12

Hardware- und Nachrichten-Links des 11./12. Juli 2020

Laut dem chinesischen ITHome (maschinelle Übersetzung ins Deutsche, via Videocardz) werden angeblich derzeit die ersten Turing-Grafikkarten eingestellt. Konkret betrifft dies GeForce RTX 2070, 2070 Super, 2080 Super und 2080 Ti (die GeForce RTX 2080 non-Super wurde schon seit Jahresanfang nicht mehr verkauft), sprich die allermeisten nVidia-Grafikkarten auf Basis der Grafikchips TU104 & TU102 (die GeForce RTX 2070 ist TU106-basiert). Die einzigen beiden übrigbleibenden RTX-Grafikkarten in Form von GeForce RTX 2060 und 2060 Super basieren hingegen auf dem TU106-Chip, welcher demzufolge noch nicht so schnell ersetzt wird. Dies fügt sich gut in das Bild, welches sich kürzlich erst mittels der Tape-Out-Meldung zu den GA106- & GA107-Chips aufgetan hat: Danach dürfte nVidia im August/September die Ampere-Generation mit dem GA102-Chip starten, im vierten Jahresquartal dann den GA104-Chip nachfolgen lassen. Mittels der damit erstellten Grafikkarten ist alles ab der GeForce RTX 2070 zu ersetzen, womit deren Turing-Chips vorher aus dem Verkehr gezogen werden.

Chipfläche Hardware Grafikkarten Launch
GA100 826mm² 128 SM @ 6144 Bit HBM2 reine HPC-Beschleuniger 14. Mai 2020
GA102 angebl. 627mm² angebl. 84 SM @ 384 Bit GDDR6 vermtl. GeForce RTX 3080, 3080 Ti, 3090, Ampere-Titan vermtl. August/September 2020
GA104 ? angebl. 48 SM @ 256 Bit GDDR6 möglw. GeForce RTX 3060 Ti, 3070, 3070 Ti vermtl. Q4/2020
GA106 ? angebl. 30 SM @ 192 Bit GDDR6 möglw. GeForce RTX 3050 Ti, 3060 vermtl. Q1/2021
GA107 ? angebl. 20 SM @ 128 Bit GDDR6 möglw. GeForce RTX 3050 vermtl. Q1/2021
Alle Angaben zu Ampere-Grafikkarten basieren auf Gerüchten & Annahmen!

Nicht direkt betroffen von den (ersten) neuen Ampere-Grafikkarten sind dagegen GeForce RTX 2060 & 2060 Super, jene werden vorerst weiterhin benötigt bzw. steht deren Ablösung vermutlich erst mit dem Release des GA106-Chips an – welcher im ersten Jahresquartal 2021 zu erwarten ist. Zumindest der Release-Fahrplan der Ampere-Generation scheint damit in groben Zügen zu stehen – welche Grafikkarten auf welchen Grafikchip herauskommen und wie deren konkrete Hardware-Gestaltung ist, bleibt dagegen weiterhin im Feld von (vermeintlichen) Leaks, Gerüchten & Spekulationen. Der Wechsel von Turing- auf Ampere-Grafikkarten dürfte sicherlich gut ein halbes Jahr in Anspruch nehmen, nVidia-typisch dürften die "alten" Turing-Beschleuniger nahezu komplett ersetzt und mitnichten preisgesenkt weiter verkauft werden. Allein die GeForce GTX 1650 Serie hat eine gewisse Chance auf weiteres Bestehen, da der GA107-Chip eventuell zu stark ist, um jenen unbedingt bis auf das Performance-Niveau einer GeForce GTX 1650 (FullHD Perf.Index 450%) herunterzubrechen.

