7

AMD stellt Zen-2-basierte "Renoir"-APU für Ryzen 4000 U/H/G Serien vor

Der Hauptteil von AMDs Ausführungen zu deren CES 2020 Liveshow erging bezüglich der neuen Mobile-Prozessoren von AMD, welche nunmehr ebenfalls auf Zen 2 basieren. Hierfür setzt AMD die neue APU "Renoir" an, welche nachfolgend in den Prozessoren-Serien "Ryzen 4000U" (15W-Notebooks, ab Februar), "Ryzen 4000H" (45W-Notebooks, ab Februar) und "Ryzen 4000G" (65W-Desktops, später im Jahr) Verwendung finden wird. Wie erwartet (und auch von AMD lange Zeit vorab bereits indirekt genannt), stellt Renoir weiterhin ein monolitisches Chipdesign dar, findet der Chiplet-Ansatz von Zen 2 hier also noch keine Anwendung. Auf der Renoir-APU integriert AMD dann acht CPU-Kerne auf Zen-2-Basis, mit allerdings von original 32 MB auf nunmehr 8 MB gevierteltem Level3-Cache, acht Shader-Cluster auf Vega-Basis, ein PCI Express 3.0 Interface (zur Anbindung weiterer Grafiklösungen) sowie ein DualChannel-Speicherinterface, welches nunmehr immerhin bis zu DDR4/3200 oder LPDDR4/4266 beherrscht.

    AMD "Renoir"

  • 7nm Fertigung von TSMC
  • Chipfläche gemäß ersten Schätzungen bei ca. 150mm²
  • monolithisches Design mit integriertem I/O-Teil und integrierter Grafik
  • CPU basierend auf Zen 2: 8 CPU-Kerne samt SMT mit 8 MB Level3-Cache
  • iGPU basierend auf Vega: 8 Shader-Cluster mit max. 512 Shader-Einheiten
  • DualChannel-Speicherinterface für maximal DDR4/3200 oder LPDDR4/4266
  • PCI Express 3.0 (mit wahrscheinlich nur 8 Lanes)
  • Verkaufsnamen: Ryzen 4000U (15W-Notebooks, ab Februar), Ryzen 4000H (45W-Notebooks, ab Februar) & Ryzen 4000G (65W-Desktops, später im Jahr)

Einigen dieser Technik-Spezifikationen sind schon gewisse Abspeckungen zu entnehmen: Es gibt nur PCI Express 3.0 (mit wahrscheinlich wieder nur 8 Lanes) und nicht das bei Zen 2 eigentlich eingeführte PCI Express 4.0. Der Level3-Cache wird wie gesagt gegenüber dem Standard von Zen 2 geviertelt und die Anzahl der Shader-Cluster sinkt gegenüber früheren AMD-APUs von maximal 11 auf nunmehr nur noch maximal 8. Das Ziel dieser Abspeckungen liegt natürlich darin, einen für diese Produkt-Klasse sinnvollen Mix aus Feature-Vielfalt, deren tatsächlicher Notwendigkeit und der dafür benötigten Chipfläche zu finden. Denn insbesondere integrierte Grafik und viel Cache gehen zu Lasten der Chipfläche, was sich AMD bei einem solchen stark im Preiskampf stehenden Produkt kaum leisten kann – gerade nicht nach der Verdopplung der Anzahl der CPU-Kerne. Und somit kommt die Renoir-APU nach ersten Schätzungen auf Basis des in die Kameras gehaltenen Renoir-Dies auf eine Chipfläche von ca. 150mm² – was kleiner ist als die vorhergehenden APUs "Raven Ridge" & "Picasso" (jeweils 210mm² in der 14/12nm-Fertigung).

Raven Ridge Picasso Renoir
Verkaufsnamen Ryzen 2000 U/H/G Serien Ryzen 3000 U/H/G Serien Ryzen 4000 U/H/G Serien
Fertigung 210mm², 14nm GlobalFoundries 210mm², 12nm GlobalFoundries ~150mm², 7nm TSMC
Aufbau monolitisch monolitisch monolitisch
CPU Zen 1, max. 4C (+SMT, 4 MB L3) Zen+, max. 4C (+SMT, 4 MB L3) Zen 2, max. 8C (+SMT, 8 MB L3)
iGPU Vega, max. 11 CU (@ max. 1300 MHz) Vega, max. 11 CU (@ max. 1400 MHz) Vega, max. 8 CU (@ max. 1750 MHz)
Speicher max. DDR4/3200 max. DDR4/2400 max. DDR4/3200 oder LPDDR4/4266
Release 26. Oktober 2017 6. Januar 2019 6. Januar 2020

