
Auf der GTC 2026 (Keynote bei YouTube) hat nVidia eine neue nVidia HPC/AI-Roadmap gezeigt, welche die Next-Next-Gen-Architektur "Feynman" genauer skizziert und zudem ehrlicher bezüglich der Termineinordnungen ist. So wird nunmehr grob "Blackwell" auf 2024 eingeordnet, "Rubin" auf 2026 und "Feynman" auf 2028 – was bei den ersten beiden besser zum realen Auslieferungstermin erster HPC/AI-Gerätschaften passt, selbst wenn deren Ankündigung teilweise ein glattes Jahr vorher stattfand. Auch wird damit klarer, dass es tatsächlich neue Architekturen bei nVidia weiterhin "nur" aller zwei Jahre gibt – der Zwischenraum wird wie im Consumer-Bereich mit Refresh-Generationen gefüllt ("Blackwell Ultra" und zukünftig wohl "Rubin Ultra"). Die neuen Daten zur Feynman-Generation im HPC/AI-Bereich versprechen dann Die-Stacking (die einzelnen GPUs werden nicht mehr nebeneinander aufs Trägermaterial aufgebracht, sondern übereinander gestappelt), ein "Custom-HBM" sowie mit "Rosa" eine neue CPU für die Komplett-Produkte aus Feynman-GPUs und Rosa-CPU. Eine tatsächliche Bewandtnis für im gleichen Zeitraum erscheinende Consumer-Produkte muß dies alles natürlich nicht haben, wenngleich jene wenigstens langfristig sicherlich von der einen oder anderen technischen Entwicklung profitieren dürften.
Selten wurde eine neue Technologie eines Marktführers derart kontrovers gesehen wie DLSS5, selten waren die Lager auch derart geteilt: Auf der eine Seite technische Begeisterung oder zumindest die Zustimmung zum Punkt, das hiermit die Zukunft der Spieleentwicklung gezeigt wurde – und auf der anderen Seite größtenteils gleich tiefe Ablehnung, welche dann auch in Unmengen an entsprechenden Memes resultiert. Dies überrascht vielleicht etwas, aber "AI" ist nunmehr in der Breite von Gamern und Technik-Enthusiasten ein eher negativ besetztes Thema, weil der Normalbürger hierbei für den AI-Hype der Großkonzerne zahlt – über die Speicherkrise, mittels höherer Strompreise (dort wo viele neue Rechenzentren gebaut werden) und am Ende auch noch der Geringschätzung aus Herstellerkreisen, welche natürlich das margenträchtige AI-Geschäft dem Endkunden-Geschäft vorziehen. So gesehen ist die Antwort von nVidia-CEO Jensen Huang auf die Kritik aus Spielerkreisen an DLSS5 und dessen Optikveränderungen vielleicht nicht gut durchdacht gewesen, gießt hiermit nur unnötig Öl ins Feuer:
Well, first of all, they’re completely wrong. The reason for that is because, as I have explained very carefully, DLSS5 fuses controllability of the of geometry and textures and everything about the game with generative AI.
Quelle: nVidia-CEO gegenüber Tom's Hardware am 17. März 2026
Nominell gesehen mag der nVidia-Chef hiermit Recht haben: Die Spieleentwickler haben es selber in der Hand, gerade bei neuen Titeln mit DLSS5 kann man das ganze so lange feintunen, bis es dem entspricht, was der Spieleentwickler sehen will. Zudem gilt, dass derzeit eine Preview-Version von DLSS5 zu sehen ist, die Preview-Bilder reichlich suboptimal sind und auch hier die Spieleentwickler noch Zeit zum Feintunen haben werden. Ob dies reicht, bleibt aber abzuwarten, generative KI hat bekannterweise immer die Tendenz zu gewissen Optikveränderungen bzw. vor allem der Bevorzugung von bestimmten Stilen und Darstellungsarten. Vor allem aber mißachtet der nVidia-Chef mit seiner Aussage die eine große Weisheit, welche zu allen subjektiven Beurteilungen gilt: Die Deutungshoheit liegt im Auge des Betrachters – und nicht der Macher – wie es passenderweise die ComputerBase schreibt. Wenn die gezeigte DLSS5-Grafik einem gehörigen Teil der Anwender als glatter "AI-slop" erscheint, dann ist dies so zu akzeptieren und ist an dieser per se subjektiven Einordnung nichts herumzudeuteln.
