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Hardware- und Nachrichten-Links des 24. Juli 2020

Twitterer Leakbench hat einen Geekbench-Eintrag zu Rocket Lake-S erspäht. Der Prozessor lief dort mit 8 CPU-Kernen samt 16 Threads auf einem Basistakt von 3.4 GHz und einem angezeigten Maximal-Takt von 4978 MHz. Das damit erzielte Benchmark-Ergebnis ist allerdings nicht besonders prall: Zwar exzellent im Singlethread-Bereich (die IPC-Verbesserungen der zugrundeliegenden Cove-Architektur zeigen sich deutlich), im Multithread-Bereich jedoch klar zurückhängend gegenüber selbst Intels eigenen Achtkernern – von Intels Zehnkernern und AMDs 12-Kernern gar nicht erst zu reden. Dabei sind die zum Vergleich herangezogenen offiziellen Geekbench-Resultate üblicherweise nicht wirklich hochklassig, gibt es in der Geekbench-Datenbank durchaus auch bessere Einzelergebnisse (selbst ohne Übertaktung, wenngleich dies immer schwer zu erkennen ist). Zur Ehrenrettung des Rocket-Lake-Testsamples kann man allerdings anbringen, dass Vorserien-Exemplare nie bereits die vollständige Performance der Serien-Modelle zeigen müssen und dass hier gleichfalls Differenzen in der angesetzten TDP existieren können.

Technik GB5 (ST) GB5 (MT) Quelle
Core i9-10900K Comet Lake, 10C/20T, 3.7/5.3 GHz, 125W TDP 1417 11006 offizielles GB-Resultat
Core i7-10700K Comet Lake, 8C/16T, 3.8/5.1 GHz, 125W TDP 1354 8994 offizielles GB-Resultat
Core i7-10700 Comet Lake, 8C/16T, 2.9/4.8 GHz, 65W TDP 1274 8254 offizielles GB-Resultat
Rocket Lake 8C RKL (Willow/Cypress Cove), 8C/16T, 3.4/? GHz, ?W TDP 1507 7603 Geekbench-Datenbank
Ryzen 9 3900X Zen 2, 12C/24T, 3.8/4.6 GHz, 105W TDP 1279 12042 offizielles GB-Resultat
Ryzen 7 3800X Zen 2, 8C/16T, 3.9/4.5 GHz, 105W TDP 1285 9021 offizielles GB-Resultat

Zudem darf man wenigstens die erreichten Taktraten als Erfolg einordnen, denn hohe Maximal-Taktraten (auf immerhin knapp 5 GHz) scheinen für das Rocket-Lake-Testsample wohl kein Problem mehr zu sein – was auf Basis der Verwendung von "Cove" CPU-Kernen samt einem dafür angesetzten 14nm-Backport keine Selbstverständlichkeit darstellt. Dennoch muß sich Rocket Lake noch ganz schön strecken, um zum Jahreswechsel 2020/21 wirklich würdige Desktop-Prozessoren von Intels 11. Core-Generation stellen zu können. Denn auf Basis des aktuellen Benchmark-Resultats kann man vielleicht noch die Achtkerner von Comet Lake einholen, aber schon gegenüber Intels eigenem Zehnkerner "Core i9-10900K" müsste ein mittleres Wunder passieren, um selbiges noch zu erreichen. Es wird interessant werden zu sehen, wie Intel das ganze Marketing-technisch positioniert, wenn Rocket Lake im Desktop-Bereich mit einer geringeren Multithread-Performance als selbst bei Intels eigenen Spitzen-Modelle (der Vorgänger-Generation) antritt. Denkbar wäre, dass sich Intel vorwiegend auf Anwendungen & Benchmarks mit mittleren Lasten konzentriert, wo der IPC-Gewinn stärker wirkt als unter (üblicherweise TDP-limitierten) Volllast-Benchmarks.

