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News des 28. Dezember 2009

Die DigiTimes bringt in Berufung auf Grafikkarten-Hersteller neue Informationen zum Launch der nächsten DirectX11-Grafikkarten, primär natürlich derjenigen von nVidia. Zuerst soll der HighEnd-Chip GF100 nunmehr erst im März gelauncht werden, was zwar im Rahmen der bisherigen Erwartungen liegt, aber dennoch hoffentlich kein Zeichen für eine weitere Verzögerung dieses Grafikchips darstellt. Entscheidend wird diesbezüglich sein, ob nVidia zum (noch nicht genauer bekannten) Launchtermin im März dann auch liefern kann – und natürlich (wegen der Erfahrungen mit dem RV870-Chip) auch, wie schnell man mit den anfänglichen Liefermengen den Marktbedarf wirklich ausreichend abdecken kann. Der Rest der Angaben der DigiTimes zu kommenden nVidia-Chips ist dagegen allerdings etwas konfus und stark uneinheitlich.

So wird der im zweiten Quartal zu erwartende GF104-Chip als "HighEnd" und im selben Marktsegment agierend wie die GT200/b-basierten Grafikkarten GeForce GTX 260/275/285/295 beschrieben. Dies würden wir zwar eher als das Performance-Segment einschätzen, vor allem aber ist der GF104 nach dem bisherigen Nummerschema von nVidia zweifelsfrei ein Mainstream-Chip, dessen Top-Ausführung anfänglich für höchstens 100 Euro weggeht. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind hierbei der G94/b-Chip der GeForce 9600 GT oder der GT215-Chip der GeForce GT 240. Der dem GF100-Chip direkt untergeordnete Chip für das Performance-Segment (und damit den Preisbereich der GeForce GTX 260/275) müsste der GF102 sein – wie bisher schon der G92/b-Chip der GeForce GTS 250 und der gestrichene GT212-Chip für das Performance-Segment bei nVidia stehen.

Gänzlich kurios wird es allerdings dann, wenn die DigiTimes behauptet, im Mainstream-Segment müssten auch zukünftig die bisherigen nVidia-Lösungen GeForce 9500 GT bis GeForce GTS 250 gegenüber dem bald kompletten DirectX11-Programm bei ATI standhalten. Dies erscheint als überaus unwahrscheinlich, denn nVidia braucht für das Jahr 2010 endlich mal wieder eine neue Grafikchip-Serie für alle Preissegmente. Man kann sich hier sicherlich nicht noch einmal dasselbe wie bei der GT21x-Serie erlauben, wo der GT212 gestrichen wurde und auf Basis von GT218, GT216 und GT215 ziemlich mutlose Grafikkarten-Lösungen erschienen, welche nur geradeso etwas besser als ihre G9x-basierten Vorgänger sind. Insbesondere da im LowCost- und Mainstream-Segment das Brot-und-Butter-Geschäft der Grafikchip-Entwickler und Grafikkartenhersteller liegt, muß nVidia hier auch mal wieder Flagge zeigen.

ATI/nVidia Produktportfolio & Roadmap – 18. Dezember 2009

Insofern ist derzeit eigentlich nicht viel auf diese Meldung zu geben: Eventuell brauchen die Fermi-basierten Beschleuniger für LowCost, Mainstream und Performance etwas mehr Zeit als der Hauptchip für das HighEnd-Segment, aber nVidias Plan für das Jahr 2010 dürfte mit ziemlicher Sicherheit den Markteintritt von Fermi-Beschleunigern für alle Markt- und Preissegmente noch innerhalb des ersten Halbjahrs 2010 beinhalten. Denn schließlich wird ATI innerhalb der Monate Januar/Februar 2010 das eigene DirectX11-Portfolio durch den Launch der Chips RV830 (unteres Mainstream) und RV810 (LowCost) komplett machen und zusammen mit einer (hoffentlich) besseren Lieferbarkeit von RV840- und RV870-basierten Lösungen nVidia enorme Marktanteile wegschnappen.

nVidia hat hingegen per Facebook ein weiteres Fermi-Detail bekanntgegeben: Danach unterstützt der GF100 HighEnd-Chip einen neuen 32x Anti-Aliasing Modus. Wie dieser genau aufgebaut ist, bleibt dato unbekannt – genauso wie die Performance-Anforderung eines solchen Modus. Sollte nVidia aber nicht gerade sehr bedeutsame Fortschritte beim Thema des Performanceverlusts unter Anti-Aliasing gelungen sein, steht zu vermuten, daß ein 32x Anti-Aliasing einfach zu langsam für die allermeisten der neuen Spiele ist – es wäre dann halt ein nettes Checklisten-Feature. Möglicherweise wäre dieser Modus interessant zur Verschönerung ältere Spiele – aber natürlich muß das Hauptaugenmerk von nVidia darauf liegen, wie man unter aktuellen Spielen dasteht.

Wirklich interessant wäre zum Anti-Aliasing des GF100-Chips eher denn die Frage, ob man es mal geschafft hat, die Effizienz des 8x Anti-Aliasings zu erhöhen, so daß nVidia in dieser Disziplin nicht regelmäßig hinter eigentlich langsameren ATI-Beschleunigern zurückliegt. Genauso interessant ist die Frage, ob nVidia nun auch (wieder) SuperSampling- oder entsprechende Mischmodi integrieren konnte, die Performance zumindest von HighEnd-Grafikkarten ist ja eigentlich ausreichend dafür. Gerade in diesem Punkt könnte man sich gegenüber ATI trotz des inzwischen deutlich späteren Starts profilieren, zudem geht vieles im Bereich des Anti-Aliasings auch über reine Treiber-Arbeit, kann also auch erst nach dem Backen des finalen Siliziums noch eingebaut werden.

HT4U korrigieren unsere Meldung zur höheren Performance des D0-Steppings der Core i7-9xx Prozessoren etwas: Danach kam das bewußte D0-Stepping außerhalb des Core i7-965 XE Prozessors erst ab dem Monat Oktober bei den anderen Prozessoren der Core i7-9xx Familie zum Einsatz, so daß durchaus hier und da noch Modelle im älteren C0-Stepping in den Lägern der Händler schlummern könnten. Zur Sicherheit haben HT4U deshalb jene Spec-Nummern notiert, welche den Kauf des neueren D0-Steppings garantieren. Mittelfristig sollte dann aber wirklich nur noch das neuere Stepping bei den Händlern erhältlich sein.

Die ComputerBase berichtet über neue Sockel-775-CPUs, welche im Januar erscheinen werden: Interessant sind hiervon der Core 2 Quad Q9500 und besonders der Pentium E6600, womit diese LowCost-Serie die Taktschranke von 3 GHz durchbrechen wird. In beiden Fällen handelt es sich um für Aufrüster von kleineren Core-2-Systemen interessante CPUs, Besitzer größerer Core-2-Systeme werden dagegen seitens Intel nicht mehr in den Genuß weiterer Taktsteigerungen beim Core 2 Duo/Quad kommen. Auch wird es keine (derzeit absehbaren) Preissenkungen bei den größeren Core-2-Modellen geben, so daß sich ab einem gewissen Leistungsanspruch ein Aufrüsten innerhalb der Core-2-Serie nicht mehr lohnt, sondern gleich der Umstieg auf ein Core-iX-System.