Wie weit reicht der Speicher der GeForce GTX 460 768MB?

Donnerstag, 30. September 2010
 / von Leonidas
 

Mit der GeForce GTX 460 hat nVidia ein hochinteressantes Angebot im Performance-Segment aufgelegt, welches vor allem durch ein exzellentes Preis/Leistungsverhältnis überzeugen kann. Dabei hat man sich zuerst natürlich auf die 1024-MB-Variante konzentriert, da die 768-MB-Variante das kleinere Speicherinterface und die kleinere Speichergröße aufweist und letzteres bei den früheren nVidia-Karten immer ein deutlicher Nachteil war. Wir wollen es an dieser Stelle aber genau wissen und haben uns daher angesehen, was für einen Nachteil die 768-MB-Variante der GeForce GTX 460 wirklich hat bzw. ob es Situationen gibt, wo die 1024-MB-Variante der GeForce GTX 460 deutliche Vorteile zeigt.

Der Punkt, welcher momentan für die GeForce GTX 460 768MB spricht, ist natürlich deren erheblich gesunkener Preis: Man erhält für derzeit 136-145 Euro eine Karte, welche mal für um die 200 Euro startete und welche immerhin runde 40 Euro günstiger ist als die GeForce GTX 460 1024MB für derzeit 176-190 Euro. Vor allem optisch macht der Preis der GeForce GTX 460 768MB derzeit viel her und dürfte demzufolge reihenweise potentielle Käufer ansprechen. Der niedrige Preis schickt die Karte nämlich schon an den Rand der Preisregion einer Radeon HD 5770, welche von der Performance her aber klar geschlagen wird – während nach oben hin die GeForce GTX 460 1024MB rein vom Preis/Leistungsverhältnis her deutlich abgehängt wird.

Klar ist aber auch, daß die GeForce GTX 460 768MB immer etwas langsamer ist als die GeForce GTX 460 1024MB – im gewöhnlichen wird der Performanceunterschied zwischen diesen beiden Karten mit ca. 10 Prozent beziffert und hängt größtenteils nicht an der kleineren Speichermenge, sondern am kleineren Speicherinterface sowie der (fürs Anti-Aliasing sehr wichtigen) geringen Anzahl an Raster Operation Units (ROPs). Dies resultiert in einer immerhin um 33 Prozent höheren Speicherbandbreite sowie 33 Prozent höheren ROP-Leistung der 1024-MB-Variante, woraus diese wie gesagt primär ihre Mehrleistung schöpft. Der Unterschied in der Speichergröße ist allein durch die Wahl des jeweiligen Speicherinterfaces bedingt und dürfte (allein für sich) unter normalen Bedingungen in den wenigsten Fällen für eine Performancedifferenz sorgen.

