Die Performance-bremsende Notebook-Batterie

Bei einem älteren Notebook mit Core i7-4500U Prozessor (Haswell, 2C/4T, 1.8/3.0 GHz) ergab sich das Problem, dass der Prozessor (im Netzbetrieb) stur auf 800 MHz Takt festgenagelt war. Da dass Gerät im reinen Office-Einsatz und mit schneller SSD ausgerüstet war, ist dies dem Benutzer nur halb aufgefallen, ergab sich jedoch bei genauerer Inspektion des Gerätes. Dabei war es nicht einmal im Fall von Singlethread-Benchmarks möglich, wenigstens für ein paar Augenblicke einen höheren Takt zu sehen: Alles blieb konstant bei 0.8 GHz, mit maximaler CPU-Auslastung von 33% (alle Angaben bezogen auf den Netzbetrieb). Auch die Benchmark-Resultate waren demzufolge deutlich niedriger, als üblich wäre. Alle möglichen Änderungen an den Energiesparmodi und auch ein BIOS-Reset änderten hieran nichts.

Ein thermisches Problem wäre nicht ganz auszuschließen, allerdings lief das Gerät auch nicht wirklich warm (40-42°C Kern-Temperatur, keine auffällig warmen Flächen an Vorder- und Rückseite). Bevor dies weiter eruiert werden sollte, wurde allerdings die allereinfachste Lösung ausprobiert: Die Batterie herauszunehmen – welche sowieso durch eine vergleichsweise komische Anzeige (Ladezustand 266%) auffiel und zudem generell nicht funktionabel war (kein Batterie-Betrieb möglich). Denn einzelne Berichte im Internet weisen darauf hin, dass eine defekte Batterie einen solchen Taktraten-Effekt auslösen kann. Und in der Tat – allein mit dem Ausbau der Batterie konnte das Gerät wieder normale Performance-Werte bzw. höhere Taktraten als 800 MHz erreichen. Der Effekt dieser Maßnahme wurde durch mehrfachen Wechsel mit/ohne Batterie verifiziert – das Problem liegt tatsächlich allein in der Existenz der Batterie.

Eine besonders logische Erklärung hierfür gibt es natürlich nicht, denn eine defekte Batterie muß sicherlich keinen solchen Effekt auslösen – wenn Windows selbige nicht mag, sollte es die Batterie einfach ignorieren und nicht derart Kapriolen schlagen. Interessant dürfte ein solcher Fall bei allen neueren Notebooks sein, wo die Batterie nicht mehr Nutzer-seitig einfach herausnehmbar ist. Sofern dort ähnliches passiert, wäre es zu überlegen, die Rechnung für den die Batterie ausbauenden Fachmann dem Geräte-Hersteller zu schicken – denn für mutwillige Fehlkonstruktionen, welche ohne Notwendigkeit zum (erheblichen) Nachteil des Nutzers führen, sollte der Hersteller auch nach Ablauf der Garantie- und Gewährleistungszeiten geradestehen müssen.

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