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News des 25./26. Juni 2011

Die Umfrage der zu Ende gehenden Woche bezog sich auf AMDs Llano-Prozessorenarchitektur und den Ersteindruck zu dieser angesichts der vorliegenden Performancedaten sowie der ersten Preisnotierungen. Die dabei angefallenen Umfrage-Ergebnisse ergeben ein grob betrachtet gutklassiges Bild für die neue Prozessorenarchitektur, welche aufgrund ihres niedrigen preislichen Ansatzes ganz automatisch nicht jedem gefallen kann. So sind die 58 Prozent Umfrage-Teilnehmer mit einem guten Ersteindruck ein überaus vernünftiger Wert – so gut bewertet wie "seinerzeit" Sandy Bridge (76 Prozent positiver Ersteindruck) ist Llano zweifelsfrei nicht, aber Sandy Bridge wurde schließlich auch für deutlich höhere Ansprüche entwickelt. Die Anzahl der Umfrageteilnehmer mit negativem Ersteindruck hält sich zudem mit gut 15 Prozent absolut im Rahmen, so gesehen sind dies gute Aussichten für Llano.

 Wie ist der Ersteindruck zu AMDs Llano-Architektur?

Mit knapp 27 Prozent haben allerdings diesesmal verhältnismäßig viele Umfrage-Teilnehmer für einen durchschnittlichen Ersteindruck votiert – ein Hinweis darauf, daß Llano doch nicht so in Glanz und Gloria in den Markt reiten wird wie Sandy Bridge. Nicht unerwartet fiel dabei insbesondere die arg durchschnittliche CPU-Performance von Llano als größter Negativpunkt auf – satte 89 Prozent der für einen durchschnittlichen oder negativen Ersteindruck stimmenden Umfrageteilnehmer nahmen an diesem Punkt Anstoß, während die GPU-Performance nur von 22 Prozent als Problem angesehen wurde. AMD wird sich diesen Punkt unbedingt ansehen müssen, denn Llano ist auch ganz objektiv betrachtet in der Tat ein wenig schwach auf der CPU-Seite ausgefallen, dies sagen am Ende sogar viele Llano-Befürworter. AMD sollte hier unbedingt das frühere Taktraten-Ziel von klar über 3 GHz für Llano erneut angehen, um diesen Punkt wenigstens ein bißchen verbessern zu können.

Die verhältnismäßig schwache CPU-Leistung von Llano und aber auch die nur unter Mobile-Maßstäben wirklich "gut" zu nennende GPU-Power dürften zudem für den Effekt gesorgt haben, daß von den Umfrage-Teilnehmern mit gutem Ersteindruck und prinzipiellem Kaufinteresse der Großteil sich Llano erst einmal nur im Mobile-Segment vorstellen kann: Klare 91 Prozent dieser Umfrage-Teilnehmer können sich einen Llano-Kauf im Mobile-Segment vorstellen – gegen nur 36 Prozent im Desktop-Segment. Grundlage für diese Stimmenverteilung ist natürlich wieder die CPU-Power: Im Desktop-Segment bekommt man deutlich bessere CPUs hinterhergeworfen und benutzt viel häufiger eine extra Grafikkarte, während im Mobile-Segment die schwächere CPU-Power von Llano nicht ganz so tragisch erscheint und eine gleichwertige Grafiklösung gegenüber Llano preislich und bei der Verlustleistung respektive Akkulaufzeit ihre Nachteile hat. Der Mix aus CPU- und GPU-Power von Llano mag zwischen Desktop- und Mobile-Modellen sehr ähnlich sein, aber aufgrund der jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen dieser beiden Märkte ist das Llano-Angebot im Mobile-Segment einfach viel mehr zielführender als im Desktop-Segment.

Hartware berichten über im japanischen Handel aufgetauchte Phenom II X4 960T Prozessoren, deren Basis ein Thuban-Kern ist. Damit gibt es zum einen den TurboCore-Modus auf diesem Prozessor und zum anderen die Möglichkeit, mit dem passenden Mainboard diesen Vierkerner zum Sechskerner freizuschalten. Auf 3.0 GHz Takt und für umgerechnet 100 Euro ist das kein schlechter Deal (sofern man die Freischaltung vornimmt) – ob diese CPU allerdings auch nach Europa kommt, steht in den Sternen. In Japan tauchen gern auch mal eigentlich nur für OEM-Bedürfnisse aufgelegte Hardware – wie eben dieser Phenom II X4 960T – auch im Einzelhandel auf, dies sind dann aber eher Einzelfälle und bedeutet nicht automatisch, daß es diese Hardware dann nachfolgend auch in anderen Breitengraden regulär zu erstehen gibt. Zudem geht im Fall von AMD-CPUs das Augenmerk natürlich inzwischen schon stark in Richtung Bulldozer und hat die aktuelle Prozessoren-Generation von AMD kaum noch große Chancen.