GeForce GTX 460 768MB GeForce GTX 460 1024MB
Chipbasis nVidia GF104, 1950 Millionen Transistoren in 40nm auf 322mm² Die-Fläche
Technik DirectX 11, 2 Raster Engines, 7 Polymorph Engines mit 7 Tesselations-Einheiten, 336 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 56 SFUs, 24 ROPs, 192 Bit DDR Interface (bis GDDR5) DirectX 11, 2 Raster Engines, 7 Polymorph Engines mit 7 Tesselations-Einheiten, 336 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 56 SFUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface (bis GDDR5)
Taktraten 675/1350/1800 MHz
Speicherausbau 768 MB GDDR5 1024 MB GDDR5
Stromanschlüße 2x 6pol. 2x 6pol.
TDP 150W 160W
Preislage 136-145 Euro 176-190 Euro
reguläre (unübertaktete) Ausführungen Asus ENGTX460/2DIS/768MD5
Club3D GeForce GTX 460 768MB
Colorful GeForce GTX 460 768MB
Gainward GeForce GTX 460 768MB
Gigabyte GeForce GTX 460 768MB
Inno3D GeForce GTX 460 768MB
Leadtek WinFast GeForce GTX 460 768MB
MSI N460GTX Cyclone 768D5
Palit GeForce GTX 460 768MB
PNY Verto GeForce GTX 460 XLR8 768MB
Point of View GeForce GTX 460 768MB
Sparkle GeForce GTX 460 768MB
Zotac GeForce GTX 460 768MB
Asus ENGTX460 DirectCU 2DI/1GD5
Club3D GeForce GTX 460 1024MB
Colorful GeForce GTX 460 1024MB
EVGA GeForce GTX 460 1024MB
Inno3D GeForce GTX 460 1024MB
Leadtek WinFast GeForce GTX 460 1024MB
MSI N460GTX Cyclone 1GD5
Palit GeForce GTX 460 1024MB
PNY Verto GeForce GTX 460 XLR8 1024MB
Point of View GeForce GTX 460 1024MB
Zotac GeForce GTX 460 1024MB
ab Werk übertaktete Ausführungen Asus ENGTX460 DirectCU TOP/2DI/768MD5 (700/1400/1840 MHz)
Club3D GeForce GTX 460 Overclocked Edition 768MB (750/1500/1900 MHz)
EVGA GeForce GTX 460 768MB (720/1440/1800 MHz)
EVGA GeForce GTX 460 SuperClocked 768MB (763/1526/1900 MHz)
Gigabyte GeForce GTX 460 OC 768MB (715/1430/1800 MHz)
KFA² GeForce GTX 460 EX OC 768MB (700/1400/1850 MHz)
MSI N460GTX Cyclone 768D5/OC (725/1450/1800 MHz)
Point of View GeForce GTX 460 TGT Charged Edition 768MB (780/1560/1900 MHz)
Point of View GeForce GTX 460 TGT Ultra Charged Edition 768MB (820/1640/2000 MHz)
Zotac GeForce GTX 460 Synergy Edition 768MB (710/1420/1800 MHz)
Asus ENGTX460 DirectCU TOP/2DI/1GD5 (775/1550/2000 MHz)
Club3D GeForce GTX 460 Overclocked Edition 1024MB (750/1500/1900 MHz)
Colorful GeForce GTX 460 iGame 1024MB (820/1640/2000 MHz)
EVGA GeForce GTX 460 EE 1024MB (720/1440/1800 MHz)
EVGA GeForce GTX 460 SuperClocked 1024MB (763/1526/1800 MHz)
Gainward GeForce GTX 460 Golden Sample 1024MB (700/1400/1800 MHz)
Gainward GeForce GTX 460 Golden Sample GLH 1024MB (800/1600/2000 MHz)
Gigabyte GeForce GTX 460 OC 1024MB (715/1430/1800 MHz)
KFA² GeForce GTX 460 EX OC 1024MB (700/1400/1850 MHz)
KFA² GeForce GTX 460 LTD OC 1024MB (810/1620/2000 MHz)
Leadtek WinFast GeForce GTX 460 OC 1024MB (725/1450/1800 MHz)
Leadtek WinFast GeForce GTX 460 Extreme 1024MB (800/1600/2000 MHz)
MSI N460GTX Cyclone 1GD5/OC (725/1450/1800 MHz)
MSI N460GTX Hawk 1024MB (780/1560/1800 MHz)
Palit GeForce GTX 460 Sonic 1024MB (700/1400/1900 MHz)
Palit GeForce GTX 460 Sonic Platinum 1024MB (800/1600/2000 MHz)
PNY Verto GeForce GTX 460 XLR8 OC 1024MB (765/1530/1850 MHz)
Point of View GeForce GTX 460 TGT Charged Edition 1024MB (780/1560/1900 MHz)
Point of View GeForce GTX 460 TGT Ultra Charged Edition 1024MB (820/1640/2000 MHz)
Point of View GeForce GTX 460 TGT Beast Edition 1024MB (855/1710/2000 MHz)
Sparkle GeForce GTX 460 1024MB (700/1400/1800 MHz)
Zotac GeForce GTX 460 OC 1024MB (710/1420/1800 MHz)
Zotac GeForce GTX 460 AMP! Edition 1024MB (810/1620/2000 MHz)

