Launch-Analyse AMD Ryzen 7 5800X3D (Seite 2)

Sonntag, 17. April 2022
 / von Leonidas
 

Die Anwendungs-Performance soll nur kurz abgehandelt werden – betrachtet wurden hierbei nur jene Testberichte, welche über einen eigenen Performance-Index der getätigen Anwendungs-Benchmarks verfügen. Hierbei geht es nur um die relativen Differenzen von Ryzen 7 5800X3D zu Ryzen 7 5800X sowie Core i9-12900KS zu Core i9-12900K/KF, um dies dann in Relation zu den viel umfangreicheren Benchmarks zur Anwendungs-Performance zum Alder-Lake-Launch setzen zu können. Diesbezüglich läßt sich der Ryzen 7 5800X3D als grob –2% schwächer als der Ryzen 7 5800X sowie der Core i9-12900KS um grob +3% stärker als der Core i9-12900K/KF einordnen. Die Zahl zum Intel-Prozessor ist dabei über die ausgewerteten Testberichte hinweg vergleichsweise konstant, die Zahl zum AMD-Prozessor schwankt hingegen etwas: Von sogar +1½% Vorteil bei –3% Nachteil reicht die Spanne der gemittelten Ergebnisse.

Anwendungs-Performance 5600X 5800X 5900X 5950X 5800X3D 12600K 12700K 12900K 12900KS
Kerne & Abstammung 6C Zen3 8C Zen3 12C Zen3 16C Zen3 8C Zen3D 6C+4c ADL 8C+4c ADL 8C+8c ADL 8C+8c ADL
ComputerBase  (8 Tests) 79,7% 102,3% 140,8% 168,3% 100% 102,6% 129,2% 153,9% 158,7%
Le Comptoir d.H.  (16 Tests) 76,5% 98,6% 128,8% 141,8% 100% 108,1% 130,0% 154,2% 159,2%
PC Games Hardware  (6 Tests) 75,4% 103,2% 141,8% 168,4% 100% 102,4% 133,8% 158,1% 162,1%
Quasarzone  (11 Tests) - 101,9% 130,7% 152,8% 100% - 134,2% 155,1% 159,4%
TechPowerUp  (37 Tests) 85,2% 102,5% 119,5% 129,8% 100% 99,0% 113,6% 125,8% 129,8%
Power-Limit 88W 142W 142W 142W 142W 150W 190W 241W 241W
Listenpreis $299 $449 $549 $799 $449 $264 $384 $564 $739
Straßenpreis (ab) 219€ 319€ 409€ 539€ ? 269€ 379€ 558€ 798€
Listenpreise: AMD = boxed, Intel = tray für KF-Modelle; Straßenpreise: günstigstes Angebot, egal ob boxed oder tray, K oder KF; gesamte ausgewertete Benchmark-Anzahl: ~680

Doch für Anwendungs-Performance ist der Ryzen 7 5800X3D nicht gedacht – das können im AMD-Portfolio naturgemäß solche Prozessoren wie Ryzen 9 5900X oder 5950X besser. Letztlich ist der Kunstgriff des 3D V-Cache einzig und allein für den Gaming-Einsatz gedacht – und zeigt dort auch sofort einen durchschlagenden Erfolg. Obwohl (wie bekannt) die Gaming-Performance weitaus schwieriger zu steigern ist als die Anwendungs-Performance, kommt der Ryzen 7 5800X3D in dieser Disziplin im Schnitt der ausgewerteten Benchmarks um satte +20,3% besser als der originale Ryzen 7 5800X heraus. AMDs Performance-Versprechen von +15% mehr Spiele-Performance durch den Ryzen 7 5800X3D wird dabei genauso eingehalten: Aufgestellt war diese AMD-Behauptung gegenüber dem Ryzen 9 5900X, die vorliegenden Benchmarks bestätigen jene Behauptung mit im Mittel +16,0% Mehrperformance.

