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News des 6. Dezember 2023

Laut Twitterer MEGAsizeGPU ist die China-exklusive GeForce RTX 4090 D weiterhin in den Plänen nVidias und soll ohne Verzögerung erscheinen. Zudem gab es ein paar Taktraten-Spezifikationen, welche sich mit 2280/2520 MHz sogar leicht stärker als bei der regulären GeForce RTX 4090 (2235/2520 MHz) zeigen. In jedem Fall kann damit ausgeschlossen werden, dass nVidia die Taktrate als Mittel benutzt, um unterhalb die Rechenleistungs-Schwelle der US-Sanktionen zu kommen (wofür man ca. 10% abspecken muß). Die wahrscheinlichste Auflösung liegt demzufolge in einer Reduzierung der freigeschalteten Shader-Cluster von bisher 128 auf dann maximal 116 (etwas kleinere Zahlen genauso möglich). Die andere Möglichkeit der starken Reduzierung rein einzelner Rechengenauigkeiten hat diesem einfachen Weg gegenüber nur eine Außenseiter-Chance, da nach wie vor nicht wirklich gesichert ist, dass dies tatsächlich den Sanktionsregularien entspricht.

4090D is on track, with no delay.
 
More Spec:
Base clock 2280 (higher than 4090)
Boost clock 2520 (same as 4090)

Quelle:  MEGAsizeGPU @ Twitter am 6. Dezember 2023

Im generellen zeigt das Festhalten an dieser Karte vor allem darauf hin, dass die GeForce RTX 4090 D kaum mit der kürzlichen Rede der US-Handelsministerin gemeint war, welche nVidia davor gewarnt hat, Chips um die Handelssanktionen herum zu kreiieren. So tief in der Materie und vor allem der Gerüchteküche über zukünftige IT-Gerätschaften dürfte man im US-Handelsministerium sicherlich nicht stecken. Gemäß der typischen Reaktionszeit von Ministerien und Behörden dürfte mit dieser Aussage eher denn nVidias H800 gemeint gewesen sein, welche nVidia seinerzeit zur Umgehung der letztjährigen China-Sanktionen aus der Taufe gehoben hatte. Denkbarerweise dürfte sich nVidia demnächst dabei zurückhalten, neue HPC/AI-Lösungen für China aufzulegen, dieses Geschäft wird man wirklich aufgeben müssen. Aber das Geschäft mit Consumer-Grafikkarten wird man weiterhin zu bedienen versuchen, deswegen die GeForce RTX 4090 D.

Die eigentliche Problematik für nVidia ist, dass das ganze wohl eine endliche Geschichte ist. Denn mit jeder Grafikkarten-Generation steigt die nominelle Rechenleistung, zukünftig über weitere Tensor-Kerne vielleicht sogar viel stärker als die eigentliche Spiele-Performance. Die GeForce RTX 4090 D ist jetzt ein Notnagel, um überhaupt noch AD102-Chips im großen chinesischen Markt absetzen zu können. Mit der kommenden "Blackwell"-Generation kann es jedoch gut und gerne passieren, dass die Grafikchips GB203 & GB202 ausreichend klar oberhalb der Rechenleistungs-Sanktionsschwelle liegen, auf dass dieser Weg nicht mehr möglich ist. Dann würde maximal noch eine GeForce RTX 5070 nach China gehen können – und mit jeder weiteren nVidia-Generation wird es immer weniger. Der hiermit erzwungene Rückzug aller westlichen Grafikchip-Anbieter aus China wird natürlich nicht dazu führen, dass in China keine Gaming-PCs mehr gebaut werden.

Vielmehr macht Not gerade den Chinesen erfinderisch – und somit ist dies auch nur die ideelle Anschubfinanzierung für mehr eigene chinesische Grafikchips. Sicherlich werden jene anfänglich kein gegenüber westlicher Ware konkurrenzfähiges Niveau erreichen (wie aktuell zutreffend), aber sobald der Druck nur hoch genug ist und vor allem die eigenen chinesische Chipfertigung kleinere Fertigungsstufen erreicht, dürfte da mit der Zeit schon brauchbares Material herauskommen. Die US-Sanktionen schneiden China sicherlich Ziel-gemäß kurzfristig und damit (für China) zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt von neuen HPC/AI-Beschleunigern ab, fördern langfristig aber nur die komplette chinesische Eigenständigkeit auch auf diesem IT-Segment. So lange die US-Sanktionen statisch bleiben und nicht mit jeder Chip-Generationen nach oben wachsen (sprich pro Generation mehr Rechenleistung für China zulassen), besteht für China gar keine andere Wahl als eine komplett eigene Entwicklung und Fertigung.