Beachtenswert an den Abspeckungen ist insbesondere die (nominelle) Zurücknahme der Grafik-Hardware – was ziemlich ungewöhnlich ist und vorab auch genau anders herum vermutet wurde. Immerhin trägt Renoir somit nunmehr -27% weniger Shader-Cluster als Raven Ridge & Picasso, was schon eine erhebliche Differenz darstellt. Andererseits taktet die Renoir-iGPU auch mit 1400-1750 MHz deutlich kräftiger als die Picasso-APU mit 1000-1400 MHz, hinzu kommt der deutlich bessere Speichersupport: Anstatt maximal DDR4/2400 bei Picasso gibt es nunmehr bis zu DDR4/3200 oder LPDDR4/4266. Sofern man dies ausnutzt, sollte die Grafik-Performance von Renoir mindestens gleichwertig sein, hat (wegen des hohen Einfluß des Speichertakts) sogar das Potential für mehr Grafik-Power als bei Picasso. Der "Rückschritt" bezieht sich hierbei somit eher nur auf die pure Anzahl der verbauten Hardware-Einheiten, bei der iGPU-Performance dürfte es dagegen kaum echte Rückschritte geben.

Nichtsdestotrotz ist hier ein kleiner Paradigmen-Wechsel zu sehen, gerade wo AMD bisher seine iGPU-Stärke jederzeit betont hat und auch meistens mit noch stärkeren iGPUs angetreten ist. Mittels Renoir verschiebt man die Relationen hingegen deutlich zugunsten des CPU-Teils – welcher dann den Dimensionssprung von 4 auf 8 CPU-Kerne sowie von Zen+ auf Zen 2 hinlegt. Dies dürfte nicht nur eine Entscheidung sein zugunsten der These, das man bereits über genügend iGPU-Power verfügt, sondern vor allem auch dem Gedanken folgen, das AMD bei den daraus primär resultierenden Notebook-Prozessoren über eine noch höhere iGPU-Power nicht wirklich etwas gewinnt – weder Notebook-Hersteller noch (in bedeutsamen Maßstab) Notebook-Käufer. Jene achten eben (neben der Problemlosigkeit des Designs) in erster Linie auf Prozessoren-Power, womit AMD bei Renoir eben nun genau das bietet – Prozessoren-Power für Mobile-Bedürfnisse fast im Übermaß.

Denn im Gegensatz zu Intel, wo Sechskern- und Achtkern-Prozessoren im Mobile-Segment eher nur an der absoluten Leistungsspitze (zu entsprechenden Preislagen) zu finden sind und das Gros des Angebots-Portfolios weiterhin Vierkerner darstellen, geht AMD bei den Ryzen 4000 U/H-Serien gleich in die Vollen und offeriert ein Produkt-Portfolio, welches primär Sechskerner und Achtkerner für den Mobile-Einsatz aufbietet. Leider fehlen an dieser Stelle irgendwelche Preisangaben, womit dies nicht gänzlich sicher abschätzbar ist. Andererseits kann sich AMD als weiterhin klarer Herausforderer im Mobile-Segment irgendwelche hohen Preise ganz sicher nicht leisten, ergo dürften jene Sechs- und Achtkerner wohl zu gangbaren Preisen für die Notebook-Hersteller erhältlich sein. AMD bringt somit die mit dem initialen Zen-Release gestarteten "Kern-Kriege" ("Core Wars") letztlich auch ins Mobile-Segment – eine Marktoffensive, welcher sich Intel nachfolgend wird stellen müssen.