Gaming-Performance 5600X 5800X 5900X 5950X 5800X3D 12600K 12700K 12900K 12900KS
Kerne & Abstammung 6C Zen3 8C Zen3 12C Zen3 16C Zen3 8C Zen3D 6C+4c ADL 8C+4c ADL 8C+8c ADL 8C+8c ADL
ComputerBase #1  (9 Tests) 81,0% 85,1% 89,1% 93,1% 100% 86,3% 92,3% 96,8% 96,4%
ComputerBase #2  (12 Tests) - 86,1% - 86,9% 100% - - 103,5% 106,0%
GameStar  (5 Tests) 76,9% 78,0% 79,6% - 100% 80,1% - 92,9% -
Golem  (7 Tests) - 85,2% 86,3% 89,3% 100% - 94,8% 98,7% -
KitGuru  (6 Tests) - 85,9% 87,1% - 100% - 94,7% 97,3% -
Le Comptoir d.H.  (11 Tests) 84,9% 89,4% 91,3% 92,4% 100% 97,9% 102,1% 105,2% 107,0%
PC Games Hardware  (14 Tests) 77,0% 82,1% 87,2% 85,1% 100% 84,3% 91,4% 96,4% 99,9%
PurePC  (9 Tests) 78,0% 86,3% 92,0% 92,7% 100% 98,6% 107,2% 111,7% -
Quasarzone  (12 Tests) - 87,5% 89,6% 89,3% 100% - 100,0% 104,3% 106,1%
SweClockers #1  (5 Tests) 79,8% 84,5% 84,5% 81,5% 100% 88,4% - 97,1% 100,4%
SweClockers #2  (10 Tests) - 81,7% - - 100% - - - 92,2%
TechPowerUp  (10 Tests) 85,5% 89,4% 90,4% 89,6% 100% 93,6% 97,5% 100,0% 101,9%
TechSpot  (8 Tests) - 78,4% 81,6% 82,9% 100% - - 97,5% -
Tom's Hardware  (7 Tests) - 74,1% 81,1% - 100% - 91,7% 93,2% 97,7%
Tweakers  (5 Tests) 82,3% 82,3% 88,6% 88,4% 100% 89,8% 93,3% 95,4% 99,3%
gemittelte Gaming-Perform. 79,5% 83,1% 86,2% 87,0% 100% 88,8% 94,6% 98,3% 100,9%
Power-Limit 88W 142W 142W 142W 142W 150W 190W 241W 241W
Listenpreis $299 $449 $549 $799 $449 $264 $384 $564 $739
Straßenpreis (ab) 219€ 319€ 409€ 539€ ? 269€ 379€ 558€ 798€
Performance-Durchschnitt gemäß geometrischem Mittel, leicht gewichtet zugunsten jener Hardwaretests mit besserer Performance-Skalierung und höherer Benchmark-Anzahl; Listenpreise: AMD = boxed, Intel = tray für KF-Modelle; Straßenpreise: günstigstes Angebot, egal ob boxed oder tray, K oder KF; gesamte ausgewertete Benchmark-Anzahl: ~910

Auch der Vergleich gegenüber Intel geht recht gut aus für den Ryzen 7 5800X3D: Der Core i9-12900K/KF wird um ca. +2% geschlagen, allein der Core i9-12900KS liegt im Mittel dieser Benchmarks noch um gut einen Prozentpunkt besser (und zwar auch dann, wenn man den Testbericht von PurePC aus dem Performance-Index herauslassen würde – 100,5% wäre dann das Ergebnis des Core i9-12900KS). Der Core i9-12900KS legt dabei im Spiele-Einsatz +2,6% auf den Core i9-12900K/KF oben drauf, was grob dem Ergebnis unter der Anwendungs-Performance entspricht. Ob AMD mit dieser Vorstellung den Gaming-Performancethron wiedererlangen kann, hängt dann von der persönlichen Note des jeweiligen Testberichts ab – sowie natürlich auch davon, ob der Core i9-12900KS im jeweiligen Benchmark-Feld anwesend war. Die Ergebnisse hierzu schwanken doch einigermaßen: Bei manchen Testberichten schlägt der Ryzen 7 5800X3D sogar den Core i9-12900KS, bei anderen reicht es nicht einmal für den Core i9-12900K/KF.

