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Hardware- und Nachrichten-Links des 17./18. Mai 2018

Die kürzliche Umfrage zur Grafikkarten-Kaufneigung angesichts von nVidias GPP bringt auch neue Zahlen zum Anteil der AMD-, nVidia- und Wechselkäufer mit sich: Bei dieser Umfrage vom April 2018 bezeichneten sich 22,2% der Umfrageteilnehmer als AMD-Käufer, 28,3% als nVidia-Käufer und immerhin 49,5% als Wechselkäufer. Damit hat über die Jahre die Markentreue doch deutlich abgenommen, denn bei einer ähnlichen Umfrage im Oktober 2015 (zu nVidias seinerzeitiger GFE-Affäre) gab es noch 23,8% AMD-Käufer, 39,4% nVidia-Käufer und 36,8% Wechselkäufer. Während sich bei AMD nur eine minimal geringere Käuferschar eingefunden hat, musste nVidia doch sehr deutlich bei den Stammkäufern zurückstecken – von 39,4% auf 28,3% innerhalb von zweieinhalb Jahren. Die typischen Wechselkäufer, welche seinerzeit nur gut ein Drittel ausgemacht haben, sind damit inzwischen auf glatt die Hälfte der Umfrageteilnehmer angewachsen. Natürlich muß dieses Ergebnis nicht sagen, das damit weniger nVidia-Grafikkarten gekauft werden – die Abnahme der Markentreue sagt nur aus, das man auch andere Angebote bei der persönlichen Kaufentscheidung überhaupt zuläßt, nicht aber, das jene letztlich auch genommen werden. Dennoch ist Markentreue etwas, worauf die großen Anbieter im gewöhnlichen hinarbeiten und darauf stolz sind – an dieser Stelle hat nVidia also bemerkbare Rückschläge einstecken müssen.

Oktober 2015 Mai 2018 Differenz
Quelle Umfrage zur GEF-Affäre Umfrage zu nVidias GPP -
AMD-Käufer 23,8% 22,2% -1,6 Prozentpunkte
nVidia-Käufer 39,4% 28,3% -11,1 Prozentpunkte
Wechselkäufer 36,8% 49,5% +12,7 Prozentpunkte

Bei der PC Games Hardware hat man sich der Grafikkarten-Performance unter der nunmehr finalen Version von Conan Exiles beschäftigt. Das Survival-Abenteuer-Spiel nutzt die Unreal Engine, bietet unter dieser eine gutklassige Optik und hat die lange Zeit im Early Access primär dazu genutzt, die (früheren) spielerischen Diskrepanzen auszubessern. Die Hardware-Anforderungen sind im ausgetesteten Singleplayer-Modus anspruchsvoll, aber noch nicht übermäßig: Für Frameraten ab 45 fps reichen unter FullHD Radeon R9 Fury X oder GeForce GTX 970, unter WQHD dann Radeon RX Vega 56 oder GeForce GTX 1070 und unter UltraHD würde dies dann nur noch eine stark übertaktete GeForce GTX 1080 Ti schaffen. Auffallend ist durchgegend eine nVidia-Neigung des Spiels sowohl bei den reinen Frameraten (GeForce GTX 1060 um ca. +25% vor der Radeon RX 580) als auch dem Speicherhunger – manche 4-GB-Karte bei AMD hat mit Nachladerucklern zu kämpfen in Szenen, wo die diesbezüglich gehandicapte GeForce GTX 970 problemlos durchläuft. Nur die Vega-Karten bieten dann eine gleichwertige Performance gegenüber nVidia unter Conan Exile.

Golem notieren Intel-Aussagen zu den 10/14nm-Plänen im Server-Segment, welche dann ja auch ihre Auswirkungen auf die Enthusiasten-Prozessoren von Intel haben werden. Danach scheint es zu 10nm-Prozessoren im Server/Enthusiasten-Segment erst im Jahr 2020 zu kommen, vermutlich dann mit den Server/Enthusiasten-Ausführungen von Ice Lake. Das Jahr 2019 will man im Server/Enthusiasten-Segment weiterhin mit 14nm-Prozessoren bestreiten, auch wenn im Consumer-Segment dann schon Ice Lake in der 10nm-Fertigung antreten soll. Dies entspricht allerdings auch nur dem zuletzt üblichen Verlauf bei Intel, wo die jeweiligen Server/Enthusiasten-Produkte auf Basis derselben Intel-Generation immer mit gut ein Jahr Verzögerung erschienen – allenfalls hätte man also vermuten können, das Intel aufgrund der sowieso schon weit nach hinten gedrückten Ice-Lake-Generation diese Terminplanungen nunmehr näher zusammenrückt. An dieser Stelle hat Intel einen taktischen Nachteil gegenüber AMD, wo die neuen Server/Enthusiasten-Modelle der Zen-Architektur im selben Jahr wie die Consumer-Modelle erscheinen. Im genauen dürfte damit AMD im Jahr 2019 bereits bei ersten 7nm-Prozessoren im Server/Enthusiasten-Bereich stehen, während Intel in diesem Bereich immer noch die letzte 14nm-Generation hat.

