
nVidia-CEO Jensen Huang hat im Podcast von Lex Fridman @ YouTube erneut zur andauernden Kontroverse über DLSS5 Stellung genommen und dabei versucht, ein wenig die Wogen gegenüber seiner vorherigen Kritik-Erwiderung zu glätten. Leider bleibt es beim Versuch, mit dem letzten Satz reißt es der nVidia-Chef wieder ein: Denn natürlich wirkt DLSS5 wie eben doch ein Instagramm-Filter – völlig egal ob dies nicht derart geplant war oder von der Technik her "unmöglich" sein sollte. Letzteres ist sowieso eine gewagte Aussage, denn am Ende konnte die dahinterliegende Bildverbesserungs-KI kaum mit PC-Spielen trainieren (jene sollen ja verbessert, nicht nachgeahmt werden), sondern natürlich nur mit realen Personen. Und da ergibt sich immer der Effekt der unbewußten Vereinheitlichung sowie Instagramm-typischen Verschönerung, dies läßt sich wegen der grundsätzlichen Funktionsweise dieser KI-Bildverbesserer gar nicht unterbinden.
I think their perspective makes sense. And I could see where they're coming from, because I don't love AI slop myself. You know, all of the AI-generated content increasingly looks similar, and they're all beautiful ... I'm empathic toward what they're thinking. That's just not what DLSS5 is trying to do.
Quelle: nVidia-CEO Jensen Huang bei Lex Fridman @ YouTube am 23. März 2026
Wenn also der nVidia-Chef selber schon anerkennt, dass der typische AI-Look abzulehnen ist, dann stellt sich die Frage, wieso man das nicht beim eigenen Produkt erkennen konnte – wie es nachfolgend eine Vielzahl an Gamern getan hat. Deren Wahrnehmung für "blöd" zu erklären, hilft dabei auch nicht weiter, Wahrnehmung ist immer subjektiv und kann nicht von oben verordnet werden. So oder so ergibt sich an diesem Punkt die grundsätzliche Mißkonzeption von DLSS5: Um tatsächlich spezifische Spiele zu verschönern, bräuchte man feiner detaillierte Spiel-Versionen als faktisch alleiniges Trainingsmaterial. Praktisch gibt es derartiges nicht, alles was höhere Auflösung maximal zeigen kann, ist schließlich schon mit dem Upscaler-Teil von DLSS abgedeckt. Aber feinere detaillierte Versionen von Spielen existieren nicht, können somit auch nicht die Basis von Trainingsmaterial ergeben. Selbiges dann aus der Realität für DLSS5 herzunehmen, vereinheitlicht den Look der Spiele, bringt in einige ein nicht gewünschtes Realitätslevel hinein und hat zudem immer noch jenen unerwünschten Instagrammfilter-Effekt. Offenbar muß sich nVidia da noch einmal hinsetzen und DLSS5 grundsätzlich überdenken.
Tippgeber HXL @ X zeigt auf ein Geekbench-Ergebnis zum Core Ultra 9 290K Plus hin, welches doch erstaunlich hoch ausfällt für diesen gestrichenen Prozessor aus dem Arrow-Lake-Refresh. Laut WCCF Tech ergeben die gezeigten Punktwertungen von 3747/26117 immerhin +14,7% mehr Singlethread- sowie +17,3% mehr Multithread-Performance als beim Core Ultra 9 285K. Dies dürfte eigentlich nicht passieren, dafür sind die Technik-Unterschiede zu gering, immerhin sollte der gestrichene Core Ultra 9 290K Plus nur einen geringfügige Mehrtakt mitbringen, jedoch nicht mehr CPU-Kerne. Auch der höhere offizielle Speichersupport bringt unter dem Geekbench wenig, so dass als einzige gravierende Änderung der (klar) höhere D2D-Takt übrig bleibt. Damit diese Ergebnisse – und dabei insbesondere jenen ST-Wert – zu erzielen, ist arg unwahrscheinlich. Und somit ist die wahrscheinlichste Auflösung, dass jener Geekbench-Test unter besonderen Bedingungen ablief, denkbarerweise hochgesetztem Powerlimit oder auch andersweitiger Übertaktung. So oder so dürfte der Core Ultra 9 290K Plus nicht mehr erscheinen, selbst wenn jener laut Uniko's Hardware @ X sehr wohl in der Planung Intels stand.
