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News des 23. August 2011

Für den aktuellen Grafikkarten-Marktüberlick August 2011 wurde wie schon im Artikel erwähnt eine Neubewertung der Spiele-Verbrauchswerte vorgenommen – basierend nicht auf den Messungen der jeweiligen Referenzdesigns, sondern der Herstellerkarten (sofern verfügbar). Dies führte am Ende zu ziemlich deutlichen Verschiebungen in der Frage der Energieeffizienz aktueller Grafikkarten – von einer klaren Dominanz seitens AMD im Mai hin zu einer (bis auf das Mainstream-Segment) weitgehenden Gleichheit der Effizienzwerte im August. Dieses neue Resultat basiert maßgeblich darauf, daß sich bei der Neubewertung der Spiele-Verbrauchswerte bei einigen AMD-Karten erhebliche Verschlechterungen ergaben, während sich nVidia in einem Fall mit den Herstellerkarten sogar verbessern konnte (nachfolgend sind nur jene Grafikkarten mit vorhandenen Spiele-Verbrauchswerten sowohl für Referenzkarte als auch für unübertaktete Herstellerkarten notiert):

Referenzkarte Herstellerkarten
Radeon HD 5750/6750 64W Ø 67W
Radeon HD 5770/6770 81W Ø 87W
Radeon HD 6850 104W Ø 121W
Radeon HD 6870 124W Ø 137W
Radeon HD 6950 2048MB 163W Ø 163W
GeForce GTX 580 247W Ø 238W

Die Tendenz ist eindeutig: Bei AMD-Grafikkarten sind die Verbrauchswerte der Referenzkarten bei vielen (nicht allen) Modellen geringer als die Verbrauchswerte der späteren Herstellerkarten – und dies obwohl gerade bei den hier am deutlichsten hervorstechenden Modellen Radeon HD 6850 & 6870 die meisten Grafikkarten-Hersteller auf das AMD-Referenzdesign setzen und höchstens bessere Kühllösungen verbauen (welche durch niedrigere Temperaturwerte den Verbrauch eher verringern als erhöhen sollten). Um AMD hier in irgendeiner Form etwas absichtliches nachsagen zu können, ist diese Auswertung jedoch viel zu unprofessionell (dazu müsste man extra Testreihen fahren und sich genauer mit den einzelnen Boardlayouts & Kühllösungen beschäftigen), insofern bleibt (ohne jede Anschuldigung) nur der Tatbestand, daß gerade Radeon HD 6850 & 6870 bisher als deutlich zu energieeffizient beschrieben wurden, als es diese Grafikkarten tatsächlich sind.

Bei Corescn sind neue Bulldozer-Benchmarks aufgetaucht. Dabei wurde ein Bulldozer-Prozessor auf 4.2 GHz übertaktet – wohl, um den Effekt von TurboCore zu simulieren, welcher in den Testsamples bislang immer deaktiviert war. Problematisch an dieser Taktung ist allerdings, daß es nicht sicher ist, ob der FX-8150 Prozessor jene 4.2 GHz im TurboCore-Modus wirklich über alle Rechenkerne erreicht – oder womöglich auch nur für die Hälfte der Rechenkerne, wie zuletzt schon dargelegt. Im Zweifelsfall stellen die erzielten Benchmark-Resultate somit die bestmögliche Auflösung für AMD dar, es könnte also auch weniger werden – dann, wenn unter TurboCore jene 4.2 GHz nicht für alle Rechenkerne gleichzeitig zu erreichen sind. Als Testsample diente ein Bulldozer-Prozessor im B2-Stepping, welcher ansonsten wohl recht problemlos laufen soll (im Gegensatz zu vielen früheren Bulldozer-Testsamples).

