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News des 2. März 2026

AMD hat die ersten Desktop-Prozessoren auf Basis der "Gorgon Point" APU für eine Auslieferung im zweiten Quartal vorgestellt, welche zur CES 2026 bereits ihr Debüt für Mobile-Bedürfnisse gegeben hatte. Hiermit bringt AMD auch erstmals den Verkaufsnamen "Ryzen AI" in den Desktop-Bereich, denkbarerweise könnten zukünftig auch die regulären Desktop-Modelle in dieser Schiene eingeordnet werden (Zen 6 beispielsweise als "Ryzen AI 500" anstatt "Ryzen 10000"). Primär vorgestellt wurden zuerst nur 6 Pro-Modelle, welche selten im regulären Handel zu finden sein dürften. AMDs Pressemitteilung listet dann aber auch noch drei reguläre non-Pro-Modelle sowie 3 GE-Modelle mit abgespeckter TDP. Bei allen vorgestellten neuen Prozessoren hat sich AMD allerdings nicht übernommen und bietet maximal 8 CPU-Kerne und eine Radeon 860M iGPU mit 8 Shader-Clustern an, die größeren Ausführungen mit maximal 12 CPU-Kernen sowie Radeon 890M iGPU mit 16 Shader-Clustern bleiben also vorerst dem Mobile-Segment vorbehalten.

AMD Zen 5 Kerne L2+L3 Takt iGPU TDP Liste Release
AMD Ryzen AI 7 450G 8C/16T (whrschl. 4P+4D/16T) 8+16 MB 2.0/5.1 GHz Radeon 860M: 8 CU 65W ? 2. März 2026
AMD Ryzen AI 5 440G 6C/12T (whrschl. 3P+3D/12T) 6+16 MB 2.0/4.8 GHz Radeon 840M: 4 CU 65W ? 2. März 2026
AMD Ryzen AI 5 435G 6C/12T (whrschl. 2P+4D/12T) 6+8 MB 2.0/4.5 GHz Radeon 840M: 4 CU 65W ? 2. März 2026

Die technischen Angaben von AMD zu den drei regulären Prozessor-Modellen sind nicht ganz vollständig, allerdings sind die vorliegenden Angaben bislang absolut deckungsgleich zu den gleichnamigen Mobile-Modellen, welche dann schlicht kein "G"-Suffix im Prozessorennamen führen. Auf dieser Basis lassen sich auch die Kern-Angaben von AMD präzisieren, denn AMD mixt hier natürlich wieder reguläre und Dense-Kerne von Zen 5 zusammen – so wie bei allen Chips auf Basis der Dies von "Strix Point" und "Krackan Point" (ob "Gorgon Point" tatsächlich ein aktualisiertes Die ist oder nur ein neuer Codename, bleibt weiterhin offen). Sonderlich viel Engagement scheint AMD der Sache sowieso nicht entgegengebracht zu haben, wenn selbst die Taktraten kommagenau zu den jeweiligen Mobile-Varianten (mit nur 28W TDP) passen. Eigentlich ist dies etwas verwunderlich, denn es handelt sich hierbei immerhin um die modernsten APUs, die AMD derzeit hat – nun eben endlich auch für Desktop-Bedürfnisse. Aber jene kommen auch reichlich spät innerhalb der Zen-5-Generation, kommen (derzeit) nicht in maximierter Ausführung und laufen natürlich gleichzeitig mitten in der Speicherkrise in eine beachtbare Konsumentenzurückhaltung hinein.

Die neuesten Zahlen des Steam Survey werden von PC Games Hardware, VideoCardz @ X und WCCF Tech thematisiert – und glücklicherweise auch kritisiert, denn natürlich hat hier der Statistikfehlerteufel mal wieder massiv zugeschlagen. So sollen in Monatsfrist nVidia-Grafikkarten von 73,2% auf 84,7% hochgeschossen sein, eine GeForce RTX 5070 ihre Nutzung von 2,87% auf 9,42% mehr als verdreifacht haben, Windows 11 satte 10,43 Prozentpunkte verloren und Windows 10 seinerseits 12,46 Prozentpunkte gewonnen haben. All dies ist natürlich unglaubwürdig bis unmöglich – und nur um dies an einem Beispiel zu belegen: Bei 132 Mio. monatlichen Steam-Nutzern ergibt die erreichte Differenz beim nVidia-Nutzungsgrad satte 15 Mio. Grafikkarten. Dies ist deutlich mehr, als nVidia in einem ganzen Quartal an Desktop-Grafikkarten fertigt – und soll wie gesagt nur in einem Monat allein auf Steam erreicht worden sein. Logischerweise sind diese Zahlen glatter Unsinn – nicht einfach nur etwas falsch, sondern regelrecht massiv falsch. Ausgangspunkt hierfür dürfte wieder ein Schluckauf bei der Zählung der chinesischen Nutzer sein, welche für diesen Monat (angeblich) um 30,74 Prozentpunkte zugelegt haben. Leider bekommt es die Steam-Statistik seit Jahren nicht hin, mit vorhandenen statistischen Korrekturmaßnahmen zu arbeiten und damit die Aussagen dieser Hardware-Umfrage etwas solider zu gestalten.