In einem Blog-Eintrag hat Intel eine elementare Änderung der übernächsten CPU-Architektur "Haswell" angekündigt: Eine weitere CPU-Befehlssatzerweiterung namens AVX2. Mittels AVX2 wird es mehr Befehle für FPU-Berechnungen geben, gleichzeitig steigt die Datenbreite für per AVX2 beschleunigte Integer-Berechnungen auf 256 Bit. Eine zusätzliche Verbreiterung der Datenbreite für FPU-Befehle auf 512 Bit (AVX1 hat hier 256 Bit Datenbreite) ist derzeit noch Gegenstand von Spekulationen und nicht sicher (mittels einer höheren Datenbreite unter SSE bzw. AVX kann im Idealfall die doppelte Rechenleistung auf gleichem Takt erbracht werden). Alle Details sind noch nicht bekannt, allerdings sieht es ganz nach einem Großangriff Intels auf die GPGPU-Fähigkeiten der aktuellen Grafikchips von AMD und nVidia aus, die nominelle Rechenleistung von Haswell könnte unter Umständen massiv auf das Achtfache nach oben gehen (Sandy Bridge: ca. 100 GFlops unter DoublePrecision, Radeon HD 5870 ca. 528 GFlops unter DoublePrecision) und AVX2 zudem viel flexibler als Grafikchips werden.

Für den Alltagseinsatz wird dieser Punkt zumindest zum Launchzeitpunkt von Haswell jedoch keinerlei Rolle spielen, da neue CPU-Befehlssatzerweiterungen trotz solch früher Vorankündigungen wie in diesem Fall erfahrungsgemäß ihre Zeit brauchen, um von den Software-Programmierern in deren Programme eingebaut zu werden. Das AVX1 von Sandy Bridge wird derzeit auch noch kaum genutzt, obwohl hier ein wesentlicher Unterscheidungspunkt zur vorhergehenden Nehalem-Architektur von Intel liegt und eigentlich auch viel Performance herauszuholen wäre. Um vom Start weg schneller als die Haswell vorhergehende Ivy-Bridge-Architektur zu sein, wird Intel auch noch andere Stellschrauben anziehen müssen, AVX2 ist eher ein auf langfristige Durchsetzung angedachtes Feature. Haswell wird voraussichtlich zum Jahresanfang 2013 in der 22nm-Fertigung antreten, weswegen der Prozessor in den Intel-internen Roadmaps (welche nur die Fertigstellung berücksichtigen, nicht aber den Marktlaunch) derzeit üblicherweise für den Winter 2012 geführt wird.

Die Umfrage der zu Ende gehenden Woche bezog sich auf AMDs Llano-Prozessorenarchitektur und den Ersteindruck zu dieser angesichts der vorliegenden Performancedaten sowie der ersten Preisnotierungen. Die dabei angefallenen Umfrage-Ergebnisse ergeben ein grob betrachtet gutklassiges Bild für die neue Prozessorenarchitektur, welche aufgrund ihres niedrigen preislichen Ansatzes ganz automatisch nicht jedem gefallen kann. So sind die 58 Prozent Umfrage-Teilnehmer mit einem guten Ersteindruck ein überaus vernünftiger Wert - so gut bewertet wie "seinerzeit" Sandy Bridge (76 Prozent positiver Ersteindruck) ist Llano zweifelsfrei nicht, aber Sandy Bridge wurde schließlich auch für deutlich höhere Ansprüche entwickelt. Die Anzahl der Umfrageteilnehmer mit negativem Ersteindruck hält sich zudem mit gut 15 Prozent absolut im Rahmen, so gesehen sind dies gute Aussichten für Llano.



Mit knapp 27 Prozent haben allerdings diesesmal verhältnismäßig viele Umfrage-Teilnehmer für einen durchschnittlichen Ersteindruck votiert - ein Hinweis darauf, daß Llano doch nicht so in Glanz und Gloria in den Markt reiten wird wie Sandy Bridge. Nicht unerwartet fiel dabei insbesondere die arg durchschnittliche CPU-Performance von Llano als größter Negativpunkt auf - satte 89 Prozent der für einen durchschnittlichen oder negativen Ersteindruck stimmenden Umfrageteilnehmer nahmen an diesem Punkt Anstoß, während die GPU-Performance nur von 22 Prozent als Problem angesehen wurde. AMD wird sich diesen Punkt unbedingt ansehen müssen, denn Llano ist auch ganz objektiv betrachtet in der Tat ein wenig schwach auf der CPU-Seite ausgefallen, dies sagen am Ende sogar viele Llano-Befürworter. AMD sollte hier unbedingt das frühere Taktraten-Ziel von klar über 3 GHz für Llano erneut angehen, um diesen Punkt wenigstens ein bißchen verbessern zu können.