Allerdings stellt der Core i9-12900KS bezüglich Preispunkt und Kühlaufwand sicherlich auch so etwas wie ein "Sondermodell" dar: Und wenn der Ryzen 7 5800X3D als "normale CPU" dieselbe Gaming-Performance bietet, dann ist dass natürlich den (geteilten) Gaming-Performancethron wert – ein Prozentpunkt Abweichung hin oder her. Eine andere Betrachtungsweise ergibt sich, wenn man die Spiele-Performance des Ryzen 7 5800X3D mit einem grob im selben Preisfeld liegenden Intel-Prozessor vergleicht: Der Core i7-12700K/KF kommt auf 94,6% der Spiele-Performance des Ryzen 7 5800X3D, liegt also knapp nur –5% zurück. Dies ist eigentlich auch schon nahe genug dran, um dies in dieselbe Performance-Kategorie zu stecken – und dann bietet der Core i7-12700K/KF einen beachtbar besseren Preispunkt (zu zudem der klar besseren Anwendungs-Performance), gewinnt also zweifelos die Preis/Leistungs-Betrachtung. Natürlich ist der Gaming-Performancethron auch wieder etwas wert, es lassen sich sicherlich Argumente für beide Prozessoren finden.

Interessanterweise erzielt der Ryzen 7 5800X3D seine herausragende Spiele-Performance zu einem nochmals leicht niedrigeren Stromverbrauch: Die bezüglichen Messungen von ComputerBase, Golem und PC Games Hardware über jeweils mehrere Spiele-Titel hinweg zeigen den Ryzen 7 5800X3D bei einem Spieleverbrauch von (je nach Quelle) 61-71 Watt, den originalen Ryzen 7 5800X hingegen bei 80-87W. Auch bei den Anwendungs-Benchmarks kommt der Ryzen 7 5800X3D jeweils ein paar Watt weniger heraus, auch wenn dort die Differenzen nicht so deutlich wie bei den Spiele-Benchmarks ausfallen. Augenscheinlich wirkt hier der niedrigere Takt des Prozessors bzw. das von AMD angesetzte Limit bei der CPU-Spannung (nicht mehr als 1.35V). In der Effizienz-Rechnung gegenüber der gemittelten Anwendungs-Performance sorgt dies dann natürlich für einen nochmals markanteren Effekt des Ryzen 7 5800X3D.

Gaming-Stromverbrauch 5600X 5800X 5900X 5950X 5800X3D 12600K 12700K 12900K 12900KS
Kerne & Abstammung 6C Zen3 8C Zen3 12C Zen3 16C Zen3 8C Zen3D 6C+4c ADL 8C+4c ADL 8C+8c ADL 8C+8c ADL
ComputerBase  (9 Tests) - 87W - - 61W - - 98W 138W
Golem  (7 Tests) - 81,2W 104,5W 107,5W 71,3W - 81,4W 95,8W -
PC Games Hardware  (14 Tests) 56W 80W 101W 110W 70W 88W 106W 129W 186W
gemittelter Gaming-Verbrauch - ~83W - - ~67W - ~89W ~107W ~149W
gemittelte Gaming-Performance 79,5% 83,1% 86,2% 87,0% 100% 88,8% 94,6% 98,3% 100,9%
Gaming-Verbrauchseffizienz - 68% - - 100% - 71% 62% 45%
Power-Limit 88W 142W 142W 142W 142W 150W 190W 241W 241W
Listenpreis $299 $449 $549 $799 $449 $264 $384 $564 $739
Straßenpreis (ab) 219€ 319€ 409€ 539€ ? 269€ 379€ 558€ 798€
Listenpreise: AMD = boxed, Intel = tray für KF-Modelle; Straßenpreise: günstigstes Angebot, egal ob boxed oder tray, K oder KF; gesamte ausgewertete Test-Anzahl: ~200

So erreicht jener eine gegenüber dem originalen Ryzen 7 5800X um immerhin +48% höhere Stromverbrauchs-Effizienz im Gaming-Einsatz. Die Intel-Modelle werden dann teilweise nochmals drastischer geschlagen: +40% auf den Core i7-12700K/KF, +61% auf den Core i9-12900K sowie satte +220% auf den Core i9-12900KS lauten die Effizienz-Vorteile des Ryzen 7 5800D3D. Oder in einer griffigeren Zahl gesagt: Der Core i9-12900KS benötigt für sein (gemittelt) mageres Prozentpünktchen Spiele-Mehrperformance sogar mehr als den doppelten Spiele-Stromverbrauch. Speziell der Core i9-12900KS verbraucht dabei auch als einziger Prozessor des Testfeldes im Spiele-Einsatz wesentlich mehr als 100 Watt. Dessen durchschnittlicher Spiele-Stromverbrauch von 149 Watt geht in eine Richtung, wo man heutige PC-Prozessoren eher nur im Volllast-Einsatz an einer schweren Rendering-Aufgabe vermuten würde – aber nicht beim Gaming, wo heutige Prozessoren üblicherweise selten die 100-Watt-Marke erreichen.