Hierbei wäre zu beachten, daß nVidia ab der Fermi-Generation das Speichermanagement derart verändert hat, daß den Karten – ähnlich wie bei ATI schon des längerem – nicht so schnell der Speicher ausgeht, wie dies noch bei den G8x-, G9x- und GT2xx-basierten Grafikkarten der Fall war. Bei diesen war und ist nach wie vor zu beobachten, daß 512-MB-Ausführungen schon unter normalen Settings etwas langsamer sind als ihre 1024-MB-Kollegen und dann insbesondere unter der Full-HD-Auflösung schon klare Performancenachteile aufweisen. Deswegen galt bei nVidia-Grafikkarten vor der Fermi-Generation immer die Empfehlung, keine 512-MB-Karten zu kaufen, wenn man etwas performantes haben will.

Diese Empfehlung gilt mit Fermi nicht mehr zwingend und im Normalfall limitiert der nur 768 MB große Speicher der GeForce GTX 460 768MB diese Karte auch nicht. Allerdings erreicht diese Speichergröße natürlich doch irgendwann ihr Ende – welches wir an dieser Stelle herausfinden und genau definieren wollen. Dazu haben wir uns durch Massen an Tests mit diesen Karten gewühlt auf der Suche nach Messungen, wo klar mehr als 10 Prozent Performanceunterschied zwischen GeForce GTX 460 768MB und GeForce GTX 460 1024MB erzielt wurden. Dabei wurde schnell klar, daß man unter 1920x1200 nicht wirklich etwas findet, die eigentlichen Unterschiede gibt es erst ab der Auflösung von 2560x1600:

Guru3D GTX460/1024 vs. GTX460/768 Benchmark-Ausreißer
1920x1200 4x/8xAA +11,0% (-9,9%) -
2560x1600 4x/8xAA +64,1% (-39,1%) DiRT2: +200%, FarCry 2: +39%, Metro: +233%
Hardware Canucks GTX460/1024 vs. GTX460/768 Benchmark-Ausreißer
1920x1200 noAA +8,2% (-7,6%) -
1920x1200 4xAA +14,6% (-12,8%) AvP: +30%
2560x1600 noAA +8,1% (-7,5%) -
2560x1600 4xAA +18,1% (-15,4%) AvP: +46%
Hexus GTX460/1024 vs. GTX460/768 Benchmark-Ausreißer
1920x1080 4xAA +8,5% (-7,9%) -
2560x1600 4xAA +12,7% (-11,3%) -
Legion Hardware GTX460/1024 vs. GTX460/768 Benchmark-Ausreißer
1920x1200 4x/8xAA +11,4% (-10,2%) -
2560x1600 4x/8xAA +40,3% (-28,7%) AvP: +100%, FarCry 2: +80%, Metro: +200%
PC Perspective GTX460/1024 vs. GTX460/768 Benchmark-Ausreißer
1920x1200 4xAA +13,7% (-12,1%) Metro: +37%
2560x1600 4xAA +42,1% (-29,6%) Metro: +320%
Tom's Hardware GTX460/1024 vs. GTX460/768 Benchmark-Ausreißer
1920x1200 noAA +5,6% (-5,3%) -
1920x1200 4xAA +9,2% (-8,4%) -
2560x1600 noAA +5,3% (-5,1%)
2560x1600 4xAA +44,0% (-30,6%) Crysis: +65%, AvP: +37%, DiRT2: +143%
TweakPC GTX460/1024 vs. GTX460/768 Benchmark-Ausreißer
1920x1200 4xAA +9,3% (-8,5%) AvP: +33%
1920x1200 8xAA +12,0% (-10,7%) AvP: +33%
2560x1600 4xAA +11,5% (-10,3%) AvP: +43%
2560x1600 8xAA +50,7% (-33,7%) Call of Juarez: +51%, Crysis Warhead: +323%, FarCry 2: +42%, Battleforge: +40%, DiRT2: +162%, AvP: +43%

Gemäß der gesammelten Erkennisse der vorstehenden Testberichte läßt sich dies nunmehr genauer klassifizieren: Generell hat die GeForce GTX 460 768MB wie gesagt einen grob zehnprozentigen Performance-Rückstand zur GeForce GTX 460 1024MB. Dieser Rückstand wird gehalten bei der Auflösung 1920x1200 mit bis zu 8x Anti-Aliasing und bei der Auflösung 2560x1600 ohne Anti-Aliasing (Messungen unter 2560x1600 mit 2xAA gab es leider nicht, so daß unklar bleibt, wie sich dieses Setting verhält). Erst ab 2560x1600 mit 4x Anti-Aliasing sind die 768 MB Grafikkartenspeicher am Ende.