Die verhältnismäßig schwache CPU-Leistung von Llano und aber auch die nur unter Mobile-Maßstäben wirklich "gut" zu nennende GPU-Power dürften zudem für den Effekt gesorgt haben, daß von den Umfrage-Teilnehmern mit gutem Ersteindruck und prinzipiellem Kaufinteresse der Großteil sich Llano erst einmal nur im Mobile-Segment vorstellen kann: Klare 91 Prozent dieser Umfrage-Teilnehmer können sich einen Llano-Kauf im Mobile-Segment vorstellen - gegen nur 36 Prozent im Desktop-Segment. Grundlage für diese Stimmenverteilung ist natürlich wieder die CPU-Power: Im Desktop-Segment bekommt man deutlich bessere CPUs hinterhergeworfen und benutzt viel häufiger eine extra Grafikkarte, während im Mobile-Segment die schwächere CPU-Power von Llano nicht ganz so tragisch erscheint und eine gleichwertige Grafiklösung gegenüber Llano preislich und bei der Verlustleistung respektive Akkulaufzeit ihre Nachteile hat. Der Mix aus CPU- und GPU-Power von Llano mag zwischen Desktop- und Mobile-Modellen sehr ähnlich sein, aber aufgrund der jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen dieser beiden Märkte ist das Llano-Angebot im Mobile-Segment einfach viel mehr zielführender als im Desktop-Segment.

Hartware berichten über im japanischen Handel aufgetauchte Phenom II X4 960T Prozessoren, deren Basis ein Thuban-Kern ist. Damit gibt es zum einen den TurboCore-Modus auf diesem Prozessor und zum anderen die Möglichkeit, mit dem passenden Mainboard diesen Vierkerner zum Sechskerner freizuschalten. Auf 3.0 GHz Takt und für umgerechnet 100 Euro ist das kein schlechter Deal (sofern man die Freischaltung vornimmt) - ob diese CPU allerdings auch nach Europa kommt, steht in den Sternen. In Japan tauchen gern auch mal eigentlich nur für OEM-Bedürfnisse aufgelegte Hardware - wie eben dieser Phenom II X4 960T - auch im Einzelhandel auf, dies sind dann aber eher Einzelfälle und bedeutet nicht automatisch, daß es diese Hardware dann nachfolgend auch in anderen Breitengraden regulär zu erstehen gibt. Zudem geht im Fall von AMD-CPUs das Augenmerk natürlich inzwischen schon stark in Richtung Bulldozer und hat die aktuelle Prozessoren-Generation von AMD kaum noch große Chancen.

In einem Blog-Eintrag hat Intel eine elementare Änderung der übernächsten CPU-Architektur "Haswell" angekündigt: Eine weitere CPU-Befehlssatzerweiterung namens AVX2. Mittels AVX2 wird es mehr Befehle für FPU-Berechnungen geben, gleichzeitig steigt die Datenbreite für per AVX2 beschleunigte Integer-Berechnungen auf 256 Bit. Eine zusätzliche Verbreiterung der Datenbreite für FPU-Befehle auf 512 Bit (AVX1 hat hier 256 Bit Datenbreite) ist derzeit noch Gegenstand von Spekulationen und nicht sicher (mittels einer höheren Datenbreite unter SSE bzw. AVX kann im Idealfall die doppelte Rechenleistung auf gleichem Takt erbracht werden). Alle Details sind noch nicht bekannt, allerdings sieht es ganz nach einem Großangriff Intels auf die GPGPU-Fähigkeiten der aktuellen Grafikchips von AMD und nVidia aus, die nominelle Rechenleistung von Haswell könnte unter Umständen massiv auf das Achtfache nach oben gehen (Sandy Bridge: ca. 100 GFlops unter DoublePrecision, Radeon HD 5870 ca. 528 GFlops unter DoublePrecision) und AVX2 zudem viel flexibler als Grafikchips werden.

Für den Alltagseinsatz wird dieser Punkt zumindest zum Launchzeitpunkt von Haswell jedoch keinerlei Rolle spielen, da neue CPU-Befehlssatzerweiterungen trotz solch früher Vorankündigungen wie in diesem Fall erfahrungsgemäß ihre Zeit brauchen, um von den Software-Programmierern in deren Programme eingebaut zu werden. Das AVX1 von Sandy Bridge wird derzeit auch noch kaum genutzt, obwohl hier ein wesentlicher Unterscheidungspunkt zur vorhergehenden Nehalem-Architektur von Intel liegt und eigentlich auch viel Performance herauszuholen wäre. Um vom Start weg schneller als die Haswell vorhergehende Ivy-Bridge-Architektur zu sein, wird Intel auch noch andere Stellschrauben anziehen müssen, AVX2 ist eher ein auf langfristige Durchsetzung angedachtes Feature. Haswell wird voraussichtlich zum Jahresanfang 2013 in der 22nm-Fertigung antreten, weswegen der Prozessor in den Intel-internen Roadmaps (welche nur die Fertigstellung berücksichtigen, nicht aber den Marktlaunch) derzeit üblicherweise für den Winter 2012 geführt wird.