3DMark Vantage (CPU) Cinebench Fritz Chess SuperPI (1M) wPrime (32M)
AMD Bulldozer
8 Kerne @ 4.2 GHz
21059 6,87 13331 20,930 sec 8,518 sec
Intel Core i7-2600K
4 Kerne + HT, 3.4 GHz + TM
23559 6,84 13125 10,381 sec 8,51 sec
AMD Phenom II X6 1090T
6 Kerne, 3.2 GHz
16407 5,71 11259 19,376 sec 8,16 sec
Die SuperPI-Werte sind zwischen AMD und Intel nicht vergleichbar, da SuperPI heftig auf Intel optimiert ist und kein Stückchen auf AMD. Relevant bei SuperPI ist also nur der AMD-interne Vergleich. SuperPI läuft zudem generell nur auf einem Rechenkern, im Gegensatz zu den anderen aufgeführten Benchmarks.

Die auf 4.2 GHz und damit dem bestmöglichen Fall erzielen Performancewerte sind allerdings nicht berühmt – laut diesen Benchmarks erreicht Bulldozer auf diesem Takt gerade einmal so das Performanceniveau des Core i7-2600K, ohne allerdings auch nur eine Spur darüber zu kommen. Ein wenig indirekte Hoffnung machen dann einige der Vergleichszahlen des Phenom II X6 1090T, welche teilweise besser ausfallen – unwahrscheinlich, daß ein K10-Sechskerner schneller sein soll als ein Bulldozer-Achtkerner mit sogar deutlich mehr Takt. Trotz maximalem Takt und (scheinbar) funktionierendem Prozessor bleibt also die Hoffnung bestehen, mit diesen Benchmarks nicht das komplette Bulldozer-Potential gesehen zu haben. Und AMD hat schließlich eine gewisse Historie darin, daß neue Prozessoren vor ihrem Launch zumeist durch die Auswirkung von (noch nicht perfekt funktionierenden) Stromsparfeatures noch nicht ihr volles Leistungspotential zeigen.

Wie Bloomberg in Berufung auf die Marktanalysten von IDC berichten, hat China die USA im zweiten Quartal 2011 als größten PC-Markt überholt. Interessant ist hierbei, daß dies nicht nicht stückzahlen-technisch passierte (18,5 Mill. vs. 17,7 Mill. PCs), sondern auch Umsatz-basiert China nunmehr marginal vorn liegt (11,9 Mrd. vs. 11,7 Mrd. Umsatz mit PCs). Allerdings dürften diese Zahlen nur den reinen Umsatz mit verkauften Komplett-PCs und Notebooks abbilden, nicht aber den gesamten PC-Markt inklusive des Retail-Marktes der Nachrüster und Selberbastler. Dieser ist in westlichen Gefilden aufgrund der höheren Kaufkraft immer noch viel stärker ausgeprägt als in den Schwellenländern, wo üblicherweise nur ganze PCs und Notebooks erstanden werden und (noch) keine größere Szene an Hardware-Bastlern existiert.

Allerdings ist es aufgrund der schieren Masse, welche China mitbringt, auch nur eine Frage der Zeit, wann China auch bei Betrachtung des kompletten Umsatzes an PCs und PC-Komponenten vor den USA liegen wird. Mit diesem Punkt müssen sich alle Marktteilnehmer zukünftig arangieren, daß nicht nur das Wachstum in Fernost stattfindet, sondern dort auch der größte Umsatzschwerpunkt liegt. Mittel- und langfristig kann dies durchaus dazu führen, daß ganze Produktideen primär für asiatische Gegebenheiten entwickelt werden – und nicht wie bisher der PC in erster Linie "von Westlern für Westler" erdacht und gebaut wird. Eine "feindliche Übernahme" ist dabei aufgrund des auch in Zukunft hohen Gewichts der westlichen Märkte nicht zu erwarten – hinzugerechnet auch, daß die meisten die PC-Entwicklung vorantreibenden Firmen im Westen sitzen. Perspektivisch dürfte es jedoch zu einer deutlichen Influenz von östlichen Ideen und Kundenerwartungen im PC-Markt und allgemein dem IT-Business kommen.

