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Hardware- und Nachrichten-Links des 1. Juni 2017

Die ComputerBase hat mehrere Stimmen aus Hersteller- und Händler-Kreisen zur schlechten Lieferbarkeit von Radeon RX 570 & 580 Grafikkarten eingeholt – welche mehrheitlich die Crypto-Miner als "Schuldige" angeben. Vermutlich sind selbst AMDs Liefermengen nicht einmal schlecht, schließlich ist "Polaris 20" nun nichts anderes als "Polaris 10" unter neuem Namen – aber mit dem erneuten Boom des Crypto-Minings per Grafikkarte konnte man kaum rechnen, gerade da eine Chipfertigung immer auf Monate im voraus geplant werden muß. Mit der deutlichen Erhöhung der aktuellen Chipfertigung zur besseren Lieferbarkeit hat AMD allerdings auch wieder und gerade beim Thema Crypto-Mining schlechte Erfahrungen gemacht – beim seinerzeitigen Bitcoin-Boom wurden zuerst alle Hawaii-Chips ausverkauft, AMD produzierte nachfolgend zu viele davon und saß dann nach dem schnellen Ende des Booms auf zu vielen Hawaii-Chips herum. Ein gesunder Mittelweg dürfte die sinnvollste Entscheidung sein – welche dann allerdings auch beeinhaltet, das die Lieferbarkeit der Radeon RX 570 & 580 Grafikkarten noch für einige Zeit schlecht sein wird, respektive die Preise dieser Grafikkarten hoch bleiben werden. Derzeit soll es aufgrund der Knappheit von (diesbezüglich) schlagkräftigen Midrange-Grafikkarten sogar so weit gehen, das sich Crypto-Miner inzwischen sogar für nVidia-Grafikkarten interessieren – der nVidia-User, der sich bislang still ins Fäustchen gelacht hat, könnte also auch alsbald betroffen sein.

In diesem Zusammenhang ist der Artikel von WCCF Tech zur Ethereum-Mining GPU-Performance ganz interessant. Unter dieser Aufgabenstellung kann AMD natürlich seine Stärken ausspielen – wobei nVidia mit den Pascal-Grafikkarten gar nicht einmal so schlecht mitkommt, früher waren die Abstände in dieser Disziplin sehr viel eindeutiger. Daß die GeForce GTX 1080 im übrigen als langsamer wie auch weniger Strom verbrauchend angegeben wurde, muß in diesem Spezialfall kein Fehler sein – es gibt gewisse Hinweise, das unter solcherart speziellen Operationen der GDDR5X-Speicher der GeForce GTX 1080 die Karte enorm ausbremst (jener Effekt ist bisher im Gaming-Einsatz noch nicht aufgetreten). Von der Preis-Effizienz her liegen Radeon RX 470 & 480 sowie 570 & 580 natürlich vorn, bei der Energie-Effizienz kann die GeForce GTX 1060 allerdings auch noch ein gutes Wort mitreden – gerade wenn man nicht zum lachhaften US-Strompreis von 12 US-Cent pro kW/h rechnen kann, könnte die (allerdings nicht genauer aufgezeigte) Rechnung tatsächlich eher in Richtung der nVidia-Modelle kippen. Ob sich das ganze wirklich jetzt noch lohnt, können allerdings sowieso nur Miner selber richtig beurteilen – bei Bitcoin war es seinerzeit jedenfalls so, das mit der enorm schnellen und hohen Steigerung der Mining-Schwierigkeit der ganze Spaß kurz nachdem es breit von der Presse berichtet wurde schon wieder vorbei war.

TweakPC berichten über eine angebliche Preissenkung des Core i3-7350K vom bisher (überhöhten) Listenpreis von 168$ auf nunmehr 149$ – Intels offizielle Preisliste spiegelt dies allerdings noch nicht wieder. In dieser kann sich jene laut der PC Games Hardware jedoch schon in den Einzelhandelspreisen zu sehende Preissenkung natürlich auch später noch einfinden – und eventuell ist dies auch nur der Auftakt zu noch breiteren Preissenkungen, denn mit den 149$ hätte der Core i3-7350K den exakt gleichen Preispunkt wie das nächstkleinere Modell in Form des Core i3-7320. Da der Core i3-7350K über etwas mehr Takt sowie eine freigeschaltete Übertaktungsfunktionalität verfügt, sollte der Core i3-7320 eigentlich klar günstiger daherkommen und wird demzufolge vielleicht auch noch im Preis gesenkt. Nicht auszuschließen, das damit die Preislage des kompletten Zweikern-Portfolios bei Intel angepasst wird – jene Prozessoren dürften spätestens mit dem Erscheinen von Ryzen 3 (im dritten Quartal) sowieso einen schweren Stand haben.

Der Tech Report vermeldet hingegen gewisse kleinere Preissenkungen von Ryzen 7 bei US-Einzelhandelspreisen – was in Deutschland nicht viel sagen müsste, aber in den USA recht klar auf eine Hersteller-getriebene Preissenkung hindeuten, da dort der Wettbewerb zwischen den Einzelhändlern wesentlich schwächer ist und sich jene daher in aller Regel an die Hersteller-Preisvorgaben halten. Die Preissenkungen sind nicht großartig – aber würden es AMD notfalls ermöglichen, die kommenden Ryzen Threadripper-Prozessoren wesentlich günstiger anzubieten als gedacht. Damit würde Ryzen Threadripper natürlich auch preislich näher an Ryzen 7 heranrücken, womit diese Preissenkungen zur Wahrung des (relativen) Preisabstandes durchaus sinnvoll erscheinen. Eine andere mögliche Erklärung liegt in den Core-X-Prozessoren von Intel, gegenüber welchen AMD sich preislich vielleicht besser positionieren will. Gerade da Intel nun überhaupt nicht für direkte Preissenkungen bekannt ist, wäre dies eine gute Methode für AMD, um beim Preis/Leistungs-Verhältnis weiterhin klar in Front zu liegen – trotz daß Intel mit Core X sicherlich sehr mächtige CPUs aufbietet.

Golem berichten über NAS-Systeme von Thecus, welche schon seit einiger Zeit Notfall-Akkus verbauen – bei Thecus nun erstmals auch bei einem 2-Bay-NAS geboten. Interessant ist, das die NAS-Hersteller sich überhaupt damit beschäftigen – aber natürlich liegt der Gedanke bei einem dedizierten Festplatten-Produkt nicht wirklich weit weg und dürfte maßgeblich über die Fortschritte in der Akku-Technologie über die letzten Jahre überhaupt erst ermöglicht worden sein. Wir hatten denselben Gedanken schon vor einigen Jahren mal im Bereich der PC-Netzteile unterbreitet, aber da gab es seinerzeit keinerlei Interesse – sicherlich auch, weil sich PC-Netzteile in einem harten Preiswettbewerb befinden und seinerzeit eben auch die Akku-Technologie noch nicht so weit war. Heuer nun können die Netzteil-Hersteller vielleicht noch einmal über diese Idee nachdenken bzw. ist selbige vielleicht inzwischen auch viel wirtschaftlicher realisierbar als seinerzeit. Sicherlich sind Stromausfälle in Mitteleuropa nach wie vor eher selten, dafür ist mit der Zeit aber auch der (persönliche oder/und finanzielle) Wert der gesammelten Nutzerdaten gestiegen, ist das Thema Datensicherheit so groß wie nie zuvor.