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Hardware- und Nachrichten-Links des 10./11. Februar 2018

Bei TweakTown spekuliert man darüber, ob nVidia die Ampere-basierte GeForce 2000 Serie nicht eventuell vom Cryptomining blocken könnte – was ja auch Gamer-Sicht durchaus Sinn machen würde, gerade wenn mit der neuen Grafikkarten-Serie ein kräftiger Schwung an Mehrperformance kommen würde. Die von TweakTown hierzu vorgebrachte Begründung des Abverkaufs von GeForce 1000 Grafikkarten erscheint allerdings reichlich gewagt – denn nVidia kalkuliert dies natürlich vorausschauend und hat gemäß der Gerüchteküche den GP102-Chip bereits im letzten Herbst End-of-Life laufen lassen. Zudem dürfte ein solcher Cryptomining-Block technisch nicht so einfach zu realisieren sein: Man könnte dem Treiber eine Blacklist an bekannten Cryptomining-Tools mitgeben, aber so etwas läßt sich recht einfach umgehen. Eine regelrechte Erkennung der dauerhaften Berechnung von Cryptowährungen wäre das einzige, was wirklich funktioniert, sollte aber nicht ganz so einfach zu realisieren sein. Auch dies ist am Ende wohl knackbar – aber nVidia könnte damit einige Monate Zeitvorsprung vor den Cryptominern gewinnen. Ob man dies wirklich will, steht noch auf einem ganz anderen Blatt – bislang verdienen alle Hersteller gut am Cryptomining-Boom und so lange man diesbezüglich keine wirtschaftlichen Risiken eingeht (Stichwort Überproduktion), ist aus Hersteller-Sicht eigentlich alles in Butter.

Videocardz haben einen fernöstlichen Erfahrungsbericht zur Ryzen 5 2400G APU ausgegraben, welche dort augenscheinlich schon vor ihrem Launch real erhältlich ist. Gemäß der von Videocardz zur Verfügung gestellten vergleichenden Benchmarks scheint jene Raven-Ridge-APU im Grafik-Bereich als etwas schwächer als GeForce GT 1030 und Radeon RX 550 herauszukommen – sprich, nicht ganz so gut wie bei den kürzlichen 3DMark11-Benchmarks mit Ryzen 3 2200G & Ryzen 5 2400G. Andererseits sind dies auch beiderseits 70-Euro-Grafikkarten (der Preis der Radeon RX 550 wird derzeit durch den Cryptomining-Boom verfälscht), deren Performance etwas zu verfehlen ist keine Schande für eine integrierte Lösung, welche als APU aus CPU und iGPU nicht gerade wesentlich mehr als diese Grafikkarten allein kosten wird. Wichtiger dürfte für Raven Ridge vor allem sein, das die CPU-Performance nunmehr passend ist – unter dem Cinebench kommt ziemlich exakt das Ergebnis des Ryzen 5 1500X heraus, was doch vollkommen ausreichend für Mainstream-CPUs ist und auf Intel bezogen etwa der CPU-Performance eines Core i5-7600K oder Core i3-8100 entspricht. Vermutlich wird sich dies aber schon in Kürze noch besser betrachten lassen, denn die Desktop-Modelle Ryzen 3 2200G & Ryzen 5 2400G sollen am montäglichen 12. Februar offiziell vorgestellt werden, vermutlich begleitet von den üblichen Testberichten.

Die PC Games Hardware hat sich mit der Frage beschäftigt, welche Hardware sich gut fürs Cryptomining per CPU eignet – AMD vs. Intel lautet hier also die Ansetzung. Hierfür wurde die bekannt gut auf CPUs laufende Cryptowährung "Monero" herangezogen und darauf ein Vergleich von AMDs Threadripper gegen Intels Skylake-X angetreten, sprich den aktuellen Enthusiasten-Modellen beider CPU-Entwickler. Hierbei zeigten sich AMDs Prozessoren als überaus schneller als Intels Prozessoren – und dies selbst dann, wenn Skylake-X mit mehr CPU-Kernen antritt als Threadripper (Core i9-7980XE mit 18C gegen Threadripper 1950X mit 16C: +37% Hashrate für AMD). Grundlage dessen ist wohl das bei Skylake-X veränderte Cache-System, auf welches der Monero-Algorithmus besonders stark reagiert – was natürlich auch bedeutet, das es sich hierbei um einen Einzelfall handelt und die Performance-Situation bei anderen Cryptowährungen gänzlich anders aussehen kann. Zur Monero-Profitabilität dürfte es unter mitteleuropäischen Strompreisen dennoch kaum langen – zumindest kommt da nichts heraus, womit man den Anschaffungspreis der Hardware absehbar wieder abarbeiten könnte. Und selbst mit Strompreis "Null" würde man ca. 2 Jahre brauchen, um in diesem Fall den Anschaffungspreis rein nur der CPU wieder einzuspielen – wie üblich ist Cryptomining eigentlich immer nur etwas für Situationen, wo besondere Umstände vorliegen (Strom abgezwackt sowie Hardware "sponsored by Daddy").