Analyst Jukan notiert den gewichtigen Punkt, dass Samsungs Foundry-Geschäft früher als erwartet bereits zum Jahresende 2026 wieder Profitabilität erreichen wird (ursprünglich war dies erst für das Jahr 2027 geplant). Diese Aussage dürfte sich auf das reine Auftragsfertigungs-Geschäft beziehen, denn die insgesamte "Device Solutions" (DS) Halbleiterfertigungs-Sparte weist derzeit schon sprudelnde Gewinne durch Samsungs Speicherfabriken auf. Mit Erreichen dieser prognostizierten Marke würde Samsung zuallererst ausdrücken, im Halbleitergeschäft wieder ordentlich mit dabei zu sein, nicht alles TSMC überlassen zu müssen. Der Vorantreiber dieser Entwicklung bei der Samsung-Foundry ist derzeit der AI-Sektor, welcher teilweise händeringend nach Fertigungsmöglichkeiten mit echten Kapazitäten sucht – und jene sind bei TSMC zumeist eher rar, da der Weltmarktführer oft auf Jahre hin ausgebucht ist. Hingegen noch nicht so richtig wird Samsung bei regulären Consumer-Produkten als Chipfertiger gebucht – aber dies kann ja noch kommen. Interessant und bezeichnend ist es in jedem Fall, dass Samsung sein Sorgenkind damit wohl wieder auf Kurs bringen kann – und dasselbe dem jahrzehntelangen Halbleiter-Champion Intel hingegen trotz derzeit vieler Verdienstmöglichkeiten nicht gelingen will.

Nochmals Analyst Jukan @ X liefert mit der Übersetzung eines Berichts von MyDrivers interessante Einblicke zum (vermutlichen) weiteren Verlauf der Speicherkrise. Danach werden für das DRAM-Segment vorerst keine weiteren erheblichen Preissteigerungen erwartet, sondern eher ein Halten des erreichten hohen Preispunkts – und damit natürlich aber auch (noch) kein Abschmelzen der Preisübertreibungen. Im NAND-Segment (Flashspeicher für SSDs) gibt es dagegen weiterhin ein Momentum zugunsten noch höherer Preise, hier ist der Höchststand somit noch nicht erreicht. All dies bezieht sich auf den tatsächlichen Speichermarkt, sprich die Geschäftsbeziehungen zwischen den Fertigern und Einkäufern von nackten Speicherchips. Interessanterweise gleichen sich die Aussagen dennoch ziemlich mit der zu beobachtenden Realität im deutschen Einzelhandel, wo die DRAM-Preise (speziell bei DDR5) ebenfalls zum Stillstand gekommen sind und NAND bzw. die SSD-Preise aber weiterhin nach oben gehen.

The good news is that memory prices are unlikely to continue rising at breakneck speed. TrendForce believes spot prices have reached a level that both buyers and sellers find relatively acceptable, and expects memory prices to stabilize around current levels with more moderate increases going forward.
 
An important caveat: when TrendForce says memory prices are nearing their peak, it does not mean prices will become cheap or decline. In reality, it means prices have risen to a point where further increases are difficult, or that the pace of increases — previously 50% or even 100% at a time — will moderate. The price cuts everyone is hoping for are still a long way off.
 
The bad news is that NAND flash prices used in SSDs have not yet peaked. The average price of 128Gb MLC chips in February remained at $12.67, still up a steep 33.91% quarter-over-quarter, marking 14 consecutive months of increases.
 
Although the pace has slowed somewhat from January's 64% growth rate, the overall momentum has not broken. TrendForce expects the supply-demand imbalance to persist into the second half of the year, meaning there is little hope of SSD prices stabilizing in the near term. For now, consumers will just have to ride it out.
Quelle:  Jukan @ X am 2. März 2026 in Übersetzung eines Berichts von MyDrivers

Die allermeisten der derzeit zu lesenden Meldungen über weitere Preissteigerungen im DRAM-Segment beziehen sich zudem auffallend auf Kontraktpreise, wie eben erst wieder von Analyst Dan Nystedt @ X berichtet. Hiermit wird aber augenscheinlich "nur" der Unterschied zwischen Kontrakt- und Spotpreisen angegangen, wobei letztere eben viel stärker und viel zeitiger explodiert sind als die üblicherweise trägen Kontraktpreise. Anders formuliert: Die derzeitigen Steigerungen der Kontraktpreise sind nur ein Nachziehen gegenüber den Spotpreisen und somit (vorerst) nicht besonders bedeutsam. Ganz bedeutungslos sind sie aber auch wieder nicht, denn mit jenen Kontraktpreisen verschiebt sich das Ende der Preisübertreibungen natürlich immer weiter nach hinten. Aber weitere Preissteigerungen zu Endkunden-Preisen sind derzeit nicht zu erwarten, so lange sich die Spotpreise für DRAM nicht weiter erhöhen – was sie derzeit nicht tun. NAND ist hingegen noch eine etwas andere Geschichte, hier geht es auch im Spot-Bereich weiterhin nach oben, sind also noch höhere Endkunden-Preise für SSDs zu erwarten.

Memory chip contract prices may rise up to 70% in the 2nd quarter as explosive AI-related demand has widened the gap with spot prices to 40%-50%, giving memory makers reason to keep raising contract prices, media report, citing unnamed supply chain sources.
Quelle:  Dan Nystedt @ X am 3. März 2026 in Übesetzung und Zusammenfassung eines Berichts der DigiTimes