Langzeiterfahrung mit dem Epson L210 Drucker

Epson verkauft seit dem Jahr 2014 in Europa auch (werksmäßige) Drucker mit Tintentank zum Tinten-Nachfüllen – seinerzeit wurden die HighEnd-Modelle L355 und L555 in den deutschen Handel gebracht, außerhalb Europas gab es aber auch noch die wirklich günstigen Modelle wie den L210. Jener war seinerzeit für umgerechnet 119 Euro zu haben – mit werksmäßig bereits angebautem Tintentank und auch gleich einem Vollset an vier Tintenfläschchen à jeweils 70ml Tinte. Nach den leider nicht befriedigenden Erfahrungen mit einem manuellen Druckerumbau steht seit Anfang 2015 genau jener Epson L210 neben mir und tut dort seinen Dienst.

Gundsätzlich gesehen erfüllt dieser Drcuker dabei die ihm übertragene Aufgabe: Er druckt vor allem kostengünstig, gerade wenn es ein erhöhtes Aufkommen an Farbfotos und damit einen erhöhten Tintenverbrauch gibt. Das Tintenset à 4x 70ml reicht bei mir rund ein halbes Jahr, dafür sind die Kosten von ca. 30 Euro minimal und kein Vergleich mit den laufenden Druckkosten regulärer Tintenstrahler (grob ein Tinten-Set á 40 Euro pro Monat). Ein bißchen negativ zu bewerten ist die regelrecht schlechte Druckqualität bei Benutzung von normalem Druckerpapier – was allerdings wieder etwas ausgeglichen wird durch die herausragende Druckqualität bei Benutzung von Fotopapier (genau mein Anwendungsfall).

Allerdings kann der Drucker dennoch keine erstklassigen Noten erhalten, sondern allerhöchstens eine Empfehlung mit Einschränkungen. Denn bei der Verarbeitung von exakt jenem Fotopapier neigt der Drucker dazu, das Papier nicht millimetergenau korrekt einzuziehen – was am Ende eines Drucks durchaus dazu führen kann, daß das Papier leicht schräg aus dem Drucker kommt. Damit sind dann Farben am unteren Ende des Drucks verschoben, der Ausdruck ist letztlich für die Tonne. Hier offenbart der Drucker seine Billigabstammung: Entsprechende Führungsschienen für das Papier hat man sich komplett gespart, welche einem solchen "Verzugs-Effekt" vorbeugen hätten. Der Effekt ist im übrigen vollkommen unabhängig davon, welches Fotopapier welcher Dicke man benutzt (im Laufe der Zeit an unzähligen Fotopapier-Varianten ausgetestet).

Abgesehen von diesem Fehler, welcher womöglich (hoffentlich) nur ein Einzelfall ist, gibt es aber auch ein weiteres bedenkenswertes Problem: So hat Epson den Schwellwert für die Fehlermeldung "Tinten-Restbehälter voll" maßlos zu niedrig angesetzt (wird bei bei nahezu keinem Drucker wirklich gemessen, ist daher immer nur eine Abschätzung seitens des Herstellers): Nach nur ca. zwei Jahren Betrieb und ca. 5000 ausgedruckten Seiten (davon 4000 in Farbe) sollte der Tinten-Restbehälter für die nicht verbrauchte Farbe bereits voll sein. Sofern Epson hier keinen exeptional kleinen Tinten-Restbehälter verbaut hat, ist dieser Wert natürlich Schwachsinn – und nach Zurücksetzen des entsprechenden Counters funktioniert der Drucker nunmehr auch weiterhin einwandfrei.

Trotzdem bleiben Bedenken wegen dieser Meldung bestehen: Irgendwann wird der Tinten-Restbehälter wirklich voll sein – doch wie soll das der Anwender mitbekommen, wenn man der Epson-eigenen Fehlermeldung augenscheinlich nicht trauen kann? Und im Fall des Falles muß der Drucker wohl vollumfänglich abgeschrieben werden – weil der Austausch des Tinten-Restbehälter bei mehr oder weniger allen Druckerherstellern eine derart teure Service-Leistung ist, daß man sich für deren Preispunkt auch gleich einen neuen Drucker kaufen kann. Aus dieser Sicht ist der Epson L210 trotz all seiner Wirtschaftlichkeit leider als wenig solides Produkt einzuordnen – mit bewußt angesetzten Sollbruchstellen, die dem Anwender augenscheinlich den langfristigen Spaß am Gerät vermiesen sollen.

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