (1 Test) 173W 197W 224W 116W 118W 115W 76W 99W 111W 135W
gemittelter Stromverbrauch 163W 193W 221W 126W 128W 117W 71W 100W 117W 126W
TDP 150W 185W 225W 130W 130W 120W 75W 100W 120W 125W
werksübertaktete Karten in blauer Schrift notiert, deren Stromverbrauchs-Werte wurden (bei größerer Abweichung) für die Durchschnitts-Bildung nur partiell beachtet

Durch Übertaktung ist dann auf beiden Seiten nicht mehr viel herausholbar – wiederum allerdings mit gewissem Vorteil für nVidia, wo vielleicht noch ca. +10% Performance möglich sind, während es bei der Radeon RX 5500 XT eher nur auf die Hälfte hinausläuft. Die GeForce GTX 1650 Super verhält sich damit vergleichsweise typisch für neuere nVidia-Grafikkarten, wo eigentlich nie wirklich viel mehr als jene +10% Performance drin sind – während die Radeon RX 5500 XT in dieser Frage klar unterdurchschnittlich herauskommt. Im Gegensatz zu anderen Grafikkarten hilft bei der Radeon RX 5500 XT das Anheben des Power-Limits nicht mehr wirklich – die Karte braucht in erster Linie mehr Takt, läuft aber im default-Zustand schon nahe am (von AMD vorgegebenen) maximalen Takt-Limit. Hier kann man nur mit gleichzeitigen Anheben aller Limits samt stark hochgesetzter Taktraten etwas erreichen – so wie dies Igor's Lab realisiert haben, wo man eine MSI Radeon RX 5500 XT Gaming X 8GB auf real anliegende 2087 MHz Chiptakt hochpuschen konnte. Leider wird aus den dortigen Ausführungen nicht gänzlich klar, wie Alltags-tauglich jene Übertaktung ist bzw. ob man einfach nur Glück mit dem vorliegenden Karten-Modell hatte.

In der Summe der Dinge ergibt sich letztlich ein ziemlich einfaches Bild: Die Radeon RX 5500 XT 8GB liegt auf der Performance-Höhe der Radeon RX 590 und ist damit logischerweise bemerkbar schneller als Radeon RX 580 8GB und GeForce GTX 1060 6GB, genauso logischerweise auch beachtbar langsamer als die GeForce GTX 1660. Sofern AMD die Radeon RX 5500 XT 8GB mit der GeForce GTX 1660 in den Zweikampf schicken wollte, hat dies nicht ganz funktioniert – andererseits ist die AMD-Karte beim Listenpreis auch entsprechend niedriger angesetzt, dies passt dann also doch. Radeon RX 5500 XT 4GB und GeForce GTX 1650 Super liegen dagegen erst einmal grob auf derselben Performance, die nVidia-Karte hat allerdings einen minimalen Performance- und kleinen Preis-Vorteil inne und ist damit in diesem Duell der 4-GB-Lösungen der Sieger. In den Nebenpunkten gibt es kaum wirklich große Differenzen, so dass man problemlos nach der passenden Speicherbestückung und dann dem Performance/Preis-Verhältnis gehen kann.

Die eigentliche Problematik für alle drei neuen Grafikkarten ergibt sich anhand der besseren Performance/Preis-Verhältnisse der älteren Polaris-Beschleuniger, sprich von Radeon RX 570, 580 & 590. Dies resultiert zum Teil aus den noch etwas hoch rangierenden Straßenpreisen der Radeon RX 5500 XT (die 8-GB-Ausführung kostet derzeit genauso viel wie die schnellere GeForce GTX 1660), ist aber in erster Linie den unpassend angesetzten Listenpreisen geschuldet. nVidia ist hier mit den 159 Dollar für die GeForce GTX 1650 Super deutlich weniger in der Bredoille, aber die 169 Dollar für die Radeon RX 5500 XT 4GB und auch die 199 Dollar für die Radeon RX 5500 XT sind doch überzogen. Dabei geht es nicht um große Differenzen, schon 10-20 Dollar weniger würden die ganze Sache kitten können – denn in diesem Preisfeld geht es primär um Optik, sprich dem Grafikkarten-Käufer ein "echtes Angebot" machen zu können. Und dies ist zu den jetzigen Preislagen mehrheitlich zu bezweifeln, insbesondere bei der Radeon RX 5500 XT.