Zur Frage, wie Intels "Alder Lake" bereits im zweiten Halbjahr 2021 anstehen kann, wenn Rocket Lake nicht vor Jahresende 2020 antritt (und damit nur vergleichsweise kurz im Markt stehen würde), gibt es eine einfache, wenngleich derzeit natürlich rein spekulative Auflösung: Intel hat zwar "Alder Lake" für das zweite Halbjahr 2021 angesetzt – damit aber nicht gesagt, dass die Alder-Lake-basierten Desktop-Prozessoren auch wirklich am Anfang des Release-Reigens verfügbar werden. Vielmehr kann es sehr gut sein, dass Alder Lake hierbei dem Weg der jüngsten Prozessoren-Generationen von Intel folgt und dessen Mobile-Modelle mit beachtbarem zeitlichen Vorsprung in den Markt geschickt werden. Eine Mobile-first-Strategie hätte dabei in jedem Fall den erheblichen Vorteil, dass sich der Bedarf hiermit besser steuern läßt (kein Launch in den Retailmarkt, wo eine schwache Lieferbarkeit sofort offensichtlich würde) und man mit dem späteren Desktop-Launch auch etwas mehr Zeit gewinnt, um die Chipfertigung auf die im Desktop notwendigen (höheren) Taktraten hin zu optimieren.

Mobile-U Mobile-H Desktop
Core i-10000 1. Aug. 2019:  Ice Lake-U (max 4C)
21. Aug. 2019:  Comet Lake-U (max 6C)
2. April 2020:  Comet Lake-H (max 8C) 20. Mai 2020:  Comet Lake-S (max 10C)
Core i-11000 Q3/2020:  Tiger Lake-U (max 4C) Q4/2020 (?):  Rocket Lake-H (max 8C) Q4/20-Q1/21 (?):  Rocket Lake-S (max 8C)
Core i-12000 Q3/2021 (?):  Alder Lake-U Q4/2021 (?):  Alder Lake-H Q4/21-Q1/22 (?):  Alder Lake-S (max 8C+8C)
Anmerkung: Die Terminangaben zu zukünftigen Produkten sind rein spekulativ!

Desweiteren gibt es arg unterschiedliche Meinungen darüber, was Intel mit dem zu den Quartalszahlen notierten Satz "In the second half of 2021, Intel expects to deliver a new line of client CPU’s (code-named “Alder Lake”), which will include its first 10nm-based desktop CPU, and a new 10nm-based server CPU (code-named “Sapphire Rapids”)." in Bezug auf die Architektur-Abstammung von Intels Server-Prozessoren gemeint haben könnte. Je nachdem wie man dies auslegt, gehören die genannten 10nm Server-Prozessoren entweder mit zur Alder-Lake-Architektur – oder bilden eine eigene Architektur. Mit Blick auf diverse Intel-Roadmaps wird allerdings klar, dass "Sapphire Rapids" schon lange vor der ersten Nennung von Alder Lake als im Jahr 2021 antretende Server-Generation von Intel bekannt war – beispielsweise so zu sehen auf einer kürzlichen Intel-Roadmap, aber auch auf nachfolgend gezeigten weiteren Roadmaps (erstere vom Investoren-Meeting im Mai 2019, letztere von einer Huawei-Präsentation im April 2019). Damit passt es auch terminlich nicht zusammen, denn Alder Lake ist eher ein Ding des Jahresendes 2021, während Sapphire Rapids gerade in den älteren Roadmaps eher schon am Jahresanfang 2021 eingezeichnet wurde (unabhängig davon, dass Intel dies wohl nicht halten kann).