Der bessere Stromverbrauch im Vergleich zum originalen Ryzen 7 5800X ist wie gesagt eine Folge der niedrigeren CPU-Spannung des Ryzen 7 5800X3D. Diese wurde wiederum nicht umsonst derart gesetzt: AMD wollte dem extra Cache-Die keine höhere Spannung zumuten, zudem geht beim Ryzen 7 5800X3D deswegen auch die CPU-Temperatur (trotz niedrigerer Taktraten) leicht nach oben. Eben aus diesem Punkt, dass dies alles schon ziemlich an der Grenze des Machbaren operiert, hat AMD dann auch die (offizielle) Übertaktungsfunktionalität per Multiplikator oder "Precision Boost Overdrive" (PBO) für den Ryzen 7 5800X3D gestrichen. Zwar ist weiterhin eine Übertaktung per Grundtakt möglich, aber dies funktioniert auf jedem Mainboard anders und kann auch schnell in anderen Instabilitäten resultieren. Allerdings hält sich dieser Nachteil wohl in Grenzen, da auch der originale Ryzen 7 5800X durch Übertaktung kaum noch etwas hinzugewinnt.

In der Summe sehen wir mit dem Ryzen 7 5800X3D eine starke Vorstellung von AMD sowie des hiermit erstmals eingesetzten 3D V-Caches. AMD ist es doch tatsächlich gelungen, in einer der schwierigsten Disziplinen (in Form der Spiele-Performance) mit einer nominell einfachen Maßnahme gleich einmal einen regelrechten Dimensionssprung zu erzielen. Denn für +20,3% Spiele-Performance gegenüber dem originalen Ryzen 7 5800X würde man normalerweise eine neue (hochklassige) Zen-Architekturstufe benötigen, gerade da IPC-Steigerungen im Gaming-Einsatz niemals so gut skalieren wie unter Anwendungs-Benchmarks. Dass dies dann sogar noch zu einer etwas niedrigeren Leistungsaufnahme gelingt, ist sicherlich das Sahnehäubchen oben drauf. Für CPU-Käufer mit Bedarf an Anwendungs-Performance ist der Ryzen 7 5800X3D logischerweise nichts. Dessen Schwerpunkt liegt klar bei der Gaming-Performance bzw. haben AMD und Intel bessere Modelle zugunsten mehr Anwendungs-Performance im Angebot.

Dabei muß sich AMD sicherlich nicht deswegen grämen, dass der Core i9-12900KS im Mittel der hier ausgewerteten Benchmarks eine minimal höhere Spiele-Performance erreicht. Ganz augenscheinlich hat Intel dies exakt so kalkuliert und den Core i9-12900KS zielgerichtet in den Markt geschickt, um dem Ryzen 7 5800X3D nicht an die Performance-Spitze gelangen zu lassen. Aber für diesen knappen Prozentpunkt Differenz, welcher zudem von jedem Testbericht auch noch etwas anders gesehen wird, und angesichts des klaren Sonderstatus der Intel-CPU bei Preis und Kühlaufwand sollte man eigentlich keine Wertungsunterschiede machen: Somit sollten Ryzen 7 5800X3D und Core i9-12900KS schlicht gemeinsam auf dem Performance-Thron bei der Gaming-Performance sitzen.