FHD-Index 4K-Index Realverbr. Listenpr. Straßenpreis Perf/Preis
GeForce GTX 1660 Super 6GB 770% ~101% 126W 229$ 230-250 Euro +14% besser
GeForce GTX 1660 6GB 690% 89% 117W 219$ 210-230 Euro +11% besser
Radeon RX 590 8GB 650% 87% 221W 279$ 180-200 Euro +21% besser
Radeon RX 5500 XT 8GB 650% ~84% 128W 199$ 210-250 Euro 100%
GeForce GTX 1650 Super 4GB 610% - 100W 159$ 170-180 Euro +23% besser
Radeon RX 5500 XT 4GB 600% - 126W 169$ 180-210 Euro +9% besser
Radeon RX 580 8GB 590% 80% 193W 229$ 160-180 Euro +23% besser
Radeon RX 5500 4GB 590% - ~115W - rein OEM -
GeForce GTX 1060 6GB 590% 76% 117W 249$ ausgelaufen -
Radeon RX 580 4GB 570% - ~185W - 145-170 Euro +28% besser
Radeon RX 570 8GB 520% ~70% ~165W - 130-160 Euro +27% besser
Radeon RX 570 4GB 520% - 163W 169$ 130-140 Euro +36% besser
GeForce GTX 1650 4GB 450% - 71W 149$ 140-160 Euro +6% besser

Dabei kommt nVidias GeForce GTX 1650 Super im Feld der 4-GB-Lösungen eigentlich ganz vernünftig weg, schließlich hat jene sowohl einen Performance- als auch Preis-Vorteil gegenüber der Radeon RX 5500 XT 4GB inne und ist zudem auch der Performance/Preis-Vorteil von Radeon RX 570 4GB (+11%) sowie Radeon RX 580 4GB (+4%) gegenüber der nVidia-Karte nicht ganz so groß. Die eigentliche Frage, die sich in diesem Vergleich stellt, ist aber eher diejenige, ob man in Schlagdistanz zum Jahr 2020 und damit dem anstehenden Release der NextGen-Konsolen sich noch eine 4-GB-Grafikkarte zu einem Preispunkt oberhalb von 150 Euro anlachen sollte. Denn wenn man schon am Speicher spart, dann sollte die Grafikkarte auch beachtbar günstig daherkommen. Und das trifft auf die GeForce GTX 1650 Super einfach nicht zu, da hätte man besser im Ausverkauf eine günstige GeForce GTX 1060 6GB für den gleichen Preis, grob der gleichen Performance und eben mehr Grafikkartenspeicher erstanden.

Heuer nun gibt es weiterhin Polaris-Modelle mit dieser Speicherbestückung, welche je nach Performance auch klar unterhalb von 150 Euro erhältlich sind. Mit der Radeon RX 580 4GB für knapp 150 Euro erhält man fast die Performance der GeForce GTX 1650 Super, mit der Radeon RX 570 4GB muß man eine beachtbar niedrigere Performance verkraften, kommt allerdings dafür dann herunter zu einer Preislage von 130-140 Euro. Dies erscheint eher passend für eine 4-GB-Grafikkarte im ausgehenden Jahr 2019, selbst wenn die GeForce GTX 1650 Super natürlich um ca. +17% schneller als jene Radeon RX 570 4GB ist. Mit Glück kann man zudem derzeit eine Radeon RX 570 mit 8 GB Speicher für denselben Preis erwischen – dies wäre dann mal ein echtes Angebot, was die beiden neuen 4-GB-Grafikkarten von AMD & nVidia hingegen zu derzeitigen Straßenpreisen nicht bieten. Allenfalls muß man bei diesen Polaris-Beschleunigern mit einem deutlich höheren Stromverbrauch leben – wer in dieser Frage limitiert ist, der hat dann tatsächlich nur noch die neuen Grafikkarten zur Auswahl.

Radeon RX 580 4GB Radeon RX 5500 XT 4GB GeForce GTX 1650 Super 4GB
Speicher & Abstammung 4 GB Polaris 4 GB Navi 4 GB Turing
FHD Perf.Index 570% 600% 610%
Realverbrauch ~185W 126W 100W
Listenpreis - 169$ 159$
Straßenpreis 145-170 Euro 180-210 Euro 170-180 Euro
Performance/Preis +18% besser 100% +13% besser
Performance/Verbrauch -35% schlechter 100% +28% besser
Spielebundle "Raise the Game" (bis 31. Dez. 2019) sowie "Xbox Game Pass" (bis 10. März 2020) - -

Im Feld der 6/8-GB-Lösungen ersetzt die Radeon RX 5500 XT 8GB die Radeon RX 590 und kommt wie gesagt etwas unterhalb der GeForce GTX 1660 heraus. Gleich doppelt problematisch ist allerdings der aktuelle straßenpreis der Radeon RX 5500 XT 8GB: Faktisch genauso teuer wie die schnellere GeForce GTX 1660 – und damit auch beachtbar teurer als die gleich schnelle Radeon RX 590 8GB. Jene liegt derzeit in Euroland dann auch noch unter der psychologisch wichtigen Marke von 200 Euro, während die Radeon RX 5500 XT darüber liegt – eine maximal ungünstige Situation für die neue AMD-Karte. Zu ihrem derzeitigen Straßenpreis kann kaum eine Empfehlung pro der Radeon RX 5500 XT 8GB gegeben werden – allenfalls, wenn man unbedingt eine neue, Energie-effiziente Karte mit gleich 8 GB Grafikkartenspeicher wünscht, bietet sich die neue AMD-Karte an. Mit dieser speziellen Anforderung dürften aber wohl zu wenige Grafikkarten-Käufer unterwegs sein, um große Verkäufe generieren zu können.