Kerne Takt L2+L3 iGPU TDP Release
Ryzen 7 4800H 8C/16T 2.9/4.2 GHz 4+8 MB Vega 7 @ ≤ 1600 MHz 45W (35-54W) 6. Jan. 2020
Ryzen 7 4800HS * 8C/16T 2.9/4.2 GHz 4+8 MB Vega 7 @ ≤ 1600 MHz 35W 6. Jan. 2020
Ryzen 5 4600H 6C/12T 3.0/4.0 GHz 3+8 MB Vega 6 @ ≤ 1500 MHz 45W (35-54W) 6. Jan. 2020
Ryzen 7 4800U 8C/16T 1.8/4.2 GHz 4+8 MB Vega 8 @ ≤ 1750 MHz 15W (10-25W) 6. Jan. 2020
Ryzen 7 4700U 8C/8T 2.0/4.1 GHz 4+8 MB Vega 7 @ ≤ 1600 MHz 15W (10-25W) 6. Jan. 2020
Ryzen 5 4600U 6C/12T 2.1/4.0 GHz 3+8 MB Vega 6 @ ≤ 1500 MHz 15W (10-25W) 6. Jan. 2020
Ryzen 5 4500U 6C/6T 2.3/4.0 GHz 3+8 MB Vega 6 @ ≤ 1500 MHz 15W (10-25W) 6. Jan. 2020
Ryzen 3 4300U 4C/4T 2.7/3.7 GHz 2+4 MB Vega 5 @ ≤ 1400 MHz 15W (10-25W) 6. Jan. 2020
* ... Ryzen 7 4800HS wird für 6 Monate exklusiv nur in Asus-Geräten erhältlich sein

Die "Ryzen 4000G" Serie an nachfolgenden Desktop-APUs wurde nicht erwähnt, ist aber nur folgerichtig – zu einem späteren Termin natürlich, zuerst wird AMD die Bedürfnisse der Notebook-Hersteller bedienen. Mit Renoir im Desktop-Segment geht AMD dabei teilweise in Konkurrenz zu seinen eigenen Zen-2-Prozessoren, wo schließlich auch die Sechskern- und Achtkern-Modelle das Rückgrat des eigenen Angebots-Portfolios darstellen. Andererseits dürfte sich Renoir aufgrund seiner Mobile-Ausrichtung in der Spitze vermutlich nicht so gut wie Ryzen 3000 takten lassen, der geviertelte Level3-Cache wird auch etwas an Performance kosten. Dennoch dürften entsprechende (natürlich voll ausgefahrene) Desktop-Produkte interessant werden, wobei AMD in diesem Fall die bisher günstigen APU-Preise des Desktop-Segments vermutlich nicht mehr halten kann (ansonsten würde man Ryzen 3000 glatt unterminieren).

Der Hauptteil von AMDs Ausführungen zu deren CES 2020 Liveshow erging bezüglich der neuen Mobile-Prozessoren von AMD, welche nunmehr ebenfalls auf Zen 2 basieren. Hierfür setzt AMD die neue APU "Renoir" an, welche nachfolgend in den Prozessoren-Serien "Ryzen 4000U" (15W-Notebooks, ab Februar), "Ryzen 4000H" (45W-Notebooks, ab Februar) und "Ryzen 4000G" (65W-Desktops, später im Jahr) Verwendung finden wird. Wie erwartet (und auch von AMD lange Zeit vorab bereits indirekt genannt), stellt Renoir weiterhin ein monolitisches Chipdesign dar, findet der Chiplet-Ansatz von Zen 2 hier also noch keine Anwendung. Auf der Renoir-APU integriert AMD dann acht CPU-Kerne auf Zen-2-Basis, mit allerdings von original 32 MB auf nunmehr 8 MB gevierteltem Level3-Cache, acht Shader-Cluster auf Vega-Basis, ein PCI Express 3.0 Interface (zur Anbindung weiterer Grafiklösungen) sowie ein DualChannel-Speicherinterface, welches nunmehr immerhin bis zu DDR4/3200 oder LPDDR4/4266 beherrscht.




AMD "Renoir"
7nm Fertigung von TSMC
Chipfläche gemäß ersten Schätzungen bei ca. 150mm²
monolithisches Design mit integriertem I/O-Teil und integrierter Grafik
CPU basierend auf Zen 2: 8 CPU-Kerne samt SMT mit 8 MB Level3-Cache
iGPU basierend auf Vega: 8 Shader-Cluster mit max. 512 Shader-Einheiten
DualChannel-Speicherinterface für maximal DDR4/3200 oder LPDDR4/4266
PCI Express 3.0 (mit wahrscheinlich nur 8 Lanes)
Verkaufsnamen: Ryzen 4000U (15W-Notebooks, ab Februar), Ryzen 4000H (45W-Notebooks, ab Februar) & Ryzen 4000G (65W-Desktops, später im Jahr)