13

nVidia bereitet wohl eine GeForce GTX 1080 Ti mit 10 GB Speicher vor

Wie Videocardz in der Zauba Import/Export-Datenbank entdecken konnten, bereitet nVidia augenscheinlich eine neue Pascal-Grafikkarte vor. Wie üblich sind der Zauba-Datenbank keine vollständigen Daten, sondern nur leichte Hinweise zu entnehmen, was sich unter dem neuen Modell verbirgt: Doch die Kennung "PG611" sowie der hohe Preis von umgerechnet 1010 Dollar weisen ziemlich klar auf die Verwendung des GP102-Chips hin. Hierbei dürfte es sich also um die lange prognostizierte GeForce GTX 1080 Ti handeln – der ersten wirklichen Gamer-Lösung auf Basis des GP102-Chips, nachdem die Titan X (Pascal) seitens nVidia eher im semi-professionellen Segment gesehen wird. Hierzu passt natürlich auch die Nennung eines 384 Bit DDR breiten Speicherinterfaces, so wie vom GP102-Chip her gewohnt.

Was nicht passt, sind die dagegen genannten 10 GB Speicher – dafür würde man bei normalen Speichermodulen (mit 1 GB pro Speicherchip) ein 320 Bit breites Speicherinterface benötigen (10 Speicherchips an 10 32-Bit-Interfaces). Selbst bei der Verwendung der mit GDDR5X erstmals möglichen "krummen" Speicherchips mit 0,75 GB pro Speicherchip passt das ganze nicht, dann würde ein 384 Bit breites Speicherinterface aufgeteilt in 12 32-Bit-Interfaces exakt auf 9 GB Speicher kommen, nicht aber 10 GB Speicher. Aber eventuell ist diese Angabe "384-Bit" auch nur ein Schreibfehler oder einfach bezogen auf die Fähigkeiten des Grafikchips oder der Platine (unter Verwendung eines Boards, was eigentlich für die Titan X ausgelegt ist). Die Angabe "10240MB" ist hingegen der unwahrscheinlichere Schreibfehler – und nimmt man jene als wahr an, ergibt sich das 320 Bit breite Speicherinterface von selbst.

Eine Seitenchance verbleibt natürlich dahingehend, das nVidia auch 10 GB Speicher an ein 384 Bit Speicherinterface anbinden könnte – dann aber ergibt sich eine ungleiche Speicherbandbreite zu verschiedenen Speicherchips, ähnlich wie bei GeForce GTX 660 oder GeForce GTX 970. Abgesehen von dem medialen Ärger eines solchen Aufbaus ist darin auch kein besonderer Sinn zu sehen: Wenn nVidia wirklich eine GeForce GTX 1080 Ti auflegen will, dann braucht jene Karte nicht die volle Speicherbandbreite einer Titan X (Pascal), ist ein diesbezüglicher Unterschied sogar eher willkommen. Schließlich deuten auch die 10 GB Speicher schon an, das nVidia diese neue GP1002-Karte beachtbar unterhalb der Titan X (Pascal) positionieren will.

GeForce GTX 1080 GeForce GTX 1080 Ti Titan X (Pascal)
Chipbasis nVidia GP104 nVidia GP102 nVidia GP102
Architektur Pascal, DirectX 12 Feature-Level 12_1 Pascal, DirectX 12 Feature-Level 12_1 Pascal, DirectX 12 Feature-Level 12_1
Technik 4 Raster-Engines, 2560 Shader-Einheiten, 160 TMUs, 64 ROPs, 256 Bit GDDR5X-Interface, 2 MB Level2-Cache (Vollausbau) Hardware-Einheiten: unbekannt
Speicherinterface: 320 Bit GDDR5X
6 Raster-Engines, 3584 Shader-Einheiten, 224 TMUs, 96 ROPs, 384 Bit GDDR5X-Interface, 3 MB Level2-Cache (Salvage)
Taktraten 1607/1733/2500 MHz
(Ø-Chiptakt: 1694 MHz)
unbekannt 1417/1531/2500 MHz
(Ø-Chiptakt: ~1580 MHz)
Speicherausbau 8 GB GDDR5X 10 GB GDDR5X 12 GB GDDR5X
4K Perf.Index 132% gesch. ~160-165% 173%
Listenpreis 599$/699$ gesch. 899-999$ 1200$
Release 17. Mai 2016 vmtl. Ende 2016 / Anfang 2017 2. August 2016

Aufgrund der unbekannten Hardware-Einheiten zur Karte kann man deren Performance derzeit natürlich nur eher grob schätzen – und zwar besser an der Maßgabe, um wieviel die Karte hinter der Titan X (Pascal) sowie vor der GeForce GTX 1080 liegen sollte, um sinnvoll zu sein. Zum bekannten Speicherinterface kann nVidia letztlich mittels der Anzahl der freigeschalteten Hardware-Einheiten sowie der konkret anliegenden Taktraten immer exakt diese Performance generieren, welche man gerne sehen will. Etwas mehr als 5% Differenz zur Titan X (Pascal) können es schon sein, mehr als 20% auf die GeForce GTX 1080 oben drauf müssen allerdings gewahrt bleiben – womit das mögliche Performancefeld der GeForce GTX 1080 Ti schon ziemlich eng umrissen wäre, die ergibt in unserem UltraHD Performance-Index (geschätzte) ~160-165%, knapp hinter der Titan X (Pascal) bei 173% sowie ausreicht weit vor der GeForce GTX 1080 bei 132%.

Bezüglich des Preispunktes hierfür gibt es mit den umgerechnet 1010 Dollar schon eine vernünftige Maßgabe, selbst wenn Zollwerte zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware natürlich frei manipulierbar sind. Aber jene Preisnotierung erscheint so oder so sinnvoll – beachtbar unterhalb der Titan X (Pascal), beachtbar oberhalb der GeForce GTX 1080. Man kann an dieser Stelle gut und gerne vermuten, das der Listenpreis für die Founders Edition bei 999 Dollar liegen wird, der Listenpreis für die Herstellerdesigns dann bei 899 Dollar. Die Grafikkartenhersteller dürften dann sicherlich auch Platinen designen, welche rein auf ein 320-Bit-Speicherinterface ausgelegt sind, sprich nicht gerade Platinen für ein 384-Bit-Design weiterverwenden (wie dies nVidia augenscheinlich so handhabt).

Aufgrund des Auftauchens dieser Testlieferung kann man durchaus von einem absehbaren Releasetermin jener neuen GP102-Karte ausgehen – sprich Jahresende 2016 oder Jahresanfang 2017. Damit dürfte jene auch ziemlich sicher noch im Rahmen der GeForce 1000 Serie und nicht erst im Rahmen der GeForce 2000 Serie erscheinen. Jener Pascal-Refresh ist sicherlich nicht vor dem Sommer 2017 zu erwarten, womit die GeForce GTX 1080 Ti wenigstens noch etwas Zeit hat zu glänzen. Das nVidia innerhalb der GeForce 1000 Serie nun bereits eine zweite GP102-Variante auflegt, erhöht natürlich auch die Chance, das es innerhalb der GeForce 2000 Serie nicht einfach nur mehr Takt gibt, sondern das die Pascal-Grafikchips sogar jeweils eine Stufe nach unten rücken – sprich eine "GeForce GTX 2080" dann vielleicht schon GP102-basiert antritt und eine "GeForce GTX 2060 Ti" dann schon GP104-basiert.