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News des 30./31. Januar 2026

Twitterer HXL packt erste genauere Daten zum Zen6-CCD aus: Wie bekannt soll jenes (in der Classic-Bauweise) gleich 12 CPU-Kerne mit sich bringen, bestätigt wird hingegen der Level3-Cache von 48 MB und wirklich neu ist die Chipfläche von 76mm² unter interessanterweise der 2nm-Fertigung von TSMC. Dies war bis zuletzt eine unsichere Sache, manche Quellen sprachen von 2nm, andere eben von 3nm. Normalerweise würde ein doppelter Nodesprung gerade bei AMD überraschen, allerdings packt AMD hier eben auch wieder mehr Cores und Cache ins CCD, kommt aber auf eine kaum abweichende Chipfläche – dies spricht wiederum durchaus für die tatsächliche Verwendung der 2nm-Fertigung (da die Flächenverbesserungen von 4nm zu 3nm zu 2nm vergleichsweise moderart ausfallen). Im übrigen darf AMD aber auch kaum unter 70mm² per CCD kommen, denn ansonsten wird die Wärmeabgabe auf der kleinen Fläche zu schwierig. Deswegen muß AMD mit besseren Fertigungsverfahren ganz automatisch die Kern-Anzahl und Cache-Größe steigern, sofern man die Kerne nicht intern wesentlich dicker macht (wie bei Zen 4/5 passiert). Ein wenig offen bleibt natürlich, ob jene Angaben zum Zen6-CCD allesamt korrekt sind – aber technisch ergibt sich die Möglichkeit hierzu, denn der Tape-Out von Zen 6 muß angesichts eines Markstarts im Jahr 2026 längst erfolgt sein.

Zen2 CCD:  2*4 Core  2*16 MB L3  TSMC N7 ~77 mm2
Zen3 CCD:  8 Core 32MB L3  TSMC N7 ~83 mm2
Zen4 CCD : 8 Core 32MB L3  TSMC N5 ~72 mm2
Zen5 CCD : 8 Core 32MB L3  TSMC N4 ~71 mm2
Zen6 CCD : 12 Core 48MB L3  TSMC N2 ~76 mm2

Quelle:  HXL @ X am 30. Januar 2026

VideoCardz berichten auf Basis einer Meldung im fernöstlichen 'Board Channels' Forum, das nVidia im ersten Quartal 2026 drei Grafikkarten primär ausliefern will – GeForce RTX 5060, 5060 Ti 8GB & 5070, und dies zu immerhin 75% der gesamten RTX50-Liefermenge. Es findet somit eine klare Konzentration auf kleinere wie VRAM-schwache RTX50-Modelle statt. Letzteres ergibt sich automatisch durch die GDDR-Knappheit im Zuge der Speicherkrise, ersteres ist ein weiterer Hinweis darauf, dass nVidia versucht Chipfläche zu sparen bzw. seinen Marktanteil mit vergleichsweise geringeren Mitteln aufrecht zu erhalten. Für den Marktanteil zählt der Verkauf einer GeForce RTX 5060 Ti mit einem GB206-Die á 181mm² schießlich genauso stark wie der Verkauf einer GeForce RTX 5090 mit einem GB202-Die @ 750mm². Dies nährt den Verdacht, dass nVidia hier tatsächlich Waferfläche andersweitig verwenden will – und sei es nur für die Profi-Varianten auf GB202-Basis, welche die normalen Grafikkarten-Hersteller nie erreichen. Einschränkenderweise gilt hinzuzusagen, dass unsicher ist, ob sich jene Aussagen nicht eher nur auf den ostasiatischen Markt beziehen, wo traditionell die Mainstream-Modelle ein größeres Gewicht haben als in der westlichen Welt. Insbesondere mit GeForce RTX 5060 und 5060 Ti 8GB ist in der westlichen Welt nVidias Marktanteil sicherlich nicht aufrecht zu erhalten, da geht es kaum ohne die größere Beschleuniger.

YouTuber Moore's Law Is Dead hat sich zu den Preislagen von Panther-Lake-Notebooks umgehört – und kann hiervon nicht unbedingt erbauliches berichten, denn Panther Lake soll für die Notebook-Hersteller deutlich teurer als Lunar Lake kommen. Dies bezieht sich zum einen auf die reinen SoC-Preise, zum anderen auf den Speicher. Bei Lunar Lake war jener im Paket mit drin, da produktionstechnisch gleich mit aufs Prozessoren-Package gelötet. Bei Panther Lake gibt es wieder das übliche System, dass sich der Notebook-Hersteller seinen LPDDR5X oder DDR5 selber heranorganiseren und auf seine eigene Platine bringen muß, was Platinen-seitig etwas teurer ist und vor allem bei den heutigen Speicherpreisen die klar ungünstigere Ausgangslage darstellt. Hier dürfte natürlich auch ein Teil der realen Preisgestaltung bei Panther Lake stecken: Die höheren Speicherpreise zwingen die Notebook-Hersteller zu klar höheren UVPs, während Lunar Lake eben noch zu ganz anderen Bedingungen kalkuliert wurde und die jetzt im Einzelhandel befindlichen Geräte allesamt zu alten Einkaufspreisen produziert wurden.