WCCF Tech haben sich eingehend mit Intels "Binary Optimization Tool" beschäftigt, einer weiteren Software-Maßnahme Intels zugunsten der Performance der eigenen Prozessoren. Jenes wurde eingeführt mit dem Arrow-Lake-Refresh, ist aber verfügbar für alle K/KF-Modelle von "Arrow Lake". Hiermit werden Spiele-Ausführungsdateien zur Laufzeit Intel-freundlich umgeschrieben, was durchaus etwas bringen kann (Intel ermittelte +8% im Schnitt von 12 Spielen) und noch nicht einmal zuungunsten der Konkurrenz geht (da es sich um keine dauerhafte Änderung handelt). Dies ist abweichend von "APO", welches faktisch nur den Thread-Scheduler von Windows optimiert, somit keinen Eingriff in die Spiele-Ausführungsdateien vornehmen muß. Der eigentliche Nachteil von "BOT" liegt darin, dass dies nur unter Singleplayer-Spielen wirklich anwendbar ist, bei den meisten Multiplayer-Titeln dürften sich hier der Anticheat-Schutz einschalten bzw. stellt Intel "BOT" somit sowieso nicht für Multiplayer-Titel zur Verfügung. Benchmarks rein mit "BOT" würden somit die reale Praxiswirkung des Features etwas verfälscht wiedergeben. Derzeit ist "BOT" aber sowieso erst für eine Handvoll an Spieletiteln verfügbar.
Von TechEpiphany @ X kommen wieder die Grafikkarten-Verkaufszahlen der Mindfactory, welche in der 12. Woche 2026 bei nur 675 Stück Wochenabsatz einmal mehr arg schwach ausfallen – im Jahr 2023 waren es an dieser Stelle hingegen 3815 Stück. Dabei konnte nVidia in dieser Woche wieder etwas Boden gut machen beim Stückzahlen-Marktanteil, während die Umsatz-Marktanteile fast gleich geblieben sind. Auch in Folge der insgesamt schwachen Verkäufe sind Intels Grafikkarten nunmehr erstmals über einen längeren Zeitraum bei über 5% Stückzahlen-Marktanteil gelandet – wenngleich dies natürlich ein Pyrrhus-Sieg ist, denn wegen der allgemeinen Absatzschwäche bedeutet dies in absoluten Zahlen mitnichten mehr Verkäufe für Intel. Die Modell-Verkaufsliste wird wiederum angeführt von (in dieser Reihenfolge) Radeon RX 9070 XT, Radeon RX 9060 XT, GeForce RTX 5060 Ti, GeForce RTX 5080 und GeForce RTX 5070 Ti, womit sich hier bis auf ein paar Verschiebungen auf den Positionen 3-5 nichts wesentliches getan hat.