Ryzen 7 5800X Ryzen 7 5800X3D Core i7-12700K/KF Core i9-12900K/KF Core i9-12900KS
Kerne & Abstammung 8C/16T Zen3 8C/16T Zen3D 8C+4c/20T ADL 8C+8c/24T ADL 8C+8c/24T ADL
Anwendungs-Performance 100% ~98% 122,0% 140,1% ~144%
Gaming-Performance 100% 120,3% 113,8% 118,2% 121,4%
Gaming-Stromverbrauch ~83W ~67W ~89W ~107W ~149W
Gaming-Effizienz (fps pro Watt) 100% 148% 106% 92% 67%
Listenpreis $449 $449 $409/384 $589/564 $739
Straßenpreis 319-340€ ca. 450-500€ 379-410€ 558-590€ 798-830€
Anwendungs-Performance/Preis 100% ca. 63-69% 103% 80% 58%
Gaming-Perform./Preis (fps pro Euro) 100% ca. 77-85% 96% 68% 49%
Performance/Preis gemäß dem derzeit günstigsten Straßenpreis; alle Straßenpreise gemäß dem Geizhals-Preisvergleich für lieferbare Angebote vom 17. April 2022 (egal ob boxed oder tray, K oder KF)

Und sobald dies geklärt ist, sprechen natürlich die anderen Punkte klar für den AMD-Prozessor: Bessere CPU- und Plattform-Preise sowie der klar niedrigere Stromverbrauch gehen allesamt zugunsten des Ryzen 7 5800X3D. Sowohl Core i9-12900KS als auch Core i9-12900K/KF sind aus Sicht eines primären Gaming-Einsatzes keine Gegner für den Ryzen 7 5800X3D. Da wäre eher ein Core i7-12700K/KF interessant, welcher eine ähnliche Spiele-Performance zu klar besserer Anwendungs-Performance bietet, beim Stromverbrauch nicht so übertrieben wie die Core-i9-Modelle ist und letztlich beim Preis/Leistungs-Verhältnis jeweils vor dem Ryzen 7 5800X3D liegt (zumindest sofern man auch für "Alder Lake" bei DDR4-Speicher bleibt). Schlechter wird es, wenn man den Mehrpreis von DDR5-Platinen und -Speicher einrechnen wollte, diese Preis/Leistungs-Kalkulation kann Intel derzeit nicht gewinnen. Auch der originale Ryzen 7 5800X bleibt aus reiner Preis/Leistungs-Sicht ein würdiger Gegner – aber diesem fehlt natürlich das Alleinstellungsmerkmal des Gaming-Performancethrons.

Der Vorteil des Ryzen 7 5800X3D des günstigen Plattform-Preises ist letztlich jedoch auch ein gewisser Nachteil: Denn die AM4-Plattform läuft aus, wird nachfolgend nicht mehr mit neuen CPU-Modellen beliefert. Der Ryzen 7 5800X3D bildet einen absolut würdigen Schlußpunkt der AM4-Plattform, ist deren letzte Aufrüstoption – sowohl in Richtung Performance als auch weiterer AM4-Prozessoren gedacht. Möglicherweise zerteilt sich der Markterfolg des Ryzen 7 5800X3D somit streng anhand dieser Ausgangslage: Diejenigen, welche nochmals ihre vorhandene AM4-Plattform bestmöglich aufrüsten wollen, greifen hier zu. Und diejenigen, welche eher etwas ganz neues haben wollen, nehmen entweder Alder Lake oder warten auf Zen 4 samt der AM5-Plattform. Dazwischen gibt es kaum etwas: Der Ryzen 7 5800X3D ist die ideale Aufrüster-CPU – jedoch als Neueinstieg in die AM4-Welt deutlich zu spät dran, um (für diesen Zweck) noch empfehlenswert zu sein.

Aber dies ist natürlich auch Mäkeln auf hohem Niveau – selten ist eine einzelne CPU derart freundlich bis euphorisch aufgenommen worden wie der Ryzen 7 5800X3D. Abseits allen geschäftlichen Dingen hat AMD mit dem Ryzen 7 5800X3D auch mal wieder einen (medialen) "Crowdpleaser" produziert – was wegen der seitens AMD über das Jahr 2021 hinweg etwas vernachlässigten Ryzen-5000-Generation durchaus notwendig war. Sicherlich mag die Preislage des Ryzen 7 5800X3D nicht jedem schmecken, aber angesichts des Gaming-Performancethrons ist jene wenigstens nicht so gänzlich übertrieben wie bei Intel. AMD hat hier einen wunderbaren Schlußpunkt für die langgediente AM4-Plattform gesetzt – und Intel gleichzeitig demonstriert, wie man "Sonder-Modell" macht: Nicht so wie beim Core i9-12900KS – sondern wie beim Ryzen 7 5800X3D.