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Hardware- und Nachrichten-Links des 1. August 2021

TechEpiphany zeigt auf Twitter neue Verkaufszahlen der Mindfactory: Für Prozessoren, für Mainboards und für Grafikkarten. Jene beziehen sich nominell auf die 30. Kalenderwoche – nach Rückfrage handelt es sich die Verkaufsdaten des 25. bis 31. Juli (Sonntag bis Samstag). Jene Daten lassen sich dann in den Vergleich setzen zu den letzten Quartalen vor der großen Grafikkarten-Dürre – so dem ersten Quartal 2020 wie auch dem zweiten Quartal 2020, welches allerdings einen deutlich, augenscheinlich Lockdown-indizierten Absatzanstieg aufzeigte. Auffallend an den neueren Zahlen ist erstens, dass AMD derzeit deutlich schärfer als nVidia an Lieferbarkeitsproblemen leidet, denn der (Stückzahlen-bezogene) AMD-Marktanteil ist inzwischen auf unter 30% gefallen – nachdem jener im ersten Halbjahr 2020 konstant bei oberhalb 40% lag. Ein anderer Ausdruck hiervon findet sich bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen, welche derzeit bei AMD sogar leicht höher liegen als bei nVidia – und dies obwohl AMD in der Vergangenheit seine guten Stückzahlen breit über günstige Beschleuniger realisiert hatte.

AMD vs nVidia Q1/2020 Q2/2020 30. Woche 2021
Daten-Quelle 3DCenter 3DCenter TechEpiphany @ Twitter
Stückzahlen-Marktanteil 41,7%58,3% 41,8%58,2% 28,0%72,0%
durchschnittlicher Verkaufspreis 293 €437 € 297 €466 € 801 €766 €
Verkäufe per Monat 67009378 894212433 ca. 1610ca. 4130
Umsatz per Monat 2,0 Mio. €4,1 Mio. € 2,7 Mio. €5,8 Mio. € ca. 1,3 Mio. €ca. 3,2 Mio. €
"30. Woche 2021" bezieht sich auf Sonntag bis Samstag (25. bis 31. Juli), Verkäufe/Umsätze pro Monat entsprechend hochgerechnet

Doch jene fehlen im AMD-Angebot derzeit fast komplett, so dass vornehmlich die hochpreisigen Radeon RX 6000 Karten verkauft werden. nVidia hat zwar in der Spitze noch teurere Karten, dafür aber auch noch ein gewisses Mainstream-Angebot – wenngleich zu genauso abgehobenen Preisen, aber immerhin verfügbar. Interessant ist zudem, dass Stückzahlen-technisch weiterhin ein überdeutlicher Abstand gegenüber "Normalzeiten" existiert, bei den Umsätzen (getrieben durch die hohen Preise) jene jedoch fast schon wieder erreicht sind. Allerdings zeigen diese Zahlen auch darauf hin, dass die Einzelhändler durch die überzogenen Grafikkarten-Preise eben nicht mehr Umsatz machen – dafür sind die realisierten Stückzahlen zu schlecht. Nur die Gewinnmarge des Grafikkarten-Geschäfts dürfte für Einzelhändler, Distributoren und Grafikkartenhersteller exorbitant sein – bei den Grafikchip-Entwicklern bleibt davon wie bekannt kaum etwas hängen. PS zu den aktuellen Grafikkarten-Preisen: Deren bisher zweiwöchentliche Erfassung wird für diesesmal vertagt, da weiterhin eine klare Seitwärtsbewegung vorliegt und sich somit gegenüber der letzten diesbezüglichen Erfassung nichts berichtenswertes ergeben hat.

Leider untergegangen in den letzten Wochen ist eine extra Berichterstattung zum Core i5-11400(F) bzw. den seitens der vorliegenden Testberichte zu diesem Mainstream-Prozessor aufgestellten Performance-Werte. Dies dürfte dann mittels des kommenden Retail-Starts der Ryzen 5000G APUs nachgeholt bzw. noch einmal in einen größeren Kontext gesetzt werden. Bei den bisherigen Testberichten kam der Core i5-11400(F) zumeist ziemlich gut weg, was vor allem am exzellenten Preispunkt liegt. Denn für unter 200 Dollar/Euro wird man bei AMD (immer noch) ausschließlich mit Modellen bedient, welche noch nicht zur neuesten CPU-Generation gehören – und dann demzufolge insbesondere bei der Spiele-Performance nicht gegenüber diesem kleinsten Rocket-Lake-Sechskerner mithalten können. Interessant ist daneben der insbesondere von den deutschsprachigen Testberichten herausgearbeitete Punkt, wonach der Core i5-11400(F) gerade auch unter Spielen eine beachtbare Performance-Differenz mit/ohne Powerlimit hinlegt.

