6

Hardware- und Nachrichten-Links des 6. Juli 2018

Bezüglich der Grafikkarten-Preise gab es zuletzt immer mal wieder Meldungen, das Branchen-intern nunmehr klar sinkende Preise erwartet werden (wie zuletzt bei der PC Games Hardware). Rein praktisch ist davon (leider) noch nicht viel zu sehen, denn über den Juni 2018 hat die ComputerBase nur einen durchschnittlichen Preisrückgang von -4% ermittelt – ergo nichts, was jetzt wirklich bemerkbar wäre. Natürlich kann es etwas dauern, bis der schwindende Auftragseingang bei den Grafikkarten-Herstellern bis an den Einzelhandel weitergereicht ist und dort auf Basis hoher Lagerbestände eher die Bereitschaft zum Preiskampf aufkommt. Andererseits sind viele Grafikkarten-Preise inzwischen auf einen halbwegs normalen Niveau angekommen – und von dort aus geht der Preiskampf üblicherweise nur noch in eher kleinen Schritten vorwärts, braucht also seine Zeit, um auf beachtbare Differenzen zu kommen. Entscheidend vorangetrieben werden könnte dies natürlich durch Abverkaufsangebote der Pascal-Generation, wenn die Grafikkarten-Hersteller fürchten müssen, aufgrund der nahenden Turing-Generation auf diesen Karten sitzenzubleiben. Noch ist davon nichts zu sehen und damit sinken auch die Grafikkarten-Preise nicht wirklich – aber der Umsatz dürfte aufgrund von Sommer-Zeit und zu vielen Meldungen über die Turing-Generation sicherlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Ob diese "Umsatz-Delle" die Grafikkarten-Hersteller zu größeren Preisnachlässen animiert, wird man sehen müssen – je nach vorhandenem Lagerbestand könnte es auch ausreichend sein, die Pascal-Generation einfach nur langsam auslaufen zu lassen.

Gamers Nexus legen nach mit dem Test einer "GeForce GTX 1050 1GB" – einer Karte, die es als solches gar nicht gibt, welche aber auf eBay & Aliexpress oftmals derart angeboten wird. Hierbei handelt es sich ausschließlich um gefälschte Hardware – da wird schlicht mittels eines BIOS-Editors der Karte in ihrem BIOS ein anderer Name und eine andere Device-ID verpasst, so daß jene sich schon beim Booten und auch später unter Windows mit ihrem gefälschten Namen meldet. An der Performance der Karte kann man allerdings nichts fälschen, jene liegt im konkreten Fall auf Höhe der GeForce GTX 650 Ti – dies ist grob das Niveau der GeForce GT 1030 GDDR5, allerdings wird die GeForce GTX 650 Ti heutzutage sicherlich in vielen Fällen durch ihre nur 1 GB Speicher ausgebremst werden. Leider schwirren auf eBay & Aliexpress auch noch krasse Varianten solcherart gefälschter Hardware herum, wo dann auch die Speichermengen-Anzeige manipuliert wird – und somit mancher in Versuchung gerät. Generell kann man sagen, das bei Angeboten professioneller Anbieter (die also wiederkehrende Angebote machen) deutlich unter Marktpreis alle Alarmglocken angehen sollten – weil kein professioneller Anbieter derzeit dazu gezwungen ist, deutlich unter Marktpreis zu verkaufen. Es greift hier die alte Faustregel: Ist ein Angebot zu gut, muß es einen Haken haben. Schade, das eBay & Aliexpress die Sache nicht im Griff haben und es daher inzwischen reihenweise entsprechender Betrugs-Angebote auf diesen Plattformen gibt.

