6

News der Osterfeiertage 2026

Von Tippgeber HXL kommt ein IPC/Takt-Gerücht zu Nova Lake vs Zen 6. Danach sollen die "Coyote Cove" P-Kerne von Intels "Nova Lake" gegenüber AMDs "Zen 6" einen Vorteil bei der IPC haben, die AMD-Seite hingegen einen Vorteil bei der Taktrate. Wie groß die Vorteile jeweils sind, wurde nicht bekanntgegeben, so dass hier nach wie vor noch alles möglich ist – die Gesamtperformance bestimmt sich wie bekannt aus IPC * Taktrate, wobei letztere dann auch noch durch das Powerlimit sowie andere Faktoren ausgebremst wird bzw. nicht 1:1 in die Performance eingeht. Relevant dürfte dies aber sowieso nur bei Anwendungen mit Last auf wenigen Kernen sein, denn sobald es um reine Multithreading-Performance geht, sollte Intels Nova Lake wegen der bis zu 52 CPU-Kerne gegenüber Zen 6 (maximal 24 CPU-Kerne mit SMT) wahrscheinlich sogar beachtbar davonreiten. Dies läßt sich schließlich schon jetzt hochrechnen: Derzeit kommen es bei AMD 16 Kerne gegen Intel 24 Kerne zu einem faktischen Gleichstand bei der Anwendungs-Performance. Wenn dies in der nächsten CPU-Generation dann erhöht wird auf AMD 24 Kerne gegen Intel 52 Kerne, dann dürfte dieser Kern-Vorteil den Ausschlag geben – bei der Anwendungs-Performance und dort primär den reinen Multithreading-Lasten wohlgemerkt.

IPC: CYC>Zen6
clock: Zen6>CYC

Quelle:  HXL @ X am 4. April 2026

VideoCardz berichten über weitere Aktivitäten nVidias in Richtung "Neural Rendering", sprich dem Einsatz generativer KI bei der Spiele-Darstellung. Ausgangslage hierzu sind Erläuterungen nVidias auf der GCC auf YouTube, wobei hier insbesondere das Feature "Neural Texture Compression" (NTC) ins Auge springt. Grundsätzlich wird damit ein klar abgespecktes Texturenmodell mittels KI zur Laufzeit auf einen Optikstand nahe des originalen Texturenmodells gebracht – zu einer VRAM-Ersparnis von bis zu 85%. Dies hört sich natürlich auf den ersten Blick großartig an, wobei andererseits angemerkt werden muß, dass Vorteile in Techdemos und Vorteile in realen Spielen auch schon einmal sehr unterschiedlich ausfallen können. Zugleich dürfte das Feature in der Praxis weniger den VRAM-Bedarf regelrecht herunterdrücken, sondern vielmehr "nur" dessen Anstieg limitieren. Denn in der Übergangszeit und zugunsten der Grafikkarten anderer Anbieter müssen die Spieleentwickler natürlich auch vernünftige Texturen ohne NTC ausliefern. Der NTC-Effekt kann somit anfänglich nur genutzt werden, um bessere Texturen als den Standard zu bieten – und jener Standard darf auch nicht zu niedrig ausfallen, ansonsten wird der Spieletitel abgewatscht.

Ganz am Anfang steht ein Spieletitel mit NTC-Einsatz schließlich einer Hardware-Landschaft gegenüber, in welcher nur die wenigsten Grafikkarten über NTC verfügen, ergo kann man die non-NTC-Anwender nicht vor den Kopf stoßen. NTC und ähnliche Kompressionsalgorithmen sind also eher für eine weitere Zunahme der Texturenqualität gut, ohne deswegen den VRAM-Bedarf weiter explodieren zu lassen. Tatsächlich den Bedarf an VRAM reduzieren könnten solcherart Features erst dann, wenn jene vollumfänglich bei der Hardware der Spielerbasis durchgesetzt sind. Dafür wäre es allerdings eher interessant, wenn AMD, Intel & nVidia diese Aufgabe Microsoft für deren DirectX zuschieben würden, anstatt da jeder Grafikchip-Entwickler sein eigenes Süppchen kocht. Auch Intel arbeitet laut VideoCardz an einer dieserart KI-unterstützten Texturenkompression mit ähnlich starker Kompressionsrate. Denkbarerweise ist AMD hinter den Kulissen hierbei genauso aktiv – was aber im Endeffekt den Spieleentwicklern am wenigsten gefallen wird: Denn diese KI-unterstützten Kompressionsalgorithmen müssen nicht nur allesamt eingebaut, sondern vor allem kontrolliert und feingetunt werden – es soll ja am Ende nicht mehr Fehldarstellungen durch KI-Halluzinationen geben als denn an Bildqualitätsgewinn herausspringt.