| Grafikkarten-Verkäufe der Mindfactory in den Jahren 2025/26 (AMD in rot, nVidia in grün, Intel in blau, durchgehend in dieser Reihenfolge) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Absatz | Absatz-Anteile | Umsatz | Umsatz-Anteile | ASPs | |
| 12. Woche 2026 | 675 Stück | 48,9% 45,2% 5,9% | 0,46M € | 42,8% 55,7% 1,5% | 593€ 834€ 164€ |
| 9.-11. Woche 2026 | 665 Stück p.W. | 55,6% 39,9% 4,5% | ? | ? | ? |
| 8. Woche 2026 | 870 Stück | 56,3% 37,9% 5,8% | 0,67M € | 43,0% 54,5% 2,5% | 586€ 1104€ 331€ |
| 7. Woche 2026 | 1015 Stück | 55,2% 42,4% 2,4% | 0,76M € | 45,2% 53,9% 0,9% | 610€ 948€ 287€ |
| 6. Woche 2026 | 955 Stück | 61,2% 32,5% 6,3% | 0,67M € | 51,5% 46,8% 1,7% | 587€ 1006€ 194€ |
| 5. Woche 2026 | 1210 Stück | 62,0% 33,9% 4,1% | 0,88M € | 51,0% 47,7% 1,3% | 600€ 1025€ 232€ |
| 4. Woche 2026 | 1300 Stück | 62,7% 34,2% 3,1% | 0,99M € | 51,0% 48,0% 1,0% | 618€ 1063€ 244€ |
| 3. Woche 2026 | 1215 Stück | 69,1% 28,4% 2,5% | 0,79M € | 66,7% 32,7% 0,6% | 631€ 754€ 164€ |
| 51. Woche 2025 | 1680 Stück | 57,4% 38,7% 3,9% | 1,05M € | 46,0% 52,8% 1,2% | 499€ 851€ 187€ |
| 50. Woche 2025 | 2795 Stück | 55,3% 40,8% 3,9% | 1,89M € | 42,5% 56,1% 1,4% | 519€ 928€ 231€ |
| 49. Woche 2025 | 3845 Stück | 69,4% 29,0% 1,6% | 2,26M € | 62,8% 36,7% 0,5% | 532€ 745€ 200€ |
| 48. Woche 2025 | 2850 Stück | 66,0% 33,0% 1,0% | 1,69M € | 58,7% 40,9% 0,4% | 527€ 733€ 245€ |
| 47. Woche 2025 | 2605 Stück | 59,9% 38,0% 2,1% | 1,69M € | 50,6% 48,8% 0,6% | 550€ 836€ 177€ |
| 34. Woche 2025 | 2635 Stück | 56,9% 42,3% 0,8% | 1,92M € | 43,6% 56,1% 0,3% | 559€ 967€ 290€ |
| 33. Woche 2025 | 2535 Stück | 54,6% 44,2% 1,2% | 1,74M € | 44,4% 55,2% 0,4% | 559€ 858€ 251€ |
| 32. Woche 2025 | 2740 Stück | 53,5% 45,4% 1,1% | 1,88M € | 42,3% 57,4% 0,3% | 543€ 865€ 168€ |
| 31. Woche 2025 | 2045 Stück | 61,6% 37,4% 1,0% | 1,33M € | 52,9% 46,8% 0,3% | 560€ 816€ 197€ |
| 30. Woche 2025 | 1655 Stück | 52,3% 47,1% 0,6% | 1,13M € | 43,3% 56,6% 0,1% | 564€ 818€ 124€ |
| alle Daten basierend auf den Erhebungen von TechEpiphany auf Twitter; Wochenkonvention: Sonntag zu Samstag; "p.W." = per Woche | |||||
Zugleich gibt es einen gewichtigen Korrektur-Hinweis bezüglich früherer Grafikkarten-Statistiken der Mindfactory: Hierbei gab es bei TechEpiphany @ X wohl einen Fehler im auswertenden Skript, wonach einige GeForce RTX 5060 Ti Karten entweder als non-Ti oder als GeForce RTX 5070 Ti gezählt wurden. Dies wurde mit der neuen Ausgabe für die Zukunft gefixt, ändert allerdings nicht die alten Zahlen – welche weiterhin unkorrigiert stehen bleiben (müssen). Am Stückzahlen-Marktanteil ändert dies absolut gar nicht, der Umsatz-Marktanteil könnte jeweils etwas anders ausfallen – je nachdem ob mehr Karten zur günstigeren GeForce RTX 5060 oder zur teureren GeForce RTX 5070 Ti verschoben wurden. Vor allem aber stimmen die früheren Modell-Verkaufslisten somit nicht mehr, hier wurde in der Tat die GeForce RTX 5060 Ti zuletzt teilweise auffällig wenig gezählt – was wie gesagt einen Auswertefehler darstellt und somit keine Argumentationsgrundlage darstellen darf.
Fixed an issue in my GPU sales script that caused some RTX 5060 Ti cards to be counted as non-Ti or as 5070 Ti models.
Quelle: TechEpiphany @ X am 22. März 2026