Dabei laufen viele Spiele selbst auf diesem extrem hohen Setting noch mit nur etwas überdurchschnittlichen Performanceunterschieden von 10 bis 15 Prozent ganz gut auf der GeForce GTX 460 768MB. Allerdings häufen sich unter diesem Setting dann schon die Fälle von starken Performance-Ausreißern, wo die 1024-MB-Variante mal 40, 80 oder auch 200 Prozent schneller ist als die 768-MB-Variante – ein klares Anzeichen für einen zu geringen Grafikkartenspeicher in dieser Situation. Und wie vorstehend notiert, handelt es sich hierbei auch nicht um immer dieselben ein oder zwei Ausnahme-Spiele, sondern um schon ein halbes dutzend Titel – mit dem Potential zu deutlich mehr Titeln abseits der üblichen Benchmark-Spiele.

Läßt man 2560x1600 aus seinen Betrachtungen heraus, gibt es unter 1920x1200 in dem Sinne nichts, womit die GeForce GTX 460 768MB und ihr kleinerer Grafikkartenspeicher nicht fertig wird. In den ganzen Messungen gab es nur zwei etwas herausstechende Werte: Einmal eine AvP-Messung unter 1920x1200 4xAA mit +33%, welche sich allerdings dadurch wieder relativiert, daß mehrfach die anderen Testberichte unter AvP in diesem Setting keine so großen Unterschiede gemessen haben. Und zum anderen eine Metro-2033-Messung unter 1920x1200 4xAA mit +37% – auch dieser Wert bleibt einzeln stehen und konnte nicht in dieser Form reproduziert werden, wenngleich Metro 2033 zugegebenermaßen eine ziemlich harte Nuß für die GeForce GTX 460 768MB unter hohen Bildqualitätssettings ist.

Aber dies sind wiederum die einzelnen Ausreißer, an denen man noch keine Regeln machen kann – dafür aber kann man sagen, daß die GeForce GTX 460 768MB in der Auflösung 1920x1200 vollkommen einsetzbar ist, bis hinauf auch zu 8x Anti-Aliasing. Zwar wird es einige Benchmarks geben, wo unter 1920x1200 8xAA die GeForce GTX 460 768MB zu langsam ist – aber dies dürfte dann in jedem diesem Fälle auch auf die GeForce GTX 460 1024MB zutreffen, es gibt hierbei augenscheinlich noch keine besondere Limitierung speziell durch die unterschiedliche Speichermenge dieser beiden Kartenvarianten. Sprich: Dort, wo die GeForce GTX 460 768MB unter 1920x1200 generell zu langsam ist, helfen dann auch nicht die 10 Prozent Mehrperformance der GeForce GTX 460 1024MB oder deren größerer Speicher weiter.

Performance/Preis-Betrachtung GeForce GTX 460 768MB – September 2010

Damit läßt sich das Fazit ziehen, daß die GeForce GTX 460 768MB bisher zu Unrecht wegen ihres kleineren Grafikkartenspeichers etwas stiefmütterlich behandelt wurde – der kleinere Grafikkartenspeicher behindert die Karte bis zu einer Auflösung von 1920x1200 nahezu durchgehend nicht. Sofern man nicht jetzt oder perspektivisch eine Grafikkarte für größere Auflösung als 1920x1200 kauft, kann man sich durchaus der GeForce GTX 460 768MB anvertrauen, das extrem gute Preis/Leistungsverhältnis spricht derzeit ganz klar für diese Karte.