3

Hardware- und Nachrichten-Links des 3. August 2020

Die PC Games Hardware hat ihren Benchmark-Parcours erneuert, welche nunmehr insbesondere schon Augenmerk auf die kommende Spiele-Generation 2020/2021 legt, welche teilweise schon NextGen-Titel beinhalten dürfte. Mit einer vergleichsweise breiten Ausgestaltung bei der Anzahl der Testspiele bzw. benutzten Spiele-Engines ist man sicherlich nahe am Puls der Zeit – womit sich auch ein Vergleich zum eher allgemein gehaltenen 3DCenter Performance-Index lohnt. Gegenüber jenem zeigen sich maßvolle Abweichungen, welche sich über die frischere Benchmark-Auswahl des neuen PCGH-Parcours erklären lassen – und damit natürlich auch dazu führen, dass die Skalierung der PCGH-Benchmarks besser bzw. stärker ausfällt. So liegt zwischen schwächster und stärkster Karte bei der PCGH ein Faktor von dem 3,96fachen, beim 3DC-Index hingegen nur dem 3,75fachen. Insgesamt betrachtet liegen die Abweichungen jedoch in einem ertragbaren Rahmen – insbesondere wenn man einrechnet, dass der 3DC-Index auf Basis von üblicherweise dutzenden Testberichten erstellt wird und in jene zumeist nicht eine solch umfangreiche Benchmark-Arbeit einfließt wie bei der PCGH.

Gen & Mem PCGH 3DC (umgerechnet) Abweichung
GeForce RTX 2080 Ti Turing, 11 GB 88,4% 236% = 86,2% -2,2 PP
GeForce RTX 2070 Super Turing, 8 GB 64,2% 172% = 62,9% -1,3 PP
GeForce GTX 1080 Ti Pascal, 11 GB 63,3% 173% = 63,2% +0,1 PP
Radeon VII Vega, 16 GB 62,3% 173% = 63,2% +0,9 PP
Radeon RX 5700 XT Navi, 8 GB 60,3% 156% = 57,0% -3,3 PP
Radeon RX Vega 56 Vega, 8 GB 42,2% 114% = 41,7% -0,5 PP
GeForce GTX 1070 Pascal, 8 GB 39,1% 107% = 39,1% (Base)
GeForce GTX 980 Ti Maxwell, 6 GB 34,6% 100% = 36,5% +1,9 PP
Radeon R9 390 GCN2, 8 GB 28,2% 82% = 30,0% +1,8 PP
GeForce GTX 970 Maxwell, 3.5 GB 22,3% 63% = 23,0% +0,7 PP
basierend auf dem neuen PCGH Benchmark-Parcour, in Vergleich gesetzt mit dem 3DC UltraHD Performance-Index

Allenfalls wäre zukünftig nachzuprüfen, inwiefern die Navi-basierte Radeon RX 5700 XT sich unter anderen Testberichten nunmehr ähnlich stärker verhält wie hier seitens der PCGH demonstriert – oder ob dies eine "individuelle" Ausprägung dieses Benchmark-Parcours darstellt. Eine gewisse Chance auf eine Index-Korrektur der Navi-basierten Grafikkarten ist durchaus nicht von der Hand zu weisen, hatte AMD doch in den letzten Jahren regelmäßig Grafikkarten bzw. Grafikchip-Architekturen aufgelegt, welche mit der Zeit immer etwas besser herauskamen als noch am Launchtag festgestellt. Die im Herbst anstehenden Launchreviews zu den kommenden NextGen-Grafikkarten dürften genügend Benchmark-Material ergeben, um sich diese Fälle dann noch einmal erneut anzusehen. Index-Neubewertungen von wirklichen Altmodellen machen hingegen kaum Sinn, schließlich soll der Index-Wert beim 3DCenter (im Gegensatz zu aktuellen Benchmarks) primär wiedergeben, wie die jeweilige Grafikkarte zu ihrem hauptsächlichen Nutzungszeitraum bewertet wurde.

