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Hardware- und Nachrichten-Links des 13. Juni 2018

PCGamesN können im Gespräch mit AMDs David Wang der These, AMDs Navi-Generation würde eventuell einem MultiChip-Konzept ("multi-chip module", MCM) folgen, eine klare Absage erteilen. AMD arbeitet generell an solchen Dingen, aber man sieht MCM derzeit noch einigermaßen weit in der Zukunft liegend – und damit sicherlich nicht für Navi in Betracht kommend. Die Gründe hierfür wurden auch genannt – was wichtig ist, da in Diskussionsrunden oftmals das Argument gilt, das mittels "Infinity Fabric" ja nun alles problemlos im MultiChip-Verbund herstellbar sei. Die eigentliche Problematik liegt laut AMD jedoch auf Software-Ebene und dort dem Punkt, das man irgendetwas wie CrossFire oder SLI braucht, um einen MultiChip-Grafikchip sinnvoll auszunutzen. Da SLI & CrossFire jedoch faktisch Geschichte sind, müsste AMD das Thema entweder neu beleben – oder aber besser so etwas wie "CrossFire auf Hardware-Ebene" realisieren, wonach die eigentliche Anwendungssoftware die mehreren Grafikchips nur als einen Chip wahrnimmt. Das die reine Verbindungstechnologie existiert, dürfte da die kleinste Sorge sein – mehrere Chips auf ein Package pappen konnte man schon früher, die ersten Core 2 Quad Prozessoren basieren bekannterweise auf zwei Core-2-Duo-Dies nebeneinander auf einem Package.

We are looking at the MCM type of approach, but we've yet to conclude that this is something that can be used for traditional gaming graphics type of application.
Quelle:  AMDs David Wang gegenüber PCGamesN; (maschinelle Übersetzung ins Deutsche)

ComputerBase wie PC Games Hardware weisen in ihrer Berichterstattung zu den ersten dedizierten Intel-Grafikchips (vollkommen zu Recht) darauf hin, das Intel sich auch und verstärkt dem Thema der Parallelbeschleuniger für Rechenzentren widmen will, gerade nachdem hier nVidias entsprechende HPC-Beschleuniger immer häufiger anstatt von Intel-Prozessoren für diese Aufgabenstellung verbaut werden. Insofern kann es auch gut so sein, das Intel seine neue Grafikchip-Entwicklung verstärkt in diese Richtung hin lenkt – noch dazu wo Entwicklungs-Chef Raja Koduri ein Faible für KI/AI-Chips nachgesagt wird. Damit sind dann natürlich eher größere Chips zu erwarten – denn mit kleinen Chips fängt man im Rechenzentrum gewöhnlich nicht an, da geht es um bestmögliche Ausnutzung der vorhandenen Platz- und Kühlungsreserven. Dies widerspricht sich natürlich ein wenig mit früheren Gerüchten, Intel wolle nVidia mit einer besseren Energieeffizienz bei den Lösungen unterhalb 60 Watt Stromverbrauch angreifen. Aber womöglich ist auch beides möglich – dann allerdings nur mit einer Entwicklung von Consumer-Lösungen als "Restverwertung" der primär für professionelle Aufgaben gedachten Intel-Grafikchips.

Einfach wird dies jedoch nicht, denn nVidia trennt diese Entwicklungen inzwischen schon auf Architektur-Ebene auf (Volta nur für HPC, Turing nur für Gamer) – und auch bei AMD existiert hier schon eine Auftrennung auf Chip-Ebene (Vega 20 nur für HPC-Bedürfnisse). Eventuell findet man hierzu auch das teilweise zu den Intel-Grafikchips genannte MCM-Konzept wieder: Für HPC-Chips sind MultiChip-Lösungen ein gangbarer Ansatz – am Ende werden ja sowieso zumeist tausende dieser Lösungen für einen Supercomputer verbaut und rechnen gemeinsam an einer Aufgabe herum. Intel könnte also doch mit vergleichsweise kleinen Grafikchips daherkommen, für Consumer-Bedürfnisse jene einzeln verwenden und im Profi-Segment dann mittels MCM auf die benötigte Rohleistung kommen. Dies könnte dann natürlich auch den Einstieg in MCM auch für Gaming-Lösungen darstellen – wobei in diesem Feld (wie vorstehend notiert) noch größere Probleme zu lösen sind als bei der Berechnung von HPC-Aufgaben. Aber dies ist noch zu weit voraus gedacht – mitnehmen sollte man in jedem Fall, das Intel derzeit die Themen "Gaming" und "Comsumer" bezüglich seiner kommenden Grafikchips kaum beim Namen nennt, dafür jedoch deutliche Aktivitäten im HPC-Bereich zeigt und auch verspricht.

