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nVidia kündigt GK110-basierte DualChip-Lösung "GeForce GTX Titan Z" an

Auf der GTC hat nVidia soeben die kommende DualChip-Lösung "GeForce GTX Titan Z" angekündigt, welche im Gegensatz zur früheren DualChip-Lösung GeForce GTX 690 nicht auf zwei GK104-, sondern auf zwei GK110-Chip basieren wird. Dabei setzt nVidia sogar den Vollausbau des GK110-Chips mit jeweils 2880 Shader-Einheiten an einem 384 Bit DDR Speicherinterface an, für eine DualChip-Lösung ist dies ungewöhnlich viel. Erkauft wird sich das ganze jedoch mit einem sehr niedrigen Chiptakt von knapp unter 700 MHz – eine genaue Taktangabe gibt es zwar noch nicht, aber dies läßt sich aus den seitens nVidia genannten 8 TeraFlops Rechenleistung schließen.

Damit kommt die GeForce GTX Titan Z auf eine Rechenleistung, die nur 42% oberhalb einer (einzelnen) GeForce GTX Titan Black bzw. auch nur 50% oberhalb einer (einzelnen) GeForce GTX 780 Ti rangiert, was eine eher magere Steigerung angesichts der mit DualChip-Grafikkarten immer einhergehenden gewissen Ineffizienz darstellt. Viel mehr als 35% Mehrperformance gegenüber einer GeForce GTX Titan Black ist von der GeForce GTX Titan Z nicht zu erwarten – was zwar locker für den Spitzenplatz bei einzelnen Grafikkarten langt, aber immer noch weit langsamer ist als zwei GeForce GTX Titan Black Karten unter SLI leisten können. Letztere sind zudem klar günstiger zu haben, da die GeForce GTX Titan Z für den monströsen Preis von 2999 Dollar in den Handel gelangen soll.

Unter diesen Voraussetzungen dürften sich kaum sinnvolle Anwendungszwecke für die GeForce GTX Titan Z finden lassen. nVidia sieht die Grafikkarte zwar auch für den professionellen Bereich vor, dort werden jedoch – wegen der angepassten Treiber – eher gern Quadro- und Tesla-Modelle genommen. Im Endeffekt handelt es sich bei der GeForce GTX Titan Z um ein Prestigeprojekt, mit dem man zeigt, was man maximal kann – nicht, was wirklich sinnvoll wäre. Genauere Daten und einen voraussichtlichen Release- bzw. Liefertermin gibt es bislang leider noch nicht.

Nachtrag vom 25. März 2014

Zu nVidias kommender DualChip-Lösung "GeForce GTX Titan Z" wäre noch hinzuzuerwähnen, daß selbige in einem TripleSlot-Design daherkommt – was dann selbst den Zweck als Coin-Erzeuger limitiert: Drei einzelne GeForce GTX Titan Black (16,9 TeraFlops) haben mehr Rechenkraft als die in die gleiche Anzahl Slots passenden zwei GeForce GTX Titan Z (16 TeraFlops). Die Stromversorgung der DualChip-Grafikkarte wird zudem über zwei 8polige Stromstecker erfolgen, was somit eine maximale TDP von 375 Watt zuläßt. Durch den vergleichsweise niedrigen Chiptakt knapp unterhalb von 700 MHz sollte dies kein Problem bei der GeForce GTX Titan Z ergeben. Im übrigen kann man gut und gerne darüber spekulieren, weshalb nVidia die GeForce GTX Titan Z so taktniedrig ansetzt: Ausgangspunkt dürfte schlicht die Überlegung gewesen sein, was notwendig ist, um die kommende Radeon R9 295X2 zu erreichen.

Da AMD hierfür den kleineren Hawaii-Chip ansetzt und jener zudem als recht stromhungrig gilt, sind AMDs Möglichkeiten limitiert. Viel mehr als 50-60% schneller als eine Radeon R9 290X muß man die Radeon R9 295X nicht erwarten, mehr wird aus thermischen Gründen einfach nicht möglich sein. 50-60% oben drauf auf den Performance-Index der Radeon R9 290X von 480% ergeben 720-768% – von der GeForce GTX Titan Black aus gesehen sind dies gerade einmal 31-42% Mehrperformance. Daß die GeForce GTX Titan Z also nur mit rund 42% mehr Rechenleistung gegenüber der GeForce GTX Titan Black antritt, reicht aus dieser Sicht wahrscheinlich exakt dazu aus, um ungefähr gleich schnell wie die Radeon R9 295X2 herauszukommen. Gut möglich, daß nVidia – gerade wegen des TripleSlots-Designs – auch mehr bieten könnte, diese Möglichkeiten jedoch nicht aktiviert, weil es gegenüber der Radeon R9 295X einfach nicht als notwendig erscheint. Sich damit ergebende große Übertaktungsspielräume lassen sich zudem heutzutage sehr effektiv durch festgeschnurrte Power-Limits kleinhalten.