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News des 4. Mai 2010

Die DigiTimes haben neue, wieder einmal abweichende Informationen zu den kommenden nVidia-Grafikkarten: So ist Anfang Juni die GeForce GTX 460 nach Darstellung der DigiTimes zu einem Preis von 299 Dollar zu erwarten, dies wäre ziemlich exakt das Niveau der Radeon HD 5850. Allerdings ordnet die DigiTimes die GeForce GTX 460 wiederum dem GF104-Chip zu und nicht dem GF100-Chip – obwohl wir eigentlich davon ausgehen, daß der GF104-Chip nicht das Leistungspotential hat, um die Performance einer Radeon HD 5850 erreichen zu können. Ziemlich überraschend ist auch, was die DigiTimes zudem zu den weiteren nVidia-Chips zu berichten hat: So soll der GF106-Chip einen Preispunkt von 180 Dollar erreichen, der GF108-Chip einen Preispunkt von immerhin 100 Dollar – beide Grafikchips sollen im Zeitraum von Juli bis August antreten.

Dies widerspricht (beim Preispunkt) erst einmal den bisherigen Annahmen, ist allerdings für sich selber betrachtet auch nicht ganz unschlüssig: Wenn der GF104-Chip wirklich bei 300 Dollar anfängt, dann sollten GF106 und GF108 preislich ebenfalls höher liegen als bisher angenommen. Und das Fehlen einer echten LowCost-Lösung könnte sich damit erklären lassen, daß nVidia in der Vergangenheit schon einmal angedeutet hatte, mit der Fermi-Architektur vorerst keine totale LowCost-Lösung auflegen zu wollen. Insgesamt betrachtet würde dieses nVidia-Portfolio sogar schlagkräftiger sein als das bisher von uns angenommene, weil dann alle drei neuen Grafikchips in einem für Gamer interessanten Preisbereich operieren würden. Da derzeit jedoch reichlich sich widersprechende Spezifikationen durch die Gegend schwirren, ist nunmehr allerdings unsicher als je zuvor, was nVidia denn nun genau an Fermi-Ablegern bringen wird.

Dies trifft um so mehr zu, als daß der Heise Newsticker über die Spezifikationen einer GeForce GTX 465 berichtet, welche aber irritierenderweise kleiner ausfallen als die vorher gehandelten Daten zur GeForce GTX 460: Nur 352 Shader-Einheiten und ein 256 Bit DDR Speicherinterface, dazu fast dieselben Taktraten (607/1215/1603 MHz) wie die GeForce GTX 470 (607/1215/1674 MHz). Mit diesen Daten erscheint es als praktisch ausgeschlossen, die Performance einer Radeon HD 5850 erreichen zu können – eine solche Karte könnte wenn dann nur in Konkurrenz zur Radeon HD 5830 gehen, aber dafür passt der (zur GeForce GTX 460 genannte) Preispunkt von 300 Dollar nicht. Wie gesagt ist derzeit in Fragen der Spezifikationen der kleineren Fermi-Karten eher alles verworren als daß sich langsam mal der Nebel lichten würde. Nicht einmal den Punkt, daß die Heise-Informationen aus nVidia-PDFs stammen sollen, kann man als entscheidend betrachten – weil es gerade in der jüngeren Vergangenheit Fälle gegeben hat, wo von Herstellerseite vor einem Launch bewußt Fehlinformationen verbreitet wurden.

Golem berichten über eine Demonstration von Intels "Light Peak". Wichtigste Erkenntnis hierbei ist, daß es sich bei Light Peak weniger denn um einen neues Übertragungsprotokoll handelt, sondern vielmehr eher "nur" über einen Übertragungsstandard, welcher von anderen, schon vorhandenen Übertragungspotokollen benutzt werden kann. Light Peak verdrängt also nicht USB 3.0, sondern wird einfach USB 3.0 über Light Peak ermöglichen – und daneben natürlich auch DVI, HDMI, Displayport, Ethernet und PCI Express über Light Peak. Der primäre Vorteil der Angelegenheit liegt darin, daß alle Geräte dann nur noch eine Light-Peak-Buchse benötigen, egal auf welches Übertragungsprotokoll sie letztlich ansprechen. Hinzu kommt die einfache Steigerung der Übertragungsgeschwindigkeit, da Light Peak mit den üblichen zwei Glasfasern immerhin schon 10 GBit/sec Vollduplex (d.h. 10 GBit/sec in Empfangs- und zusätzlich 10 GBit/sec in Senderichtung) erreicht.

Beides zusammen ist im übrigen auch für die Anbindung externer Grafikkarten nutzbar: Hierbei ist besonders die Universalbuchse von Light Peak sehr praktisch, dann das Problem bisheriger externer Grafikkarten-Lösungen liegt weniger in den zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten (Standard für PCI Express Kabelverbindungen) als vielmehr in der geringen Anzahl an Geräten mit den dafür notwendigen Ausstattungsmerkmalen. Da für PCI Express Kabelverbindungen nun einmal eine spezielle PCI-Express-Buchse notwendig ist und diese mangels breitem Bedarf kaum verbaut wird, kann sich dieser Standard letztlich auch nicht durchsetzen. Mittels Light Peak könnte man dieses Henne-Ei-Problem überwinden, da ab einem gewissen Zeitpunkt alle Computer ganz automatisch über eine Light-Peak-Buchs verfügen sollten.

Diese dürfte anfänglich für alles andere als PCI Express Kabelverbindungen gedacht sein, ist aber eben trotzdem auch für PCI Express Kabelverbindungen nutzbar – das Kabel ist dann zwar Light Peak, aber das Übertragungsprotokoll ist PCI Express. Einzig an der Übertragungsgeschwindigkeit sollte man zugunsten von PCI Express noch etwas arbeiten, denn die genannten 10 GBit/sec pro Richtung ergeben umgerechnet auf die Verhältnisse von PCI Express gerade einmal dieselbe Bandbreite wie PCI Express x4 – unter dem PCI Express 1.1 Standard wohlgemerkt, denn bezogen auf PCI Express 2.0 wäre es gerade einmal noch x2 und unter dem kommenden PCI Express 3.0 nur noch x1. Aus heutiger Sicht mag dies zur Anbindung einer externen Grafikkarte des mittleren Leistungsniveaus noch ausreichend sein, aber in der Zukunft dürfte dies zu knapp werden, womit schnellere Light-Peak-Anbindungen vonnöten würden – welche seitens Intel mit Übertragungsraten von bis zu 100 GBit/sec Vollduplex aber schon in Aussicht stehen.