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News des 1. Juni 2011

PC Perspective berichten über die Neuvorstellungen von Lucid auf der Computex. So wird die Virtu-Technologie künftig unter dem Label "Virtu Universal" laufen – was wohl zum Ausdruck bringen soll, daß diese Technologie nunmehr sowohl auf AMD- als auch Intel-Mainboards läuft. Teil dieser "Virtu Universal" wird zudem zukünftig eine "Lucid Virtual Sync" Technologie sein, mittels welcher Lucid das alte Frameraten-Problem bei aktivem Vsync angehen will. Bei aktivem Vsync gibt es arg springende Frameraten (bei 60 fps Monitor-Refreshrate und aktivem Vsync können nur 15, 30 oder 60 fps dargestellt werden, aber keinerlei Zwischenwerte), welche ein unsauberes Spielgefühl ergeben. Deswegen schalten viele Spieler auch Vsync aus und leben mit dem teilweise sich daraus ergebenden Tearing-Effekt (es werden Teile von zwei Bildern auf dem Monitor dargestellt).

Lucid hat sich hier allerdings etwas ganz anderes ausgedacht: Die Lucid-Software soll den Tearing-Effekt vorab erkennen und dann anscheinend den Bildspeicher so modifizieren können, daß das am Monitor ausgegebene Bild wieder passt. Das funktioniert allerdings nur zusammen mit einer integrierten Grafiklösung, über welche dann auch der Monitor angebunden ist – weil Lucid nur den Bildspeicher der integrierten Grafiklösung manipulieren kann. Von der Sache her hört sich dies hochinteressant an, allerdings muß Lucid dies natürlich auch erst einmal funktionierend (und ohne Nebenwirkungen) demonstrieren – im Versprechen von großartigen Dingen hat Lucid nun einmal seine Vorgeschichte.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wieso nicht AMD und nVidia auf ähnliche Ideen kommen konnten, die Manipulation des Bildspeichers ist letztlich auch innerhalb des Grafikchips (über mehr als einen Bildspeicher) möglich. Leider kommt es uns so vor, als würden beide Grafikchip-Entwickler zu sehr auf den Massenmarkt und dessen einfache Beeinflußbarkeit schauen. Denn selbst für Core-Gamer gedachte Technologien werden derzeit immer mit dem Augenmerk entwickelt, diese später im Massenmarkt verwenden zu können oder wenigsten einen Imagegewinn für den Massenmarkt mitnehmen zu können. Kleinere Dinge, die nur für den Core-Gamer interessant sind, dem Massenmarkt aber schwer als Vorteil zu verkaufen sind – wie das Vsync-Problem oder auch das Mikroruckler-Problem unter SLU/CrossFire – fallen da leider seit einiger Zeit regelmäßig hinten runter, obwohl AMD und nVidia sicherlich die Entwickler-Manpower zur Lösung dieser kleineren Probleme zur Verfügung steht.

AMD hat auf der Computex die Bulldozer-Plattform offiziell vorgestellt – nicht aber den Bulldozer-Prozessor selber, welcher noch seine Zeit brauchen wird. Ausgangspunkt der Bulldozer-Plattform sind rein offiziell die 900er Chipsätze von AMD: 970, 990X und 990FX zusammen mit der Southbridge SB950. Die Chipsätze stellen allerdings nur Umbenennungen der 800er Chipsätze dar, technisch gibt es bis auf den offiziellen Bulldozer-Support nichts neues. Damit gibt es derzeit auch keinen nativen USB 3.0 Support bei Bulldozer – den gibt es ironischerweise nur bei den kommenden Llano-Chipsätzen. Ebenfalls gibt es kein PCI Express 3.0, obwohl dieses aufgrund der letzten Bulldozer-Verschiebung auf den September mal ein interessantes Feature wäre (und bei AMD muß man es nicht in die CPUs, sondern nur in den Chipsatz integrieren) – aber nun gut, AMD geht mit der ersten Bulldozer-Generation schlicht den Weg, es möglichst einfach zu halten.

AMD 9 Series Chipset

Damit ergibt sich schließlich auch der bekannte Vorteil für Besitzer von AM3-Systemen, daß diese – nach BIOS-Update – auch Bulldozer-Prozessoren einsetzen werden können, selbst wenn AMD dies offiziell nicht unterstützt. Abzuwarten bleibt weiterhin, was dies für Nachteile hervorbringt – AMD spricht hierzu gern verklausiert von diversen Nachteilen von Bulldozer auf AM3 bzw. den 800er Chipsätzen, allerdings könnte dies auch reines Marketing zum Puschen der AM3+ Plattform sein. Das einzige, was recht sicher feststeht, ist, daß Bulldozer auf der AM3 Plattform ein paar zusätzliche Stromsparmechanismen fehlen, die eben erst in Zusammenspiel mit dem Sockel AM3+ funktionieren. Wenn es dabei bleibt, wäre dies ein negierbarer Nachteil von Bulldozer auf dem "alten" Sockel AM3.

