13

Hardware- und Nachrichten-Links des 13. November 2019

Das chinesische HKEPC (maschinelle Übersetzung ins Deutsche, via PC Games Hardware) führt in der Frage eines Termins für nVidia "Ampere" die (angebliche) Aussage des Analysten 'Chris Caso' von Raymond James an, nach welchem der Ampere-Termin im ersten Halbjahr 2020 liegt. Interessanterweise soll sich Ampere angeblich etwas verspätet haben – was jetzt nicht besonders glaubwürdig klingt, denn frühere Termine als dieser würden zu nahe an den Lebenszyklus der aktuellen Turing-Generation heranreichen. Weiterhin schreiben HKEPC von der Vorstellung erster Profi-Varianten auf nVidias Hausmesse GTC gegen Ende März 2020, sowie von der Vorstellung erster Gaming-Varianten auf der Computex Anfang Juni 2020. Inwiefern letzteres dann wirklich Aussagen des genannten Analysten sind, ist dem Text jedoch nicht eindeutig zu entnehmen – denkbar auch, das dies eigene Hinzufügungen seitens HKEPC darstellen. Generell wäre einzurechnen, das der Vorstellungstermin eines HPC-Chips bei nVidia relativ gar nichts zu entsprechenden Gaming-Varianten sagen muß – jene können zeitig danach folgen, oder auch viel später, alle Varianten sind schon passiert. Insofern sollte man sich derzeit nicht zu sehr auf diesen Computex-Termin für erste Gaming-Grafikkarten der Ampere-Generation versteifen – wenn, dann kann man dies als frühestmöglichen Termin einbuchen, wobei jeder spätere Termin genauso noch als möglich erscheint.

Videocardz berichten über eine Intel-Verlautbarung, wonach der erste Grafikchip von Intels Xe-Serie auf den Codenamen "Ponte Vecchio" hört. Der Name ist dabei augenscheinlich Programm, denn die hiermit angesprochene Brücke in Florenz soll auf die Verbindung dieses Grafikchips mit der CPU hinzeigen – und damit den (klaren) HPC-Ansatz dieses Grafikchips. Jener Grafikchip scheint nicht einmal für irgendeinen Dual-Nutzen gebaut zu sein, sondern wurde explizit für Exascale-Supercomputer gedacht – und soll von Intel zusammen mit der nächsten Server-Generation "Sapphire Rapids" für Intels Exascale-Projekt "Aurora" am 17. November vorgestellt werden. Ob es zu diesem frühen Termin schon genauere technischen Daten gibt, bleibt angesichts des Auslieferungstermins von 2021 abzuwarten. Zumindest kann man davon ausgehen, das die Hardware-Konfiguration von "Ponte Vecchio" kaum auf nachfolgende Xe-Gamingchips zu applizieren ist – bei denen man eher davon ausgehen kann, das Intel sein Glück bei der allerersten Generation erst einmal nur im Einsteiger- und Mainstream-Segment suchen wird. Das Intel bei den Xe-Nutzungsmöglichen mit "HPC/Exascale, DL/Training, Cloud GFX, Media Transcore Analytics, Workstation, Gaming, PC Mobile and Ultra Mobile" neben "Gaming" gleich 7 andere Nutzungsvarianten aufzählt, zeigt jetzt nicht zwingend auf eine klare Gaming-Ausrichtung des XE-Projekts hin.

AMD hat seinem Portfolio an Navi-14-Lösungen nunmehr noch die Radeon RX 5300M ganz offiziell hinzugefügt – jene Mobile-Lösung wurde vorher schon von diversen Notebook-Herstellern genannt. Überraschenderweise kommt die Radeon RX 5300M mit derselben Anzahl an Shader-Einheiten (1408) wie die Radeon RX 5500M daher, die Abspeckungen finden sich dann beim Chiptakt und dem Speicherinterface. Der Chiptakt geht von 1448 auf 1181 MHz sehr deutlich nach unten, das Speicherinterface wird zudem von 128 Bit auf 96 Bit Breite in eher ungewöhnlicher Form beschnitten – woraus dann auch die Speicherbestückung von nur 3 GB (GDDR6-Speicher) resultiert. Das hier wiederum GDDR6-Speicher zum Einsatz kam, deutet stark darauf hin, das AMD auch bei anderen Abspeckungen des Navi-14-Chips (wie der noch ausstehenden Radeon RX 5300 XT für den Desktop-Bereich) wohl ausschließlich auf GDDR6-Speicher anstatt auf GDDR5 setzen wird. Aufgrund der zur Radeon RX 5500M grob bekannten Performance kann man die Performance der Radeon RX 5300M schon ganz gut abschätzen, trotz das zu dieser Karte noch keine TDP-Angabe vorliegt: Es wird wohl doch niedriger als bei der GeForce GTX 1650 Ti Mobile sein, mittels welcher sich die Radeon RX 5300M als klare Einsteiger-Gaming-Lösung primär herumschlagen dürfte.