Sicherlich schwingt hier auch mit hinein, dass bei den Industrie-Kapitänen keinerlei Gespür dafür existiert, dass "AI" in weiten Teilen der Tech-Community eher als Schimpfwort gilt – während die Unternehmen selber durch den AI-Hype Rekordzahlen vermelden können. In dieses Loch hat man sich bekannterweise Industrie-weit bugsiert, ein wenig Marktforschungsarbeit an der Nutzerbasis hätte dies jedoch leicht verhindern können. Denn anzunehmenderweise ist DLSS5 auch derart feinzujustizieren, dass wenigstens die gröbsten Übertreibungen weggehen und dieser durchaus zu sehende "KI-Look" weitgehend verschwindet. Auf einem guten Weg hierzu ist man beispielsweise auf Reddit, wo andere Lichtfilter auf das DLSS5-Bild angesetzt wurden und somit eine stärkere Näherung an das jeweilige Original erreicht wurde. Nebenbei zeigt dies auch darauf hin, dass nVidia für seine Vergleichsbilder einfach zu stark in den Topf von HDR und Kontraste gegriffen hat. Einiges von dem vermeintlichen DLSS5-Effekt geht eigentlich nur darauf zurück, sprich wäre auch schon beim Originalbild (ganz ohne DLSS5) machbar – sofern der Spieleentwickler dies so wünschen würde.
Von TechEpiphany @ X kommen die Prozessoren-Verkaufszahlen von Amazon USA für den Februar 2026. Bezüglich der damit erzielten Marktanteile ändert sich wenig, auch bei Amazon USA steht AMD bei zuletzt konstant zwischen 84-88% Absatzanteil – einmal mehr darauf hindeutend, dass die bekannten Mindfactory-Statistiken zumindest auf Prozessoren-Seite eher denn einen "Normalzustand" abbilden. Beachtenswert sind hier eher zwei andere Dinge: Erstens liegt bei Amazon USA für den abgelaufenen Monat der Anteil der AM4-Modelle mit 39,0% schon recht nahe zum Anteil der AM5-Modelle mit 47,2%, was 4 Jahre nach dem AM5-Start schon erstaunlich viel ist (und nebenbei mehr als bei der Mindfactory, da waren es zuletzt 32% zu 56%). Und zweitens verliert auch Amazon USA derzeit sehr deutlich an Prozessoren-Absatz, ganz unabhängig etwaiger Jahresstart-Dellen: Denn in der Summe der letzten drei Monate hat Amazon USA mit 47% etwas weniger als die Hälfte an Prozessoren verkauft gegenüber dem Vergleichzeitraum des Vorjahres. Auch wenn die Amazon-Statistik noch nicht so lang geführt wird und besonders am Anfang noch einigermaßen schwankte, ist diese Diskrepanz inzwischen doch offensichtlich.
Prozessoren-Verkäufe von Amazon (AMD in rot, Intel in blau, durchgehend in dieser Reihenfolge) |
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|---|---|---|---|---|---|
| Absatz | Anteile | Umsatz | Anteile | ASPs | |
| Februar 2026 | 25'700 Stück | 86,1% 13,9% | $7,61M | 84,8% 15,2% | $281 $313 |
| Januar 2026 | 26'100 Stück | 88,3% 11,7% | $8,13M | 88,6% 11,4% | $312 $305 |
| Dezember 2025 | 44'400 Stück | 87,8% 12,2% | $13,38M | 87,4% 12,6% | $300 $312 |
| November 2025 | 72'650 Stück | 84,9% 15,1% | $20,71M | 84,3% 15,7% | $284 $294 |
| Oktober 2025 | 63'000 Stück | 83,8% 16,2% | $17,51M | 82,0% 18,0% | $272 $309 |
| Juli 2025 | 77'600 Stück | 86,3% 13,7% | $22,14M | 88,1% 11,9% | $291 $248 |
| Juni 2025 | 118'929 Stück | 79,8% 20,2% | $36,45M | 82,8% 17,2% | $318 $262 |
| April 2025 | 62'700 Stück | 60,9% 39,1% | $15,43M | 54,8% 45,2% | $222 $285 |
| März 2025 | 39'100 Stück | 78,7% 21,3% | $9,39M | 83,2% 16,8% | $247 $210 |
| Februar 2025 | 59'100 Stück | 84,2% 15,8% | $16,81M | 86,0% 14,0% | $291 $251 |
| Januar 2025 | 63'840 Stück | 79,9% 20,1% | $18,9M | 86,2% 17,8% | $290 $227 |
| Dezember 2024 | 82'400 Stück | 76,6% 23,4% | $21,42M | 78,1% 21,9% | $265 $242 |
| alle Daten basierend auf den Erhebungen von TechEpiphany auf Twitter/X, Umsätze und ASPs US-typisch angegeben ohne Mehrwertsteuer | |||||