Auf Reddit wird mittels einer Grafik zum Angebot an (maximalen) CPU-Kernen über die Jahre die aktuell laufenden "Kern-Kriege" ("Core Wars") zwischen AMD und Intel thematisiert. Jene werden wie bekannt diesen Herbst mit dem Aufgebot von AMDs Threadripper II (bis zu 32 CPU-Kerne) gegen Intels Cascade Lake (bis zu 28 CPU-Kerne) einen vorläufigen Höhepunkt finden. Der Grafik ist ganz gut zu entnehmen, das es (an der Spitze) kaum jemals längere Phasen einer Dominanz in Fragen der Kern-Anzahl gegeben hat – und die einzige große Ausnahmen (AMDs Achtkerner der Bulldozer-Generation) zeigt dann auch schon auf die Schwäche dieser Grafik hin: Mehr CPU-Kerne zu haben bedeutet nichts, sofern jene auch nicht mehr Performance bringen. Seinerzeit fühlte sich Intel wegen der Existenz von Achtkern-Prozessoren bei AMD eben nicht genötigt, mit gleichem nachzuziehen – heute ist dies ganz anders, heute braucht Intel die eigenen Achtkerner (im Consumer-Segment), um sich wieder vor AMD positionieren zu können.

Zudem verdeckt die Konzentration auf die maximale Kern-Anzahl durchaus den eigentlich wichtigeren Punkt, das die meisten Prozessoren in viel kleineren Konfigurationen erstanden wurden und werden – besonders offensichtlich bei der kommenden Angebotsexplosion auf 32 bzw. 28 CPU-Kerne, die natürlich nur von einer Handvoll Anwender eingesetzt werden wird. Die entscheidendere Entwicklung der Kern-Kriege ist wohl, das wir in der Masse der genutzten Systeme nunmehr von der lange Jahre geltenden Formel "2C für Mainstream und 4C für Performance/HighEnd" wegkommen werden. Das aktuelle Produkt-Portfolio beider CPU-Anbieter sieht da schon ganz anders aus, hier wird endlich auch für die breite Masse an CPU-Käufern mehr an CPU-Kernen geboten. Damit liegt derzeit der Stab vermutlich eher schon wieder im Feld der Software-Entwickler, welche das sprungartig gestiegene Angebot an CPU-Kernen besser ausnutzen müssen. Denn es ist schließlich derzeit schon (im normalen Consumer-Segment) die Gegenthese zu sehen, das noch mehr CPU-Kerne nichts mehr wirklich verbessern. AMD und Intel können an der Leistungsspitze zwar immer breitere ManyCore-Prozessoren auflegen – aber ob die weitere Anhebung der Kern-Anzahl im Consumer-Segment noch großartig Sinn ergibt, steht dagegen auf einem ganz anderen Blatt.

Bezüglich der Grafikkarten-Preise gab es zuletzt immer mal wieder Meldungen, das Branchen-intern nunmehr klar sinkende Preise erwartet werden (wie zuletzt bei der PC Games Hardware). Rein praktisch ist davon (leider) noch nicht viel zu sehen, denn über den Juni 2018 hat die ComputerBase nur einen durchschnittlichen Preisrückgang von -4% ermittelt - ergo nichts, was jetzt wirklich bemerkbar wäre. Natürlich kann es etwas dauern, bis der schwindende Auftragseingang bei den Grafikkarten-Herstellern bis an den Einzelhandel weitergereicht ist und dort auf Basis hoher Lagerbestände eher die Bereitschaft zum Preiskampf aufkommt. Andererseits sind viele Grafikkarten-Preise inzwischen auf einen halbwegs normalen Niveau angekommen - und von dort aus geht der Preiskampf üblicherweise nur noch in eher kleinen Schritten vorwärts, braucht also seine Zeit, um auf beachtbare Differenzen zu kommen. Entscheidend vorangetrieben werden könnte dies natürlich durch Abverkaufsangebote der Pascal-Generation, wenn die Grafikkarten-Hersteller fürchten müssen, aufgrund der nahenden Turing-Generation auf diesen Karten sitzenzubleiben. Noch ist davon nichts zu sehen und damit sinken auch die Grafikkarten-Preise nicht wirklich - aber der Umsatz dürfte aufgrund von Sommer-Zeit und zu vielen Meldungen über die Turing-Generation sicherlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Ob diese "Umsatz-Delle" die Grafikkarten-Hersteller zu größeren Preisnachlässen animiert, wird man sehen müssen - je nach vorhandenem Lagerbestand könnte es auch ausreichend sein, die Pascal-Generation einfach nur langsam auslaufen zu lassen.