Notebook-Hersteller XMG berichtet auf Reddit (via Videocardz) über einen aktuellen Liefer-Engpass bei Renoir-APUs, welche allem Augenschein nach Industrie-weit vorliegt. Die XMG fehlenden Prozessoren beziehen sich allein auf ein Prozessoren-Modell (Ryzen 7 4800H) und sind zudem mengenmäßig vergleichsweise klein, aber AMD spricht hierbei über ein generelles Nachlieferproblem – womit auch die anderen OEM/ODM-Hersteller vor diesem stehen dürften. Dabei könnten sich die größten AMD-Abnehmer eventuell teilweise schadlos halten, zuerst werden sicherlich die Lieferungen zu den kleineren und mittleren Abnehmern verzögert. Je nachdem wie groß der "Fehlbetrag" ist, könnten aber auch AMDs Großabnehmer in Form der großen PC-Anbieter betroffen sein. Hintergrund des ganzen ist natürlich der große Markterfolg von AMDs Renoir-APU (der im Fall eines OEM-Produkts primär bei den OEM/ODM-Herstellern und nicht auf dem Retail-Markt stattfindet), welcher auf eine Situation mit eher vorsichtig angesetzten Produktionsmengen trifft. AMD hat schlicht zu geringe Kapazitäten bestellt und wird nun von der realen Nachfrage umgerannt – und kann dies natürlich nicht mehr kurzfristig lösen.

Zum einen dauert es gut ein Quartal von der Bestellung bis zum verkaufsfertigen Chip, zum anderen muß Chipfertiger TSMC dann eben auch noch kurzfristig 7nm-Kapazitäten frei haben. Nicht umsonst geht das Gerücht herum, die immerhin schon im Januar vorgestellte Renoir-APU würde erst im letzten Jahresquartal ihr volles Produktionsvolumen erreichen – was wohl bedeuten mag, dass die Renoir-Nachlieferprobleme im besten Fall erst im Laufe des ersten Quartals 2021 beseitigt werden können. Wirklich sicher ist diese Prognose aber auch nicht, denn es ist unklar, wie stark die OEMs & ODMs die Renoir-APU wirklich nachgefragt haben. Schade ist an dieser Stelle ein wenig, dass sich AMD hiermit weiter steigende Marktanteile höchstselbst verbaut und zugleich auch im kritischen OEM/ODM-Geschäft die eben erst geknüpften zarten Bande zu den Hersteller gleich wieder in Gefahr bringt. Andererseits ist genauso unklar, wie defensiv AMDs Bestellmengen wirklich waren und wie stark die Nachfrage AMDs interne Prognose überschritten hat – AMD wirklich etwas nachsagen könnte man wohl nur dann, wenn diese Zahlen vorliegen würden.

Bezüglich der jüngsten AMD-Geschäftszahlen gibt es verschiedene Auslegungen, wie die Geschäftsbewegung von AMDs Server/Semi-Custom-Sparte zu bewerten ist – als starker Zuwachs im Server-Geschäft oder aber Vorbote der NextGen-Konsolen. AMDs begleitende Aussagen geben hierzu keine genaue Antwort, dort werden sowohl Server als auch das "Semi-Custom-Business" erwähnt, was beide Möglichkeiten offenläßt. Im Vergleich zu den Zahlen des vorhergehenden Quartals in Verbindung mit älteren Geschäftszahlen rein der Server/Semi-Custom-Sparte fällt allerdings auf, dass jene im ersten Jahresquartal 2020 ungewöhnlich schwach war. Dies deutet nicht gerade auf galoppierende Server-Umsätze hin, zeigt jedoch das Ende der aktuellen Konsolen-Generation samt damit stark zurückgehender Bestellungen für deren SoCs an. Dass zweite Jahresquartal zeigt dann wiederum ein halbwegs vernünftiges Ergebnis für die Server/Semi-Custom-Sparte, womit ergo eine der beiden Optionen satte 200 Mio. Dollar mehr Umsatz gegenüber dem ersten Jahresquartal eingebracht haben muß.

Q1 Q2 Q3 Q4
AMD Server/Semi-Custom 2017 605 Mio. $ 490 Mio. $ 749 Mio. $ 432 Mio. $
AMD Server/Semi-Custom 2018 532 Mio. $ 670 Mio. $ 715 Mio. $ 433 Mio. $
AMD Server/Semi-Custom 2019 441 Mio. $ 591 Mio. $ 525 Mio. $ 465 Mio. $
AMD Server/Semi-Custom 2020 348 Mio. $ 565 Mio. $ - -
Anmerkung: Für 2017 wurden die Zahlen gemäß des neueren Buchhaltungs-Standards "ASC 606" verwendet.