Leaker Jaykihn @ X korrigiert eine frühere Aussage seinerseits, nachdem die iGPU von "Nova Lake" ein Hybrid von Xe3 und Xe4 sein solle – wobei von "Xe4" sowieso nur Display- und Media-Einheit stammen würden. Dies ist aber vollständig inkorrekt, die iGPU von Intels Nova Lake wird keine Anteile von Xe4 enthalten. Vielmehr wird an dieser Stelle nun "Xe3P" notiert, was die ausgewachsene Variante der Xe3-Architektur darstellen soll. Wahrscheinlich bleibt es weiterhin beim Hybrid-Modell bei der iGPU von Nova Lake, nunmehr eben aus Xe3 und Xe3P. Dies macht es wahrscheinlicher, dass Intel doch noch Desktop-Grafikkarten auf Basis von Xe3 "Celestial" vorbereitet, mindert aber andererseits die Chance auf die Weiterentwicklung hin zu Xe4 "Druid". Gut möglich, dass Intel im iGPU-Bereich mit Xe3 weitgehend zufrieden ist, dort kein Xe4 benötigt – womit die Anreize steigen, die komplette Architektur-Entwicklung hin zu Xe4 liegenzulassen, da Intel im Feld der Desktop-Grafikkarten nicht ausreichend erfolgreich ist, um dies (intern) rechtfertigen zu können. Zur Zeit sind dies natürlich nur wohlfeile Vermutungen, wie es im Feld der Grafikchip-Entwicklung bei Intel weitergeht, bleibt nach wie vor unbestimmt.

There is nothing Xe4 on Nova Lake. I had previously labeled the display and media as Xe4, but these are actually Xe3p. I apologize for the mistake.
Quelle:  Jaykihn @ X am 4. April 2026

Die Marktforscher von TrendForce bringen ein paar klärende Worte zu den kürzlichen Meldungen über einen (angeblich) bedeutsamen Rückgang der Speicherpreise (von teilweise –30%). Danach bezog sich dies allein auf den Zweitmarkt der Weiterverwertung von gebrauchten Server-DRAM-Chips – sprich, dort wurden die reinen Speicherchips aus Server-Speichermodulen herausgezogen und für andere Anwendungszwecke weiterverkauft. Dies hat dann aber vergleichsweise wenig mit dem allgemeinen Speichermarkt zu tun, schon allein der Spotmarkt (an neuwertigen Speicherchips) liegt bei unter 5% des Gesamtmarktes – und dieser Secondhand-Markt an Speicherchips ist davon nur ein nochmals kleinerer Teil. Ergo ist der gesamte Markteinfluß dieses Teilmarkts regelrecht marginal, sind somit davon auch keine Auswirkung auf die allgemeinen Speicherpreise zu erwarten. Daneben zeigen TrendForce auch den aktuellen Trend auf dem Speicher-Spotmarkt, wo DDR4- und DDR5-Speicher entweder gleichbleibend liegen oder minimal (um bestenfalls –2%) fallen. Dies ist wohl eher zielführend bezüglich der aktuellen Speicherpreis-Situation, wo der Spotmarkt im DDR-Segment sein Limit erreicht zu haben scheint, dennoch aber noch nicht wirklich vom einmal erreichten hohen Preisniveau zurückgeht.

Fred Chen @ X zeigt eine schöne Infografik zum Ausbau der Speicherfertigung bei SK Hynix und Samsung für die Jahre 2026-2028. Hier wird sicherlich einiges getan, die größeren Mengen kommen aber eher erst zum Ende dieses Zeitraums. Als Vergleichsgröße darf gelten, dass im Jahr 2025 für die DRAM-Produktion weltweit ca. 2,3 Mio. Wafer pro Monat (WPM) angesetzt wurden. Da sind dann natürlich Steigerungen um 20'000 WPM hier und 45'000 WPM dort eher nur der Tropfen auf den heißen Stein, angesichts des massiven Überbedarfs kommend vom laufenden AI-Hype helfen da erst mehrmalige Fabrikausbauten in der Größenordnung von sechsstelliger (zusätzlicher) Waferanzahl. Dass, was derzeit bis zum Jahr 2028 geplant ist, sind bei diesen zwei der drei großen Hersteller (der dritte ist Micron) ca. 700'000 Wafer pro Monat – wahrscheinlich ziemlich passend für den aktuellen Mehrbedarf (die OpenAI-Deals liegen bei 900'000 Wafern pro Monat), aber womöglich noch nicht ausreichend, um die Speicherpreise wieder deutlich in Richtung "Normalität" herunterzuschicken. Aber natürlich leben die Speicherhersteller gut mit den aktuell überzogenen Preisen und werden daher tunlichst vermeiden, ihre Fertigungskapazitäten zu stark zu steigern. Wenn, dann kann echter Preiswettbewerb wohl nur über die chinesischen Speicherfertiger kommen – aber auch dort dauert ein Fabrikneubau seine Zeit, ist da so schnell nichts entscheidendes zu erwarten.