Sapphire Rapids wird zudem von allen Quellen als basierend auf den "Willow Cove" CPU-Kernen beschrieben (erstmals geboten mittels Tiger Lake), während Alder Lake wie bekannt schon deren Nachfolger in Form der "Golden Cove" CPU-Kerne nutzen wird. Letztlich hat Sapphire Rapids ergo mit Alder Lake nichts zu tun – es ist ein extra Produkt, welches nur zufällig zum grob selben Zeitpunkt erscheinen wird. Vielmehr stellt Sapphire Rapids den Einstieg Intels in nunmehr auch Namens-technisch getrennte Server-Architekturen dar: Während bisher immer noch das Kürzel "-SP" an den Architektur-Namen angehangen wurde, um die Server-Auskopplung zu bezeichnen, erhalten jene nach "Ice Lake SP" nunmehr Eigennamen innerhalb der "Rapids"-Familie: Auf Sapphire Rapids werden somit "Granite Rapids" und "Diamond Rapids" folgen. Auffallend ist daneben, dass bislang noch überhaupt nichts zu neuen HEDT-Generationen von Intel bekannt ist – welche bisher immer auf dem jeweiligen Server-Silizium basierten. Bezüglich Ice Lake SP besteht wohl nur noch eine theoretische Chance auf entsprechende HEDT-Auskopplungen, da selbige bislang auf keiner Roadmap notiert wurden (die letzte diesbezüglich aussagekräftige Roadmap reicht bis zum Jahresende 2020). HEDT-Auskopplungen auf Basis der verschiedenen Rapids-Architekturen sind hingegen noch komplett ungewiß.

Mobile Desktop HEDT Server
Sunny Cove Ice Lake - - Ice Lake SP
Willow Cove Tiger Lake & Rocket Lake Rocket Lake ? Sapphire Rapids
Golden Cove Alder Lake Alder Lake ? Granite Rapids
Ocean Cove Meteor Lake Meteor Lake ? Diamond Rapids
PS: Die CPU-Kerne von "Rocket Lake" bekommen möglicherweise einen Eigennamen: "Cypress Cove".
Twitterer Leakbench hat einen Geekbench-Eintrag zu Rocket Lake-S erspäht. Der Prozessor lief dort mit 8 CPU-Kernen samt 16 Threads auf einem Basistakt von 3.4 GHz und einem angezeigten Maximal-Takt von 4978 MHz. Das damit erzielte Benchmark-Ergebnis ist allerdings nicht besonders prall: Zwar exzellent im Singlethread-Bereich (die IPC-Verbesserungen der zugrundeliegenden Cove-Architektur zeigen sich deutlich), im Multithread-Bereich jedoch klar zurückhängend gegenüber selbst Intels eigenen Achtkernern - von Intels Zehnkernern und AMDs 12-Kernern gar nicht erst zu reden. Dabei sind die zum Vergleich herangezogenen offiziellen Geekbench-Resultate üblicherweise nicht wirklich hochklassig, gibt es in der Geekbench-Datenbank durchaus auch bessere Einzelergebnisse (selbst ohne Übertaktung, wenngleich dies immer schwer zu erkennen ist). Zur Ehrenrettung des Rocket-Lake-Testsamples kann man allerdings anbringen, dass Vorserien-Exemplare nie bereits die vollständige Performance der Serien-Modelle zeigen müssen und dass hier gleichfalls Differenzen in der angesetzten TDP existieren können.





Technik
GB5 (ST)
GB5 (MT)
Quelle





Core i9-10900K
Comet Lake, 10C/20T, 3.7/5.3 GHz, 125W TDP
1417
11006
offizielles GB-Resultat



Core i7-10700K
Comet Lake, 8C/16T, 3.8/5.1 GHz, 125W TDP
1354
8994
offizielles GB-Resultat



Core i7-10700
Comet Lake, 8C/16T, 2.9/4.8 GHz, 65W TDP
1274
8254
offizielles GB-Resultat



Rocket Lake 8C
RKL (Willow/Cypress Cove), 8C/16T, 3.4/? GHz, ?W TDP
1507
7603
Geekbench-Datenbank



Ryzen 9 3900X
Zen 2, 12C/24T, 3.8/4.6 GHz, 105W TDP
1279
12042
offizielles GB-Resultat



Ryzen 7 3800X
Zen 2, 8C/16T, 3.9/4.5 GHz, 105W TDP
1285
9021
offizielles GB-Resultat