Golem und Notebookcheck berichten über den nächsten Prozessoren-Codenamen im aktuellen Codenamen-Gewirr bei Intel: "Comet Lake" kommt im Jahr 2019 weiterhin in der 14nm-Fertigung (14FF++) für Notebooks der 15-Watt-Klasse. Benennnbare Änderungen soll es hierfür im Mainboard-Chipsatz geben, die Prozessoren-Architektur dürfte allerdings wiederum Skylake-basierend sein – wie bei allen Intel-Chips ab dem Jahr 2015. Jene Skylake-Architektur melkt Intel nun inzwischen wirklich kräftig: Kaby Lake brachte nur kleinere technologische Verbesserungen der Video-Einheit der iGPU mit sich, Coffee Lake war unverändert, Whiskey Lake und Comet Lake werden wohl gleichfalls dazu unverändert sein. Inzwischen bietet es sich fast an, alle diese Codenamen generell unter dem Stichwort "Skylake-Klasse" zu verwalten – als vielmehr so zu tun, als würde sich unter diesen Codenamen tatsächlich etwas substantiell neues verbergen. Für die wirkliche Neuheit in Form von Ice Lake (in der 10nm-Fertigung) wird es dagegen nochmals enger, hierzu redet man schon über eine erneute Verzögerung.

Nochmals PC Games Hardware und ComputerBase greifen aktuelle Gerüchte auf, wonach sich die Navi-Entwicklung bei AMD unter starkem Einfluß von Sony zugunsten der Playstation 5 befindet – bis hin zur Aussage, das Navi sogar speziell für die Playstation 5 entworfen sein soll. Dies soll zum einen zu bedeutsamen Terminverschiebungen der Navi-Generation geführt haben, um mehrmalige Anforderungs-Änderungen zugunsten von Sony durchzuführen, zum anderen hat unter der Navi-Entwicklung sogar die Vega-Entwicklung leiden müssen, da der Großteil der RTG-Ressourcen für eben diese Navi-Entwicklung abgestellt wurden. AMDs seinerzeitiger RTG-Chef Raja Koduri war im übrigen gegen diese Ressourcenaufteilung zugunsten von Navi, musste in Nachhinein allerdings für das lauwarme Echo auf die Vega-Generation geradestehen. Augenscheinlich haben sich AMD zusammen mit Sony hier einiges vorgenommen – möglicherweise werden wir ja überrascht mit einer sehr zukunftsorientierten Hardware bei der Playstation 5, nachdem die letzten Spielekonsolen allesamt PC-Hardware nahezu von der Stange boten. Zumindest denkbar ist jedoch auch, das sich Sony hier zumindest zeitweise Exklusivrechte ausgebeten hat – das also andere Konsolenhersteller (Microsoft) sowie AMDs eigenes Grafikchip-Geschäft nicht umgehend auf jede dieser Navi-Innovationen zugreifen kann.

PCGamesN können im Gespräch mit AMDs David Wang der These, AMDs Navi-Generation würde eventuell einem MultiChip-Konzept ("multi-chip module", MCM) folgen, eine klare Absage erteilen. AMD arbeitet generell an solchen Dingen, aber man sieht MCM derzeit noch einigermaßen weit in der Zukunft liegend - und damit sicherlich nicht für Navi in Betracht kommend. Die Gründe hierfür wurden auch genannt - was wichtig ist, da in Diskussionsrunden oftmals das Argument gilt, das mittels "Infinity Fabric" ja nun alles problemlos im MultiChip-Verbund herstellbar sei. Die eigentliche Problematik liegt laut AMD jedoch auf Software-Ebene und dort dem Punkt, das man irgendetwas wie CrossFire oder SLI braucht, um einen MultiChip-Grafikchip sinnvoll auszunutzen. Da SLI & CrossFire jedoch faktisch Geschichte sind, müsste AMD das Thema entweder neu beleben - oder aber besser so etwas wie "CrossFire auf Hardware-Ebene" realisieren, wonach die eigentliche Anwendungssoftware die mehreren Grafikchips nur als einen Chip wahrnimmt. Das die reine Verbindungstechnologie existiert, dürfte da die kleinste Sorge sein - mehrere Chips auf ein Package pappen konnte man schon früher, die ersten Core 2 Quad Prozessoren basieren bekannterweise auf zwei Core-2-Duo-Dies nebeneinander auf einem Package.


We are looking at the MCM type of approach, but we've yet to conclude that this is something that can be used for traditional gaming graphics type of application.
Quelle:  AMDs David Wang gegenüber PCGamesN; (maschinelle Übersetzung ins Deutsche)