Mittels einer Bilder-Galerie bei Imgur werden die neuesten CPU-Verkaufszahlen (von aktuellen CPU-Generationen) beim deutschen Onlinehändler "Mindfactory" kredenzt. Jene fallen mit AMD 42% zu Intel 58% auf Stückzahlen-Seite sowie AMD 36% zu Intel 64% auf Umsatz-Seite im Januar 2018 nochmals etwas freundlicher für Intel aus – faktisch pendelt sich das Verhältnis AMD zu Intel nunmehr halbwegs wieder auf einem normalen Maßstab ein, welcher Intel trotz erstklassiger Konkurrenzprodukte einfach wegen der langjährigen Performanceführerschaft sowie der allgemein viel stärkeren Stellung im Markt natürlich vorn stehen sieht. Eine solche, über langjährig gute Arbeit erworbene Stellung verliert man nicht so schnell – ganz besonders, wenn man wie Intel den Ansturm der Ryzen/Threadripper-Prozessoren mittels Coffee Lake und Skylake-X doch ganz gut gekontert hat. Das AMD im letzten Herbst mal für drei Monate sogar vor Intel lag, hing eher mit der speziellen Situation zusammen, das Intel neue Produkte angekündigt, aber noch nicht ausgeliefert hatte – und AMD hingegen alle neuen Produkte schon verfügbar im Markt stehen hatte. Sofern AMD allein nur ein Ergebnis von 40:60 halten könnte, wäre dies schon phänomenal – schließlich kommt AMD aus vorherigen Tiefen von (grob) 15:85.

Zur aktuellen Meldung über die Spectre-2-Fixes bei Intel bis hinunter zum Core 2 kommt aus unserem Forum der völlig korrekte Gedanke, daß das aktuelle Update-System bei Windows für einen solchen Fall ziemlich suboptimal ist. Schließlich werden nach den Microcode-Updates seitens Intel jetzt noch die PC- und Mainboard-Hersteller für zehntausende (!) alter und uralter Platinen noch entsprechende BIOS-Updates erstellen und nachfolgend bereitstellen müssen, ehe die PC-Nutzer dann erst (manuell) ihre Systeme Spectre-2-sicher machen können. Dabei dürften viele Systeme auf der Strecke bleiben, wo deren Hersteller keine neuen BIOS-Updates mehr zur Verfügung stellen (trotz vorhandener Microcode-Updates seitens Intel oder auch seitens AMD) oder aber wo die Benutzer gar nicht wissen, das es selbige BIOS-Updates gibt und wie man jene auf das System bringt. Allerdings ist hierfür Intel schwerlich verantwortlich zu machen – dies sind einfach die Tücken des BIOS-Update-Systems, welches sich zumindest in der Windows-Welt derart eingebürgert hat.

Das unter Linux diesbezüglich gepflegte System, wo das Betriebssystem beim PC-Start die aktuellen Microcode-Updates lädt, garantiert dagegen eine nahezu perfekte Update-Abdeckung und kommt sogar ohne Benutzereingriffe aus – allenfalls muß das benutzte Linux noch mit Updates bedient werden sowie die Autoupdate-Funktionalität aktiv sein. Im Zuge der vermutlich erheblichen Differenz an Windows-Systemen, für welche Spectre-2-bezogene Microcode-Updates zur Verfügung stehen werden, zu jenen Systemen, wo diese Updates auch tatsächlich zur Aktivierung kommen, wäre es durchaus zu überdenken, ob ein solches Update-System wie bei Linux nicht auch (wenigstens in diesem Fall) unter Windows zum Einsatz kommen sollte. Microsoft hat die Technik hierfür definitiv zur Verfügung, gab es in der Vergangenheit schon Einzelfälle, wo Microcode-Updates per Windows-Update-Funktionalität verbreitet worden sind. Ein (eingespieltes) BIOS-Update mag die solidere Lösung darstellen, da nachfolgend dauerhaft in der CPU vorhanden – das Microcode-Update ist hingegen nach dem Ausschalten wieder weg und wird bei jedem Start erneut eingepatcht. Aber es ist eine Illusion anzunehmen, das mit der BIOS-Methode noch wirklich viele Altgeräte ihre Spectre-2-betreffenden Microcode-Updates bekommen werden – trotz das Intel jene zur Verfügung stellt, wohlgemerkt.