In jedem Fall gehen MLID laut ihren Quellen von folgender preislichen Lage bei Panther-Lake-Notebooks aus: Die Modelle mit starker iGPU mit 12 Xe-Kernen sollen zwischen 1400-2400 Dollar kosten, im Durchschnitt ca. 2100 Dollar – und damit sicherlich im Preisbereich von Strix Halo, welches bekannterweise dann doch noch mehr iGPU-Power hat. Die Einsteiger-Modelle mit kleiner iGPU mit 4 Xe-Kernen sollen ab 1000 Dollar verkauft werden, womit Strix Point wiederum ein Kontrahent wird – welcher in dieser Konstellation dann denkbarerweise bei der iGPU-Performance sogar gewinnt (dies wäre natürlich besser abzuschätzen, wenn es endlich Tests dieser 4-Xe-Varianten von Panther Lake geben würde). Insgesamt wird seitens des YouTubers eher ein ungünstiges Bild gezeichnet, AMD soll in der Praxis weiterhin seine Chance haben. Ob Panther Lake wirklich generell teuer angesetzt ist, ergibt sich erst mit einigem Abstand – dies läßt sich anhand der Marktpraxis erst dann eruieren, wenn eine gewisse Handvoll an Geräten für jedes Marktsegment im Handel gelandet ist. Die Verwerfungen der Speicherkrise werden es Intel aber sowieso schwer machen, Panther Lake wirklich preisgünstig zu plazieren. Dies dürfte nachfolgend natürlich auch noch für alle andere neue Hardware des Jahres 2026 gelten.

Twitterer & Analyst Jukan berichtet über Branchenbedenken ob steigender CPU-Preise. Primär betrifft dies erst einmal Server-Prozessoren, da jene im Zuge des AI-Booms verstärkt nachgefragt werden – wie faktisch alles, was man zum Aufbau von Server-Farmen benötigt. Zudem sollen Prozessoren auch im Zuge der Wechsels der Gewichtung von "KI-Training" zu "KI-Inference" wichtiger werden als bisher, dies erhöht also deren Nachfrage. Zuletzt hatte ja selbst Intel gute Geschäfte in diesem Feld vermeldet und ist da teilweise sogar fertigungslimitiert – sprich könnte mehr Server-Prozessoren ausliefern, wenn man mehr fertigen könnte. Steigende Preise sind da eine Folge, eine mögliche Umschichtung der Waferkapazitäten von Consumer- zu Server-Prozessoren eine andere. Und jene Maßnahme würde dann natürlich auch den Consumer-Markt und damit normale PC-Prozessoren betreffen. Allerdings ist es denkbar, dass die dieses Jahr wahrscheinlich sowieso mageren Umsätze im Consumer-Markt diesbezüglich eine ausgleichende Rolle spielen können.

According to investment bank KeyBanc and semiconductor industry sources on the 27th, Intel and AMD are considering raising server CPU prices by up to 15%. A primary factor behind this increase is the surge in demand, with lead times for CPU deliveries stretching from the typical 8–10 weeks to over 24 weeks.
The spike in CPU demand is attributed to the shift in AI focus from "training" to "inference." In the inference stage, the CPU plays a critical role in distributing tasks across various semiconductors, including GPUs and memory. nVidia CEO Jensen Huang recently noted, "CPU demand will surge due to AI inference."
Quelle:  Jukan @ X am 27. Januar 2026

Insbesondere wenn die Lagerware an zu alten Preisen hergestellten Komplett-PCs & Notebooks abverkauft ist, wird das Geschäft im Consumer-Markt in diesem Jahr noch richtig schwierig werden, weil die (stark) gestiegenden Speicherpreise die Gerätepreise dann merkbar anheben und somit die Kauflaune der Konsumenten senken werden. Dies nimmt in jedem Fall etwas Druck aus den Preisen für alle nicht Speicher enthaltende Güter, deren Hersteller dürften sich eher denn ein Rabattrennen um den geringer werdenden Markt liefern. In dieser Ausgangslage dürfte es schwer werden, auch noch die Preise von Consumer-Prozessoren nach oben zu setzen – es sei denn natürlich, steigende Herstellungspreise lassen diesbezüglich keine andere Wahl. Leider ziehen derzeit auch schon wieder viele Preise in der Halbleiterfertigung und bei deren Zulieferern an, betreffend Rohstoffe, Chemikalien, kleinere Bauteile und (leere) Wafer. Zugleich könnte der Effekt der Umschichtung von Consumer- zu Server-Prozessoren auch zu groß sein, um jenen durch einen (maßvoll) zurückgehenden PC-Absatz aufzufangen. Das Risiko, mitten in einem voraussichtlich schwachen PC-Jahr trotzdem noch beachtbar steigende CPU-Preise zu sehen, ist leider vorhanden.

PS in eigener Sache: Mit Bitte um Entschuldigung für den heutigen Server-Ausfall auf der 3DCenter-Hauptseite im Zuge eines aktualisierten SSL-Zertifikats. Das hierfür eingesetzte Tool konnte leider nicht richtig zählen und hatte daher die notwendige Aktualisierung bewußt nicht ausgeführt (wahrscheinlich KI-programmiert).