Erwähnenswert ist zudem, wonach ITHome und das wiederum von Videocardz genannte MyDrivers (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) beiderseits von einer nVidia-Warnung über steigende Grafikkarten-Preise berichten. Auslöser dessen soll zum einen das vorgenannte Auslaufen der ersten Turing-Beschleuniger sein, zum anderen geht man von einem ansteigenden Grafikkarten-Bedarf durch Cryptomining aus. Während ersteres nur ein kurzfristiger Effekt zwischen den beiden Grafikkarten-Generationen wäre, käme letzteres als echte Spaßbremse daher. Allerdings fördern steigende Kurse von Crypto-Währungen immer diesen Effekt, zudem bietet eine neue Grafikkarten-Generation (auf neuer Fertigung) automatisch einen Effizienz-Vorteil und ist damit für Cryptominer interessant. In gewissem Sinne ist es somit sogar "gut", wenn nVidia bei Ampere die nominelle Rechenleistung wahrscheinlich nur eher maßvoll steigert – denn bei stärkeren Rohleistungs-Sprüngen wäre der Anreiz für die Cryptominer um so höher.

Bei dieser Gelegenheit ergibt sich die These, ob nicht AMD mit seinen CDNA-basierten Rechenbeschleunigern hier sogar nützlich für den Grafikkarten-Markt sein könnte – indem man die Cryptominer von diesem wegzieht. Immerhin basiert die CDNA-Architektur vornehmlich auf dem Vega-Ansatz, sprich gibt es möglichst viel Rechenleistung und weniger denn 3D-Power – genau dass, was man für Cryptomining braucht. Richtig ausgeführt ergeben sich hierbei bessere Cryptomining-Beschleuniger als bei regulären 3D-Grafikkarten, welche viele Transistoren zugunsten einer effektiven Darstellungen von Spiele-Grafik verwenden, die dann im reinen Rechen-Einsatz jedoch kaum von Nutzen sind. Bei Konzentration rein auf die Rechenleistung sind auf ähnlicher Silizium-Fläche einfach wesentlich mehr Hardware-Einheiten unterzubringen respektive mehr Rohpower zu erreichen – wie beispielsweise bei AMDs Arcturus-Chip mit immerhin 128 Shader-Clustern (8192 Shader-Einheiten). Leider hat man von diesem seit gewisser Zeit nichts mehr gehört, obwohl selbiger seit dem Jahr 2018 in der Gerüchteküche steht und mittels "Radeon Instinct MI100" bereits ein erstes kommendes Arcturus-Grafikboard von AMD genannt wurde.

Ebenfalls lange nichts mehr neues gab es zu AMDs "Navi 21" Grafikchip, welcher seinen Tape-Out immerhin schon im letzten Herbst gehabt haben soll, nunmehr allerdings kaum vor dem Oktober zu erwarten ist. Hierzu geht das Gerücht um, wonach AMD bewußt auf den Ampere-Launch wartet, um seine Grafikkarten anhand der Leistungswerte der nVidia-Beschleuniger auszutarieren. Sinn macht dies natürlich nur dann, wenn Navi 21 wirklich mit Ampere mithalten kann – wenn nicht unbedingt mit der GeForce RTX 3080 Ti, so dann wenigstens mit der GeForce RTX 3080. AMD wird die vermutlich "Radeon RX 6000" genannte Grafikkarten-Generation dann noch mit weiteren Modellen auf Basis des wohl erst Anfang 2021 erscheinenden "Navi 23" Chips auffüllen (Navi 22 wird hingegen augenscheinlich wiederum Apple-exklusiv), zudem sind für das Mainstream- und Midrange-Segment entweder Weiterverwendungen der bisherigen Radeon RX 5000 oder aber entsprechende Rebrandings unter "Radeon RX 6000" Siegel zu erwarten. Damit dürfte AMD grob im Frühling/Sommer endlich wieder einmal ein vollständiges Grafikkarten-Portfolio mit Angeboten für alle Performance-Bereiche aufbieten können.

