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Hardware- und Nachrichten-Links des 25. Januar 2018

Im gestern schon verlinkten Interview mit AMDs CEO Lisa Su bei AnandTech gibt es eine wichtige Passage, in welcher der CEO klar zugibt, das AMD 7nm-Chips sowohl bei Hausfertiger GlobalFoundries als auch bei Auftragsfertiger TSMC fertigen lassen wird. Dies ist für AMD kein ganz kleiner Schritt, schließlich sind zum einen die Waferabkommen mit GlobalFoundries zu erfüllen, zum anderen dürfte die Fertigung von GlobalFoundries auch primär auf Wirtschaftlichkeit getrimmt sein, was AMDs üblicherweise erste Zielsetzung. Daraus ergibt sich auch schon, welche 7nm-Chips nicht von TSMC kommen werden – alles, was große Mengen erfordert und wo zuerst die Wirtschaftlichkeit zählt. Konkret betrifft dies die Ryzen-Prozessoren der Zen-2/3-Generationen sowie eigentliche alle Konsolen-SoCs, gerade bei den dort üblicherweise "ausgelutschten" Preisen muß AMD ganz besonders auf die Wirtschaftlichkeit des Projekts achten. Es bleiben somit Grafikchips übrig – wo der Punkt der Stückzahl vielleicht nicht ganz so prägnant ist und vor allem das Thema der Wirtschaftlichkeit durchaus zurückstehen kann, wenn es denn andere Vorteile gibt.

Und nur deswegen wird TSMC bei AMD überhaupt wieder ins Spiel bringen – jene sind von der Klasse ihrer Halbleiterfertigungs-Implementierung immer noch GlobalFoundries überlegen. AMD braucht nun ganz besonders bei seinen Grafikchips jedes Stück an erreichbare Mehrleistung, hierbei kann die Fertigung bei TSMC hilfreich sein. Das jene zudem wohl früher für große PC-Chips spruchreif wird, kommt als Pluspunkt noch oben drauf – wird allerdings möglicherweise von AMD nicht benötigt. Es gab früher schon einmal das Gerücht, das AMD die Navi-Generation bei TSMC im 7nm-Prozeß herstellen lassen wird – was mit dem vorherkommenden Vega-20-Chip wird, ist dagegen unbekannt. Jener könnte nun auch noch auf die 7nm-Fertigung von TSMC umgebogen werden, genauso gut aber auch weiterhin seine geplante Rolle als 7nm-Pipecleaner bei GlobalFoundries erfüllen. Sofern Vega 20 wirklich nur in professionelle Gefilde geht, ist der Stückzahlenbedarf auch nicht so hoch, als das man nicht auch mit einer schleppend anlaufenden Fertigung zurechtkommen könnte. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Aussage von AMD-CEO Lisa Su kann man somit als nahezu klare Bestätigung ansehen, das die 2019er Navi-Generation wirklich wieder bei TSMC (in 7nm) gefertigt werden wird.

Eine nachzutragende interessante Änderung der AMD-Struktur im Zuge der beiden neuen Chefs der Radeon Technologies Group (RTG) besteht in der Umgruppierung der SemiCustom-Sparte aus der Server-Sparte heraus zurück zur Consumer-Sparte und dort unter der Oberaufsicht der Radeon-Gruppe. Damit wird sicherlich dem Punkt Rechnung getragen, das die SemiCustom-Sparte nach wie vor primär Konsolen-SoCs zu verantworten hat, andere mögliche SemiCustom-Projekte für professionelle Bedürfnisse haben nie eine größere Bedeutung erlangt. Damit ist die SemiCustom-Sparte sicherlich organisatorisch an der richtigen Stelle – rein fiskalisch kann man da eventuell anderer Meinung sein, denn es ist natürlich schon nutzvoll, deren exakten Umsatzbeitrag direkt und ohne dem Einfluß anderer Geschäftszweige zu sehen. Mit der aktuellen Struktur würde AMD dann Prozessoren-, Grafikchip- und SemiCustom-Geschäft fiskalisch allesamt in ein und derselben Sparte zusammenfassen – was eine minimalst mögliche Transparenz ergibt. An dieser Stelle wäre eine fiskalische Auftrennung in diese drei Sparten sinnvoll, egal der eigentlichen Organisationsstruktur des Unternehmens.

Videocardz weisen auf ein Youtube-Video (englische Untertitel aktivierbar) von Overclocker Ronaldo Buassali hin, welcher für Galax (KFA2) arbeitet und darin einen Cheat für 3Mark13 TimeSpy präsentiert. Hierbei werden schlicht vor dem Benchmark diverse Treiber-Einstellungen benutzt, welche von 3DMark13 augenscheinlich nicht als Verfälschung erkannt werden, nachfolgend allerdings für (leicht) höhere Benchmark-Resultate sorgen. Wirklich groß ist der Effekt jedoch nicht, im konkreten Beispiel waren +3,9% herauszuholen – das reicht nicht, um einer neuen Hardware irgendwie ein besonders gutes Performancelevel anzudichten, sondern ist im eigentlichen nur im Bereich von Benchmark-Rekordjägern interessant. Futuremark sah sich demzufolge schon dazu veranlaßt, der Sache nachzugehen und vorerst keine neuen Einträge in der "Hall of Fame" Benchmark-Ruhmeshalle mehr aufzunehmen. Interessanterweise soll der Trick auch bei den Benchmarks von Unigine und Catzilla funktionieren, welche nunmehr natürlich allesamt entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen sollten.

WinFuture berichten über Gerüchte, welche eine Einstellung von Windows 10 S nahelegen – jener Windows-Version für besonders günstige PCs, welche dann aber nur noch Software aus dem Windows-Store nachinstallieren kann. Allerdings wird wenn dann wohl nur Windows 10 S als extra Betriebssystem-Version eingestellt – die Funktionalität des ganzen soll allerdings erhalten bleiben und ins normale Windows 10 einfließen, welches dann so etwas wie einen "Windows-10-S-Modus" bekommen dürfte. Gut möglich, das Microsoft damit sogar die Geschäftsidee von Windows 10 S weiterbetreibt – nämlich die besonders günstiger PCs in Konkurrenz zur Googles Chromebooks. Die Verwendung einer regulären Windows-10-Version mit entsprechenden Einschränkungen könnte dann sogar die wettbewerbsrechtliche Hürde des Ausschluß' alternativer Shop-Anbieter für Windows-Software wegräumen – unter Umständen also eine Win-Win-Situation für Microsoft. Andererseits könnte sich Microsoft nach dem bisherigen Mißerfolg von Windows 10 S auch auf dessen ursprüngliche Aufgabe als Schüler/Studenten-Version zurückbesinnen – und die Attacke alternativer Shop-Anbieter für Windows-Software späteren Entwicklungen überlassen. Kommen dürfte diese Attacke irgendwann ziemlich sicher – Microsoft sieht hierbei die Chance zur Zentralisierung "seines" Markts und damit natürlich auch entsprechende Verdienstmöglichkeiten durch Shop-Gebühren für jegliche verkaufte Windows-Software.