AnandTech vermelden eine bislang unbekannte Eigenschaft der kommenden Ivy Bridge Prozessorenarchitektur von Intel – eine sogenannte "konfigurierbare TDP". Dahinter verbirgt sich der Ansatz, daß der TurboMode der Intel-CPUs bei ausreichender Kühlung auch über die sich durch die TDP ergebenden Grenzwerte gehen darf – sprich, der TurboMode regelt sich nicht an einem festgelegten BIOS-Wert ab, sondern an der live ermittelten CPU-Temperatur. Bei Desktop-CPUs hat dies wohl keine echten Auswirkungen, weil diese regelmäßig ihre harten TurboMode-Taklimits erreichen können. Im Mobile-Sektor sieht dies mit den zumeist sehr großen TurboMode-Aufschlägen anders aus und Intel will wohl zukünftig im Mobile-Segment noch viel stärker auf den TurboMode setzen.

Der Begriff "configurable TDP" ist hierbei allerdings sehr ungünstig gewählt, weil eine TDP eine Maßgabe für die PC-Hersteller bei der Dimensionierung der Kühlleistung, Abluftabfuhr und Netzteilstärke ist und daher keine beliebig verschiebbare Größe darstellt. Man könnte fast auf die Idee kommen, Intel plant hier ein ähnliches System wie AMD mit seinen ACP-Angaben ("Average CPU Power") einführen, wo der offiziell genannte Verlustleistungswert niedriger ist als die dann nur noch intern gehandelte TDP – es also primär um "schöner aussehende" TDP-Werte geht. Es wäre wohl besser, wenn man das ganze auch beim Namen technisch korrekt auf die CPU-Temperatur bezieht – schließlich wird nicht wirklich die TDP hochgesetzt, sondern die CPU regelt den TurboMode anhand der gemessenen CPU-Temperatur aus.

PC Perspective berichten über die Neuvorstellungen von Lucid auf der Computex. So wird die Virtu-Technologie künftig unter dem Label "Virtu Universal" laufen - was wohl zum Ausdruck bringen soll, daß diese Technologie nunmehr sowohl auf AMD- als auch Intel-Mainboards läuft. Teil dieser "Virtu Universal" wird zudem zukünftig eine "Lucid Virtual Sync" Technologie sein, mittels welcher Lucid das alte Frameraten-Problem bei aktivem Vsync angehen will. Bei aktivem Vsync gibt es arg springende Frameraten (bei 60 fps Monitor-Refreshrate und aktivem Vsync können nur 15, 30 oder 60 fps dargestellt werden, aber keinerlei Zwischenwerte), welche ein unsauberes Spielgefühl ergeben. Deswegen schalten viele Spieler auch Vsync aus und leben mit dem teilweise sich daraus ergebenden Tearing-Effekt (es werden Teile von zwei Bildern auf dem Monitor dargestellt).


Lucid Virtual Sync

Lucid hat sich hier allerdings etwas ganz anderes ausgedacht: Die Lucid-Software soll den Tearing-Effekt vorab erkennen und dann anscheinend den Bildspeicher so modifizieren können, daß das am Monitor ausgegebene Bild wieder passt. Das funktioniert allerdings nur zusammen mit einer integrierten Grafiklösung, über welche dann auch der Monitor angebunden ist - weil Lucid nur den Bildspeicher der integrierten Grafiklösung manipulieren kann. Von der Sache her hört sich dies hochinteressant an, allerdings muß Lucid dies natürlich auch erst einmal funktionierend (und ohne Nebenwirkungen) demonstrieren - im Versprechen von großartigen Dingen hat Lucid nun einmal seine Vorgeschichte.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wieso nicht AMD und nVidia auf ähnliche Ideen kommen konnten, die Manipulation des Bildspeichers ist letztlich auch innerhalb des Grafikchips (über mehr als einen Bildspeicher) möglich. Leider kommt es uns so vor, als würden beide Grafikchip-Entwickler zu sehr auf den Massenmarkt und dessen einfache Beeinflußbarkeit schauen. Denn selbst für Core-Gamer gedachte Technologien werden derzeit immer mit dem Augenmerk entwickelt, diese später im Massenmarkt verwenden zu können oder wenigsten einen Imagegewinn für den Massenmarkt mitnehmen zu können. Kleinere Dinge, die nur für den Core-Gamer interessant sind, dem Massenmarkt aber schwer als Vorteil zu verkaufen sind - wie das Vsync-Problem oder auch das Mikroruckler-Problem unter SLU/CrossFire - fallen da leider seit einiger Zeit regelmäßig hinten runter, obwohl AMD und nVidia sicherlich die Entwickler-Manpower zur Lösung dieser kleineren Probleme zur Verfügung steht.