Laut Twitterer Harukaze5719 soll die GeForce RTX 3050 6GB schon im Januar antreten – und gleichzeitig die bisherige GeForce RTX 3050 8GB im Markt regelrecht ablösen. In einem zweiten "Xeet" wird zudem die Hardware-Ausstattung der GeForce RTX 3050 6GB mit 16 aktiven Shader-Clustern genannt, das 96bittige Speicherinterface ergab sich schon vorher anhand der Speicherausstattung. An der Performance-Prognose von (mageren) ca. 500-600% im FullHD Performance-Index ändert dies nichts, jene wird maßgeblich durch die erheblich niedrigere TDP-Klasse von nur 70 Watt (GeForce RTX 3050 8GB auf GA107-Basis: 115 Watt) bestimmt, was sich in klar niedrigen Realtaktraten zeigen dürfte. Irgendwie ein interessantes Angebot ist diese GeForce RTX 3050 6GB natürlich nicht, im Endeffekt wird hiermit nur die Performance der GeForce GTX 1060 6GB wiederholt – mehr als 7 Jahre später mit inzwischen nicht mehr zeitgemäßer Speicherausstattung.

RTX 3050 8GB will be EOL soon, RTX 3050 "6GB" will be launched at January.
Quelle:  Harukaze5719 @ Twitter am 6. Dezember 2023
 
It is expected use same GPU as 3050 Mobile, 2048 CUDA
Quelle:  Harukaze5719 @ Twitter am 6. Dezember 2023

Die Zielsetzung nVidias dürfte hierbei wohl darin liegen, die neue GeForce RTX 3050 6GB preisgünstiger als die bisherige GeForce RTX 3050 8GB ansetzen zu können. Vielleicht macht dies dann auch den Weg dafür frei, dass die GeForce RTX 3060 8GB etwas von einem viel zu nahe zur regulären 12-GB-Ausführung der GeForce RTX 3060 liegenden Preispunkt herunterkommt. Nominell macht es sicherlich Sinn, diesen Mainstream-Lösungen mehr Preisdifferenz zu geben und die kleinste Karte somit auf einen niedrigeren, eher Einsteiger-freundlichen Preispunkt zu bringen. Allerdings könnte nVidia dieses Ansinnen auch schlicht mit einer kräftigen Preissenkung bei der bisherigen GeForce RTX 3050 8GB erreichen, die Karte gehört gefühlsmäßig eigentlich schon länger in eine Preisregion von ca. 150 Dollar/Euro (derzeit ab 230 Euro). Die neue GeForce RTX 3050 6GB wird hingegen eine nochmals (viel) niedriger Performance bieten und sollte somit eher denn um die 100 Dollar/Euro kosten – wobei es erfahrungsgemäß eher unwahrscheinlich ist, dass nVidia überhaupt nur in die Nähe dieser Zielmarke kommt.

GeForce RTX 3050 6GB GeForce RTX 3050 8GB (GA107) GeForce RTX 3050 8GB (GA106)
Chip-Basis nVidia GA107-325 nVidia GA107-? nVidia GA106-150
Hardware angbl. 2 Raster-Engines, 16 Shader-Cluster, 2048 FP32, 32 ROPs, ?MB L2, 96 Bit GDDR6-Interface 2 Raster-Engines, 20 Shader-Cluster, 2560 FP32, 32 ROPs, 1.5 MB L2, 128 Bit GDDR6-Interface
Taktraten ?/1470 MHz & ? Gbps 1552/1777 MHz & 14 Gbps 1552/1777 MHz & 14 Gbps
Speicherausbau 6 GB GDDR6 8 GB GDDR6 8 GB GDDR6
TDP 70W 115W 130W
FullHD Perf.Index Richtung ~500-600% vermutlich wie GA106-Version 820%
Release angebl. Januar 2024 Dezember 2022 27. Januar 2022

AMD hat etwas vorfristig bereits seine ersten Mobile-Prozessoren für das Jahr 2024 vorgestellt: Die Ryzen 8000 Mobile-Serie besteht primär aus dem "Hawk Point" Refresh der bisherigen Phoenix-basierten Mobile-Prozessoren, nur mit neuer Nummer, absolut gleichen Taktraten und nunmehr einer aktiven NPU zur KI-Beschleunigung. Dies scheint wohl der einzige gravierende Unterschied zur Ryzen 7000 Mobile-Serie zu sein – auch wenn es für diese KI-Hardware derzeit noch keinerlei Anwendungs-Möglichkeit gibt. Letztere fehlt sowieso bei den beiden kleinsten Modellen, welche wiederum Phoenix2-basiert sind, obwohl AMD jene in seiner Prozessoren-Datenbank fälschlicherweise als "Hawk Point" tituliert. Eine halbwegs positive Nachricht gibt es bei der Verfügbarkeit: Die "neuen" APUs werden derzeit schon ausgeliefert und sollen im ersten Quartal 2024 in kaufbaren Notebooks zur Verfügung stehen. "Halbwegs positiv" ist dies deswegen, weil AMDs in dieser Frage schon viel versprochen hat und erst die Praxis entscheidet, ob AMD endlich einmal pünktlich (im Mobile-Segment) liefert.

