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News des 3. März 2008

Im eigenen Online-Shop bietet S3 Graphics mit der Chrome 430 GT 256MB nunmehr die erste Grafikkarte auf Basis der neuen, Direct3D 10.1 beherrschenden Chrome 400 Serie an. Genauere Informationen zu dieser Karte gibt es bislang allerdings noch nicht, S3 hat nur die Taktfrequenzen mit 625/500 MHz angegeben. Damit soll die Chrome 430 GT in Konkurrenz zu ATIs Radeon HD 3450 und nVidias GeForce 8400 GS gehen und diese unter dem 3DMark06 schlagen können. Wie dies dann bei der breiten Masse der Spiele aussieht, mag auf einem anderen Blatt stehen, gerade S3 hat hier eher weniger die Möglichkeiten, die eigenen Treiber auch außerhalb der üblichen Benchmark-Titel zu optimieren. Aber natürlich lohnt sich dies bei solcherart LowEnd-Angeboten sowieso nicht besonders, da diese mehrheitlich in den OEM-Markt gehen und dort dann eher der Preis, Videofeatures und die Featurepalette zählen. Viel interessanter wäre somit, ob S3 der Chrome 430 GT später noch eine höher getaktete Variante zur Seite stellen wird, mittels welcher sich das neue S3-Design dann möglicherweise auch der Radeon HD 3470 und der GeForce 8500 GT stellen kann.

Wie die VR-Zone berichtet, steht bei ATI für die nächsten Tage eine Preissenkung bei den Radeon HD 3650 und 3850 Karten um bis zu 20 Prozent an, eine weitere geringfügige Preissenkung soll es bei der Radeon HD 3870 geben. Damit reagiert ATI erwartungsgemäß auf den Marktstart der GeForce 9600 GT von nVidia, welche im Bereich von 150 Euro ATI mit einer klar besseren Performance für dasselbe Geld schwer zugesetzt hat. Da ATI derzeit natürlich noch keine neue Hardware aufbieten kann, bleibt als einzige Möglichkeit um im Geschäft zu bleiben das Mittel der Preissenkung. Konkret dürfte das für den 9600GT-Konkurrenten Radeon HD 3850 bedeuten, dass die 512-MB-Ausführung wohl auch ca. 130 Euro absinkt, die 256-MB-Ausführung auf ca. 110 Euro.

Dies dürfte beide Karten wieder gegenüber der GeForce 9600 GT attraktiv machen – nVidia wird zwar weiterhin die bessere Performance, ATI den dafür aber besseren Preis anbieten, was beiden Anbietern und Produkten ihre Chance im Markt lässt. Im Gegenzug sollte nVidia im übrigen kaum mit gleichzeitigen Preissenkungen reagieren, da die GeForce 9600 GT erstens neu und zweitens sehr gut im Markt positioniert ist. Etwas unsicher ist nach dieser Preissenkung allerdings das Schicksal der eigentlich im 100-Euro-Bereich geplanten Radeon HD 3690: Denn für diese scheint nunmehr kaum noch ein preislicher Platz vorhanden zu sein, wenn die 256-MB-Ausführung der Radeon HD 3850 schon so nahe an die 100-Euro-Grenze heranrückt. Wirklich attraktiv wäre dann nur noch eine preisliche Positionierung unterhalb der 100-Euro-Grenze – aber ob ATI den RV670-Chip dermaßen billig verramschen will, bliebe vorerst zu bezweifeln.

Der Tech Report hat sich wieder einmal dem Thema gewidmet, wie viel Grafikkartenspeicher man heutzutage so braucht. Dabei ist man diese Fragestellung von zwei Seiten aus angegangen: Von der Ausgangslage einer 512-MB-Karte hat man sowohl nach unten zu 256 MB als auch nach oben zu 1 GB Grafikkartenspeicher geblickt, jeweils realisiert mittels GeForce 8800 GT Grafikkarten. Das Ergebnis trifft dabei die Erwartungen: Die 1-GB-Grafikkarte kann derzeit noch für keine Performancegewinne sorgen, auch nicht unter HD-Auflösungen. Nur 256 MB Grafikkartenspeicher sind dagegen – zumindest bei nVidia und im Rahmen der gewählten Performance-Lösung – inzwischen zu klein. Dass die 256-MB-Grafikkarte unter sehr hohen Auflösungen zurückliegen würde, war zwar zu erwarten, allerdings ist auch unter der doch sehr gebräuchlichen Auflösung von 1280x1024 ein erheblicher Rückstand zur 512-MB-Ausführung in zwei der vier Benchmarks zur verzeichnen.

Insofern kann für die 256-MB-Ausführung der GeForce 8800 GT inzwischen kaum noch eine Empfehlung gegeben werden. Gleiches sollte auch für alle anderen nVidia-Grafikkarten desselben Preisfelds (oder höher) gelten, wahrscheinlich auch für die GeForce 9600 GT. Nur im totalen Mainstream-Bereich, also bei GeForce 8500 und 8600, kann diese Frage neu gestellt werden, da diese Karten in aller Regel eher durch ihre Grund-Performance als durch den zu kleinen Grafikkartenspeicher limitiert werden. Ironischerweise stellt sich die Frage 256 oder 512 MB bei vielen dieser Karten aber nicht wirklich, da gerade im LowCost- und Mainstream-Bereich der Mehrpreis für 512 MB zumeist reichlich gering ausfällt. Ausdrücklich nicht lassen sich diese Ergebnisse allerdings auf ATI-Grafikkarten ummünzen, hier hat die Praxis gezeigt, dass diese doch deutlich besser als die nVidia-Grafikkarten mit der kleinen Speichergröße zurechtkommen.