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Hardware- und Nachrichten-Links des 19./20. Juni 2017

Golem vermelden die nunmehr finalen Hardware-Daten zur AMD Radeon Instinct MI25 mit Vega-10-Grafikchip: Der für DeepLearning-Aufgaben gedachte Beschleuniger kommt mit Taktraten von 1500/945 MHz daher und erreicht damit eine FP16-Rechenleistung von 24,6 TFlops – was der früheren AMD-Ankündigung entspricht, welche im letzten Dezember grobe 25 TFlops postulierte. Die TDP der im dritten Quartal antretenden DeepLearning-Grafikkarte liegt bei 300 Watt – passiv gekühlt wohlgemerkt. Dies eröffnet gute Möglichkeiten, das die Gaming-Lösungen auf Vega-10-Basis mit aktiver Kühlung dann die gleichen Taktraten zu einer TDP von 250 oder 275 Watt bringen werden. Ob es im Gaming-Bereich höhere Taktraten gibt, bliebe abzuwarten, dies ist aber nicht besonders wahrscheinlich. Augenscheinlich liegt die optimale Taktfrequenz des Vega-10-Chips bei jenen ~1500 MHz Chiptakt, oberhalb dessen gehen die Chiptemperaturen sowie die Leistungsaufnahme zu stark hinauf, wie man an den beiden TDPs der Radeon Vega Frontier Edition sehen kann. Daneben hat AMD bei dieser Gelegenheit mehr oder weniger erstmals in offiziellen Dokumenten nicht mehr nur blank von "Vega", sondern explizit von "Vega 10" gesprochen.

Das koreanische Hardware Battle hat ein paar kleinere Details zu AMDs Radeon RX Vega parat – den Gaming-Lösungen auf Basis des Vega-10-Grafikchips. So sollen anfänglich zwei verschiedene Vega-10-Grafikkarten antreten – was allerdings AMD-typisch wäre, die Auflösung mit gleich drei Grafikkarten wie beim Fiji-Chip war eher ungewöhnlich und könnte zudem bei Vega 10 auch noch nachträglich (mit einer neuen Nano-Version) realisiert werden. Terminlich will AMD diese zwei Grafikkarten schon in dieser Woche an die Grafikkarten-Hersteller versenden – dies allerdings vermutlich für deren eigene Evaluierung, nicht direkt für einen umgehenden Marktstart. Selbiger soll Ende Juli bis Anfang August erfolgen – eventuell sind dann schon erste Herstellerdesigns dabei, die zeitige Sample-Lieferung an die Grafikkarten-Hersteller macht dies zumindest möglich. Sollte dies alles so zutreffen, wäre ab nächster Woche sicherlich auch mit dem einen oder anderen Leak zu rechnen, da bei den Grafikkarten-Herstellern einfach zu viele Personen Zugang zu den entsprechenden Informationen haben und da eigentlich immer irgendetwas nach draußen tröpfelt.

Den fast interessanteren Prozessoren-Launch hat eventuell AMD mit seinen Server-Prozessoren "Epyc" hingelegt, u.a. Heise & ComputerBase berichten. Auch wenn hiervon nichts im Consumer-Markt zweitverwendet wird (selbst die Epyc-Modelle mit nur 8 oder 16 CPU-Kernen basieren nicht auf dem Threadripper-Package, sondern dem vollem Epyc-Package, um das 8-Kanal-Speicherinterface sowie die 128 PCI Express Lanes durchgehend garantieren zu können), geht es hierbei vor allem um das große Gesamtbild: Erst ein CPU-Anbieter, welcher auch im Server-Markt mitspielt und dort verkaufen kann, wird langfristig mit Intel konkurrieren können – gerade in Zeiten immer stärker anziehender Kosten für neue Halbleiterfertigungen. Neben dem reinen Umsatz ergibt das ganze natürlich auch einiges an Prestiges – welches AMD im Server-Markt durchaus einmal hatte, in den besten Zeiten der K8- und K10-basierten Opteron-Prozessoren war AMD immer eine gute Alternative im Markt der Server-Prozessoren (gerade gegen Pentium-4-basierte Intel-Prozessoren). Bleibt zu hoffen, das sich aus der derzeit guten Ansetzung auch etwas handfestes zugunsten von AMD (und damit zugunsten des Wettbewerbs und damit aller Marktteilnehmer) entwickelt, AMD auch nicht mehr einen derart langen Aufbauweg gehen muß wie seinerzeit.

Laut dem (in diesen Fragen üblicherweise sehr gut informierten) Canard PC ist derzeit das B2-Stepping von Zeppelin (aka das für Ryzen & Epyc verwendete Chip-Die) in Vorbereitung. Wie weit es mit diesem bereits gediehen ist, wird aus der Meldung leider nicht klar – kann sein, das das B2-Stepping direkt vor der Tür steht, kann sein, das es noch Monate von einer Auslieferung entfernt liegt. AMD wird mit diesem B2-Stepping des Zeppelin-Dies primär die bisher aufgetretenen kleineren Bugs fixen – für die im Markt bereits vorhandenen Prozessoren mit B1-Stepping wird dies wie bekannt per BIOS-Update gelöst. Der Hardware-Fix ist natürlich eleganter und kann im Idealfall sogar (minimal) mehr Performance bringen – bislang gab es bei Ryzen allerdings keine größeren Bugs (kleinere Bugs sind vollkommen normal), ergo sollte man sich hiervon nichts versprechen. Eher interessanter sind neue Prozessoren-Steppings in Richtung der Auslotung von mehr Overclocking-Spielraum durch eine verbesserte Chipfertigung. Dies dürfte bei AMD im Laufe der Zeit sicherlich auch anstehen, derzeit dürfte es allerdings noch zu früh sein, um hier schon beachtbare Optimierungsgewinne einfahren zu können. Nichtsdestotrotz wäre dies gegenzuprüfen, sobald erste Ryzen-Prozessoren im B2-Stepping im Handel auftauchen.

Gemäß der DigiTimes (im Google-Cache noch zu lesen) hat Intel die Coffee-Lake-Generation derart Knall auf Fall vorgezogen, daß die für diese Prozessoren-Generation eigentlich gedachte 300er Chipsatz-Serie nicht mehr in vollständiger Form fertig werden wird, Intel im August zur ersten Welle an Coffee-Lake-Prozessoren mit einem abspeckten Mainboard-Chipsatz antreten muß. Dem Z370-Chipsatz werden dann die eigentlich geplanten Features von nativ integriertem USB 3.1 und WLAN fehlen – diese Features wird es erst mit der zweiten Coffee-Lake-Welle im Jahr 2018 mit den dann erscheinenden Chipsätzen H370 und Z390 geben. Gut möglich, das der Z370-Chipsatz daher nichts anderes als ein umgelabelter Z270 ist – denn im eigentlichen basieren alle diese Mainboard-Chipsätze üblicherweise auf demselben Stück Silizium, werden nur je nach Anwendungszweck einzelne Features freigeschaltet oder deaktiviert. Keine weiteren Informationen gibt es dagegen zur (wichtigen) Frage, ob Coffee Lake nun auf einem neuen Prozessoren-Sockel antritt – man erwartet dies zwar inzwischen allgemein, eine Bestätigung dessen steht aber noch aus.