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News des 8. Februar 2010

Gemäß HT4U soll die RV870-basierte Radeon HD 5830 über 1280 Shader-Einheiten verfügen, etwas weniger als die Radeon HD 5850 mit 1440 Shader-Einheiten und dann schon klar weniger als die Radeon HD 5870 mit 1600 Shader-Einheiten. Weitere Details zu dieser Karte sind noch nicht bekannt, aber es deutet sich hier schon an, daß ATI in etwa einen ähnlichen Performance-Abstand zwischen Radeon HD 5830 und 5850 anstrebt wie derzeit schon zwischen Radeon HD 5850 und 5870 existent ist (ca. 20 Prozent). Die neue Karte für den Preisbereich rund um 200 Euro kommt nun aber mehr nicht vor Ende des Monats, wobei die vielen Verschiebungen auf einen hartnäckigen Hardware-Fehler vermutlich im 5830er Grafikboard hindeuten, welcher einfach noch behoben werden muß (und wird).

Noch kurz Erwähnung finden soll die Radeon HD 5570, zu welcher es "neue" Daten gibt, unter anderem in unserem Forum zu begutachten. Allerdings sind diese Daten inoffiziell schon zum Jahresanfang bekanntgewesen, sie werden jetzt halt nur noch bestätigt: Danach basiert diese Mainstream-Karte auf dem RV830-Chip der Radeon HD 5670 und kommt daher mit 400 Shader-Einheiten, 20 Textureneinheiten und einem 128 Bit DDR Speicherinterface daher. Die Taktraten betragen 650/900 MHz, womit es beim Chiptakt keinen so dramatischen Unterschied zur Radeon HD 5670 (775 MHz) gibt, allerdings ist der Speichertakt erheblich niedriger (900 zu 2000 MHz). Die Rohdaten der Radeon HD 5570 passen ziemlich gut zur Radeon HD 4670 (520 zu 480 GFlops und 29 zu 32 GB/sec), womit eine Performance im Rahmen dieser früheren Mainstream-Lösung zu erwarten ist. Genaueres wird sich morgen früh ergeben, denn die Radeon HD 5570 soll am 9. Februar offiziell vorgestellt werden.

Gegenüber den X-bit Labs hat sich nVidia überraschenderweise sehr positiv gegenüber externen Grafiklösungen für Mobilrechner geäußert – überraschend deshalb, weil nVidia bis dato wenig bis gar nichts in diese Richtung unternommen hat, obwohl die dafür notwendigen Grundlagentechnologie (PCI Express per Kabelverbindung) nun schon einige Zeit existiert. Aber offensichtlich wurde nVidia durch die neuen Intel-Prozessoren mit integrierter Intel-Grafik zum generellen Umdenken über die eigene Mobile-Strategie gezwungen, denn mit diesen Prozessoren bricht erstens der Absatz an Intel-fremden integrierten Lösungen im Mobile-Bereich weg und wird es zum anderen bei Notebooks der günstigeren Preisklassen schwieriger, überhaupt noch extra Grafikchips an die Notebook-Hersteller abzusetzen.

Die dürften in vielen Fällen mit dem Intel-Angebot zufrieden sein und haben zudem immer die Akkulaufzeit im Auge – schlechte Karten für extra Mobile-Grafiklösungen, sofern der Notebook-Hersteller nicht explizit ein Gaming-fähiges Gerät plant. Natürlich wird es weiterhin reichlich Notebooks mit extra Grafiklösungen geben, aber das Geschäft wird sicherlich nicht einfacher werden. Wenn man dann den Notebook-Herstellern das Argument der niedrigeren Akkulaufzeit durch eine externe Mobile-Grafiklösung aus der Hand nehmen kann, dann dürfte sich die Angelgenheit wohl wieder etwas positiver für die Entwickler von extra Grafiklösungen gestalten. Dem steht aber natürlich erst einmal noch einige Ingeniersarbeit entgegen, denn bisher ist das Thema externe Grafiklösungen noch nicht dort, wo es eigentlich mal hingehen sollte.

Neben gewissen technischen Problemen (nach wie vor ist die Beschleunigung des Notebook-Displays durch die externe Grafiklösung nicht möglich) ist in diesem Segment vor allem erst einmal die Angst der Hersteller zu sehen, auf ihre bisherigen guten Gewinne mit den teuren Mobile-Varianten ihrer Grafikchips zu verzichten. So wird bisher bei allen Notebooks, die auf ATIs XGP-Technologie setzen, im externen Gehäuse ein Mobile-Grafikchip verbaut – was technisch nicht notwendig wäre und nur den Preis hochtreibt, weil diese Mobile-Varianten natürlich teurer sind als die Desktop-Varianten. Damit wird das ganze Vorhaben gleich in doppelter Hinsicht torpediert: Zum einen ist somit nie ein massenmarkttauglicher Preispunkt zu erreichen – und zum anderen bleibt man auf dem Leistungsniveau von Mobile-Beschleunigern gefangen, die derzeit doch wieder einmal sehr erheblich hinter dem Leistungsniveau von Desktop-Beschleunigern hinterherhängen.

Dies ist sowohl bei ATI wie auch bei nVidia derzeit sehr deutlich zu sehen, wo beiderseits die schnellsten Mobile-Grafikchips gerade einmal das Leistungsniveau von Radeon HD 5750 bzw. GeForce GTS 250 des Desktop-Segments erreichen – beides Karten, die schon für knapp über 100 Euro erhältlich sind. Wirklicher Fortschritt zugunsten der Computernutzer würde nur erreicht werden können, wenn dieses System aufgegeben und man sich auf einen allgemeinen Standard unter der weitgehenden Benutzung von Desktop-Gerätschaften einigen könnte. Konkret ist damit gemeint: Anschluß der externen Grafiklösungen über einen Standardadapter (idealerweise unter Nutzung der schon spezifizierten Kabelverbindungen per PCI Express), Beschleunigung des Notebook-Displays durch die externe Grafiklösung und letztlich die Freigabe der Konzeption von externen Gehäusen an Dritthersteller, welche dann automatisch aus Preisgründen diese für Desktop-Grafikkarten auslegen dürften.

Erst damit würde man im übrigen auch das Nebenziel einer wirklichen Aufrüstbarkeit erfüllen – heutige Systeme mit externen Grafiklösungen bieten diese Möglichkeit noch nicht, da will der Hersteller immer lieber gleich ein ganzes neues Notebook verkaufen. Erst wenn diese Punkte abgearbeitet sind, dürften sich die Notebook-Hersteller dazu durchringen, durchgehend bei jedem Notebook den Anschluß für eine externe Grafiklösung vorzusehen, worauf sich erst ein Massenmarkt an externen Grafiklösungen herausbilden kann. Sofern nVidia dies anstrebt, wäre dies sehr positiv zu bewerten – und ansonsten wird es bei Nischenlösungen für einzelne Notebooks bleiben und vor allem wird sich keine "big opportunity" ("große Chance"), wie von nVidia ausgedrückt, ergeben können.