AMD-Portfolio Frühling 2020 AMD-Portfolio Sommer 2021
Enthusiast - Radeon RX 6900  (Navi 21)
HighEnd - Radeon RX 6800  (Navi 23)
Midrange Radeon RX 5600/5700  (Navi 10) Radeon RX 6600/6700  (Navi 10)
Mainstream Radeon RX 5500  (Navi 14) Radeon RX 6500  (Navi 14)
Alle Angaben zum zukünftigen AMD-Portfolio basieren auf Gerüchten & Annahmen!

Shortcuts: Per Twitter wird der Die-Shot eines angeblichen GA102-Chips verteilt – welcher allerdings wohl gefälscht ist, da das angegebene Produktionsdatum ("2037" ergibt die 37. Woche des Jahres 2020) noch in der Zukunft liegt. Die Markierung "Taiwan" gibt in diesem Zusammenhang im übrigen nicht den Chipfertiger an, sondern nur den Herstellungsort des Packings – welcher auch bei einer Samsung-Chipfertigung durchaus in Taiwan liegen kann. DSO Gaming vermelden dagegen die neuen EU-Trademarks "3080", "4080" und "5080", welche sich nVidia gesichert hat. Damit ist klar, dass nVidia voraussichtlich sein Nummernschema in nächster Zeit nicht umwerfen wird – und natürlich weitere Grafikchip-Generationen in der Zukunft plant. Auf die Ampere-basierten "GeForce 30" Serie sollte dann die "GeForce 40" Serie auf Basis der "Hopper"-Architektur nachfolgen, der Codename der "GeForce 50" Serie ist hingegen noch nicht bekannt.

Laut dem chinesischen ITHome (maschinelle Übersetzung ins Deutsche, via Videocardz) werden angeblich derzeit die ersten Turing-Grafikkarten eingestellt. Konkret betrifft dies GeForce RTX 2070, 2070 Super, 2080 Super und 2080 Ti (die GeForce RTX 2080 non-Super wurde schon seit Jahresanfang nicht mehr verkauft), sprich die allermeisten nVidia-Grafikkarten auf Basis der Grafikchips TU104 & TU102 (die GeForce RTX 2070 ist TU106-basiert). Die einzigen beiden übrigbleibenden RTX-Grafikkarten in Form von GeForce RTX 2060 und 2060 Super basieren hingegen auf dem TU106-Chip, welcher demzufolge noch nicht so schnell ersetzt wird. Dies fügt sich gut in das Bild, welches sich kürzlich erst mittels der Tape-Out-Meldung zu den GA106- & GA107-Chips aufgetan hat: Danach dürfte nVidia im August/September die Ampere-Generation mit dem GA102-Chip starten, im vierten Jahresquartal dann den GA104-Chip nachfolgen lassen. Mittels der damit erstellten Grafikkarten ist alles ab der GeForce RTX 2070 zu ersetzen, womit deren Turing-Chips vorher aus dem Verkehr gezogen werden.





Chipfläche
Hardware
Grafikkarten
Launch




GA100
826mm²
128 SM @ 6144 Bit HBM2
reine HPC-Beschleuniger
14. Mai 2020


GA102
angebl. 627mm²
angebl. 84 SM @ 384 Bit GDDR6
vermtl. GeForce RTX 3080, 3080 Ti, 3090, Ampere-Titan
vermtl. August/September 2020


GA104
?
angebl. 48 SM @ 256 Bit GDDR6
möglw. GeForce RTX 3060 Ti, 3070, 3070 Ti
vermtl. Q4/2020


GA106
?
angebl. 30 SM @ 192 Bit GDDR6
möglw. GeForce RTX 3050 Ti, 3060
vermtl. Q1/2021


GA107
?
angebl. 20 SM @ 128 Bit GDDR6
möglw. GeForce RTX 3050
vermtl. Q1/2021


Alle Angaben zu Ampere-Grafikkarten basieren auf Gerüchten & Annahmen!