AMD hat auf der Computex die Bulldozer-Plattform offiziell vorgestellt - nicht aber den Bulldozer-Prozessor selber, welcher noch seine Zeit brauchen wird. Ausgangspunkt der Bulldozer-Plattform sind rein offiziell die 900er Chipsätze von AMD: 970, 990X und 990FX zusammen mit der Southbridge SB950. Die Chipsätze stellen allerdings nur Umbenennungen der 800er Chipsätze dar, technisch gibt es bis auf den offiziellen Bulldozer-Support nichts neues. Damit gibt es derzeit auch keinen nativen USB 3.0 Support bei Bulldozer - den gibt es ironischerweise nur bei den kommenden Llano-Chipsätzen. Ebenfalls gibt es kein PCI Express 3.0, obwohl dieses aufgrund der letzten Bulldozer-Verschiebung auf den September mal ein interessantes Feature wäre (und bei AMD muß man es nicht in die CPUs, sondern nur in den Chipsatz integrieren) - aber nun gut, AMD geht mit der ersten Bulldozer-Generation schlicht den Weg, es möglichst einfach zu halten.



Damit ergibt sich schließlich auch der bekannte Vorteil für Besitzer von AM3-Systemen, daß diese - nach BIOS-Update - auch Bulldozer-Prozessoren einsetzen werden können, selbst wenn AMD dies offiziell nicht unterstützt. Abzuwarten bleibt weiterhin, was dies für Nachteile hervorbringt - AMD spricht hierzu gern verklausiert von diversen Nachteilen von Bulldozer auf AM3 bzw. den 800er Chipsätzen, allerdings könnte dies auch reines Marketing zum Puschen der AM3+ Plattform sein. Das einzige, was recht sicher feststeht, ist, daß Bulldozer auf der AM3 Plattform ein paar zusätzliche Stromsparmechanismen fehlen, die eben erst in Zusammenspiel mit dem Sockel AM3+ funktionieren. Wenn es dabei bleibt, wäre dies ein negierbarer Nachteil von Bulldozer auf dem "alten" Sockel AM3.

AnandTech vermelden eine bislang unbekannte Eigenschaft der kommenden Ivy Bridge Prozessorenarchitektur von Intel - eine sogenannte "konfigurierbare TDP". Dahinter verbirgt sich der Ansatz, daß der TurboMode der Intel-CPUs bei ausreichender Kühlung auch über die sich durch die TDP ergebenden Grenzwerte gehen darf - sprich, der TurboMode regelt sich nicht an einem festgelegten BIOS-Wert ab, sondern an der live ermittelten CPU-Temperatur. Bei Desktop-CPUs hat dies wohl keine echten Auswirkungen, weil diese regelmäßig ihre harten TurboMode-Taklimits erreichen können. Im Mobile-Sektor sieht dies mit den zumeist sehr großen TurboMode-Aufschlägen anders aus und Intel will wohl zukünftig im Mobile-Segment noch viel stärker auf den TurboMode setzen.

Der Begriff "configurable TDP" ist hierbei allerdings sehr ungünstig gewählt, weil eine TDP eine Maßgabe für die PC-Hersteller bei der Dimensionierung der Kühlleistung, Abluftabfuhr und Netzteilstärke ist und daher keine beliebig verschiebbare Größe darstellt. Man könnte fast auf die Idee kommen, Intel plant hier ein ähnliches System wie AMD mit seinen ACP-Angaben ("Average CPU Power") einführen, wo der offiziell genannte Verlustleistungswert niedriger ist als die dann nur noch intern gehandelte TDP - es also primär um "schöner aussehende" TDP-Werte geht. Es wäre wohl besser, wenn man das ganze auch beim Namen technisch korrekt auf die CPU-Temperatur bezieht - schließlich wird nicht wirklich die TDP hochgesetzt, sondern die CPU regelt den TurboMode anhand der gemessenen CPU-Temperatur aus.