Radeon RX 5300M GeForce GTX 1650 Mobile Radeon RX 5500M GeForce GTX 1660 Ti Mobile
Chipbasis AMD Navi 14 nVidia TU117 AMD Navi 14 nVidia TU116
Technik 1408 Shader-Einheiten an einem 96 Bit GDDR6-Interface 1024 Shader-Einheiten an einem 128 Bit GDDR5-Interface 1408 Shader-Einheiten an einem 128 Bit GDDR6-Interface 1536 Shader-Einheiten an einem 192 Bit GDDR6-Interface
Taktraten ?/1181/3500 MHz (QDR) konfigurierbar 1020-1395/1245-1560/4000 MHz (DDR) ?/1448/3500 MHz (QDR) konfigurierbar 1140-1455/1335-1590/3000 MHz (QDR)
Speicher 3 GB GDDR6 4 GB GDDR5 4 GB GDDR6 6 GB GDDR6
TDP unbekannt konfigurierbar 35 bis 50 Watt (GSP) konfigurierbar bis 85 Watt konfigurierbar 60 bis 80 Watt (GSP)
FHD Perf.Index geschätzt ~300-350% je nach Taktrate/TDP ~350-430% je nach TDP ~390-450% je nach Taktrate/TDP ~500-620%
Vorstellung 13. November 2019 23. April 2019 7. Oktober 2019 23. April 2019

Daneben konnte mit der Vorstellung der "Radeon Pro 5500M" auch noch verifiziert werden, das der Navi-14-Chip tatsächlich ganze 24 Shader-Cluster und damit maximal 1536 Shader-Einheiten trägt, wobei jene Pro-Ausführung wohl ausschließlich für Apple-Gerätschaften Verwendung finden wird. Im Desktop-Bereich dürfte dagegen der Navi-14-Vollausbau sicherlich eines Tages noch in Form einer "Radeon RX 5500 XT" antreten – dies allerdings erst nachdem die reguläre Radeon RX 5500 in den Markt gekommen ist, was gemäß den letzten Gerüchten nun erst im Dezember passieren wird. Mittels der Radeon RX 5500 XT ist grob noch einmal ein Performanceplus von ca. +10% zu erreichen – sprich nichts, was das Kraut jetzt fett machen bzw. die Positionierung der Radeon RX 5500 Serie grundsätzlich verändern würde. Insofern steht weiterhin im Raum, das AMD im kommenden Jahr vielleicht noch eine weitere Navi-10-Abspeckung einschiebt, um den großen Abstand zwischen Radeon RX 5500 & 5700 Serien mit etwas zu füllen – spekulativ "Radeon RX 5600" oder "Radeon RX 5700 XL" genannt. Die Ausformulierung von AMDs neuem Mainstream-Segment wird dann aber tatsächlich erst im neuen Jahr passieren, da wie zu sehen die einfache Radeon RX 5500 erst sehr spät in den Markt kommt.

AMD  (Anfang 2020) Listenpreis nVidia  (Anfang 2020)
Radeon RX 5700 XT 8GB 399$ GeForce RTX 2060 Super 8GB
Radeon RX 5700 8GB 349$
329$ GeForce RTX 2060 6GB  (Preissenkung?)
möglw. Radeon RX 5600 / 5700 XL 8GB gesch. ~230-270$
229$ GeForce GTX 1660 Super 6GB
Radeon RX 5500 XT 4/8GB gesch. ~190-210$
Radeon RX 5500 4GB gesch. ~160-180$ GeForce GTX 1650 Super 4GB
Radeon RX 5300 XT 4GB gesch. ~130-140$ GeForce GTX 1650 4GB  (Preissenkung!)

Schon am 8. November offiziell in den Handel entlassen wurde "Need for Speed: Heat" von Entwickler "Ghost Games" und Publisher "Electronic Arts" auf Basis der "Frostbite 3" Spiele-Engine. Nach einigen Irrungen und Wirrungen enthalten die Spiele-Webseite wie auch der Origin-Ship nunmehr dann doch eindeutige wie auch übereinstimmende PC-Systemanforderungen. Jene sind Autorennsimulations-typisch etwas handzahm, die Empfehlungs-Kombination von GeForce GTX 1060 oder Radeon RX 480 war schließlich schon vor drei Jahren modern. Dafür sind (wie bei den meisten der aktuellen Spiele) die Mindestanforderungen gewachsen: GeForce GTX 760 (Perf.Index 310%) oder Radeon HD 7970 (Perf.Index 360%) sind zwar inzwischen schon von einer GeForce GTX 1650 (Perf.Index 450%) zu überbieten, waren aber zu ihrer Zeit (zumindest in letzterem Fall) durchaus mal absolute Spitzen-Hardware. Verwunderlich ist daneben nur die Mindest-Anforderung von Windows 10, trotz dass das Spiel nur DirectX 11 verwendet. Technisch kann dies kaum bedingt sein – aber vermutlich will sich hierbei der Publisher nur den extra Support sparen. Das Spiel könnte demzufolge trotzdem unter Windows 7 starten, aber man übernimmt dafür halt keine Garantie und keinen Support mehr – eine Maßgabe, die mit dem kommenden Auslaufen von Windows 7 zukünftig häufiger zu sehen sein wird.

offizielle PC-Systemanforderungen zu "Need for Speed: Heat"
Minimum Empfohlen
OS Windows 10 64-Bit, DirectX 11, 50 GB Festplatten-Platzbedarf
CPU Core i5-3570 oder FX-6350 Core i7-4790 oder Ryzen 3 1300X
Speicher 8 GB RAM 16 GB RAM
Gfx GeForce GTX 760 oder Radeon HD 7970, Radeon R9 280X GeForce GTX 1060 oder Radeon RX 480