Für den aktuellen Grafikkarten-Marktüberlick August 2011 wurde wie schon im Artikel erwähnt eine Neubewertung der Spiele-Verbrauchswerte vorgenommen - basierend nicht auf den Messungen der jeweiligen Referenzdesigns, sondern der Herstellerkarten (sofern verfügbar). Dies führte am Ende zu ziemlich deutlichen Verschiebungen in der Frage der Energieeffizienz aktueller Grafikkarten - von einer klaren Dominanz seitens AMD im Mai hin zu einer (bis auf das Mainstream-Segment) weitgehenden Gleichheit der Effizienzwerte im August. Dieses neue Resultat basiert maßgeblich darauf, daß sich bei der Neubewertung der Spiele-Verbrauchswerte bei einigen AMD-Karten erhebliche Verschlechterungen ergaben, während sich nVidia in einem Fall mit den Herstellerkarten sogar verbessern konnte (nachfolgend sind nur jene Grafikkarten mit vorhandenen Spiele-Verbrauchswerten sowohl für Referenzkarte als auch für unübertaktete Herstellerkarten notiert):





Referenzkarte
Herstellerkarten





Radeon HD 5750/6750
64W
Ø 67W



Radeon HD 5770/6770
81W
Ø 87W



Radeon HD 6850
104W
Ø 121W



Radeon HD 6870
124W
Ø 137W



Radeon HD 6950 2048MB
163W
Ø 163W



GeForce GTX 580
247W
Ø 238W





Die Tendenz ist eindeutig: Bei AMD-Grafikkarten sind die Verbrauchswerte der Referenzkarten bei vielen (nicht allen) Modellen geringer als die Verbrauchswerte der späteren Herstellerkarten - und dies obwohl gerade bei den hier am deutlichsten hervorstechenden Modellen Radeon HD 6850 & 6870 die meisten Grafikkarten-Hersteller auf das AMD-Referenzdesign setzen und höchstens bessere Kühllösungen verbauen (welche durch niedrigere Temperaturwerte den Verbrauch eher verringern als erhöhen sollten). Um AMD hier in irgendeiner Form etwas absichtliches nachsagen zu können, ist diese Auswertung jedoch viel zu unprofessionell (dazu müsste man extra Testreihen fahren und sich genauer mit den einzelnen Boardlayouts & Kühllösungen beschäftigen), insofern bleibt (ohne jede Anschuldigung) nur der Tatbestand, daß gerade Radeon HD 6850 & 6870 bisher als deutlich zu energieeffizient beschrieben wurden, als es diese Grafikkarten tatsächlich sind.

Bei Corescn sind neue Bulldozer-Benchmarks aufgetaucht. Dabei wurde ein Bulldozer-Prozessor auf 4.2 GHz übertaktet - wohl, um den Effekt von TurboCore zu simulieren, welcher in den Testsamples bislang immer deaktiviert war. Problematisch an dieser Taktung ist allerdings, daß es nicht sicher ist, ob der FX-8150 Prozessor jene 4.2 GHz im TurboCore-Modus wirklich über alle Rechenkerne erreicht - oder womöglich auch nur für die Hälfte der Rechenkerne, wie zuletzt schon dargelegt. Im Zweifelsfall stellen die erzielten Benchmark-Resultate somit die bestmögliche Auflösung für AMD dar, es könnte also auch weniger werden - dann, wenn unter TurboCore jene 4.2 GHz nicht für alle Rechenkerne gleichzeitig zu erreichen sind. Als Testsample diente ein Bulldozer-Prozessor im B2-Stepping, welcher ansonsten wohl recht problemlos laufen soll (im Gegensatz zu vielen früheren Bulldozer-Testsamples).