Dies ist ein deutlicher Unterschied zu den höherklassigen Rocket-Lake-Modellen, während der Core i5-11400(F) sich ohne die Maßnahme nicht klar genug vom Comet-Lake-Vorgänger Core i5-10400(F) absetzen kann. Damit gewinnt der neuere Core i5-11400(F) keine Preise in der Effizienz-Kategorie, allerdings ist ausgehend von der TDP von 65 Watt das PL2 des Prozessors bei 154 Watt immer noch in einem vergleichsweise ertragbaren Rahmen angesiedelt. Generell scheint der Core i5-11400(F) etwas für Bastler und Tuner zu sein, denn über die Optimierung der Powerlimits sowie mittels höheren Speichertaktraten kann man bei diesem Prozessor noch einiges an Spiele-Performance herausholen. Indirekt ist der Prozessor zudem ein Fingerzeig darauf, dass gutklassige Hardware keine monströsen Preispunkte haben muß. Denn der Listenpreis des Core i5-11400(F) steht bei $182 für das normale Modell (mit iGPU) sowie $157 für das F-Modell, im Einzelhandel gibt es zumindest das F-Modell weiterhin für knapp unterhalb 200 Euro.

Der Spiegel berichtet zum am 1. August in Kraft getretenen Uploadfilter-Gesetz, insbesondere bezüglich konkreter Auswirkungen und Möglichkeiten. So schreibt das Gesetz eben auch vor, dass man zukünftig einfacher Beschwerde gegenüber fehlerhaften Filter-Entscheidungen der großen Plattformen einlegen können muß – was besondere Relevanz dadurch erlangt, dass deren Entscheidungen mehr oder weniger durchgehend von künstlichen (Un-)Intelligenzen getroffen werden. Die vom Spiegel eingeholten Auskünfte legen allerdings nahe, dass das Gesetz technisch derzeit noch bei keiner großen Plattform wirklich umgesetzt ist. Interessant ist zudem der Hinweis darauf, dass sich die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) um alle Fälle von Overblocking kümmern will. Die GFF kann (und will) wegen des in diesem Fall geltenden Verbandsklagerechts auch im Namen der betroffenen Nutzer klagen – jene müssen faktisch nichts anderes tun, als die GFF über alle Fälle von fehlerhafter Blockierung in Kenntnis zu setzen.

Twitter-Meme-Shortcuts: CPU Galaxy zeigen eine nur daumengroße Mini-Festplatte (mechanischer Bauweise) aus einem älteren Nokia-Handy. Matthew Garrett erinnert zum absoluten Verkaufsende von Intels Itanium-Prozessoren an die einst hochfliegenden Absätzpläne bei dieser gescheiterten Intel-Architektur. Coreteks thematisieren die Umbenennung der Intel-Fertigungsverfahren, während TechEpiphany den passenden Comic-Charakter für Intels neuen CEO gefunden hat und seitens GPUsAreMagic nVidias CEO mittels AMDs FSR-Technologie (erfolgreich) hochskaliert wurde. Kepler_L2 witzelt über die Situation bei Mainstream-Grafikkarten, während VideoCardz und Hassan Mujtaba selbiges zur kolportiert (hohen) Wattage der NextGen-Beschleuniger tun. Und letztlich beweist Intel Selbstironie mit einer Aufstellung, anhand welcher man sich mittels seines Geburtstags einen eigenen Codenamen basteln kann – basierend auf seitens Intel selber genutzten Codenamen-Teilen.

TechEpiphany zeigt auf Twitter neue Verkaufszahlen der Mindfactory: Für Prozessoren, für Mainboards und für Grafikkarten. Jene beziehen sich nominell auf die 30. Kalenderwoche - nach Rückfrage handelt es sich die Verkaufsdaten des 25. bis 31. Juli (Sonntag bis Samstag). Jene Daten lassen sich dann in den Vergleich setzen zu den letzten Quartalen vor der großen Grafikkarten-Dürre - so dem ersten Quartal 2020 wie auch dem zweiten Quartal 2020, welches allerdings einen deutlich, augenscheinlich Lockdown-indizierten Absatzanstieg aufzeigte. Auffallend an den neueren Zahlen ist erstens, dass AMD derzeit deutlich schärfer als nVidia an Lieferbarkeitsproblemen leidet, denn der (Stückzahlen-bezogene) AMD-Marktanteil ist inzwischen auf unter 30% gefallen - nachdem jener im ersten Halbjahr 2020 konstant bei oberhalb 40% lag. Ein anderer Ausdruck hiervon findet sich bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen, welche derzeit bei AMD sogar leicht höher liegen als bei nVidia - und dies obwohl AMD in der Vergangenheit seine guten Stückzahlen breit über günstige Beschleuniger realisiert hatte.




AMD vs nVidia
Q1/2020
Q2/2020
30. Woche 2021





Daten-Quelle
3DCenter
3DCenter
TechEpiphany @ Twitter



Stückzahlen-Marktanteil
41,7% — 58,3%
41,8% — 58,2%
28,0% — 72,0%



durchschnittlicher Verkaufspreis
293 € — 437 €
297 € — 466 €
801 € — 766 €



Verkäufe per Monat
6700 — 9378
8942 — 12433
ca. 1610 — ca. 4130



Umsatz per Monat
2,0 Mio. € — 4,1 Mio. €
2,7 Mio. € — 5,8 Mio. €
ca. 1,3 Mio. € — ca. 3,2 Mio. €



"30. Woche 2021" bezieht sich auf Sonntag bis Samstag (25. bis 31. Juli), Verkäufe/Umsätze pro Monat entsprechend hochgerechnet