Denn die GeForce GTX 1660 bietet für denselben Preis etwas mehr Performance und hat als Nachteil nur die etwas kleinere Menge an Grafikkartenspeicher – wobei 6 GB in diesem Preisfeld eine durchaus noch gangbare Größe sein dürften. Und die Radeon RX 590 bietet für dieselbe Performance einen beachtbar niedrigeren Preis und hat als Nachteil allein den (allerdings enorm) höheren Stromverbrauch, verfügt dann aber auch schon über gleich 8 GB Grafikkartenspeicher. Die Radeon RX 5500 XT müsste faktisch mit wenigstens einem dieser beiden Gegen-Angebote gleichziehen können, um wirkliche Relevanz zu entwickeln. Zum derzeitigen Stand der Straßenpreise steht die Radeon RX 5500 XT 8GB jedoch zwischen allen Stühlen und kann keine Empfehlung erhalten.

Radeon RX 590 Radeon RX 5500 XT 8GB GeForce GTX 1660 6GB
Speicher & Abstammung 8 GB Polaris 8 GB Navi 6 GB Turing
FHD Perf.Index 650% 650% 690%
4K Perf.Index 87% ~84% 89%
Realverbrauch 221W 128W 126W
Listenpreis 279$ 199$ 219$
Straßenpreis 180-200 Euro 210-250 Euro 210-230 Euro
Performance/Preis +21% besser 100% +11% besser
Performance/Verbrauch -42% schlechter 100% +8% besser
Spielebundle "Raise the Game" (bis 31. Dez. 2019) sowie "Xbox Game Pass" (bis 10. März 2020) - -

Und somit haben wir letztlich drei neue Grafikkarten bekommen, von denen alle drei (derzeit) noch keine Empfehlung erhalten können. In allen drei Fällen hätten AMD & nVidia dabei über eher passendere Listenpreise einiges zum positiven drehen können – aber wie zuletzt üblich gilt auch hier: nVidia muß nicht (es wird sowieso gekauft) und AMD kann nicht (augenscheinlich reichen die Liefermengen sowieso noch nicht aus). Dabei ist dies natürlich auch nicht der erste Launch von Mainstream-Grafikkarten, deren Preissituation zum Launch als unpassend erscheint. Bisher war es in dieser Situation eigentlich regelmäßig so, das im Laufe der Zeit das preisliche Fettpolster abschmolz und die ursprünglich zum unpassenden Preispunkt antretenden Mainstream-Karten irgendwann einmal tatsächlich zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten wurden. Allerdings gab es im Vorfeld dieser beiden Launches immer noch die Hoffnung, das AMD & nVidia diese (unsinnige) Phase überspringen und gleich vom Start weg überzeugende Preispunkte anbieten würden.

So dürfte nun erst das Jahr 2020 über GeForce GTX 1650 Super und Radeon RX 5500 XT final richten – und eventuell erreichen die drei neuen Karten auch erst dann vordere Plätze, wenn die letzten Polaris-Beschleuniger und womöglich auch die GeForce GTX 1660 (zugunsten der GeForce GTX 1660 Super) ausgelaufen sind. Von nVidia war dabei sicherlich nicht viel anderes zu erwarten, immerhin sind in diesem Fall die Möglichkeiten mittels der bestehenden Turing-Serie bereits abgesteckt. Aber dass AMD die Radeon RX 5500 XT bzw. den zugrundeliegenden Navi-14-Chip nicht zu einem gleich vom Start weg überzeugenden Mainstream-Angebot ausgenutzt hat, welcher AMD (gerade in der aktuellen Hoch-Phase) dann auch einmal im Massenmarkt neue Käufer zutreibt, ist regelrecht bedauerlich. Eines Tages wird AMD die Radeon RX 5500 XT selbst in der 8-GB-Ausführung sowieso für 150 Euro verkaufen – das ganze Design mit kleinem Grafikchip und einfacher Platine ist dafür sicherlich prädestiniert. Den richtigen Effekt gäbe es aber nur dann, wenn man dies gleich vom Start weg anbieten würde.