3DMark Vantage (CPU)
Cinebench
Fritz Chess
SuperPI (1M)
wPrime (32M)





AMD Bulldozer
8 Kerne @ 4.2 GHz
21059
6,87
13331
20,930 sec
8,518 sec



Intel Core i7-2600K
4 Kerne + HT, 3.4 GHz + TM
23559
6,84
13125
10,381 sec
8,51 sec



AMD Phenom II X6 1090T
6 Kerne, 3.2 GHz
16407
5,71
11259
19,376 sec
8,16 sec



Die SuperPI-Werte sind zwischen AMD und Intel nicht vergleichbar, da SuperPI heftig auf Intel optimiert ist und kein Stückchen auf AMD. Relevant bei SuperPI ist also nur der AMD-interne Vergleich. SuperPI läuft zudem generell nur auf einem Rechenkern, im Gegensatz zu den anderen aufgeführten Benchmarks.





Die auf 4.2 GHz und damit dem bestmöglichen Fall erzielen Performancewerte sind allerdings nicht berühmt - laut diesen Benchmarks erreicht Bulldozer auf diesem Takt gerade einmal so das Performanceniveau des Core i7-2600K, ohne allerdings auch nur eine Spur darüber zu kommen. Ein wenig indirekte Hoffnung machen dann einige der Vergleichszahlen des Phenom II X6 1090T, welche teilweise besser ausfallen - unwahrscheinlich, daß ein K10-Sechskerner schneller sein soll als ein Bulldozer-Achtkerner mit sogar deutlich mehr Takt. Trotz maximalem Takt und (scheinbar) funktionierendem Prozessor bleibt also die Hoffnung bestehen, mit diesen Benchmarks nicht das komplette Bulldozer-Potential gesehen zu haben. Und AMD hat schließlich eine gewisse Historie darin, daß neue Prozessoren vor ihrem Launch zumeist durch die Auswirkung von (noch nicht perfekt funktionierenden) Stromsparfeatures noch nicht ihr volles Leistungspotential zeigen.

Wie Bloomberg in Berufung auf die Marktanalysten von IDC berichten, hat China die USA im zweiten Quartal 2011 als größten PC-Markt überholt. Interessant ist hierbei, daß dies nicht nicht stückzahlen-technisch passierte (18,5 Mill. vs. 17,7 Mill. PCs), sondern auch Umsatz-basiert China nunmehr marginal vorn liegt (11,9 Mrd. vs. 11,7 Mrd. Umsatz mit PCs). Allerdings dürften diese Zahlen nur den reinen Umsatz mit verkauften Komplett-PCs und Notebooks abbilden, nicht aber den gesamten PC-Markt inklusive des Retail-Marktes der Nachrüster und Selberbastler. Dieser ist in westlichen Gefilden aufgrund der höheren Kaufkraft immer noch viel stärker ausgeprägt als in den Schwellenländern, wo üblicherweise nur ganze PCs und Notebooks erstanden werden und (noch) keine größere Szene an Hardware-Bastlern existiert.

Allerdings ist es aufgrund der schieren Masse, welche China mitbringt, auch nur eine Frage der Zeit, wann China auch bei Betrachtung des kompletten Umsatzes an PCs und PC-Komponenten vor den USA liegen wird. Mit diesem Punkt müssen sich alle Marktteilnehmer zukünftig arangieren, daß nicht nur das Wachstum in Fernost stattfindet, sondern dort auch der größte Umsatzschwerpunkt liegt. Mittel- und langfristig kann dies durchaus dazu führen, daß ganze Produktideen primär für asiatische Gegebenheiten entwickelt werden - und nicht wie bisher der PC in erster Linie "von Westlern für Westler" erdacht und gebaut wird. Eine "feindliche Übernahme" ist dabei aufgrund des auch in Zukunft hohen Gewichts der westlichen Märkte nicht zu erwarten - hinzugerechnet auch, daß die meisten die PC-Entwicklung vorantreibenden Firmen im Westen sitzen. Perspektivisch dürfte es jedoch zu einer deutlichen Influenz von östlichen Ideen und Kundenerwartungen im PC-Markt und allgemein dem IT-Business kommen.