Dass dies AMDs Server-Geschäft gelungen sein soll, wäre in dieser Höhe dann arg überraschend. Eher wahrscheinlich ist, dass die zurückgehenden Bestellungen für die Konsolen-SoCs zur "alten" Konsolen-Generation nun durch die ersten Bestellungen zur kommenden Konsolen-Generation abgelöst wurden. Leider drösselt AMD die Geschäftszahlen für seine zwei Geschäftssparten nicht genauer auf, aber es ist eine gute Annahme, dass der Absatz an Konsolen-SoCs nach wie vor die insgesamte Geschäftslage der Server/Semi-Custom-Sparte dominiert. Unterstützt wird diese These auch durch AMDs Prognose von immerhin 2,55 Mrd. Dollar Quartalsumsatz im laufenden dritten Quartal, was gut 600 Mio. Dollar mehr als zweiten Quartal wäre. In allen anderen Geschäftssparten von AMD ist kein Grund für einen solch hohen Umsatzanstieg zu sehen – außer eben bei den Konsolen-SoCs. Gerade wenn jene im zweiten Quartal nur teilweise geschäftswirksam geworden sind, sollte nunmehr der große Aufschwung mit dem dritten Quartal kommen – was genau das ist, was AMD prognostiziert hat. Es würde daher nicht verwundern, wenn die Server/Semi-Custom-Sparte bei AMD im dritten Quartal erstmals über eine Milliarde Dollar Umsatz macht, vorangetrieben zum Großteil nur über die NextGen-Konsolen.

Die PC Games Hardware hat ihren Benchmark-Parcours erneuert, welche nunmehr insbesondere schon Augenmerk auf die kommende Spiele-Generation 2020/2021 legt, welche teilweise schon NextGen-Titel beinhalten dürfte. Mit einer vergleichsweise breiten Ausgestaltung bei der Anzahl der Testspiele bzw. benutzten Spiele-Engines ist man sicherlich nahe am Puls der Zeit - womit sich auch ein Vergleich zum eher allgemein gehaltenen 3DCenter Performance-Index lohnt. Gegenüber jenem zeigen sich maßvolle Abweichungen, welche sich über die frischere Benchmark-Auswahl des neuen PCGH-Parcours erklären lassen - und damit natürlich auch dazu führen, dass die Skalierung der PCGH-Benchmarks besser bzw. stärker ausfällt. So liegt zwischen schwächster und stärkster Karte bei der PCGH ein Faktor von dem 3,96fachen, beim 3DC-Index hingegen nur dem 3,75fachen. Insgesamt betrachtet liegen die Abweichungen jedoch in einem ertragbaren Rahmen - insbesondere wenn man einrechnet, dass der 3DC-Index auf Basis von üblicherweise dutzenden Testberichten erstellt wird und in jene zumeist nicht eine solch umfangreiche Benchmark-Arbeit einfließt wie bei der PCGH.





Gen & Mem
PCGH
3DC
(umgerechnet)
Abweichung





GeForce RTX 2080 Ti
Turing, 11 GB
88,4%
236%
= 86,2%
-2,2 PP



GeForce RTX 2070 Super
Turing, 8 GB
64,2%
172%
= 62,9%
-1,3 PP



GeForce GTX 1080 Ti
Pascal, 11 GB
63,3%
173%
= 63,2%
+0,1 PP



Radeon VII
Vega, 16 GB
62,3%
173%
= 63,2%
+0,9 PP



Radeon RX 5700 XT
Navi, 8 GB
60,3%
156%
= 57,0%
-3,3 PP



Radeon RX Vega 56
Vega, 8 GB
42,2%
114%
= 41,7%
-0,5 PP



GeForce GTX 1070
Pascal, 8 GB
39,1%
107%
= 39,1%
(Base)



GeForce GTX 980 Ti
Maxwell, 6 GB
34,6%
100%
= 36,5%
+1,9 PP



Radeon R9 390
GCN2, 8 GB
28,2%
82%
= 30,0%
+1,8 PP



GeForce GTX 970
Maxwell, 3.5 GB
22,3%
63%
= 23,0%
+0,7 PP



basierend auf dem neuen PCGH Benchmark-Parcour, in Vergleich gesetzt mit dem 3DC UltraHD Performance-Index