GlobalFoundries Intel TSMC
14nm-Klasse 14nm ab 2016
Refresh 12nm ab 2018
22nm ab 2012 16nm ab 2016
Refresh 12nm ab 2017
10nm-Klasse ausgelassen 14nm ab 2015 unklar für PC-Chips
7nm-Klasse 7nm ab 2019 10nm ab 2019 7nm ab 2019
Die Halbleiter-Fertigung von Intel kann man namenstechnisch immer als eine Klasse besser einordnen als diejenige der Kontrahenten.

Für die nachfolgende 7nm-Fertigung schließt Intel dagegen den Großteil der jetzt auftretenden Probleme bei der 10nm-Fertigung aus – weil man dann auf die EUV-Lithographie setzen wird, wie die ComputerBase berichtet. Dies ist eine interessante Wendung der Dinge, den bislang sind die Halbleiter-Hersteller immer noch vergleichsweise zaghaft beim praktischen Einsatz der (technologisch seit Jahren bereits spruchreifen) EUV-Lithographie. Das jene mal zum "Retter" des Technologie-Fortschritts werden würde, hätte man sich vor einigen Jahren sicherlich auch noch nicht träumen lassen. Dabei lag das Problem der EUV-Lithographie zuletzt sowieso immer nur in der Frage der (bislang schlechten) Wirtschaftlichkeit. Ob dieses Problem inzwischen vollständig gelöst wurde, ist unklar – aber wenn es technologisch sowieso unumgänglich ist, dann hat man wohl keine Wahl. Dies könnte allerdings bedeuten, das Chips mit EUV-Lithographie wiederum etwas teurer herzustellen sind als bisher, die Kosten der Halbleiter-Fertigung damit erneut nach oben getrieben werden. Sofern man dies wie Intel mit kleineren Chipflächen kontern kann, fällt dies nicht so deutlich auf – aber Grafikchip-Entwickler wie AMD und Intel, welche ständig am oberen Ende des Möglichen operieren, könnten damit durchaus zu höheren Chip-Preisen gezwungen werden.

Die kürzliche Umfrage zur Grafikkarten-Kaufneigung angesichts von nVidias GPP bringt auch neue Zahlen zum Anteil der AMD-, nVidia- und Wechselkäufer mit sich: Bei dieser Umfrage vom April 2018 bezeichneten sich 22,2% der Umfrageteilnehmer als AMD-Käufer, 28,3% als nVidia-Käufer und immerhin 49,5% als Wechselkäufer. Damit hat über die Jahre die Markentreue doch deutlich abgenommen, denn bei einer ähnlichen Umfrage im Oktober 2015 (zu nVidias seinerzeitiger GFE-Affäre) gab es noch 23,8% AMD-Käufer, 39,4% nVidia-Käufer und 36,8% Wechselkäufer. Während sich bei AMD nur eine minimal geringere Käuferschar eingefunden hat, musste nVidia doch sehr deutlich bei den Stammkäufern zurückstecken - von 39,4% auf 28,3% innerhalb von zweieinhalb Jahren. Die typischen Wechselkäufer, welche seinerzeit nur gut ein Drittel ausgemacht haben, sind damit inzwischen auf glatt die Hälfte der Umfrageteilnehmer angewachsen. Natürlich muß dieses Ergebnis nicht sagen, das damit weniger nVidia-Grafikkarten gekauft werden - die Abnahme der Markentreue sagt nur aus, das man auch andere Angebote bei der persönlichen Kaufentscheidung überhaupt zuläßt, nicht aber, das jene letztlich auch genommen werden. Dennoch ist Markentreue etwas, worauf die großen Anbieter im gewöhnlichen hinarbeiten und darauf stolz sind - an dieser Stelle hat nVidia also bemerkbare Rückschläge einstecken müssen.





Oktober 2015
Mai 2018
Differenz





Quelle
Umfrage zur GEF-Affäre
Umfrage zu nVidias GPP
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AMD-Käufer
23,8%
22,2%
-1,6 Prozentpunkte



nVidia-Käufer
39,4%
28,3%
-11,1 Prozentpunkte



Wechselkäufer
36,8%
49,5%
+12,7 Prozentpunkte