Basis Kerne Takt L2+L3 iGPU TDP
Ryzen 9 8945HS Zen 4 (Hawk Point) 8C/16T 4.0/5.2 GHz 8+16 MB RDNA3, 12 CU @ 2.8 GHz 45W (35-54W)
Ryzen 7 8845HS Zen 4 (Hawk Point) 8C/16T 3.8/5.1 GHz 8+16 MB RDNA3, 12 CU @ 2.7 GHz 45W (35-54W)
Ryzen 7 8840HS Zen 4 (Hawk Point) 8C/16T 3.3/5.1 GHz 8+16 MB RDNA3, 12 CU @ 2.7 GHz 28W (20-30W)
Ryzen 5 8645HS Zen 4 (Hawk Point) 6C/12T 4.3/5.0 GHz 6+16 MB RDNA3, 8 CU @ 2.6 GHz 45W (35-54W)
Ryzen 5 8640HS Zen 4 (Hawk Point) 6C/12T 3.5/4.9 GHz 6+16 MB RDNA3, 8 CU @ 2.6 GHz 28W (20-30W)
Ryzen 7 8840U Zen 4 (Hawk Point) 8C/16T 3.3/5.1 GHz 8+16 MB RDNA3, 12 CU @ 2.7 GHz 28W (15-30W)
Ryzen 5 8640U Zen 4 (Hawk Point) 6C/12T 3.5/4.9 GHz 6+16 MB RDNA3, 8 CU @ 2.6 GHz 28W (15-30W)
Ryzen 5 8540U Zen 4 (Phoenix2) 2P+4E/12T 3.2/4.9 GHz 6+16 MB RDNA3, 4 CU @ 2.5 GHz 28W (15-30W)
Ryzen 3 8440U Zen 4 (Phoenix2) 1P+3E/8T 3.0/4.7 GHz 4+8 MB RDNA3, 4 CU @ 2.5 GHz 28W (15-30W)

Wie BornCity berichten, hat Microsoft nun doch ein ESU-Programm für Windows 10 angekündigt – welches interessanterweise auch für Privatanwender verfügbar sein soll. Letzterer Punkt ist allerdings noch nicht wirklich geklärt, die bisher genannten Details gelten nur für Firmenkunden: Danach gibt es wieder 3 Jahre ESU-Support, welcher jährlich zu löhnen ist. In Spezial-Fällen mit der Nutzung von Office 365 oder Azure Virtual Desktop kann sogar der (bislang noch nicht spezifizierte) Kostenpunkt entfallen. Jener Preispunkt dürfte noch wichtig werden, denn die bisherigen ESU-Kosten waren nur für Firmen interessant, die meisten Privatnutzer dürften sich beim ESU-Programm von Windows 7 mit diversen Hacks weitergeholfen haben, welche den PC als ESU-fähig deklariert haben.

Wenn das ESU-Programm zu Windows 10 für Privatanwender geöffnet wird, muß Microsoft eigentlich attraktive Preise hierfür bieten (welche in der Summe der drei Jahre nicht teurer sein sollten als eine Volllizenz). Schließlich besteht das Ziel nicht nur in einer Kulanz-Regelung zur Entschärfung dieses Konflikts, sondern auch darin, den PC-Update-Schub des Jahres 2025 bemerkbar zu entzerren, mit welchem weltweit mehrere hundert Millionen PCs auf Windows 11 umgerüstet oder gleich ganz ersetzt werden müssen. Dies wäre mit der aktuellen PC-Produktion sowie deren Steigerungsmöglichkeiten angesichts der Erfahrungen des Jahres 2020 nicht zu machen, selbst wenn man die potentiell bis zu 1 Milliarde betroffenen Windows-10-Maschinen großzügig zusammenkürzt (Wechsel zu Windows 11 oder Beibehaltung von Windows 10 ohne Sicherheits-Updates). Es bleibt zu hoffen, dass Microsoft wirklich zu einem Konsumenten-freundlichen Preis für das ESU-Programm zu Windows 10 findet, damit das ganze nicht nur ein Feigenblatt ergibt.